-
Vertikale Kennzahlen
= beziehen sich entweder auf die Aktivseite oder auf die Passivseite
Bilanzsumme = 100%
- Anlagevermögen (AV) = ? % Anlagenintensität Umlaufvermögen (UV) = ? % Umlaufintensität/ Arbeitsintensität
- Vorräte = ? % Vorratsintensität
- Forderungen = ? % Forderungsintensität
- Eigenkapital = ? % Eigenkapitalquote (Grad der finanziellen Unabhängigkeit) Fremdkapital = ? % Fremdkapitalquote (Grad der Verschuldung)
-
Horizontale Bilanzkennzahlen
beziehen sich auf die Aktiv- und Passivseite
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Deckungsgrade (DG)
- Wie wurde das Anlagevermögen finanziert?
- AV = 100%
- - Deckungsgrad A (DG I)
- EK = ?%
- Goldene Bilanzregel i.e.S.
- - Deckungsgrad B (DG II)
- EK + lfr. FK= ?%
- Goldene Bilanzregel i.w.S. Goldene Bankregel
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Liquiditätskennzahlen
Liquiditätsgrade
- Können wir kurzfristigen Schulden bedienen?
- Kurzfristiges FK = 100%
Flüssige Mittel = ?% 1.Grades(20%) one-to-five-rule Barliquidität
Flüssige Mittel + Forderungen = ?%2.Grades (100%) Einzugsliquidität - Liquidität auf kurze Sicht
UV = ?% 3.Grades (>100%) Umsatzliquidität - Liquidität auf mittlere Sicht
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Working Capital
Unter Working Capital versteht man die finanziellen Mittel, die einem Unternehmen nach Abzug der Verbindlichkeiten für Investitionen und andere Ausgaben zur Verfügung stehen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Working Capital zu berechnen. Im Folgenden werden zwei Lösungswege aufgezeigt. Grundlage der Berechnung ist im ersten Fall die Strukturbilanz, im zweiten Fall die Bilanz
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Working Capital WC
Allgemeine Berechnung:
UV ./. kfr FK
- Strukturbilanz
- UV lt. Strukturbilanz ./. kfr FK lt. Strukturbilanz = Working Capital
- Bilanz Vorräte./. erhaltene Anzahlungen
- + Ford. aus LuL
- ./. Verb. aus LuL
- + Flüssige Mittel
- = Working Capital
- ./. Flüssige Mittel
- = Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen)
Das Working Capital Ratio (UV/kfr (mfr) FK x 100) zeigt den prozentualen Anteil, zu dem das kurzfristige Fremdkapital durch das Umlaufvermögen gedeckt ist. Dieser Wert sollte mindestens 100% betragen, weil bei Werten unter 100% Teile des Anlagevermögens mit kurzfristigem Fremdkapital finanziert werden. Aus der Sicht deutscher Banken sollte das Working Capital Ratio mindestens 120% bis 130% betragen, angelsächsische Banken verlangen für ein gutes Rating sogar 200%.
- Ein Unternehmen mit negativem Working Capital ist in seiner Liquidität gefährdet, weil es kurzfristige Mittel für langfristige Investitionen verwendet hat.
- Bei einem zu hohen WC sind im Rahmen des Working Capital Management Maßnahmen zu ergreifen, um das WC zu senken und damit Zinskosten einzusparen.
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Bilanzverkürzung durch Verringerung der Kapitalbindung
- - Senkung der Vorratsbestände durch Bestandsoptimierung bzw. just-in-time-Fertigung
- -Senkung der Forderungsbestände durch Forderungsmanagement bzw. Factoring
- - Erhöhung der Verbindlichkeiten durch längere Zahlungsziele bei den Lieferanten
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Liquiditätskennzahlen
Statische Liquiditätskennzahlen - stichtagsbezogen -
- - Barliquidität
- - Einzugsliquidität
- - Umsatzliquidität (WC)
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Liquiditätskennzahlen
Dynamische Liquiditätskennzahlen - zeitraumbezogen -
- Cash Flow
- Cash-flow-Verschuldungsrate/ Dynamischer Verschuldungsgrad
- Fremdkapital
- --------------
- Cash-flow
Ergebnis: Schuldentilgungsdauer in Jahren
Der dynamische Verschuldungsgrad gibt an, wieviel Jahre es dauert, bis das bilanzanalytische Fremdkapital durch den erwirtschafteten Cash Flow zurückgezahlt werden kann. Es handelt sich um eine theoretische Größe, da unterstellt wird, dass der Cash Flow ausschließlich zur Schuldentilgung verwendet wird. In der Praxis wird er jedoch auch für Investitionen und Gewinnausschüttungen verwendet.
Bei der Berechnung des dynamischen Verschuldungsgrades wird häufig die Effektivverschuldung (Nettoverschuldung) als Basis gewählt.
- Bilanzanalytisches Fremdkapital
- ./. liquide Mittel
- = Effektivverschuldung I
- ./. Forderungen
- = Effektivverschuldung II
-
Cash Flow
- Jahresüberschuss nach Steuern
- +Abschreibungen auf das Anlagevermögen
- ./. Zuschreibungen auf das Anlagevermögen
- = Cash Flow I
- + Erhöhung der Rückstellungen
- ./. Minderung der Rückstellungen
- = Cash Flow II Cash Flow nach der Praktiker Formel (Brutto Cash Flow)
- + sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen
- (z.B. Verluste aus Anlagenabgängen, Bestandsminderungen)
- ./. sonstige zahlungsunwirksame Erträge
- (z.B. Gewinne aus Anlagenabgängen, Bestandserhöhungen, Andere aktivierte Eigenleistungen)
= Cash Flow III
Cash-Flow- Verschuldungsrate / Dynamischer Verschuldungsgrad
- Fremdkapital
- ----------------
- Cash-flow
Ergebnis: Schuldentilgungsdauer in Jahren
-
Cashflow
- zahlungswirksame Aufwendungen (JÜ n St)
- + Abschreibungen
- + Zuführung zu den RSt
- + Verlust aus Anlagenabgängen
- + Bestandsminderung
- zahlungswirksame Erträge
- (JÜ nach St)
- ./. Zuschreibungen
- ./. Auflösung v. RSt
- ./. Gewinne aus Anlagenabgängen
- ./. Bestandserhöhung
- ./. andere akt. Eigenleistungen
-
Umschlagskennzahlen
Möglich sind auch die Rechengrößen Umsatzerlöse brutto und durchschnittlicher Bestand Forderungen aus LuL und Verbindlichkeiten aus LuL brutto.
- Umsatz 10
- --------------- ------> 5 Umschlagshäufigkeit
- ∅ Vorräte 2
- 360 Tage
- ------------ = 72 Tage ∅ Lagerdauer
- 5 U
-
Umschlagskennzahlen
Umschlagshäufigkeit der Vorräte
- Umsatzerlöse
- --------------------- = U
- ∅ Vorratsvermögen
- => möglichst hoch
- ∅ Lagerdauer
-
- 360 Tage
- ------------------
- U
- => möglichst kurz
-
Umschlagskennzahlen
Umschlagshäufigkeit der RHB
- Aufwendung für RHB (Materialaufwand)
- --------------------------------------------- = U
- ∅ Bestand an RHB
=> möglichst hoch
- ∅ Lagerdauer
- 360 Tage
- ------------------
- U
- => möglichst kurz
-
Umschlagskennzahlen
Umschlagshäufigkeit der Forderungen
- Umsatzerlöse (x1,19)
- -------------------------------------------- = U
- ∅ Forderungsbestand aus LuL netto
- => möglichst hoch
- ∅ Laufzeit der Forderungen
- Debitorenziel
- Kundenziel
-
- 360 Tage
- ------------------
- U
- => möglichst kurz
-
Umschlagskennzahlen
Umschlagshäufigkeit der Verbindlichkeiten
- Aufwendungen RHB + Waren(Materialaufwand)(x1,19)
- ------------------------------------------------------- = U
- ∅ Verbindlichkeiten aus LuL netto
- => möglichst niedrig
- ∅ Laufzeit der Verbindlichkeiten
- Kreditorenziel
- Lieferantenziel
- 360 Tage
- ------------------
- U
- => möglichst lang
-
Restbuchwert
- Abgänge
- ./. Abschreibung
- --------------------
- Restbuchwert
-
Ersatzinvestition
- Abgänge
- ./. Abschreibung
- -------------------
- RBW
-
Erweiterungsinvestition
Nettoinvestition
- Bruttoinvestition
- ./. Ersatzinvestition
- ------------------------
- Nettoinvestition
-
Grundschema einer Bewegungsbilanz
Mittelverwendung Mittelherkunft
- Zugänge von Aktiva Abgänge von Aktiva
- Abgänge von Passiva Zugänge von Passiva
- Mittelverwendung (SOLLBUCHUNGEN): Aktivmehrung z.B. Kauf von Maschinen
- Passivminderung z.B. Tilgung von Schulden
- Mittelherkunft (HABENBUCHUNGEN): Aktivminderung z.B. Verkauf von Maschinen
- Passivmehrung z.B Eigenkapitalerhöhung
-
Liquiditätsreserve
- Wertpapiere
- + Liquide Mittel
-
Working Capital
WC = UV ./. kfr. FK
- Vorräte
- + Forderungen
- + ARAP
- Zwischensumme
- ./. Verbindlichkeiten kfr.
- ./. PRAP
- Zwischensumme
- = Working Capital
-
Cash Flow nach der Praktiker Formel (CF II)
Cash Flow
- Jahresüberschuss nach Steuern
- + Abschreibungen auf das Anlagevermögen
- ./. Zuschreibungen auf das Anlagevermöge
- + Zuführungen zu Rückstellungen
- ./. Auflösung von Rückstellungen
- Cash Flow nach der Praktiker Formel (CF II)sonstige Aufwendungen, Erträge Bestandsveränderung, andere aktivierte Eigenleistungen
- + Verluste aus Anlagenabgängen
- ./. Gewinne aus Anlagenabgängen
= Cash Flow
-
Zahlungsströme
(Cashflows)
aus Laufender Geschäftstätigkeit
- sind alle Mittelzuflüsse und Mittellabflüsse,
- die im Zusammenhang mit der Herstellung und
- dem Vertrieb der Erzeugnisse und Leistungen.
- Der Saldo zeigt die Selbstfinanzierungskraft/
- Innenfinanzierungskraft der Unternehmung.
-
Zahlungsströme
(Cashflows)
aus Investitionstätigkeit
- sind der Erwerb und die Veränderung
- von Gegenständen des Anlagevermögens.
- Der Saldo zeigt den Finanzierungsbedarf
- der Unternehmung.
-
Zahlungsströme
(Cashflows)
aus Finanzierungstätigkeit
- sind alle Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse,
- die aus Transaktionen mit Eigenkapital- und
- Fremdkapitalgebern stammen.
- Der Saldo stellt die Nettoaußenfinanzierung
- dar.
-
Free Cash Flow
- Der Saldo aus
- Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit und
- Cashflows aus Investitionstätigkeit.
-
das ordentliche Betriebsergebnis (EBIT)
GuV nach GKV
- GuV nach GKV §275 Abs. 2 HGB
- 1. Umsatzerlöse (Erträge)
- 2. Bestandserhöhrung (Erträge)
- 3. Andere aktivierte Eigenleistungen (Erträge)
- ---------------------------------------------------
- Gesamtleistung
- 4. s.b.E . enthalten auch neutrale Erträge 5. Materialaufwand (Kosten)
- 6. Personalaufwand (Kosten)
- 7. Abschreibungen (Kosten)
- 8. s.b.A. - enthalten auch neutrale Aufwendungen
- Neutrale Erträge ud neutrale Aufwendungen eliminieren
- ./. Sonstige Steuern §275 Abs.2 Nr.16 HGB
- => Ordentliches Betriebsergebnis (EBIT)
-
Finanzergebnis
- Finanzerträge
- ./. Finanzaufwendungen
- ------------------------------
- = Finanzergebnis
-
Kosten
= betriebsbezogene Aufwendungen
-
neutrale Aufwendungen
Nicht betriebsbezogene Aufwendungen ( = neutrale Aufwendungen)
- - betriebsfremde Aufwendungen
- - (betrieblich) außergewöhnliche Aufwendungen
- - (betrieblich) periodenfremde Aufwendungen
- - Verluste aus dem Abgang von Vermögensgegenständen
-
Leistung
= Betriebsbezogene Erträge
-
neutrale Erträge
Nicht betriebsbezogene Erträge (=neutrale Erträge)
- - Betriebsfremde Erträge (Spenden)
- - (betrieblich) außergewöhnliche Erträge
- Elementarschäden
- Gewährleistung
- Forderungsverluste
- - (betrieblich) periodenfremde Erträge
- Steuernachzahlungen
- - Erträge aus dem Abgang von Vermögensgegenständen
-
Neutrale Erträge
Beispiele
- Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
- Gewinne aus Anlagenverkäufen
-
neutrale Aufwendungen
Beispiele
- periodenfremde Aufwendungen
- Einstellung in Einzelwertberichtigung
- Umstrukturierungsaufwendungen
- Betriebsfremde Aufwendungen
-
EBIT ausgehend vom Jahresüberschuss
- Jahresüberschuss nach Steuern
- + Steuern vom Einkommen und Ertrag
- + Finanzaufwendung
- ./. Finanzerträge
- + neutraler Aufwand
- ./. neutrale Erträge
EBIT (Ordentliches Betriebsergebnis)
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EBITA, EBITDA
- Ordentliches Betriebsergebnis (EBIT)
- + Abschreibung auf IAV
- = EBITA
- + Abschreibung auf SAV
- = EBITDA
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