Jahresabschlussanalyse Seminarunterlagen Teil B

  1. Vertikale Kennzahlen
    = beziehen sich entweder auf die Aktivseite oder auf die Passivseite 

         Bilanzsumme     =      100% 

    • Anlagevermögen (AV)   =  ? %  Anlagenintensität    Umlaufvermögen (UV)  =  ? %  Umlaufintensität/                                                                  Arbeitsintensität     
    • Vorräte  =  ?  % Vorratsintensität     
    • Forderungen =   ?  %  Forderungsintensität     
    • Eigenkapital =  ?  %  Eigenkapitalquote   (Grad der finanziellen Unabhängigkeit)                                                                    Fremdkapital  =  ? %  Fremdkapitalquote (Grad der Verschuldung)
  2. Horizontale Bilanzkennzahlen
    beziehen sich auf die Aktiv- und Passivseite
  3. Deckungsgrade (DG)
    • Wie wurde das Anlagevermögen finanziert? 
    • AV = 100%

    • - Deckungsgrad A (DG I)
    •   EK = ?%
    •   Goldene Bilanzregel i.e.S. 

    • - Deckungsgrad B (DG II)
    •    EK + lfr. FK= ?%
    •   Goldene Bilanzregel i.w.S. Goldene Bankregel 
  4. Liquiditätskennzahlen

    Liquiditätsgrade
    • Können wir kurzfristigen Schulden bedienen? 
    • Kurzfristiges FK = 100%

    Flüssige Mittel = ?% 1.Grades(20%) one-to-five-rule Barliquidität 

    Flüssige Mittel + Forderungen = ?%2.Grades (100%) Einzugsliquidität - Liquidität auf kurze Sicht 

    UV = ?% 3.Grades (>100%) Umsatzliquidität - Liquidität auf mittlere Sicht
  5. Working Capital
    Unter Working Capital versteht man die finanziellen Mittel, die einem Unternehmen nach Abzug der Verbindlichkeiten für Investitionen und andere Ausgaben zur Verfügung stehen. 

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Working Capital zu berechnen. Im Folgenden werden zwei Lösungswege aufgezeigt. Grundlage der Berechnung ist im ersten Fall die Strukturbilanz, im zweiten Fall die Bilanz
  6. Working Capital WC 

    Allgemeine Berechnung:
    UV ./. kfr  FK 

    • Strukturbilanz
    • UV lt. Strukturbilanz ./. kfr FK lt. Strukturbilanz =  Working Capital 

    •  Bilanz 
    • Vorräte./. erhaltene Anzahlungen
    • +   Ford. aus LuL
    • ./.   Verb. aus LuL
    • +    Flüssige Mittel
    • =  Working Capital
    • ./. Flüssige Mittel
    • Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen)

    Das Working Capital Ratio (UV/kfr (mfr) FK x 100) zeigt den prozentualen Anteil, zu dem das kurzfristige Fremdkapital durch das Umlaufvermögen gedeckt ist. Dieser Wert sollte mindestens 100% betragen, weil bei Werten unter 100% Teile des Anlagevermögens mit kurzfristigem Fremdkapital finanziert werden. Aus der Sicht deutscher Banken sollte das Working Capital Ratio mindestens 120% bis 130% betragen, angelsächsische Banken verlangen für ein gutes Rating sogar 200%.  

    • Ein Unternehmen mit negativem Working Capital ist in seiner Liquidität gefährdet, weil es kurzfristige Mittel für langfristige Investitionen verwendet hat.   
    • Bei einem zu hohen WC sind im Rahmen des Working Capital Management Maßnahmen zu ergreifen, um das WC zu senken und damit Zinskosten einzusparen.  
  7. Bilanzverkürzung durch Verringerung der Kapitalbindung
    • - Senkung der Vorratsbestände durch Bestandsoptimierung bzw. just-in-time-Fertigung           
    • -Senkung der Forderungsbestände durch Forderungsmanagement bzw. Factoring           
    • - Erhöhung der Verbindlichkeiten durch längere Zahlungsziele bei den Lieferanten
  8. Liquiditätskennzahlen

    Statische Liquiditätskennzahlen  - stichtagsbezogen -
    • - Barliquidität
    • - Einzugsliquidität 
    • - Umsatzliquidität (WC)
  9. Liquiditätskennzahlen

    Dynamische Liquiditätskennzahlen - zeitraumbezogen -
    • Cash Flow
    • Cash-flow-Verschuldungsrate/ Dynamischer Verschuldungsgrad 

    • Fremdkapital
    • --------------
    • Cash-flow 

     Ergebnis: Schuldentilgungsdauer in Jahren 

    Der dynamische Verschuldungsgrad gibt an, wieviel Jahre es dauert, bis das bilanzanalytische Fremdkapital durch den erwirtschafteten Cash Flow zurückgezahlt werden kann. Es handelt sich um eine theoretische Größe, da unterstellt wird, dass der Cash Flow ausschließlich zur Schuldentilgung verwendet wird. In der Praxis wird er jedoch auch für Investitionen und Gewinnausschüttungen verwendet. 

    Bei der Berechnung des dynamischen Verschuldungsgrades wird häufig die Effektivverschuldung (Nettoverschuldung) als Basis gewählt. 

    • Bilanzanalytisches Fremdkapital 
    • ./. liquide Mittel 
    • = Effektivverschuldung I
    • ./. Forderungen 
    • = Effektivverschuldung II
  10. Cash Flow
    • Jahresüberschuss nach Steuern
    • +Abschreibungen auf das Anlagevermögen
    • ./. Zuschreibungen auf das Anlagevermögen
    • = Cash Flow I 

    • + Erhöhung der Rückstellungen   
    • ./. Minderung der Rückstellungen 
    • = Cash Flow II Cash Flow nach der Praktiker Formel (Brutto Cash Flow)

    • + sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen     
    •  (z.B. Verluste aus Anlagenabgängen, Bestandsminderungen)       
    •  ./. sonstige zahlungsunwirksame Erträge       
    • (z.B. Gewinne aus Anlagenabgängen, Bestandserhöhungen, Andere aktivierte Eigenleistungen) 
    • = Cash Flow III

    Cash-Flow- Verschuldungsrate / Dynamischer Verschuldungsgrad 

    • Fremdkapital 
    • ----------------
    • Cash-flow           
    • Ergebnis: Schuldentilgungsdauer in Jahren 
  11. Cashflow
    • zahlungswirksame Aufwendungen (JÜ n St) 
    • + Abschreibungen 
    • + Zuführung zu den RSt
    • + Verlust aus Anlagenabgängen 
    • + Bestandsminderung 

    • zahlungswirksame Erträge 
    • (JÜ nach St) 
    • ./. Zuschreibungen 
    • ./. Auflösung v. RSt
    • ./. Gewinne aus Anlagenabgängen 
    • ./. Bestandserhöhung 
    • ./. andere akt. Eigenleistungen
  12. Umschlagskennzahlen
    Möglich sind auch die  Rechengrößen Umsatzerlöse brutto und durchschnittlicher Bestand  Forderungen aus LuL und Verbindlichkeiten aus LuL brutto

    • Umsatz 10
    • ---------------  ------> 5 Umschlagshäufigkeit 
    • ∅ Vorräte 2

    • 360 Tage
    • ------------ = 72 Tage ∅ Lagerdauer 
    • 5 U
  13. Umschlagskennzahlen

    Umschlagshäufigkeit der Vorräte
    • Umsatzerlöse
    • --------------------- = U
    • ∅ Vorratsvermögen 
    • => möglichst hoch 

    • ∅ Lagerdauer
    •  
    •   360 Tage
    • ------------------
    •        U
    • => möglichst kurz
  14. Umschlagskennzahlen

    Umschlagshäufigkeit der RHB
    • Aufwendung für RHB (Materialaufwand) 
    • --------------------------------------------- = U
    •  ∅ Bestand an RHB

    => möglichst hoch


    • ∅ Lagerdauer
    •    360 Tage
    • ------------------
    •        U
    • => möglichst kurz
  15. Umschlagskennzahlen

    Umschlagshäufigkeit der Forderungen
    • Umsatzerlöse (x1,19)
    • -------------------------------------------- = U
    • ∅ Forderungsbestand aus LuL netto 
    • => möglichst hoch 

    • ∅ Laufzeit der Forderungen 
    • Debitorenziel 
    • Kundenziel 
    •  
    •    360 Tage
    • ------------------
    •        U
    • => möglichst kurz
  16. Umschlagskennzahlen

    Umschlagshäufigkeit der Verbindlichkeiten
    • Aufwendungen RHB + Waren(Materialaufwand)(x1,19)
    • ------------------------------------------------------- = U
    •  ∅ Verbindlichkeiten aus LuL netto 
    • => möglichst niedrig 

    • ∅ Laufzeit der Verbindlichkeiten 
    • Kreditorenziel 
    • Lieferantenziel 

    •      360 Tage
    • ------------------
    •        U
    • => möglichst lang
  17. Restbuchwert
    • Abgänge
    • ./.  Abschreibung
    • --------------------
    •    Restbuchwert
  18. Ersatzinvestition
    • Abgänge
    • ./. Abschreibung
    • -------------------
    • RBW
  19. Erweiterungsinvestition
    Nettoinvestition

    • Bruttoinvestition 
    • ./. Ersatzinvestition
    • ------------------------
    • Nettoinvestition
  20. Grundschema einer Bewegungsbilanz
    Mittelverwendung                 Mittelherkunft

    • Zugänge von Aktiva          Abgänge von Aktiva
    • Abgänge von Passiva        Zugänge von Passiva 

    • Mittelverwendung (SOLLBUCHUNGEN): Aktivmehrung z.B. Kauf von Maschinen
    •  Passivminderung z.B. Tilgung von Schulden


    • Mittelherkunft (HABENBUCHUNGEN): Aktivminderung z.B. Verkauf von Maschinen
    •  Passivmehrung z.B Eigenkapitalerhöhung
  21. Liquiditätsreserve
    • Wertpapiere
    • + Liquide Mittel
  22. Working Capital
    WC = UV ./. kfr. FK

    • Vorräte
    • + Forderungen 
    • + ARAP 
    • Zwischensumme
    • ./. Verbindlichkeiten kfr.
    • ./. PRAP 
    • Zwischensumme 
    • = Working Capital
  23. Cash Flow nach der Praktiker Formel (CF II)

    Cash Flow
    • Jahresüberschuss nach Steuern 
    • + Abschreibungen auf das Anlagevermögen 
    • ./. Zuschreibungen auf das Anlagevermöge 
    • + Zuführungen zu Rückstellungen 
    • ./. Auflösung von Rückstellungen 

    • Cash Flow nach der Praktiker Formel (CF II)
    • sonstige Aufwendungen, Erträge Bestandsveränderung, andere aktivierte Eigenleistungen 
    • + Verluste aus Anlagenabgängen 
    • ./. Gewinne aus Anlagenabgängen 

    = Cash Flow 
  24. Zahlungsströme
    (Cashflows)

    aus Laufender Geschäftstätigkeit
    • sind alle Mittelzuflüsse und Mittellabflüsse,
    • die im Zusammenhang mit der Herstellung und
    • dem Vertrieb der Erzeugnisse und Leistungen.

    • Der Saldo zeigt die Selbstfinanzierungskraft/
    • Innenfinanzierungskraft der Unternehmung.
  25. Zahlungsströme
    (Cashflows)
    aus Investitionstätigkeit
    • sind der Erwerb und die Veränderung
    • von Gegenständen des Anlagevermögens.

    • Der Saldo zeigt den Finanzierungsbedarf
    • der Unternehmung.
  26. Zahlungsströme
    (Cashflows)
    aus Finanzierungstätigkeit
    • sind alle Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse,
    • die aus Transaktionen mit Eigenkapital- und
    • Fremdkapitalgebern stammen.
    • Der Saldo stellt die Nettoaußenfinanzierung
    • dar.
  27. Free Cash Flow
    • Der Saldo aus 
    • Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit und 
    • Cashflows aus Investitionstätigkeit.
  28. das ordentliche Betriebsergebnis (EBIT)
    GuV nach GKV
    • GuV nach GKV  §275 Abs. 2 HGB 
    • 1. Umsatzerlöse (Erträge)
    • 2. Bestandserhöhrung (Erträge)
    • 3. Andere aktivierte Eigenleistungen (Erträge)
    • ---------------------------------------------------
    • Gesamtleistung 

    • 4. s.b.E . enthalten auch neutrale Erträge 
    • 5. Materialaufwand (Kosten)
    • 6. Personalaufwand (Kosten) 
    • 7. Abschreibungen (Kosten)
    • 8. s.b.A. - enthalten auch neutrale Aufwendungen 

    • Neutrale Erträge ud neutrale Aufwendungen eliminieren 
    • ./. Sonstige Steuern §275 Abs.2 Nr.16 HGB 

    • => Ordentliches Betriebsergebnis (EBIT) 
  29. Finanzergebnis
    • §275 Abs.2 HGB 
    • Nr. 9-13

    • Finanzerträge 
    • ./. Finanzaufwendungen 
    • ------------------------------
    • = Finanzergebnis
  30. Kosten
    = betriebsbezogene Aufwendungen
  31. neutrale Aufwendungen
    Nicht betriebsbezogene Aufwendungen ( = neutrale Aufwendungen) 

    • - betriebsfremde Aufwendungen 
    • - (betrieblich) außergewöhnliche Aufwendungen 
    • - (betrieblich) periodenfremde Aufwendungen 
    • - Verluste aus dem Abgang von Vermögensgegenständen
  32. Leistung
    = Betriebsbezogene Erträge
  33. neutrale Erträge
    Nicht betriebsbezogene Erträge (=neutrale Erträge)

    • - Betriebsfremde Erträge (Spenden)
    • - (betrieblich) außergewöhnliche Erträge 
    •    Elementarschäden
    •    Gewährleistung 
    •    Forderungsverluste 
    • - (betrieblich) periodenfremde Erträge 
    •   Steuernachzahlungen 
    • - Erträge aus dem Abgang von Vermögensgegenständen
  34. Neutrale Erträge 
    Beispiele
    • Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 
    • Gewinne aus Anlagenverkäufen
  35. neutrale Aufwendungen 
    Beispiele
    • periodenfremde Aufwendungen 
    • Einstellung in Einzelwertberichtigung 
    • Umstrukturierungsaufwendungen 
    • Betriebsfremde Aufwendungen
  36. EBIT ausgehend vom Jahresüberschuss
    • Jahresüberschuss nach Steuern
    • + Steuern vom Einkommen und Ertrag 
    • + Finanzaufwendung
    • ./. Finanzerträge 
    • + neutraler Aufwand
    • ./. neutrale Erträge 

    EBIT (Ordentliches Betriebsergebnis) 
  37. EBITA, EBITDA
    • Ordentliches Betriebsergebnis (EBIT) 
    • + Abschreibung auf IAV
    • = EBITA 
    • + Abschreibung auf SAV 
    • = EBITDA 
Author
huatieulans
ID
364746
Card Set
Jahresabschlussanalyse Seminarunterlagen Teil B
Description
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