Teil 3: Ausbildung, Personalentwicklung und Arbeitsschutz

  1. Aufgabe 6-1: Beteiligte und Mitwirkende der Berufsausbildung
    Grenzen Sie die Begriffe Ausbildender, Ausbilder und Ausbildungsbeauftragter voneinander ab.
    Inwieweit werden Anforderungen an die persönliche und fachliche Eignung der Beteiligten gestellt?
    • Erläuterung  ⇨  Anforderungen 
    • Auszubildender ⇨ Vertragspartner des Auszubildenden, z.B. der Inhaber des Ausbildungsbetriebs ⇨ persönliche Eignung

    Ausbilder ⇨ vermitteln im Auftrag des Ausbildenden die Ausbildungsinhalte unmittelbar, verantwortlich und in wesentlichem Umfang ⇨ persönliche und fachliche Eignung

    • Ausbildungsbeauftragter ⇨ wirken unter der Verantwortung
    • des Ausbilders an der Ausbildung mit ⇨ persönliche Eignung und für die Vermittlung der Ausbildungsinhalte erforderliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

    • Persönliche Eignung
    • Persönlich geeignet ist, wem diese Eignung nicht aberkannt wurde. Gründe für
    • die Aberkennung sind insbesondere:
    • - ein Verbot, Kinder und Jugendliche zu beschäftigen
    • - wiederholte oder schwere Verstöße gegen die einschlägigen rechtlichen Regelungen

    • Fachliche Eignung
    • Fachlich geeignet ist, wer die beruflichen sowie die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, die für die Vermittlung der Ausbildungsinhalte erforderlich sind. Dies setzt voraus:
    • - einen eigenen einschlägigen Berufsabschluss und Berufspraxis von angemessener Dauer
    • - die bestandene Ausbildereignungsprüfung nach der Ausbilder- Eignungsverordnung
  2. Aufgabe 6-2: Ausbildungsformen
    Erläutern Sie, was unter
    - außerbetrieblicher Ausbildung
    - überbetrieblicher Ausbildung und
    - Verbundausbildung
    zu verstehen ist.
    Ausbildungsfor ⇨ Erläuterung 

    • außerbetriebliche Ausbildung ⇨ Die Ausbildung findet grundsätzlich in sonstigen Berufsbildungseinrichtungen
    • (Fachschulen, Bildungszentren usw.), außerhalb der
    • schulischen und betrieblichen Berufsbildung statt (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 BBiG); i.d.R. im Rahmen öffentlicher Förderung für Jugendliche und junge Erwachsene, die keinen regulären Ausbildungsplatz erhalten haben. Teile der Ausbildung können ggf. in Kooperationsbetrieben absolviert werden. Ziel ist die Übernahme in ein reguläres Ausbildungsverhältnis.


    • überbetriebliche Ausbildung ⇨ Teile der Ausbildung, deren Durchführung für den einzelnen Ausbildungsbetrieb ggf. zu aufwendig sind, finden in überbetrieblichen Schulungseinrichtungen z.B. im Rahmen von
    • Fachlehrgängen der Kammern statt.


    • Verbundausbildung ⇨ Mehrere Unternehmen bilden Auszubildende gemeinsam aus, z.B. weil die einzelnen Unternehmen zu klein oder zu spezialisiert sind,
    • um das ganze Spektrum der Ausbildungsinhalte zu vermitteln.
    • Ausbildender ist jeweils das Unternehmen, mit dem der
    • Auszubildende den Ausbildungsvertrag geschlossen hat.
  3. Aufgabe 6-3: Ausbildungsformen
    Stellen Sie anhand eines Beispiels die Unterweisung nach der Vier-Stufen-Methode dar.
    Aufgabe ⇨ Ein neuer Auszubildender lernt das Einsortieren von Ersatzblattlieferungen in ein Handbuch in Loseblattform 

    • 1. Stufe: Vorbereitung des Auszubildenden ⇨ Dem Auszubildenden wird die Funktion, Bedeutung und Nutzung von
    • Loseblattwerken erläutert. Es wird erklärt, welche Themen durch Loseblattwerke abgedeckt werden und inwieweit stattdessen Datenbanken und CD-ROM-Nachschlagewerke genutzt werden. Es wird erläutert, dass
    • Vollständigkeit und Aktualität nur bei fehlerfreiem Austausch der Seiten gewährleistet sind. Es wird erklärt, ob und ggf. wo die entnommenen Seiten
    • (vorübergehend) aufbewahrt werden.


    • 2. Stufe: Vormachen durch den Ausbilder ⇨ Der Ausbilder öffnet die Packung mit der Ersatzblattlieferung und zeigt und
    • erläutert die Inhalte, insbesondere die Sortieranweisung. Er öffnet das Loseblattwerk, entnimmt in einer systematischen Abfolge jeweils die auszutauschenden Seiten, legt diese geordnet beiseite, fügt die neuen Seiten ein und hakt z.B. die entsprechende Zeile der Sortieranweisung ab.


    • 3. Stufe: Nachmachen durch den Auszubildenden ⇨ Der Auszubildende führt die einzelnen Schritte anhand der nächsten auf der Sortieranweisung stehenden Austauschhinweise in Gegenwart des Ausbilders selbst durch. Er vergewissert sich, ggf. durch Rückfragen, dass er
    • die Arbeitsschritte vollständig und richtig erledigt.


    4. Stufe: mehrfache Wiederholdung des Arbeitsablaufs durch den Auszubildenden ⇨ 
    Der Auszubildende sortiert weitere Ersatzblattlieferungen (zunehmend) selbständig ein.
  4. Aufgabe 7-1: Personalentwicklungsmaßnahmen

    Stellen Sie zu den im Folgenden genannten Maßnahmen jeweils ein konkretes Beispiel aus dem Arbeitsbe-reich Rechnungswesen/Controlling dar.

    - training on the job
    - training near the job
    - training off the job
    - job enrichment
    - job enlargement
    - job rotation
    Maßnahme ⇨ Beispiel 

    training on the job ⇨ Buchhalterin K. arbeitet einen neuen Kollegen ein, indem sie gemeinsam mit ihm einen Stapel Buchungsbelege sortiert, kontiert, im System verbucht und ablegt.

    training near the job ⇨ Die Trainees der ABC-AG lernen den Umgang mit dem ERP-System, indem sie in einem geschützten Bereich des Systems Buchungen bei einem Musterunternehmen durchführen.

    training off the job ⇨ Steuerfachwirt B. nimmt an einer „Train-the-trainer“-Schulung der IHK teil.


    • job enrichment ⇨ Der erfahrene Steuerfachwirt B. betreut umfassend die Mandantengruppe Buchstaben A bis D. In Zukunft wird er außerdem als Referent und Mentor
    • die interne Weiterbildung der Kanzleimitarbeiter organisieren und betreuen.

    • job enlargement ⇨ Lohnbuchhalter K. übernimmt zusätzlich zur Betreuung der Lohn- und
    • Gehaltsabrechnungen der X-GmbH nun auch die Abrechnungen für die Tochtergesellschaften Y- und Z-GmbH, was mit einer Reihe neuer Kontakte verbunden ist und ihn gelegentlich zu Besprechungen außer Haus führt.

    • job rotaion ⇨ In einer Steuerkanzlei werden bestimmte Tätigkeiten im halbjährlichen Wechsel nach und nach von allen Mitarbeitern durchgeführt, z.B. die Vorbereitung der vierteljährlichen „Mandanteninformationstage“, die
    • Begleitung der Chefin zu bestimmten Terminen, die wöchentlichen internen Schulungen für die Auszubildenden u.a.
  5. Aufgabe 7-2: Personalentwicklung/Personalförderung

    Wie unterscheiden sich Mentoring und Coaching? Für welche Gruppen von Arbeitnehmern erscheinen die Methoden besonders geeignet?
    • Mentoring und Coaching sind Maßnahmen der Personalentwicklung. Sie umfassen
    • Hilfestellungen bei der Bewältigung der beruflichen Aufgaben. Dabei geht es i.d.R. weniger um reines Fachwissen und Arbeitsmethoden als um die Entwicklung persönlicher Kompetenzen.

    • Mentoring
    • Beim Mentoring übernimmt i.d.R. ein erfahrener (ggf. ehemaliger) Mitarbeiter des Unternehmens die Betreuung eines neuen, meist wenig erfahrenen Mitarbeiters. Der Mentor ist in der Hierarchie oft deutlich höher angesiedelt als der Betreute und berät auf Basis seiner Erfahrungen im Unternehmen bzw. aus dessen Umfeld.


    • Coaching
    • Coaching wird i.d.R. von Führungskräften in Anspruch genommen. Coaches sind meistens unternehmensexterne professionelle Berater – es besteht kein hierarchisches Gefälle zwischen Coach und Coachee. Das Coaching ist als
    • vorübergehende Maßnahme angelegt und versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe, indem Potentiale z.B. bezüglich der Führungsfähigkeit ausgelotet und entwickelt werden. Coaching ist deutlich abgegrenzt von psychotherapeutischen Maßnahmen.
  6. Aufgabe 8-1: Arbeits- und Gesundheitsschutz
    Nennen Sie drei Pflichten des Arbeitgebers zur Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.
    • z.B.
    • • Der Arbeitgeber muss eine umfassende Gefährdungsbeurteilung durchführen und diese dokumentieren.
    • • Der Arbeitgeber muss die Mitarbeiter über die mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und Maßnahmen zum Schutz vor Gefahren unterweisen.
    • • Der Arbeitgeber muss – abgestuft nach der Größe des
    • Betriebs – die betriebsärztliche und sicherheitstechnische
    • Betreuung sicherstellen
Author
huatieulans
ID
362260
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