22 Hunde

  1. Domestikation
    • • Heutige Wölfe & heutige Hundegemeinsamer Vorfahre
    • • 15’000 – 40’000 Jahre – Kohabitation mit Menschen
    • • Ursprung unklar, evtl. Domestikation an zwei Orten – Zentralasien und Europa
    • Hundeverhalten ≠ Wolfsverhalten
    • Hypothese: Selbstdomestikation (Coppinger & Coppinger 2003)
    • • Wölfe generell sehr scheu; meiden Menschen
    • • Einige weniger scheue Individuen blieben in der Nähe menschlicher Siedlungen
    • • Profitierten von zusätzlichen Nahrungsquellen (Abfall) -> Eindämmen von Krankheitserregern für die Menschen
    • Natürliche Selektion auf Angstfreiheit gegenüber Menschen
    • • Irgendwann Handaufzucht von Welpen durch Frauen & künstliche Selektion
    • • Rolle als Jagdgehilfen und Wachhunde

  2. Sozialverhalten Soziale Organisation Wölfe vs. frei lebende Hunde
    • Wölfe:
    • • Rudel, meist aus Elternpaar, Nachwuchs aus vergangenden Jahren und Welpen
    • • Kooperation bei Jagd und Jungenaufzucht
    • • Hohe Toleranz innerhalb der Gruppe, Aggression gegen Nicht-Gruppen-Mitglieder


    • Frei lebende Hunde:
    • • Lockereres Sozialsystem
    • • Sehr variabel
    • • Kaum gemeinsame Jagd, sondern individuelles “Sammeln”
    • • Alle Hündinnen versuchen sich fortzupflanzen, weniger Kooperation bei Jungenaufzucht
    • • Weniger tolerant innerhalb der Gruppe, aber weniger aggressiv gegenüber Gruppen-Fremde 

    • Dominanz: ein asymmetrisches Verhältnis in der Beziehung zweier
    • Individuen
    • • Gemessen an
    • - prioritärem Zugang zu Ressourcen
    • - Ergebnis agonistischer Interaktionen
    • - Oder submissiven Signalen eines Partners ggü dem anderen
    • Dominanz ≠ Aggression
    • Dient zur Vermeidung von Aggressionen

    • − Die meisten Dyaden (Paarweise Dominanz) : ignorierten sich
    • Freundschaftlich; ein Partner zeigt sich ggü dem anderen submissiv
    • ohne agonistisches Verhalten
    • − Freundschaftlich ohne erkennbare Dominanzbeziehung (egalitär)
    • − Selten: Dominanzbeziehung durch agonistisches Verhalten & keine freundlichen Interaktionen
    • − Selten: Agonistisches Verhalten beider Partner, ohne Unterwerfung
    • (ungelöst
    • • Gemischt-geschlechtliche Paare: höhere Wahrscheinlichkeit für
    • freundschaftliche Beziehung
    • • Dominanzbeziehungen seltener beobachtet
    • -> Beziehungen zwischen Hunden sind sehr variabel
    • • “Dominanz” nicht so wichtig wie bei Primaten
    • • Dominanz beschreibt keine Charaktereigenschaft, sondern die Beziehung zweier Individuen zueinander
  3. Dominanz Hund-Mensch?
    Bindung Hund-Mensch?
    • • Übertragung auf die Hund-Mensch Beziehung wenig sinnvoll
    • • Vermeintlich „dominantes“ Verhalten rechtfertigt nicht aversive Erziehungsmethoden
    • • Problemverhalten mit „Dominanz“ erklärt – meist ein Missverständnis hündischen Verhaltens bzw. Emotionen
    • • Bsp. Hund knurrt – mögl. Ursache Angst, Frustration, Ressourcenverteidigung
    • • Ziel ist nicht, die „Führung“ zu erlangen – Kognitiv komplex!
    • -> Ziel: eigene Sicherheit, Ressourcen

    • • Spezielle Beziehung Mensch-Hund
    • Kriterien für Bindung (engl. “Attachment”)
    • Bevorzugung des Bindungspartners (Suchen von Nähe und Kontakt)
    • Reaktion auf Trennung von und Wiedervereinigung mit dem Bindungspartner
    • Bindungspartner bei Erkundung und Gefahr als sichere Basis (secure base effect)
    • Bindungspartner als sicherer Rückzugsort (“safe haven”)
  4. Visuelle Kommunikation
    • • Körperhaltung, Mimik
    • • Information über emotionalen Zustand und Handlungsbereitschaft
    • • Körperhaltung – nach vorne oder nach hinten orientiert; aufrecht/ geduckt
    • • Anspannung - Körper steif oder locker?
    • • Ohrenstellung
    • • Gesichtsmuskulatur – entspannt/ angespannt;
    • • Augen – Blickrichtung; „weich“ oder „hart“; Pupillengrösse
    • • Rutenhaltung (rassespezifisch!) und Bewegung der Rute

    • Beschwichtigungsignale
    •  Calming Signals
    • Funktion:
    • • Vorbeugen von Konflikten (zB bei Distanzunterschreitung)
    • • Häufig Erwiderung vom Kommunikationspartner
    • • Überlappung mit Stress-Signalen

    • Stress:
    • Kopf abwenden
    • wegschauen
    • Züngeln, Lefzen
    • Gähnen
    • Sich hinsetzen
    • Schnüffeln
  5. Körpersprache
    • • Annäherung seitlich statt frontal
    • • Kein direkter Blickkontakt
    • • Lockere Gesichtsmuskulatur links
    • • Körperporientierung nach hinten, Kopf abwenden
  6. Lautäusserungen
    • • Gebell: hauptsächlich zur Kommunikation mit dem Menschen entwickelt
    • • Wölfe bellen kaum – Funktion, eine Gefahr zu vertreiben.
    • • Hunde: zahlreiche Funktionen

    • Bellen:
    • Tief, unmoduliert, längere Dauer, kürzere Intervalle -> bei Störung, eher aggressive Motivation
    • • Tonal, höher, moduliert, längere Intervalle -> Isolation, Spiel , Angst, nicht aggressiv

    • Heulen:
    • Sozialkontakt, Gruppenzusammengehörigkeit, Kommunikation über grosse Distanz
    • Winseln
    • Schmerz/Stress, Aufmerksamkeit, Soziale Interaktion, Isolation, Erregung
    • Knurren
    • Drohung, Distanzvergrösserung, Spiel
  7. Chemische, Geruchliche Kommunikation
    • Hunde können mit beiden Nasenlöchern separat riechen “stereo-riechen
    • • 300 Millionen Riechzellen (Menschen 5 Millionen, Katzen 60 Millionen)
    • • 100 Millionen mal sensibler als Mensch

    • Geruch
    • Markierverhalten
    • • Urin, auch Kot (+ Sekret aus Analdrüsen)
    • • Beim Wolf: hauptsächlich paarbereite/ verpaarte Tiere
    • • Beim Hund: alle (Hündin & Rüde; kastriert/ intakt) können ab Geschlechtsreife markieren
    • • Abhängig vom sozialen Umfeld; Einfluss von Sexualhormonen
    • • Oft markieren, dann scharren

    • Pheromone (lokalisation der Drüsen)
    • • Ohren
    • • Pfotenballen ->Pfote anheben
    • • Genitalregion
    • • Analdrüsen ->Schwanzwedeln vs Schwanz einziehen
    • • Zitzenregion
  8. Taktile Kommunikation
    • Berührungen
    • Affiliativ: Streicheln, Allogrooming, Schnauzenzärtlichkeiten
    • – Festigung der Bindung zwischen Sozialpartnern
    • Agonistisch: Anrempeln, Wegstoßen, Schnappen, Beissen
  9. Problemen in der kommunikation
    • • Missverständnisse Primat-Canide
    • - Bsp:
    • – Direktes Anstarren
    • – Drüberbeugen
    • – Kopf streicheln
    • – Umarmen
    • = Bedrohung!

    • - Bsp: Übersehene Signale des Hundes
    • – Steif werden, Züngeln, Blick abwenden
    • • Bellen = störend
    • • Trennungsstress
  10. Welche TSchV gelten in der Hunde zu...
    Sozialkontakte
    Umgang mit Hunden
    Hilfsmittel und Geräte
    Meldung von Vorfälle
    • TSchV Art. 70 Sozialkontakte
    • täglich Sozialkontakt mit Menschen und, soweit möglich, mit anderen Hunden
    •  > 3 Monate in Boxen/Zwinger: Sicht-, Hör, Geruchkontakt mit anderem Hund

    • TSchV 73 Umgang mit Hunden
    • Sozialisierung gegenüber Artgenossen und Menschen
    • Gewöhnung an Umwelt
    •  Verboten: Würgehalsbänder, Stachelhalsbänder, übermässige Härte
    • Verhaltenskorrekturmassnahmen der Situation angepasst

    • TSchV Art. 76 Hilfsmittel und Geräte
    • Keine Verletzung, erhebliche Schmerzen, stark gereizt oder in Angst versetzt
    • Verbot von Geräten, die elektrisieren, für den Hund sehr unangenehme akustischen Signale oder chemischen Stoffe aussenden
    • 5 Hilfsmittel, die zur Verhinderung von Bissen um den Fang des Hundes
    • platziert sind, müssen anatomisch richtig geformt sein und ausreichendes
    • Hecheln ermöglichen.

    • Art. 78 Meldung von Vorfällen
    • Tierärztinnen und Tierärzte… Tierheimverantwortliche…Hundeausbilder etc.
    • sind verpflichtet, der zuständigen kantonalen Stelle Vorfälle zu melden, bei
    • denen ein Hund: a. Menschen oder Tiere erheblich verletzt hat; oder b.
    • übermässiges Aggressionsverhalten zeigt.
  11. Spielverhalten: Wie/ mit wem, Funktion, Merkmale
    • • Alleine
    • • Sozial
    •    • Mit anderen Hunden
    •    • Mit Menschen
    •    • Mit anderen Tieren

    • • Wie Menschen behalten viele Hunde Spielen bis ins hohe Alter
    • bei

    • Funktion
    • • Motorische und kognitive Entwicklung
    • • Einüben von Verhaltensmustern
    • • Soziale Interaktionen, Beisshemmung, Selbstkontrolle
    • • Soziale Beziehungen, Kommunikation

    • Merkmale
    • • Runde, übertriebene, fliessende Bewegungen
    • • Soziales Spiel: Wechsel zwischen Individuen
    • • Spielgesicht
    • • Spielaufforderung
  12. Spielen mit dem Menschen
    • • … macht glücklich und fördert die Bindung
    • • Zerrspiele
    • - Hund “darf” gewinnen
    • - Dennoch “Aus”-Signal
    • - (Hals-)Wirbelsäule
    • • Ballspiele
    • - in Maßen (Gelenke!) oder mit Suchspielen verbinden
    • - ‘Balljunkies’
    • • Körperbetonte Sozialspiele
  13. Problemen, die beim Spielverhalten auftauchen
    • • Nicht kompatibles Spielverhalten zwischen Hunden
    • • Überstimulation
    • • Hohe Erregung
    • • Missverständnis von “fiddle about” (Herumalbern in StressSituationen) als Spielverhalten
  14. Jagdverhalten beim Hund: Verlauf, Auslösereize, Problemen
    • • Hunde sind Jäger (Beutegreifer) & Sammler (Evolution als Abfall-Fresser)
    • • verschiedene Verhaltenselemente der Jagd
    • > Orientieren*
    •    > Fokussieren
    •       > Beschleichen
    •           > Hetzen
    •              > Festhalten
    •                > Töten
    •                   > Zerlegen
    •                      > Fressen
    • *Ohren, Augen & Nase

    • Rasseunterschiede
    • - Gewisse Sequenzen hypertrophiert, andere verloren
    • Orientieren > Fokussieren > Beschleichen > Hetzen > Festhalten >
    • Töten > Zerlegen > Fressen

    • verschiedene Auslösereize
    • optisch (Bewegung, Beuteschemata)
    • - Schnelle Bewegung
    • - Unkoordinierte, unregelmässige und ruckartige Bewegungen
    • olfaktorisch (Fährten, Witterung)
    • akustisch
    • - Geräusche: hoch, quietschend, pfeifend

    • Probleme im Jagdverhalten
    • “normales” Jagdverhalten
    • • Jagdverhalten auf Lebewesen oder sich bewegende Objekte, die
    • nicht gejagt werden sollen

    • • Jagdmotivation kann schwer abtrainiert/ weggestraft werden
    • • Management
    • • Kooperation durch Bestätigen von erwünschtem Jagdverhalten oder Umlenkung auf andere Objekte
    • Bsp. Vorstehen = “erwünschtes Jagdverhalten”
    • Alternative = Dummysuche
    • Andere Tiere
    • • Wohlergehen beachten (gejagt werden = Stress)
    • Jagdverhalten Haltung
    • • In den meisten Kantonen Leinenpflicht während Brut- und Setzzeit
    • (April-Juli)
  15. Fressverhalten, Futter, wie oft?, Kauartikel -> Problemen?
    • • Können grosse Futtermengen auf einmal aufnehmen
    • Nicht reine Karnivoren
    • • Evolution als “Müllfresser”
    • • Fähigkeit zur besseren Verdauung von Stärke im Lauf der Evolution
    • zum Haushund erworben

    • Futter
    • Trockenfutter - Nassfutter – roh – gekocht
    • Geschmackspräferenz individuell – Genetik & Erfahrungen (pränatal,
    • postnatal)

    • Wie oft?
    • • Erwachsene Hunde: 1-2 x täglich
    • • Sehr kleine & sehr grosse Hunde: 2x besser
    • • Welpen/ Junghunde sowie trächtige/ säugende Hündinnen: häufiger Fress-/Trinkverhalten
    • • Stoffwechselverlangsamung nach Kastration (bei w und m) – aberhäufig erhöhter Appetit

    • Kauartikel
    • Kauen -> Beruhigung, Beschäftigung; Zahnpflege
    • Zahnpflege/ Zähneputzen
    • Trockenfutter für Zahnsteinkontrolle

    • TSchV Art. 4 Fütterung
    • Regelmässig, ausreichend, mit geeignetem Futter und frischem Wasser

    • Problemen?
    • Hypophagie, Anorexie
    • Hyperphagie
    • Pica, Koprophagie
    • Ressourcenverteidigung -> Prävention im Welpenalter!
  16. Wasseraufnahme
    • Wasser:
    • 40-100ml pro kg Körpergewicht
    • Abhängig von Umgebungstemperatur, Aktivität, und Wassergehalt der Nahrung
    • Wasseraufnahme erhöhen: Nassfutter; Einweichen des Trockenfutters
  17. Eliminationsverhalten: Funktion, Gesetz, Entwicklung, Frequenz, Problemen
    • • Urin
    • • Kot
    • Funktion
    • • Ausscheidung
    • • Kommunikation: sexueller Status, individuelle Identität, Territorium

    • Kotaufnahmepflicht:
    • In der Schweiz besteht auf allen Wiesen, Wegen, Strassen, öffentlichen Anlagen und besiedelten Gebieten generell die Pflicht, den Hundekot aufzusammeln und zu entsorgen.

    • Entwicklung:
    • • < 3 Wochen: Stimulation durch Mutterhündin
    • • Ca. 6 Monate: Stubenrein (gr. individuelle Unterschiede) - keine Bestrafung!

    • Frequenz:
    • • Abhängig von Fütterung, Wasserangebot, Trinkverhalten, Lebensbedingungen, Gesundheit, emotionale Lage
    • • Gassigehen: bei erwachsenen Hunden 3-4x täglich; junge & alte/ kranke Hunde öfter

    • Problemen
    • • Urin- / Kotabsatz an unerwünschten Orten - Unsauberkeit
    • • Markierverhalten (v.a. intakte Rüden)
    • • Emotionaler Urin-/Kotabsatz (Aufregung, Angst, Trennung, …)
    • • Kognitive Dysfunktion
  18. Komfortverhalten Probleme, Haltung
    • • Auf sich selbst und den eigenen Körper bezogene Verhaltensweisen
    • Probleme
    • • Übermässiges Lecken, Leckdermatitis, übermässiges Kratzen
    •  Schmerzen, Juckreiz, …
    •  Übersprungshandlungen / Stress, “Zwangsstörungen”….

    • • An Pflege gewöhnen – positive Assoziationen
    • • Krallenschneiden – positive Assoziationen
    • • Beobachten – den eigenen Hund kennen
  19. Schlaf und Ruheverhalten: Quantität, Probleme, Haltung (Gesetze)
    • • Erwachsene: pro Tag 12-14 h Schlaf in kürzeren Schlafphasen (eher nachts)
    • • Zusätzlich Dösen/ Ruhen ohne zu schlafen
    • • Welpen: 18 h oder mehr Schlaf
    • • Ca. 9-12% REM Schlaf (Welpen mehr)

    • Probleme
    • • Zu wenig Schlaf
    • • Zu viel Schlaf
    • • Störung Schlaf-Wach-Zyklus (z.B. Kognitive Dysfunktion)

    • TSchV Art. 12 Lärm
    • Kein übermässiger Lärm über längere Zeit

    • TSchV Art. 72 Unterkunft und Böden
    • Im Freien: Unterkunft und geeigneter Liegeplatz und Liegematerial
    • Keine perforierten Böden

    • Anhang 1, Tabelle 10
    • Box / Zwinger -> Anforderungen
  20. Stimulation/ Aktivität/ Bewegung, Probleme, Haltung
    • • Hunde sollten mehrmals täglich die Möglichkeit haben, nach draussen (ausserhalb des Gartens) geführt zu werden.
    • Regelmässige Bewegung sehr wichtig
    • - auch für kleine Rassen!
    • Wie viel Stimulation (Bewegung, geistige Auslastung)?
    • • Abhängig von Rasse, Individuum, Trainingszustand, Erfahrung

    • • Schnüffeln, Suchspiele -> macht schneller müde als Rennen!
    • • Kopfarbeit: Clickern, Tricks
    • • Hundesport

    • • Häufig Überstimulation
    • • Unterforderung/ Langeweile
    • • Nicht passende Stimulation
    • • Gesundheit

    • TSchV Grundsätze (Art. 3)
    • 1 Tiere dürfen nicht dauernd angebunden gehalten werden.

    • TSchV Art. 71
    • Täglich im Freien, entsprechend ihrem Bedürfnis oder täglich Auslauf
    •  Wenn möglich auch unangeleint
    • Angebundene Tiere -> min. 5 h freie Bewegung, restliche Zeit min
    • 20m2 Bereich an Laufkette
  21. Reproduktionsverhalten: Hündin
    • • Erste Läufigkeit: ca. 6-12 Monate
    • Zyklusintervall ca. 6-7 Monate
    • (4-12 Monate)
    • • Läufigkeit:
    • • vermehrter Urinabsatz, verändertes Verhalten
    • • Scheinträchtigkeit

    • Probleme:
    • • Erhöhte Reizbarkeit während Läufigkeit
    • • Maternale Aggression
    • • (Scheinträchtigkeit)
  22. Reproduktionsverhalten: Rüde
    • • Geschlechtsreif zwischen 6 und12 Monaten (Rasse/ Grössenunterschiede)
    • • Ganzjährig sexuell aktiv
    • • Aufreiten: sexuell, Stress, Übersprungshandlung, Aufmerksamkeit, …

    • Problemen:
    • • Markierverhalten
    • • Ausreissen
    • • Appetitverlust
    • • Aggressionen gegenüber anderen intakten Rüden
  23. Kastration zur Verhaltensmodifikation?
    • • Nur sinnvoll, wenn Problemverhalten tatsächlich durch Sexualhormone
    • − Bsp: Aggression gg Rüden, Futterverweigerung wegen läufiger Hündin
    • − Bsp. erhöhte Aggression der Hündin um Läufigkeit/ Scheinträchtigkeit
    • Unsichere/ „angstaggressive“ Hunde: Reduktion der Sexualhormone kann Unsicherheit verschlimmern (v.a. Rüden)
    • • Hündin mit aggressiven Tendenzen: Senkung des Östrogenspiegels kann in manchen Fällen mit erhöhtem aggressivem Verhalten einhergehen
  24. Reptroduktionsverhalten: Gesetze in der Haltung
    • TSchV Art. 25
    • Keine unkontrollierte Vermehrung
    • Nur so stark vermehren, dass Halter/in angemessen für Junge sorgen kann.

    • TSchV Art. 28
    • Selektion ausgerichtet auf ausgeglichenen Charakter, gute Sozialisierbarkeit, geringe Aggressionsbereitschaft

    • TSchV Art. 70
    • Mutter-/Ammenhündinnen müssen sich von Welpen zurückziehen können
    • Trennung Welpen erst ab 56 Tagen von Mutter /Amme
  25. Ontogenese
  26. Sozialisierungsphase 3-12 Wochen, Probleme
    • Sensible Phase:
    • • Eine Phase, in der Tiere besonders leicht lernen und in der Lernerfahrungen langfristig abgespeichert werden
    • • Der Übergang zwischen einer sensiblen Phase und den weniger sensiblen Phasen davor und danach ist schleichend (Unterschied zu Prägung)
    • 3/4-8 Woche n: Welpen suchen selbstständig neue Situationen auf
    • • Gewöhnung geht sehr rasch, relativ kurzer Kontakt mit Reizen ausreichend
    • • Mit zunehmendem Alter dauert Sozialisierung länger

    • Mangel an Erfahrungen bis 12/14 Wochen
    • erhöhtes Risiko, dass Welpen später ängstlich oder
    • aggressiv auf Neues reagieren 
    • • Gleichzeitig darf Welpe nicht überfordert werden!
    • • Hunde lernen ihr Leben lang, doch die Gewöhnung am Umweltreize gelingt nie wieder so leicht wie in der Sozialisierungsphase
    • • Studie: kein höheres Erkrankungsrisiko bei Welpen, die bereits nach der ersten Parvovirose-Impfung Welpenkurse besuchten

    • Probleme
    • • Mangelnde Sozialisierung, Deprivation, Einzelwelpen
    • • Vieles kann aufgeholt werden
    • • Geduld & Verständnis!
    • • Individuelle Unterschiede – Genetik, Epigenetik, Erfahrungen
Author
LiaS
ID
358729
Card Set
22 Hunde
Description
Updated