Definitionen

  1. Genetik
    Untersucht die Gesetzmässigkeiten von Erblichkeit (heredity) und Variation( variation), also was macht, dass Tiere/ Menschen ähnlich oder unterschiedlich sind.
  2. genetisch (engl. genetic)
    • Die Adjektive Form "genetisch", bezieht sich auf Phänomene, die ihre Grundlage in der DNA-Sequenz haben. Ein Merkmal, eine Erkrankung, eine Prädisposition, eine Information kann genetisch sein.
    • (genetisch ist kein Synonym für erblich/vererbbar)
  3. erblich/vererbbar (engl. hereditary)
    • Bezieht sich auf familiäre Phänomene, wobei Merkmalsvarianten
    • oder Erkrankungen aufgrund der Weitergabe von Allelen von den Eltern an die Nachkommen über Generationen weitergeben werden.
    • -> Eine Erbkrankheit ist sicher immer genetisch. Aber nicht alle genetischen Erkrankungen sind erblich! -> z.B. bestimmte Krebsformen-> Hauptkrebs ist beispielsweise eine genetische Erkrankung, kann aber am Nachkommen nicht weitergegeben werden
  4. Genomics
    Wissenschaftliche Untersuchung von Genomen
  5. Genome
    • Die Gesamtheit der DNA-Sequenz, die die gesamte genetische Information einer Gamete, eines
    • Individuums, einer Population oder einer Spezies enthält. Chromosomen in Zellkern + mitochondriale DNA
  6. Heritabilität (heritability)
    • Die Heritabilität für ein Merkmal kann geschätzt werden. Die Heritabilität im weiteren Sinn gibt Auskunft darüber, wie gross die Anteile der Genetik und der Umwelt für die Variation dieses Merkmals sind. Die Heritabilität im engeren Sinne (h2) gibt Auskunft darüber, in welchem Ausmass ein Phänotyp der Eltern auf Nachkommen übertragbar ist. -> je höher die Heritabilität, desto einfacher lässt sich eine Verbesserung in der Tierzucht herbeiführen
    • (Heritabilität hoch: Genetik beeinflusst die Variation des Merkmals stark, die Umwelt dagegen wenig, Heritabilität tief: umgekehrt)
  7. Prädisposition (engl. predisposition, susceptibility)
    • Anfälligkeit oder Empfänglichkeit für eine bestimmte Erkrankung.
    • Prädisposition ist die Summe genetischer und nicht-genetischer Faktoren
  8. Belastung (engl. liability)
    • Im Zusammenhang mit Schwellenmerkmalen!
    • Belastung ist die Summe genetischer und nicht genetischer Faktoren
  9. Disposition
    Anfälligkeit oder Empfänglichkeit für eine bestimmte Erkrankung. Disposition ist die Summe nicht-genetischer Faktoren. (Bsp. Kosmische Strahlung, Lebensstyl, Ernährung, Rauch,...)
  10. Haploid
    • Haploide Zellen haben einen einfachen Chromosomensatz mit n Chromosomen
    • trifft auf Eizellen, Spermien
  11. Diploid
    Diploide Zellen haben zwei Chromosomensätze mit 2n Chromosomen -> trifft zu auf normale Körperzellen, ausser Spermien und Eizellen
  12. Population
    Eine Population ist eine Gemeinschaft sich sexuell fortpflanzender Individuen derselben Art, zwischen denen regelmässig Paarungen auftreten und die im Verlauf einer Reihe von Generationen einen bestimmten Raum besiedeln. (z.B. eine bestimmte Hunderasse an einem bestimmten Ort)
  13. Linie
    (auch Blutlinie) Alle Tiere einer Linie können auf einen männlichen oder weiblichen gemeinsamen Ahnen zurückgeführt werden. (Besitzen gemeinsame Vorfahren)
  14. Nukleus-Familie
    Eltern mit ihren direkten Nachkommen
  15. Individuum
    Ein Individuum einer Population behält sein ganzes Leben hindurch denselben Genotyp, abgesehen von vereinzelten somatischen Mutationen. Das Individuum entsteht, wächst, pflanzt sich fort (oder nicht) und stirbt.
  16. Hybrid
    Ein Individuum, das aus einer Kreuzung hervorgegangen ist. Das impliziert, dass sich die Eltern in einem interessanten Merkmal unterschieden haben.
  17. Spezies/Art
    grundlegende Einheit, alle Individuen die sich in Merkmale von Bau/Funktion übereinstimmen, fertile Fortpflanzungseinheit (Bsp. Hund)
  18. Rasse
    Eine Rasse ist eine Population oder Untergruppe innerhalb einer Art, die sich von allen übrigen Artgenossen durch klar erkennbare und vererbbare Merkmale unterscheidet. Unterschiedliche Allele (Bsp. Border Collie und Deutsche Schäferhunde)
  19. Varietät
    • Eine Varietät ist eine Sub-Population innerhalb einer Rasse, die sich von allen übrigen Individuen dieser Rasse durch klar erkennbare und vererbbare Merkmale unterscheidet. (Bsp. Evolèner können einen Roten, Schwarzen, Weissen geflecktes Fell)
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  20. Epigenetik
    Die epigenetischen Effekte bewirken keine direkten Änderungen in der Basenabfolge der DNA, sondern sie wirken auf der DNA (epi) und schalten Gene an und ab. Epigenetische Mechanismen: Methylierung der DNA & Modifikation der Histon-Proteine-> Veränderungen, die sich auf Proteine beziehen, die mit DNA zusammenhängen, nicht Veränderungen der DNA selber (Veränderte Genexpression/-regulation)
  21. Erbfehler
    Erblich bedingte, aus gesundheitlichen oder züchterischen Gründen unerwünschte Abweichungen vom Typischen (Norm), bei deren Zustandekommen der Genotyp der Tiere eine Rolle spielt. Die typische Reaktionsfähigkeit des Organismus als Ganzes gegenüber der Umwelt ist stark gestört (z.B. Brachycephalie von Hunden und Katzen). ->Tiere können sich normalerweise adaptieren.
  22. Erbkrankheit
    Erblich bedingte oder beeinflusste starke Störung der Beziehung des Organismus zu seiner Umwelt, die zu einer schweren Erkrankung führt (z.B. atresia ani). ->Tiere können sich nicht mehr gut adaptieren
  23. Erbmangel
    • Erblich bedingte oder beeinflusste mässige Störung der Beziehung des Organismus zu seiner Umwelt (z.B. Ohrenscharten beim Rind).
    • Erbkrankheiten und Erbmangel sind mit Ausnahmen immer Rasse oder Zuchtfehler!
  24. Rassenfehler (Zuchtfehler)
    Sind Abweichungen vom jeweiligen Rassetyp oder Rassestandard (z.B. Rotfaktor bei schwarzbunten Rindern). Können aber müssen nicht immer erblich sein. -> sehr subjektiv, da Standard vom Menschen geschaffen wird (Erbkrankheiten und Erbmängel sind mit Ausnahmen immer Rasse- oder Zuchtfehler)
  25. Defektzucht, Qualzucht
    • Als Defektzuchten bezeichnet man Rassen, in denen Merkmale des Rassestandards in extremer Ausprägung zu körperlichen Schäden führen können. Der Begriff Defektzucht (Qualzucht) bezeichnet), d.h. wann eine Merkmalsausprägung zu Leiden der betroffenen Tiere führt, ist umstritten und nicht leicht zu definieren. z.B. Brachyzephalie (Atmungsprobleme), Nacktkatzen (schlechte Thermoregulation, Probleme an andere Organe)
    • Tierschutz ist strenger als Rassenzüchter, was der Qualzucht angeht.
  26. Mutation
    • Die DNA ist ein lineares doppelsträngiges Molekül, in der mit der Abfolge der Basen A, T, G und C die genetische Information verschlüsselt ist. z.B. T durch G ersetzt: Mutation auf Stufe der DNA
    • Dadurch entsteht ein neues Allel, der keine Wirkung, zu einem Funktionsverlust (Enzym geht verloren) oder zu einem Funktionsgewinn (Individuum gewinnt einen Vorteil gegenüber der Population) führt.
    • Die Mutation kann sich in der Population verbreiten.
  27. Gentest
    Ein Gentest untersucht die genomische DNA eines Tieres auf das Vorhandensein einer definierten Mutation.
  28. Genort/Locus
    Definierter Punkt auf einem Chromosom, der durch ein Gen, durch einen genetischen Marker, durch eine regulatorische DANN-Sequenz oder durch eine andere DNA-Sequenz eingenommen wird.
  29. Gelelektrophorese
    Methode, mit der Moleküle (DNA oder Eiweisse) nach ihrer Grösse sortiert werden können. Da alle Moleküle elektrisch geladen sind, kann man durch Anlegen eines elektrischen Feldes bewirken, dass sie durch ein Gel wandern. Je kleiner sie sind, desto schneller bewegen sie sich. Der Grund dafür liegt darin, dass das Gel wie ein Fischernetz aufgebaut ist. Die kleinen Moleküle können leichter durch die Löcher schlüpfen und kommen demnach schneller voran.
  30. monomorph
    eine Form nachweisbar. Es existiert nur ein Allel an einem Genort in der Population. Dieses Allel ist fixiert (Allelfrequenz= 1.00 oder 100%)
  31. polymorph
    • mehr als eine Form nachweisbar.
    • Es existieren mindestens zwei Allele an einem Genort in der Population. Die Frequenz dieser Allele muss empirisch bestimmt werden.
  32. Chromatin
    DNA+ Proteine (Histone) + RNA (wenig)
Author
LiaS
ID
358033
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