Ortho2

  1. Landmarken der Wirbelsäule
    • C7 = Vertebra prominens
    • Th4 = Angulus sterni
    • Th7 = Angulus inferior scapulae
    • L4 = Crista iliaca
  2. Wirbelsäulenschmerz
    Auslöser -> Ursache
    Ausstrahlung -> Ursache
    Begleitsymptomatik -> Ursache
    • bei Reklination -> Spondylarthrose
    • bei Husten o. Niesen -> Spinalkanalstenose
    • nächtliche Schmerzen -> Tumor o. Infektion

    • Dermatombezogener Schmerz (radikulärer Schmerz) -> Wurzelkompressionssyndrom
    • Kein Dermatombezug (lokaler Schmerz) -> evtl Trauma, Tumor, Entzündung

    • Sensibilitäts-/Motorikstörungen -> Wurzelkompression
    • Miktions-, Defäkationsstörungen, Reithosenanästhesie -> Kauda- o. Konus-Syndrom
  3. Untersuchungsmethoden der Wirbelsäule
    (ohne Beweglichkeit)
    • Inspektion
    • -> Kopfstellung/-neigung
    • -> Proc. spinose gerade?
    • -> Schulter-/Beckenschiefstand?
    • -> Tannenbaumphänomen?

    • Palpation
    • Mastoid
    • Kiefergelenk
    • Proc. spinose
    • Paravetebrale Muskulatur

    • Perkussion
    • Proc spinosi

    • Rüttelschmerz der proc. spinose (Fraktur o. Spondylitis)
    • Stauchungsschmerz (Spondylodiszitis)
    • Fersenfallschmerz (Spondylodiszitis)
  4. Untersuchung der Beweglichkeit der Wirbelsäule
    • HWS: 
    • Inklination/Reklination = 45/0/45
    • Rotation = 80/0/80
    • Lateralflexion = 45/0/45

    • Hinterkopf-Wand-Abstand
    • -> bei größerem Abstand zB M. Bechterew

    • Kinn-Sternum-Abstand
    • zB M. Bechterew (physiologisch 0-2cm)

    • Schober-Maß
    • LWK5 markieren
    • Punkt 10cm kranial davon markieren und messen
    • -> bei max Ventralflexion phys. >4cm weiter auseinander
    • -> bei max Dorsalextension phys. >2cm näher aneinander

    • Ott-Maß
    • HWK7 markieren
    • Punkt 30cm kaudal davon markieren
    • -> phys. bei Ventralflexion >2cm weiter
    • -> phys. bei Dorsalextension >2cm näher

    • Vorbeugetest
    • -> phys. Finger-Boden-Abstand 0-10cm
    • -> path. asymmetrischer (skoliotischer WS-Verlauf, Lendenwulst = LWS-Skoliose, einseitige Rippen-Erhöhung = BWS-Skoliose)
  5. Lasegue in allen Varianten
    Bragard
    Kernig
    • Lasegue:
    • Anheben des betr. gestr. Beins in Rückenlage
    • -> pos bei einschießenden Schmerzen in das ipsilat. Bein bei ca. 40-60° Hüftbeugung
    • -> Wurzelreizung L4-S1, N. ischiadicus o. meningeale Reizung

    • Gekreuzter Lasegue:
    • Untersuchung des nicht-betroffenen Beins
    • -> bei einschießenden Schmerzen in das kontralat. (betroffene) Bein positiv

    • Umgekehrter Lasegue:
    • Untersuchung des betr. Beins in Bauchlage
    • Hüft- und Kniebeugung
    • -> positiv bei N. femoralis, L3, L4, meningealer Reizung

    • Bragard:
    • Lasegue bis Schmerz auftritt, dann Absenken bis Schmerz nachlässt, dann schnelle Dorsalextension des Fußes
    • -> wenn dann wieder einschießende Schmerzen ist er positiv

    • Kernig-Zeichen:
    • bei passiver Anhebung des gestr. Beins kommt es bei best. Winkel zur reflekt. Flexion im Knie
    • Variante 2:
    • Knie und Hüfte 90° beugen, dann langsame Streckung im Knie
    • -> Schmerzen mit fühlbarer Abwehrspannung
    • -> Wurzelreizung L4-S1, N. ischiadicus, meningeal
  6. Konus- vs. Kaudasyndrom
    • Konus:
    • Querschnittssyndrom S3-S5
    • Miktions-, Defäkations- und sex. Funktionsstörung
    • Reithosenanästhesie
    • -> meist durch raumfordernde Prozesse o. spina bifida

    • Kauda:
    • unterhalb des Conus medullaris Querschnitt
    • -> Klinik wie Konus + schlaffe Parese der unteren ex.
    • -> meist Bandscheibenvorfall
  7. Skoliosebehandlung nach Cobb-Winkel
    Seitliche Abweichungen <10° keine Behandlung.

    >10° spricht man von einer Skoliose

    ≥20° sollte orthopädisch interveniert werden, da ansonsten mit einem Fortschreiten der Erkrankung zu rechnen ist. Zu den Maßnahmen bei diesem Schweregrad gehört insbesondere die Krankengymnastik

    ≥25°, ist das Tragen eines Korsetts angezeigt

    ≥50° sollte eine chirurgische Intervention erfolgen.
  8. Cobb-Winkel
    • zur Messung einer Skoliose in Frontalebene o. Kyphose/Lordose in Sagittalebene
    • -> Tangentiales Lot entlang der Deckplatte des kranialen Neutralwirbels und entlang der Bodenplatte des kaudalen Neutralwirbels
    • -> Winkel zwischen kreuzenden Loten wird gemessen

    • !! Immer auch "Bending-Aufnahmen" anfordern 
    • -> Beurteilung der Flexibilität der Krümmungen
    • -> Hauptkrümmung und komp. Nebenkrümmungen werden so unterschieden

    • !! Immer auch die Skelettreife anhand der lat. Ossifikation der Darmbeinkammapophyse nach Risser vornehmen !!
    • -> Stadium 0 = Apophyse nicht sichtbar
    • -> Stadium I = Beginn der seitl. Ossifikation
    • -> Stadium II = Apophyse <50% des Beckenkammumfangs verknöchert
    • -> Stadium III = Apophyse <75% verknöchert
    • -> Stadium IV = Beginnende Verschmelzung von Apophyse und Os ilium
    • -> Stadium V = Vollständige Verschmelzung von Apophyse und Os ilium
  9. M. Scheuermann
    wachstumsbedingte Erkrankung der WS mit vermehrter Kyphose

    • -> v.a. Jungen zw. 10 und 13
    • -> v.a. thorakal (BSW) und meist ohne Schmerzen

    • Diagnostik:
    • ventrale Keilbildung bei mind. 3 benachbarten Wirbelkörpern
    • -> Schmorl-Knötchen = rundliche Eindellungen durch Verlagerung von Bandscheibengewebe in die Boden o. Deckplatten

    • Therapie:
    • Physio 
    • ab >50° Korsettbehandlung
  10. Spondylolyse vs. Spondylolisthesis
    • Spondylolyse = Spaltbildung in der Interartikularportion eines Wirbelkörpers
    • -> Facettengelenk

    Spondylolisthese = Gleiten eines Wirbelkörpers nach ventral bei Vorliegen einer Spondylolyse
  11. Meyerding-Grade
    • Maß für Wirbelgleiten
    • unterer Wirbelkörper wird in Viertel unterteilt
    • -> je nach dem wie weit der kranial gelegene Wirbelkörper nach ventral gleitet, ergibt sich der Meyerding Grad
  12. Wie wird ein Wirbelgleiten gemessen?
    Meyerding-Grade
  13. Wie wird Wirbelgleiten behandelt?
    • Konservativ:
    • Krankengymnastik mit Stärkung der Rückenmuskulatur
    • Gewichtsreduktion etc

    • Wann wird operiert?
    • NUR bei Meyerding 3-4
    • neurologischem Defizit
    • Schmerzen über 6 Monate die nicht anderweitig zu kontrollieren sind
    • bei Kindern und Jugendlichen wird schneller operiert (Wahrscheinlichkeit des Fortschreitens ist hoch)

    • OP:
    • Spondylodese (Plattenverschraubung zweier Wirbelkörper)
    • oder
    • Direktverschraubung der Wirbelkörper (v.a. bei Kindern)
    • oder
    • Wurzeldekompression
  14. Radiologische Zeichen des M. Bechterew
    • Ankylosierung des Iliosakralgelenks (Erosionen, Sklerosierungen)
    • Syndesmophyten (vertikal! Spondylophyten wachsen dagegen horizontal)
    • Sklerosierung des Bandapparates (v.a. ventral)
    • Enthesiopathien (Fersensporn)
    • Aufhebung der LWS-Lordose
    • Ankylosierung der Intervertebralgelenke
  15. Wirbelkörperfraktur nach AO
    • A = Kompressionsverletzung (nach Fall auf Füße)
    • A 1+2 = nur ventrale Säule betroffen
    • A 3+4 = vordere und mittl. Säule betroffen -> diese gelten als instabil

    • B = Distraktionsverletzung = Flexions-/Extensionstraumata
    • -> instabil

    • C = Translationsverletzung (Rotationsverletzung)
    • -> Verletzung aller 3 Säulen
    • -> instabil (mind. 2 Säulen betroffen)
  16. 3 Säulen Modell der Wirbelsäule
    • Vordere Säule = vord. 2/3 Wirbelkörper + Lig. longitudinale anterius
    • Mittlere Säule = hinterer 1/3 Wirbelkörper + hint. Längsband
    • Dorsale Säule = Wirbelbögen + Fortsätze, Facettengelenke, Posteriore Bänder
  17. Radiologische Instabilitätskriterien von Wirbelkörperverletzungen
    • Erweiterter Bandscheibenraum
    • Erhöhter interspinöser Abstand
    • Unterbrechung der dorsalen Wirbelkörperkortikalis
    • (Sub-)Luxierte Facettengelenke
  18. Therapie des Bandscheibenvorfalls
    • Konservativ nach Ausschluss von red flags (Tumor, Fraktur, Infektion, Conus-/Cauda-Symptomatik etc)
    • -> WHO-Stufenschema
    • -> Periradikuläre Therapie (Injektion von Lokalanästhetikum + Glukos an die Nervenwurzel)
    • -> Physiotherpaie
    • -> Bewegungstherapie (Bloß keine Bettruhe!)

    • Operative Therapie bei Conus- o. Cauda-Symptomatik o. progredienten schweren mot. Ausfällen
    • -> Mikrochirurgische, offene Nukleotomie o.a.
  19. N. ulnaris mot. und sens. testen bei V.a. Epicondylitis humeri ulnaris
    • motorisch:
    • Handgelenksbeugung und Pronation gegen Widerstand

    • sensibel:
    • anterior V und lat. IV bis Handgelenk
  20. N. radialis mot. und sens. testen bei V.a. Epicondylitis humeri radialis
    • Mot:
    • Streckung des Handgelenks und Supination gegen Widerstand
    • Triceps 
    • ! Trizepssehnenreflex und Radiusperiostreflex !

    • Sensibel:
    • I bis III komplett posterior außer Fingerkuppen!
    • IV halb posterior
    • Ellenbogen, mittig Oberarm und Unterarm posterior
  21. Was innerviert der N. medianus?
    • Mit Ausnahme von M. flexor carpi ulnaris und M. flex. digitorum prof. fast alle Flexoren der Unterarmmuskulatur
    • thenarmuskulatur

    • Sensibel:
    • anterior I bis IV (IV innen)
    • Fingerkuppen I bis IV posterior
  22. Ellenbogen Untersuchung
    • Extension/ Flexion 
    • Palpation
    • -> humeroradialer Gelenkspalt und Radiuskopf
    • -> Olecranon und Bursa olecrani
    • -> N. ulnaris
    • -> Bicepssehne
    • -> M. medianus unmittelbar medial der Sehne
    • -> Epicondylus humeri radialis = Ursprung der Handgelenksstrecker -> Tennisellenbogen
    • -> Epicondylus humeri ulnaris = Handgelenksbeuger -> Golfellenbogen

    • Funktionstest:
    • Handgelenk gegen Widerstand strecken -> Tennisellenbogen
    • Handgelenk gegen Widerstand flektieren -> Golfellenbogen
    • Finger Extension  und Flexion

    !! pDMS testen !!
  23. Distale Radiusfraktur
    • ! Häufigste Fraktur des Menschen !
    • -> Sturz auf dorsalextendierte Hand = Colles-Fraktur
    • -> Sturz auf palmarflektierte Hand = Smith-Fraktur 

    • Colles-Fraktur:
    • Verschiebung des Fragments nach dorso-radial
    • -> Bajonettstellung

    • Smith-Fraktur:
    • Verschiebung des Fragments nach palmar-radial

    • Therapie:
    • !! Mehrfache Repositionsversuche unbedingt vermeiden, dadaurch kommt es sonst oft zu CRPS !!
    • Operiert werden nur Frakturen mit Zerstörung der Gelenkfläche und Smith-Frakturen (neigen zu sek. Dislokation)

    • konservativ:
    • Unterarmverband für 4-6 Wochen

    • Operativ:
    • bei Kindern v.a. Spickdrahtosteosynthese
    • !! N. radialis R. superficialis teilt sich unmittelbar prox. des radialen Handgelenks auf!! Dieser Nerv ist unbedingt zu schonen, daher von distal Spickdrähte einführen !!
    • sonst
    • Schraubenosteosynthese
    • Plattenosteosynthese
    • Fixateur externe etc
  24. AO Klassifikation der dist. Radiusfraktur
    • 2R3 = distale Radiusfraktur
    • A = keine Gelenkbeteiligung
    • B = Partielle Gelenkbeteiligung 
    • C = Vollständige Gelenkbeteiligung
  25. Morbus Panner
    Ostechondrosis dissecans am Condylus radialis des Humerus
  26. De Quervain Fraktur
    • Fraktur des Scaphoids mit Dorsalluxation des Handgelenks um das stehen bleibende Os lunatum
    • -> prox. Skaphoidfragment bleibt mit Os lunatum verbunden, dist. Fragment luxiert mit restlicher Hand nach dorsal
  27. Einteilung der MHK-I-Frakturen
    Winterstein = extraartikuläre basisnahe Querfraktur (Sehne des M. abductor pollicis longus zieht prox. der Fraktur, deswegen keine große Luxation)

    Bennett = Intraartikuläre Fraktur mit Subluxation im Daumensattelgelenk durch die Sehne des M. abductor pollicis longus 

    Rolando = Y- oder T- Fraktur intraartikulär
  28. M. Dupuytren
    Def., Epi, Symptome, Therapie
    • Idiopathische Proliferation der Palmaraponeurose mit zunehmender Beugekontraktur, v.a. des kleinen Fingers
    • -> diskutiert wird Zusammenhang mit Alkohol und Nikotinabusus

    • Männer:Frauen = 5:1
    • Häufigkeitsgipfel 40.-60. Lebensjahr

    • Klinik:
    • tastbare Strukturen in der Hohlhand
    • Schmerzen bei Irritation von Gefäßen und Nerven möglich
    • Zunehmende Beugekontraktur

    • Therapie:
    • zunächst abwartend
    • konservativ hat meist keinen Erfolg
    • Interventionell:
    • Strahlentherapie
    • Aponeurektomie
    • Fasziotomie
    • Kollagenase Injektionen
  29. Karpaltunnelsyndrom
    Chronische Kompression des N. medianus unter Retinaculum flexorum im Karpaltunnel

    • Ätio:
    • idiopathisch
    • Überlastung

    • Klinik:
    • v.a. früh nächtliche Schmerzen mit Parästhesien der volaren (anterioren) Hand in den Fingern 1-3 (Medianusgebiet)
    • Besserung durch Schütteln o. Massieren der Hände
    • Spätsymptom = Thenarmuskelatrophie

    • Diagnostik:
    • Hoffmann-Tinel-Zeichen:
    • Beklopfen des Karpaltunnels führt zu elektrisch einschießenden Schmerzen

    Karpalkompressionstest

    • Phalen-Zeichen:
    • bei forcierter Volarflexion o. Dorsalextension des Handgelenks über 1min kommt es zu elektrisch einschießenden Schmerzen 

    !! Spezifischer und sicherer ist die Elektroneurographie !!

    • Therapie:
    • konservativ bei geringerer Beschwerdesymptomatik = nächtliche Ruhigstellung durch gepolsterte, volare Unterarmschiene
    • NSAR kurzfristig

    • Operativ:
    • Zeichen der Nervenschädigung, Versagen der kons. Therapie
    • Operative Spaltung des Retinaculum flexorum
  30. Heberden, Bouchard, Rhizarthrose
    • Heberden = DIP
    • Bouchard = PIP
    • Rhizarthrose = Daumensattelgelenk
  31. Tendovaginitis stenosans de Quervain
    • Entzündetes 1. Strecksehenfach
    • -> M. extensor pollicis brevis 
    • -> M. abductor pollicis longus

    Finkelsteintest meist positiv (Faustschluss mit Daumen zw. den Fingern und dann Ulnarabduktion)

    ! insbesondere bei Frauen nach Menopause !

    • Therapie:
    • Ruhigstellung
    • Infiltration der Sehnenscheiden mit Glukos

    • Operativ:
    • bei Therapieresistenz und Leidensdruck
    • -> Längsspaltung der Sehnenscheide
    • -> dann sofortige Mobilisation und keine Ruhigstellung
  32. Tendovaginitis stenosans de Quervain
    • Entzündetes 1. Strecksehenfach
    • -> M. extensor pollicis brevis 
    • -> M. abductor pollicis longus

    Finkelsteintest meist positiv (Faustschluss mit Daumen zw. den Fingern und dann Ulnarabduktion)

    ! insbesondere bei Frauen nach Menopause !

    • Therapie:
    • Ruhigstellung
    • Infiltration der Sehnenscheiden mit Glukos

    • Operativ:
    • bei Therapieresistenz und Leidensdruck
    • -> Längsspaltung der Sehnenscheide
    • -> dann sofortige Mobilisation und keine Ruhigstellung
  33. Schultergelenk
    Aufbau, Muskeln, Innervation
    • Art. glenohumeralis
    • Art. sternoclavicularis
    • Art. acromioclavicularis

    • M. supraspinatus
    • -> Start der Abduktion
    • -> N. suprascapularis

    • M. infraspinatus
    • -> Außenrotation
    • -> N. suprascapularis

    • M. teres minor
    • -> Außenrotation, Adduktion
    • -> N. axillaris

    • M. subscapularis
    • -> Innenrotation
    • -> Nn. subscapulares
  34. Palpation der Schulterregion
    nunächst orientierend

    • Sternoklavikulargelenk palpieren
    • -> Schwellungen? Schmerzen?
    • -> Beweglichkeit testen -> von hinten SC-Gelenk palpieren, mit der anderen Hand Clavicula bewegen

    • AC-Gelenk palpieren
    • -> Klaviertastenphänomen?

    • Proc. coracoideus tasten
    • -> bewegt es sich mit bei anteversion?

    • Tub. majus palpieren
    • -> Schmerzen? -> Rot.manschette setzt dort an

    Spina scapulae tasten

    Rand bis Angulus inferior tasten und außen wieder hoch
  35. Funktionstests der Schulter allgemein
    Impingement Tests
    Instabilitätstests
    • Nackengriff/Schürzengriff
    • -> orientierend für Außenrot./Abduktion bzw. Innenrotation/Extension/Adduktion

    • Codman-Griff
    • Schulter von hinten greifen (Daumen Spina scapulae, Zeige/Mittelfinger knapp unter Acromion)
    • -> dann alle Bewegungen passiv durchführen

    Impingement Tests:

    • Painful-arc
    • bei Schmerzen zw. 60 und 120° = subacromiales Impingement
    • bei Schmerzen zw. 120-170° = AC-Gelenk-Pathologie
    • bei Schmerzen im kompletten Verlauf = Arthrose

    • Neer-Test
    • mit der Hand von hinten die Scapula fixieren
    • zu untersuchenden Arm in Innenrotation bringen (gestreckt nach innen drehen, dabei hängen lassen)
    • dann Anteversion durchführen
    • -> Schmerzen ab 90° sprechen für Impingement

    Instabilitätstests

    • Vordere/ hintere Schublade:
    • Codman-Griff anwenden
    • Humeruskopf dagegen nach vorne und hinten bewegen

    • Sulcus-Zeichen:
    • seitlich vom Patienten sitzen
    • Arm 90° im Ellenbogen beugen
    • dann dran ziehen
    • -> entsteht Delle lat. des Acromions ist der Test positiv -> Hyperlaxizität

    • Apprehension-Test anterior:
    • Scapula fixieren
    • Arm in 90° Abduktion und im Ellenbogen 90° Flexion
    • Dann langsam 90° außenrotieren und Reaktion des Patienten bewerden
    • -> evtl Subluxation

    • Apprehension-Test posterior:
    • Arm 90° antevertieren, max innenrotieren und im Ellenbogen um 90° flektieren
    • -> eine Hand unter Scapula und axialen Druck nach kaudal am Ellenbogen ausüben
    • -> Fühlbare Subluxation?
  36. Supraspinatus Test
    • Jobe-Test:
    • Arm des Patienten nach vorne ausstrecken (45° zur Seite) lassen, dabei Daumen nach unten zeigen lassen
    • -> erst halten lassen
    • -> dann gegen Druck nach unten oben halten lassen
  37. Subscapularis Test
    • Lift-off-Test:
    • einseitiger Schürzengriff und Hand vom Rücken weghalten lassen
    • dann gegen Druck vom Rücken weghalten lassen

    • Belly-Press-Test (Napoleon-Test):
    • Hand gegen Bauch drücken lassen (Ellenbogen dabei 90° gebeugt, Winkel zwischen Unterarm und Hand dabei so gering wie möglich)
  38. Infraspinatus-Test
    den im Ellenbogen 90° flektieren Arm gegen Widerstand nach außen rotieren lassen (Ellenbogen darf dabei nicht am Körper anliegen)
  39. Untersuchung der langen Bicepssehne/ SLAP Läsions Test
    erst Bicepssehne im Sulcus intertubercularis tasten

    • Palm-up-Test:
    • 90° abduzierten gestreckten Arm in 30° Horizontalflexion bringen (30° nach "vorne")
    • dann gegen Widerstand oben halten
    • -> Läsion spricht für Tendinitis, Subluxation der langen Bicepssehne, SLAP Läsion oder subakromiales Impingement

    • Speed-Test:
    • Lenny-Test
    • in leichter Abduktion und im Ellenbogen 90° Flexion
  40. Stadien des Impingement
    • I = Degeneration, Ödembildung, Blutungen
    • II = Fibrosierung der Bursa+Sehnengewebe
    • III = Rot.manschettenruptur, Bursitis, Pseudoparalyse des Armes
  41. Klinische Untersuchung des Impingement
    • Painful arc
    • sichtbare supra-/infraspinatus Atrophie
    • Druckschmerz im Bereich + über langer Bicepssehne
    • Neer Test
    • Jobe Test
    • Lift-off und Bell-press-Test (um subscapularis-beteiligung auszuschließen)
  42. SLAP-Läsion
    • Verletzung des Labrum-Bicepsanker-Komplexes
    • zB durch plötzlich starken Zug am Arm durch schweres Tragen oder beim Windsurfen
    • -> Labrum glenoidale löst sich vom Knochen
    • -> mit Ankern versorgen/refixieren, falls komplett gelöst, sonst konservativ
  43. Bankart-Läsion
    • Durch Schulterluxation verursachte Ruptur des Labrum glenoidale im unteren Bereich
    • -> häufig zusätzlich Gelenkkapsel gerissen
    • -> wenn zusätzlich knöcherne Fraktur des vord. Gelenkpfannenrandes (Glenoidfraktur) = knöcherne Bankart-Läsion
    • -> häufig auch Impressionsfraktur am Humerus
  44. AC-Gelenkssprengung
    meist infolge eines Sturzes auf den adduzierten Arm

    • Klassifikation:
    • (Rockwood hat Tossy weitgehend abgelöst)
    • Tossy I
    • Dehnung der Ligg. acromioclaviculare und coracoclaviculare

    • Tossy II
    • Ruptur des Lig. acromioclaviculare

    • Tossy III
    • Ruptur aller Bänder -> Luxation

    • Rockwood IV
    • wie III, zusätzlich dorsale Luxation der Clavicula

    • Rockwood V
    • wie III, zusätzlich Abrissverletzung von Deltoideus und Trapezius -> noch größere Luxation

    • Rockwood VI
    • wie V, zusätzlich inferiore Dislokation der Clavicula unter den Proc. coracoideus o. Acromion

    • Diagnostik:
    • Weichteilschwellung, Begleitverletzungen, Dislokation?
    • Klaviertastenphänomen?
    • -> spezielle AC-Aufnahme nach Zanca 
    • -> ggf. Belastungsaufnahme

    • Therapie:
    • Rockwood I-II (evtl. III)
    • -> Ruhigstellung in Schlinge o. Gilchrist-Verband (ca. 1 Woche)
    • Analgesie
    • Physio

    • ab Rockwood III bei jungen Patienten, sonst ab IV = OP
    • -> Bandnaht
    • -> Bossworth-Schraube = Clavicula und Proc. coracoideus
    • -> evtl Acromion und Clavicula durch Kirschnerdrähte stabilisieren
  45. Klassifikation der Humeruskopffraktur
    • nach Neer
    • I = min. Verschiebung
    • II = Disloziertes Fragment am Collum anatomicum
    • III = Fraktur am Collum chirurgicum
    • IV = Abrissfraktur am Tub. maj.
    • V = Abrissfraktur am Tub. min.
    • IV = Luxationsfrakturen
  46. Klavikulafraktur
    Klassifikation, Therapie
    • 1 = Mittleres Drittel = 80%
    • 2 = Lat. Drittel = 15%
    • 3 = Med. Drittel = 5%

    • Therapie:
    • undislozierte Fraktur, Intakte pDMS und Weichteile
    • -> KEINE REPOSITION (würde eh wieder dislozieren)
    • -> Rucksackverband, Gilchrist-Verband für 3-4 Wochen

    OP nur bei offenen oder stark dislozierten Frakturen
  47. Plexus Läsionen obere Ex
    • Obere = Erb-Duchenne -> C5 und C6
    • -> M. deltoideus, biceps, brachialis, brachioradialis
    • -> Schlaffer Arm in Adduktion und Innenrot.
    • -> Motorik der Hand unauffällig!!!

    • Untere = Klumpke = C7, C8, Th1
    • -> isoliert sehr selten, meistens beide betroffen
    • -> Handgelenkbeuger betroffen
    • -> Pfötchenstellung der Hand (Mm. flex. digitorum)

    • Therapie:
    • 1 Woche Ruhigstellung
    • dann passive Bewegung, Physio etc
    • nach 2 Monaten ohne Besserung neurochirurgische Vorstellung
  48. Monteggia und Galeazzi Fraktur
    • Monteggia:
    • Prox. Ulnafraktur mit Dislokation des Radiuskopfes

    • Galeazzi:
    • Radiusschaftfraktur mit distaler Ulnadislokation
  49. Klassifikation der Arthrose
    nach Kellgren und Lawrence

    • Stadium 1:
    • geringe subchondrale Sklerosierung

    • Stadium 2:
    • + beginnende Osteophytenbildung
    • + max. geringe Gelenkspaltverschmälerung

    • Stadium 3:
    • Deutliche Unregelmäßigkeit der Gelenkfläche
    • Ausgeprägte Osteophytenbildung
    • Gelenkspaltverschmälerung

    • Stadium 4:
    • Deformierung bzw. Nekrose der Gelenkflächen
    • Ausgeprägte Osteophyten
    • Ausgeprägte Gelenkspaltverschmälerung bzw. vollst. Destruktion
  50. Stadien der Hüftkopfnekrose
    Arco

    • 0:
    • Bildgebung unauffällig

    • I:
    • nur im MRT auffällig

    • II:
    • im Röntgen auffällig aber Kontur erhalten

    • III: 
    • radiologisch subchondrale Fraktur

    • IV: 
    • Verkalkungen, Resorptionszysten, Knorpelneubildungen
  51. Schulterreposition
    • nach Stimson:
    • luxierte Schulter wird in Bauchlage etwas hochgelagert und dann am Arm ein Gewicht befestigt 
    • -> sollte von alleine nach einiger Zeit zurückgleiten
    • -> sonst durch den Untersucher Zug ausüben und gleichzeitig Angulus inferior nach kraniomedial drücken

    • nach Milch:
    • Pat. in Rückenlage
    • Ellenbogen beugen, dann abduzieren
    • dann eleviereun und hinter dem Kopf ablegen
    • -> wenn nach einiger Zeit noch keine Repos. dann Zug nach kranial ausüben und ggf. leichten Druck an Axilla ausüben

    • nach Arlt:
    • Sitzender Patient, Achselpolster in -höhle
    • Oberarm 45° abduzieren und im Ellenbogen beugen, dann leichten axialen Zug ausüben, bis Humerus sich aus Verkeilung löst und zurück in die Pfanne gleitet
    • sonst evtl. axiale Rotationsbewegung durchführen

    • nach Kocher:
    • Patient sitzt
    • Ellenbogen 90° beugen
    • Arm erst adduzieren, dann außenrotieren, dann antevertieren
    • nach erfolgreicher Repos sollte Patient Hand auf Schulter legen können
Author
Ch3wie
ID
348983
Card Set
Ortho2
Description
Ortho2
Updated