Orthos

  1. Untersuchung der Hüfte
    Beweglichkeit und Tests
    • 1. Beweglichkeitsprüfung
    • Flex/Ext = 140/0/15
    • -> Flex mit Thomas-Handgriff messen bis Becken kippt
    • -> Ext mit Thomas Handgriff: bis Becken 10-20° gekippt ist, bleibt das Bein auf der Liege, beträgt Ext soviel wie Becken abhebt
    • Add/Abd = 25/0/45
    • Innen/Außen = 35/0/45

    • 2. Funktionstests
    • Trendelenburg-Zeichen (Bein im Stand anheben)
    • -> kippt Becken zur Spielbeinseite hin ab (gesunde Seite) = Trendelenburg-Zeichen
    • -> neigt sich der Oberkörper zur kranken Seite hin = Duchenne-Zeichen -> maskiert das Trendelenburg-Zeichen
    • Positiv bei:
    • -> L5-Syndrom -> N. glut. sup.!! gleichzeitige Fußheber-Schwäche
    • -> fehlerhafte Injektion -> N. glut. sup.
    • -> angeborene Luxation des Hüftgelenks
    • -> Hüftkopf- Hüftgelenkschädigung


    • Thomas Handgriff
    • Hand flach unter LWS legen -> Hyperlordosierung ausschließen
    • mit anderer Hand ein Bein anheben und max beugen -> Lordose wird ausgeglichen
    • -> hebt das kontralat. Bein von Unterlage ab liegt eine Hüftbeugekontraktur vor
    • -> verbleibt Lordose = indirekter Hinweis auf Hüftbeugekontraktur

    • Drehmann-Zeichen
    • Bei Hüft- und Kniebeugung in Rückenlage sollte keine Innen- o. Außenrotation vorliegen
    • -> pos. bei Epiphyseolysis cap. fem., femoroazetabulärem Impingement, Coxarthrose

    • Vierer-Zeichen
    • Ferse auf Knie legen, dann soll das Knie vorsichtig Richtung Unterlage gedrückt werden, während die Hüfte der Gegenseite fixiert wird
    • -> kommt es zu Schmerzen o. beträgt der Abstand von Knie zu Unterlage >20cm ist das Test positiv (pos. Vierer-Zeichen)
    • -> zB Koxitis o. M. Perthes

    • Menell-Zeichen
    • in Bauchlage Bein hyperextendieren (os sacrum von hinten fixieren)
    • in Seitenlage unteres Bein flektieren, das andere hyperextendieren (os sacrum von hinten fixieren)
    • in Rückenlage Druck auf Iliosakralfuge ausüben
    • -> positiv bei M. Bechterew mit florider Iliosakralarthritis o. bei Blockade

    • Vorlaufphänomen
    • Daumen auf Spina iliaca post sup auf beiden Seiten
    • Patient soll sich bei gestr. Knien max vorbeugen und 30sek halten
    • physiologisch bleiben die Darmbeinstachel auf der gleichen Höhe
    • Seitendifferenz  gilt als pathologisch -> Vorlaufphänomen
    • -> zB ISG-Blockade
  2. Wie wird eine Lauensteinaufnahme durchgeführt?
    Der Patient befindet sich in Rückenlage, das andere Bein ist gestreckt. Die zu untersuchende Hüfte wird um 45° gebeugt und um 45° abgespreizt, das Knie wird um 90° gebeugt. Der Trochanter major projiziert sich so hinter den Schenkelhals. Liegt eine Abspreizhemmung vor, wird die gegenseitige Hüfte entsprechend soweit hochgelagert, wie es zu 45° Abspreizung fehlt. Der Zentralstrahl wird auf die Leistenmitte gerichtet.
  3. M. Perthes (mit DD!)
    • Hüftkopfnekrose unbekannter Ursache
    • -> zw. 4 und 10 Jahren am häufigsten
    • Jungen häufiger, oft beidseitig

    ischämisch bedingt kommt es zur Nekrose des Knochens im Epiphysenbereich, dann zur Kondensation, Fragmentation und schließlich zum Wiederaufbau mit Deformität

    • Klinik/ Diagnostik:
    • Kinder haben dabei auch häufig Knieschmerzen!
    • Hinken, schnelles Ermüden
    • verminderte Beweglichkeit
    • evtl. Beinlängenverkürzung

    • Sono (Erguss)
    • Rö 
    • MRT
    • -> nach Waldenström (nach Stadien) o. Herring (A = lat. Säule nicht betroffen; B = lat >50% Knochen verblieben, C = <50% Knochen verblieben) klassifiziert

    • DD:
    • Epiphyseolysis capitis femoris
    • Coxitis fugax
    • -> flüchtige Entzündung unklarer Genese
    • -> 1-2 Wochen nach Infekt der oberen Atemwege
    • -> im RÖ keine Auffälligkeiten
    • -> Therapie = Entlastung und Analgesie
    • -> nach ca. 7 Tagen sollte es ausgeheilt sein


    • Therapie:
    • Containment-Therapie!
    • -> Überdachung muss sichergestellt werden, sonst rutscht Kopf raus
    • konservativ bei < 6 Jahren (Herring A, B)
    • -> Kinder nehmen nicht mehr am Sportunterricht teil, halbjährliche Kontrolle
    • sonst > 6 Jahre evtl intertrochantäre Varisierungsosteotomie oder Salter Osteotomie
    • -> Wenn Kind >6 evtl keine ausreichenden Wachstumsreserven um femorale Fehlstellungen zu korrigieren! 
    • -> häufig resultiert Beinlängenverkürzung im Anschluss -> frühe Arthrose
  4. C5 
    Kennmuskel, Reflex, Funktion, Dermatom
    • M. deltoideus
    • kein Reflex
    • Abduktion
    • Lat., prox. Oberarm
  5. C6
    Kennmuskel, Reflex, Funktion, Dermatom
    • M. biceps brachii; M. brachioradialis
    • Bicepssehnenreflex
    • Beugung und Außenrotation Ellenbogen
    • Dors. Oberarm, radialer Unterarm bis Daumen und radialseitiger Zeigefinger
  6. C7
    Kennmuskel, Reflex, Funktion, Dermatom
    • M. triceps brachii; M. pronator teres
    • Tricepssehnenreflex
    • Streckung und Pronation
    • Palmar:
    • Medialer Unterarm ab Ellenbogen bis FInger II-IV 
    • Dorsal:
    • dist. Finger II-IV
  7. C8
    Kennmuskel, Reflex, Funktion, Dermatom
    • Kleine Handmuskeln/ Hypothenar
    • Trömmnerreflex
    • Ulnare Seite des Unterarms
    • Finger IV und V (IV nur ulnar)
  8. L3-4
    Kennmuskel, Reflex, Funktion, Dermatom
    • M. quadriceps
    • Patellasehnenreflex
    • Streckung (Extension)
    • L3 = Vorderseite des Oberschenkels und Knies (NIE unterhalb des Knies)
    • L4 = Oberschenkelaußenseit bis über Patella zur Unterschenkelinnenseite und Tibiavorderkante
  9. L5
    Kennmuskel, Reflex, Funktion, Dermatom
    • M. tibialis posterior; M. extensor hallucis longus
    • Tibialis posterior Reflex
    • Supination Fuß, Steckung Großzehe
    • Dorsolat. Oberschenkel (eher Kniebereich)
    • Knieaußenseite
    • vorderer Unterschenkel (mittig)
    • medialer Fußrücken und med. Fußunterseite
  10. S1/2
    Kennmuskel, Reflex, Funktion, Dermatom
    • M. triceps surae
    • Achillessehnenreflex
    • Fußsenkung/ Plantarflexion
    • Rückseite von Unter- und Oberschenkel
    • Außenseite Unterschenkel
    • Lat. Fuß und lat. Malleolus
  11. Therapie der Femurkopfnekrose
    • 1. konservativ (Entlastung, NSAR)
    • 2. Intertrochantäre Flexionsosteotomie
    • -> Knochen zw. Trochanter maj. und min. durchtrennen
    • -> Keil mit ventraler Basis wird entnommen
    • -> Kopf dadurch "nach vorne gedreht"
    • -> Nekrose soll aus Hauptbelastungszone raus
    • 3. Hüftkopfanbohrung
    • 4. TEP
  12. Salter Osteotomie
    • Keilförmige Osteotomie des Os ilium
    • -> Verbesserung der Hüftgelenküberdachung durch flacheres Pfannendach
    • Indikation = M. Perthes, Hüftdysplasie
  13. Epiphysiolysis capitis femoris
    Lösung der prox. Epiphysenfuge des Femurs

    • Epi:
    • vermehrt Jungen zw. 12. und 16. LJ
    • -> häufig mit Gynäkomastie, infantilem Genital und Übergewicht zusammen

    • 2 Verlaufsformen:
    • 1. lenta (90%)
    • -> mehrere Monate
    • -> Schmerzen in der Leiste und am Trochanter major
    • 2. acuta (10%)
    • -> plötzliche Lösung, oft aus Lenta Form heraus
    • -> Sehr starke Schmerzen, ausgeprägtes Hinken, oft völlige Gehunfähigkeit
    • -> scheinbar verkürztes Bein in Außenrotation und Abduktion
    • !! ORTHOPÄDISCHER NOTFALL !!

    • Diagnostik:
    • eingeschr. Innenrotation
    • Drehmann-Zeichen (Hüftflexion in 90° Kniebeugung geht nur in Außenrotation und Abduktion)

    • Röntgen:
    • Erweiterte Epiphysenfuge
    • Dislokation des Femurkopfes nach dorsal medial

    • Therapie:
    • IMMER OPERATIV
    • -> Fixation mit Spickdrähten 
    • prophylaktische Spickung der Gegenseite
    • evtl. Korrekturosteotomie
  14. AO-Klassifikation der Proximalen Femurfrakturen
    • 31 = Prox Femurfraktur
    • 32 = Femurschaftfraktur

    • 31A = Trochanterregion
    • 31B = Oberschenkelhals
    • 31 C = Femurkopf
  15. Klassifikation der Femurkopffraktur
    • Pipkin I = Luxationsfraktur, Frakturlinie unterhalb der Fovea capitis
    • -> nicht in Belastungszone; horizontale Fraktur
    • Pipikin II = Frakturlinie befindet sich oberhalb der Fovea capitis (Fragment hängt am Lig. capitis femoris) und in der Belastungszone
    • -> vertikale Fraktur
    • Pipkin III = I o. II in Kombi mit Schenkelhalsfraktur
    • Pipkin IV = I o. II in Kombi mit Azetabulumfraktur
  16. Klassifikation der Oberschenkelhalsfraktur
    • Garden I:
    • inkomplette subcapitale Fraktur
    • eingestaucht, Valgusstellung ohne Dislokation

    • Garden II:
    • Vollständige nicht dislozierte Fraktur 
    • -> Perfusion erhalten
    • -> hintere Kapsel intakt

    • Garden III:
    • teilweise dislozierte Fraktur (zB Kopf kippt nach medial)
    • Perfusionsstörung!

    • Garden IV:
    • Vollständig dislozierte Fraktur


    nach Pauwels nach Winkel der Fraktur zur Horizontalen

    Pauwels I: Winkel <30° (günstige Heilungstendenz; Valgusfehlstellung)

    Pauwels II: Winkel 30-50°, Varusfehlstellung

    Pauwels III: Winkel >50°, Abscherfraktur, schlechte Heilung
  17. Typische Zeichen einer Oberschenkelhalsfraktur o. pertrochantärer Fraktur
    • Bein in Außenrotation und Beinlängenverkürzung
    • Druck- und Klopfschmerz über Trochanter major
  18. Therapie der Prox. Femurfrakturen
    • Hüftkopferhaltend 
    • -> junges Alter
    • -> eingestauchte, nicht-dislozierte Fraktur
    • -> Multimorbider immobiler Patient evtl wegen kurzer OP-Zeit

    • Schenkelhalsfraktur:
    • Schraubenosteosynthese
    • DHS (evtl mit Antirotationsschraube)
    • bei lat. Schenkelhalsfraktur evtl Prox Femurnagel o. Gammenagel

    • Pertrochantäre Fraktur:
    • DHS
    • Prox Femurnagel
    • Gammanagel

    • Subtrochantäre Fraktur:
    • Schraubenosteosynthese
    • (Dynamische KondylenschraubejQuery1124034821853291969007_1571661813041)

    • Hüftkopf-Ersatz:
    • -> hohes Alter
    • -> Grobe Dislokation
    • -> Schenkelhalsfraktur
    • -> Trochantäre Trümmerfrakturen

    • Duokopfprothese:
    • Lebenserwartung <5 Jahre; geringer funktioneller Anspruch
    • !! Hüftpfanne wird nicht ersetzt !!

    • Totalendoprothese:
    • Lebenserwartung >5 Jahre
    • Koxarthrose
  19. Sichere vs unsichere Frakturzeichen
    • Sicher:
    • Achsabweichung, übersteigerte Beweglichkeit
    • Offene Fraktur
    • Stufenbildung, Knochenlücke
    • Krepitation
    • Radiologischer Nachweis

    • Unsicher:
    • Rötung
    • Schwellung
    • Schmerzen
    • Funktionseinschränkung
  20. Einteilung offener Frakturen
    nach Tscherne und Oestern nach Schweregrad der Weichteilverletzung

    • I° = minimale Weichteilverletzung
    • II° = Durchtrennung der Haut
    • III° = offene, freiliegende Fraktur mit ausgedehnter Weichteilzerstörung
    • IV° = Subtotale o. totale Amputation
  21. AO-Klassifikation
    • 1 = Oberarm
    • 2 = Unterarm
    • 3 = Oberschenkel
    • 4 = Unterschenkel
    • 5 = WS
    • 6 = Becken
    • 7 = Hand
    • 8 = Fuß
    • 9 = Schädel

    • 1 = Proximal
    • 2 = Knochenschaft
    • 3 = Distal

    • A = Einfache o. extraartikuläre Fraktur
    • B = Keilförmige Fraktur o. part. Gelenkbeteiligung
    • c = Mehrfragmentäre o. vollständige Gelenkbeteiligung
  22. Radiologische Frakturzeichen
    • Unterbrechung der Kortikalis
    • Aufhellungslinien
    • Stufenbildung
    • Zerstörung der Trabekelstruktur
    • Fragmentdislokation
  23. Beckenringfrakturen
    AO; was wird operiert?
    • A = Intakter hinterer Beckenring
    • Rotatorisch und vertikal stabil!
    • -> zB Abrissfraktur, o. Querfraktur von Os sacrum und Os coccygeum

    • B = Partielle Unterbechung des hinteren Beckenrings
    • -> B1 = geringgradige Open Book Fraktur o. lat. Kompressionsfraktur
    • -> B2 = Einseitige partielle Unterbechung
    • -> B3 = Beidseitige partielle Unterbrechung
    • !! B1 = Rot. und vert. stabil
    • !! B2+3 = Nur vertikal stabil

    • C = Komplette Unterbrechung des hinteren Beckenrings
    • -> C1 = einseitige kompl. Unterbechung
    • -> C2 = einseitig komplett und kontralat. partielle Unterbechung
    • -> C3 = Beidseitige komplette Unterbechung
    • !! Vertikal und rotatorisch instabil !!
    • -> Kraftübertragung auf Femur komplett unterbrochen

    Operative Versorgung ab B2
  24. Patella - Untersuchung
    • 1. Patellaverschieblichkeit
    • - Patella mit beiden Händen umgreifen und mit den Daumen nach medial bzw. mit den Zeigefingern nach lat. mobilisieren
    • - Unterarm in Kniekehle und leichte Beugung provozieren, dann mit Handballen Patella nach kaudal bzw. mit Fingern nach kranial ziehen
    • -> Übermäßige Verschieblichkeit = Laxizität der Bänder
    • -> Schmerzen = retropatellare Arthrose

    • 2. Facettendruckschmerz
    • Patella nach medial bzw. lat aufklappen
    • -> bei Schmerzen retropatellare Arthrose, Insertionstendopathien o. Synovitis

    • 3. Tanzende Patella
    • Erguss >10mL

    • 4. Zohlen-Zeichen
    • Patella von kranial mit Daumen und Zeigefinger nach kaudal-dorsal pressen, dann soll Patient Quadrizeps anspannen
    • -> Schmerzen bei retropatellarer Arthrose und Synovitis

    • 5. Apprehension-Test
    • Knie in 20-30° Flexion (zB Kissen o. Rolle unter Knie legen)
    • Dann mit beiden Daumen Patella nach lat. drücken
    • -> path. wenn Patient Angst- o. Abwehrreaktion zeigt
    • -> Luxationsneigung
  25. Untersuchung der Kreuzbänder
    • 1. Lachman-Test
    • Knie in 20° Beugung bringen
    • Tibia mehrmals nach ventral ziehen und "Anschlag" evaluieren (immer im Vergleich zur Gegenseite)
    • -> bei sofortigem harten Anschlag alles gut
    • -> bei verspätetem Anschlag verlängertes Kreuzband
    • -> bei fehlendem o. weichem Anschlag Schädigung

    • 2. Pivot-Shift Test
    • ! spezifischster Nachweis einer KB-Ruptur !
    • ! meist in Narkose !
    • - Kalkaneus o. Fußsohle umgreifen
    • - mit anderer Hand US von unten umgreifen (Daumen auf Fibulakopf)
    • - gestrecktes Bein bis Hüftbeugung von 20° anheben
    • - Mit "Fersenhand" innenrotieren und axialen Druck nach kranial ausüben
    • - mit "Fibulahand" Valgusstress ausüben
    • - dann das Kniegelenk langsam beugen
    • -> zu Beginn der Beugung subluxiert Tibia nach ventral
    • - bei 20-40° dann spontane sicht- und fühlbare Reposition der Tibia in Ausgangslage

    • 3. Schubladen-Tests
    • Knie in 90° Beugung
    • Tibia mit beiden Händen umgreifen 

    • 4. Gravity Sign -> hinteres Kreuzband
    • Bein in Knie und Hüfte 90° beugen
    • Ferse mit Hand halten und Kniekontur begutachten
  26. Untersuchung der Menisken
    • 1. Payr-Zeichen
    • im Schneidersitz Druck auf Knie ausüben
    • -> Innenmeniskus

    • 2. Steinmann-I
    • Knie und Hüfte 90° beugen, dann Tibia rotieren

    • 3. Steinmann-II
    • in Steinmann-I ermittelter Schmerzpunkt wird palpiert
    • Knie wird abwechselnd gebeugt und gestreckt
    • -> wandert der Schmerzpunkt bei Beugung von vorne nach hinten positiv
    • -> wandert Schmerzpunkt bei Streckung von hinten nach vorne positiv

    • 4. McMurray
    • in max Kniebeugung wird der US innen- oder außenrotiert
    • wenn das Knie jetzt bei langsamer Streckung blockiert ist das Zeichen positiv

    • 5. Böhler 
    • in Rückenlage bei gestrecktem o. leicht gebeugtem Knie Valgus- o. Varusstress ausüben

    • 6. Apley-Grinding-Zeichen
    • Patient in Bauchlage
    • Knie 90° beugen und dann rotieren
    • ! Schmerzen bei Zug = Kapsel-Band-Schaden !
    • ! Schmerzen bei Druck = Meniskusläsion !
  27. Osteochondrosis dissecans
    • Epi:
    • v.a. Jungen zw. 9 und 16 Jahren
    • durch mechanische Beanspruchung

    • Patho:
    • subchondrale Durchblutungsstörung -> Osteolyse -> Ablösung eines Knochenfragments (Gelenkmaus)

    • Symptome:
    • Schmerzen bei Belastung
    • Schwellung, Erguss
    • ggf. Gelenkblockade durch Dissektat
    • meist medialer Femurkondylus
    • Oberes Sprunggelenk auch häufig (Talus)

    • Therapie:
    • keine Ruhigstellung, aber Belastung vermeiden
    • bei freiem Gelenkkörper OP!
  28. Morbus Ahlbäck
    • aseptische Knochennekrose der med. Femurkondyle
    • -> meist Ü50, eher Frauen

    • Therapie:
    • im Frühstadium NSAR, Schauaußenrandhöcker
    • sonst oft Schlittenprothese
  29. M. Osgood-Schlatter
    • aseptische Knochennekrose der Tub. tib.
    • -> 9-13 Jährige, fast immer Jungen, Sportler
    • Gute Prognose bei konservativer Therapie
  30. Meniskusrisse
    • 1. Korbhenkelriss
    • -> keine Beziehung zum inneren Meniskusrand

    • 2. Radiärriss
    • -> vom inneren Rand ausgehende Läsion die nach oben zieht

    • 3. Lappenriss 
    • -> Radiärriss der in Korbhenkelriss übergeht

    • 4. Horizontaler Riss
    • -> meist vom Unterrand des Meniskus ausgehender Riss (nur sichtbar wenn M. angehoben wird)
  31. Aitken-Klassifikation und Therapie
    • Aitken 0/ Salter-Harris I:
    • Ablösung der Epiphyse ohne Fraktur
    • -> keine Wachstumsstörung

    • Aitken I/ Salter-Harris II:
    • Partielle Epiphysiolyse mit metaphysärem Keil
    • -> keine Wachstumsstörung bei Repos.

    • Aitken II/ Salter-Harris III:
    • Partielle Epiphysiolyse mit epiphysärem Keil
    • -> häufig Wachstumsstörungen

    • Aitken III/ Salter-Harris IV:
    • Fraktur mit epi- UND metaphysärem Fragment
    • -> sehr häufig Wachstumsstörungen

    • Aitken IV/ Salter-Harris V:
    • Axiale Stauchung der Epiphysenfuge
    • -> Crush-Verletzung
    • -> sehr schlechte Prognose

    • Therapie:
    • Aitken 0 und I = konservativ mit Gips, evtl bei stärkerer Dislokation wie II/III
    • Aitken II und III = OP -> Spickdrahtosteosynthese oder Zugschrauben
    • Aitken IV: konservativ mit Ruhigstellung im Gips -> schlechte Prognose, häufig Wachstumsstörungen
  32. OSG/ USG Gelenktypen, Funktionen
    • OSG = Scharniergelenk
    • -> Plantarflexion/ Dorsalextension (30/20°)
    • -> Trochlea tali + Malleonengabel
    • Bänder: 
    • Lig. deltoideum (4 Bänder, medial von Tibia zu Fußknochen)
    • Lat. Kollateralband (verhindert Supination)

    • USG = Radgelenk (Kugel- + Scharniergelenk)
    • ->  Durch das Lig. talocalcaneum interosseum in zwei anatomisch eigenständige Gelenke getrennt
    • Vordere Kammer (= Art. talocalcaneonavicularis)
    • Hintere Kammer (= Art. subtalaris)
    • Funktionen = Pronation/ Supination (Eversion/ Inversion; 30/50°)
  33. Klumpfuß
    • Spitzfuß (Pes equinus)
    • Inversion der Ferse (Pes varus)
    • Vorfußadduktion (Pes adductus)
    • Hohlfuß (Excavatus)
    • -> eine der häufigsten angeb. Fehlbildungen
    • -> meist kongenital, selten neurogen o. traumatisch

    • Dominanz der medialen Muskelgruppen (v.a. M. tib. post. -> Klumpfußmuskel)
    • Atrophie der Peroneusgruppe
    • Achillessehnenverkürzung

    • Therapie:
    • in den ersten Tagen nach Geburt Gipsverbände!
    • -> Redressionsbehandlung nach Ponseti
    • -> sonst ab 6. Lebenwoche OP -> Achillessehne z-förmig trennen und verlängern + Korrektur von Talus und Kalkaneus
  34. Diagnostik der Fibularen Kapselbandverletzungen
    Ziel: Distorsion von Ruptur unterscheiden

    • vordere Schublade: 
    • Rückfuß lässt sich sichtbar nach vorne auslenken

    • lat. Aufklappbarkeit:
    • vermehrte Inversion möglich

    • Rö um knöcherne Begleitverletzungen auszuschließen
    • MRT um Schäden der Gelenkflächen auszuschließen

    • Therapie:
    • bei Distorsion Schonung, Kühlung, Kompressionsverband, Hochlagerung

    • bei Ruptur:
    • Orthese für 6 Wochen
    • -> Inversion verhindern
    • -> nach Abschwellung mit Orthese Vollbelastung möglich
    • -> dann Krankengymnastik
    • !! in 10% kommt es zur chron. Instabilität
    • -> erst konservative Therapie mit Physio, Bandage, Schuhaußenranderhöhung
    • -> sonst OP mit Bandrekonstruktion/-ersatz
  35. Achillessehnenruptur
    • Ätio:
    • meist durch degen. Veränderungen, oft bei Ballsportarten
    • ! häufig nach vorherigen Gluko-Injektionen

    • Diagnostik:
    • Thompson-Test = in Rückenlage Waden manuell komprimieren -> keine sichtbare passive Plantarflexion

    • Therapie:
    • >50 und sportlich inaktiv = Adaption der Sehnen in 20° Spitzfußstellung mit Orthese

    • sonst OP
    • -> N. suralis verläuft direkt lateral der Achillessehne
    • -> MEDIALER Schnitt!!!
    • Sehnennaht -> evtl mit Plantaris-longus-Plastik
  36. Sprunggelenksfraktur
    • Ätio:
    • Supinations-/Pronationstrauma
    • -> Supination eher Weber A o. Innenknöchel
    • -> Pronation eher Weber B und C

    • Klassifikation:
    • Weber A:
    • Fraktur des Außenknöchels unterhalb der Syndesmose

    • Weber B:
    • Fraktur des Außenknöchels auf Höhe der Syndesmose (mögliche Läsion der Syndesmose; mögliche Läsion des medialen Bandapparates)

    • Weber C:
    • Fraktur des Außenknöchels oberhalb der Syndesmose (Syndesmose rupturiert und ggf. Membrana interossea ebenfalls; mögliche Ruptur des medialen Bandapparates)

    • Maisonneuve-Fraktur:
    • Ruptur der Syndesmose 
    • +
    • Ruptur der Membrana interossea
    • +
    • Hohe Weber C Fraktur (subcapitale)

    • Trimalleolär:
    • Innen- und Außenknöchel + Volkmann-Dreieck (Dorsale Tibiakante in Fibulanähe)

    • Pilon-tibiale-Fraktur:
    • Fraktur der dist. Tibiagelenkfläche
    • -> intraartikulär

    • Diagnostik:
    • pDMS
    • Druck auf Fibula im gesamten Verlauf (wegen hoher Weber C Fraktur)
    • RÖ = Rö Sprunggelenk in 2 Ebenen
    • -> bei V.a. hohe Fibulafraktur auch Unterschenkel in 2 Ebenen

    • Therapie:
    • Konservativ = Weber A und undislozierte Weber B
    • -> US-Gips in Neutralstellung für 6 Wochen

    • Operativ = alle anderen
    • -> Naht der Syndesmose
    • -> evtl Fixierung mit Stellschraube (nach 6 Wochen entfernen, dann erst Vollbelastung)
    • -> Stabilisierung der knöchernen Fragmente mit Stell- und Zugschrauben
    • -> evtl Fixateur externe bei Trümmerbruch, offener Fraktur etc., dann zweizeitiges Vorgehen
    • -> post-op Ruhigstellung im US-Gips für 6 Wochen, Physiotherapie, Thromboseprophylaxe
  37. Morbus Sudeck
    • Komplexes regionales Schmerzsyndrom OHNE objektivierbare Nervenläsion = CRPS I
    • MIT objektivierbarer Läsion = CRPS II
    • -> oft post-op am dist. US, dist. Unterarm, Rückfuß
    • -> v.a. gelenknah, durch zu enge Verbände

    • Klinik:
    • Stadium I:
    • brennender Ruheschmerz
    • Fehlregulierung der Temperatur

    • Stadium II:
    • Schmerz rückläufig
    • beginnende Versteifung
    • Entkalkung der Knochen
    • Atrophie

    • Stadium III:
    • keine Schmerzen
    • Gebrauchsunfähigkeit
    • Atrophie
    • Kontrakturen
    • dünne glänzende Haut

    • Therapie:
    • Physio, Ergo
    • Schmerzbehandlung v.a. mit trizyklischen Antidepressiva o. Antikonvulsiva (Amitriptylin, Gapapentin, Pregabalin)
    • evtl. Sympathikusblockade
    • Spinal-cord-stimulation
  38. Fersensporn
    • Ätio:
    • Fehlbelastung, Übergewicht, Fußdeformitäten

    Patho: unbekannt

    häufigster Grund für Schmerzen am Fuß!

    • Plantarer Fersensporn = Ansatz der Plantaraponeurose am Kalkaneus
    • Kranialer Fersensporn = Ansatz der Achillessehne am Kalkaneus = Haglund-Exostose

    • Therapie:
    • konservativ = Entlastung, NSAR, Kälte- o. Wärmetherapie

    • Alternativ Bestrahlung zB jeweils mit 0,5Gy bis Gesamtdosis von 3-12Gy
    • Operative Abtragung der knöchernen Ausziehung
  39. Kraftgrade
    • 0 = Plegie
    • 1 = tastbare Muskelaktivität ohne Bewegungseffekt
    • 2 = Bewegung unter Ausschaltung der Schwerkraft
    • 3 = Bewegung gegen Schwerkraft
    • 4 = Bewegung gegen Widerstand
    • 5 = normal
  40. Kompartment
    • Ätio:
    • zu enge Verbände
    • Tourniquet-Syndrom mit ischämischem Reperfusionssyndrom
    • Druckbedingt bei Lagerung
    • Blutungen
    • Überbeanspruchung
    • Schock (Kapillarpermeabilität)
    • Frakturhämatom
    • Verbrennung

    • Klinik:
    • starker Schmerz
    • brettharte Muskulatur
    • Weichteilschwellung
    • pDMS eingeschränkt
    • glänzende überwärmte Haut mit Spannungsblasen

    • Diagnostik:
    • Normaldruck <10mmHg
    • Kompatment = >30mmHg
    • -> mittels Messfühler messen

    • Therapie:
    • bei drohendem Kompatment = kühlen, leichtes Anheben

    Operativ = Entlastung der Faszien innerhalb von 6h mit anschließender offener Wundbehandlung
  41. Unterschenkel Muskellogen
    • Vorne zwischen Tibia und Fibula = Extensorenloge
    • -> M. tibialis anterior
    • -> M. extensor hallucis longus
    • -> N. fibularis profundus

    • lat. direkt über Fibula = Fibularisloge
    • -> M. fibularis longus und brevis
    • -> N. fibularis superficialis

    • Tiefe Flexorenloge
    • M. tibialis posterior
    • Zehenflexoren
    • -> N. tibialis

    • Oberflächliche Flexorenloge
    • M. gastrocnemius
    • M. soleus
  42. Patellaluxation
    Formen
    • Akut = konstitutionell oder traumatisch
    • konstitutionell:
    • -> Trochleadysplasie (nicht v-förmig)
    • -> Abflachung der Patella
    • -> Genu valgum
    • -> Bandlaxizität
    • -> Gewalteinwirkung

    • Habituell (20%):
    • ohne Trauma

    !! Immer Röntgen um knöcherne Begleitverletzungen auszuschließen !!

    • Therapie:
    • Reposition (von Beugung in Streckung mit 2 Mann)
    • Immobilisation/ Orthese
    • Operativ:
    • MPFL-Rekonstruktion mit Gracilis- oder Tendinosussehne
    • -> an Patella und med. Femurkondyle mit Schrauben befestigen
  43. Knorpelersatzverfahren
    • Chondrofiller:
    • Kollageneiweiß -> körpereigene Knorpel wachsen rein

    • Mikrofrakturierung:
    • durch Anbohrung nach vorheriger Abtragung
    • -> eher schlechter Faserknorpel

    • AMIC:
    • = autologe matrixinduzierte Chondrogenese
    • wie MF, aber mit Kollagenmatrix abgedeckt in die Knorpel einwachsen soll

    • ACT:
    • = autologe Chondrozytentransplantation
    • erst werden Knorpelzylinder entnommen, dann aufbereitet/vermehrt (nur Chondrozyten werden benutzt, also eine Suspension) und reimplantiert
    • darüber wird ein Periostlappen genäht
    • -> für größere Defekte

    • OCT:
    • = ostechondrale Transplantation
    • Knorpelzylinder werden entnommen und im Ganzen in den Defekt eingesetzt (v.a. aus femoralem Gleitlager für Patella)
  44. Was ist bei Coxarthrose zuerst eingeschränkt?
    erst Innenrotation, dann Abduktion
  45. Femoroacetabuläres Impingement
    • = knöcherner Anschlag zwischen Oberschenkelknochen und Acetabulum
    • -> einschießende Leistenschmerzen

    Cam Impingement = Knöcherner Anbau am Hüftkopf/ Schenkelhals

    Pincer Impingement = Knöcherner Anbau am Acetabulum

    • Therapie:
    • Konservativ = NSAR, intraartikuläre Injektionen, Physikalisch, Physiotherapie

    • Operativ:
    • bei Cam = AKS mit Abtragung
    • bei Pincer = Labrum ablösen, Knochen abfräsen, Labrum wieder befestigen
    • ! 1-2 Wochen Entlastung, nach 3 Monaten wieder leichte sportliche Betätigung und erst nach 6 Monaten wieder voll
  46. Waldenström Klassifikation
    • Initialstadium:
    • Wachstumsrückstand, Gelenkspaltvergrößerung, ggf. Gelenkerguss

    • Kondensationsstadium:
    • Sklerosierung (Verdichtung) der Epiphyse (¼-½ Jahr nach Erkrankungsbeginn)

    • Fragmentationsstadium:
    • Abbau der Knochenstruktur mit scholligem Zerfall (nach ca. 1 Jahr)

    • Regenerationsstadium bzw. Reparationsstadium:
    • Reparation mit Wiederaufbau der Knochensubstanz (nach 2-3 Jahren)

    • Ausheilungsstadium bzw. Endstadium:
    • Abschluss des knöchernen Umbaus mit Restitutio ad integrum oder Fixierung der Deformität
  47. Miculicz Linie
    Verbindung von Femurkopf zum Sprunggelenk
  48. Dermatome
    Image Upload 2
  49. L5-Syndrom
    • führt zunächst zu Schmerzen im entsprechenden Dermatom
    • d.h. an der Dorsalseite des Oberschenkels, der Außenseite des Knies sowie der ventralen, lateralen Seite des Unterschenkels bis zum Fußrücken mit der Großzehe.

    • Wenn das L5-Syndrom durch einen Tumor bedingt ist, nehmen diese Schmerzen vor allem in Ruhe zu.
    • Ein Bandscheibenvorfall führt dagegen vor allem bei Belastung zu Schmerzen.
    • Eine intraspinale Druckerhöhung (z.B. durch Bauchpresse, Husten oder Niesen) verstärkt die Schmerzen.

    Zusätzlich sind Sensibilitätsstörungen im Dermatom möglich.

    Wenn bei ausgeprägter Wurzelschädigung auch die motorischen Fasern geschädigt werden, ist die Funktion des Musculus extensor hallucis longus, des Musculus tibialis anterior und des Musculus gluteus medius eingeschränkt. Dies führt dazu, dass Fuß und Großzehe nicht mehr angehoben werden können, die Inversion sowie die Abduktion im Hüftgelenk sind ebenfalls eingeschränkt.
Author
Ch3wie
ID
348962
Card Set
Orthos
Description
Ortho
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