PPS 3.21/22 Durchlaufzeitenplanung

  1. Wozu braucht man Durchlaufzeitenplanung?
    • - auch DLZ
    • - wichtigste Aufgabe der PPS
    • - nur mit niedrigen + stabilen DLZ niedrige Bestände ohne Auslastungsverluste realisiert  werden
    • - üblicherweise mit Mittelwert+ Streuung geplant
    • -> führt i.d. Praxis zu Probleen (Bsp. bei langen DLZ mehr Teile nötig, um Ausfälle/ Stau auszugleichen)
  2. Problem der DLZ?
    • - unterliegt breiter Streuung
    • - stellt Ursache + Ergebnis der Terminunsicherheit in Produktion dar
  3. Wie lassen sich DLZ verkürzen?
    • 1. prozessorientierter Ansatz
    • 2- organisationsorientierter Ansatz
    • -> Auswahl und ggf Reihenfolge der Maßnahmen wird vom möglichen verbesserungspotenzial bestimmt
    • => Verkürzung der Lieferzeiten stehen an 1. Stelle
    • - ohne Überprüfung der Kennzahlen (bspw. Liefertreue, -zeit) keine nachhaltige Verbesserung zu erwarten
  4. Def. Mengenplanung?
    • - Aufgabe= Bedarf an Eigenfertigung- und Fremdteilen nach Art, Menge und Bereitstellterin zu bestimmen
    • - Abgrenzung: Ermittlung des zu bestimmten Terminen zu beschaffende Material unter Berücksichtigung vorhandener Aufträge ist Aufgabe der Materialsteuerung
  5. Welches Vorgehen gibt es bei der MP?
    • 1. vom Vertrieb oder Absatzplanung wird Bedarf an Enprodukten bestimmt
    • - dazugehörige Stücklistenpositionen werden ermittelt

    ODER

    2. Bruttobedarf an Baugruppen, Teilen, Werkstoffen sowie Hilfs- und Betriebsstoffen wird aus in der Vergangenheit auftretende Nachfrage abgeleitet
  6. Materialbedarfsarten?
    • Ermittlung nach Ursprung und Erzeugnisebene
    • -> Primärbedarf (Bedarf an verkaufsfähigen Erzeugnissen, Marktbedarf)
    • -> Sekundärbedarf (Bedarf an Werkstoffen, Teilen und Gruppen zur Fertigung des Priärbedarfs)
    • -> Tertiärbedarf (Bedarf an Betriebs- und Hilfsstoffen)

    • Ermittlung unter Berücksichtigung der Lagerbestände
    • -> Bruttobedarf (Periodenbezogener Primär-, Sekundär- oder Tertiärbedarf)
    • - Periodenbedarf
    • - Terminbedar
    • -> Nettobedarf (Bruttobedarf abzüglich verfügbare Lagerbestand)
  7. Welche Methoden zur Bedarfsermittlung gibt es?
    • - Bedarfsgesteuerte (deterministische) BE
    • - Verbrauchsgesteuerte (stochastische) BE
    • - Bedarsermittlung durch Schätzung (analog/intuitiv)
  8. Wie funktioniert deterinistische Bedarfsermittlung?
    • - geht von Kunden- oder Vorratsaufträgen aus, die in Zukunft bereitgestellt werden sollen
    • - aufgrund Primärbedarf -> Ermittlung Sekundärbedarf
    • -> unter Berücksichtigung der DLF je Erzeugnisebene für einen Zeitpunkt oder Zeitraum
  9. Wie funktioniert stochastische Bedarfsermittlung?
    • - geht von Verbrauchswerten ( keine Einzelaufträge) aus
    • -> aus Vergangenheit
    • - dadurch Ermittlung zukünftigen Materialverbrauch
    • -> Abschnitt " Bedarfsprognosen"
  10. Wie funktionier heuristische Bedarfsermittlung?
    1. Anlagenschätzung (Übertragung von Ergebnissen der Vorhersage für vergleichbare Materialien oder Erzeugnisse)

    2. Intuitivschätzung (Erfahrung/ Vermutung/ Bauchgefühl)
  11. Welche Hilfsittel bei der Bedarfsanalyse gibt es?
    • - ABC- Analyse
    • - Vorgehen:
    • 1. Ermittlung des durchschnittlichen Jahresverbrauchswerts je nach Lagerartikel
    • 2. Multiplikation dieses Wertes
    • -> mit Bezugswert (bei Zukaufteilen)
    • -> mit Herstellkosten (bei Eigenteilefertigung)
    • 3. sortiere die Artikel nach fallenden Jahresverbrauchwerten
    • 4. Summe aller WErte= 100% (Einzelwerte Anteile berechnen)
    • 5. aus Prozesswerten Summenkurve bilden
  12. Was stellt die A, B, C- Position in einer Bedarfsanalyse dar?
    • A- Position
    • - 5- 10% (o. 20%) der Gesamtzahl
    • - 80% des Jahresverbrauchswert
    • - sehr wichtig
    • - deterministische Planung empfohlen

    • B- Position
    • - 20% (o. 30%) der Gesamtzahl
    • - 15% des Jahresverbrauchswerts
    • - gemischte Disposition (d.h. deterministische o. stochastische) je nach Aufwand und Wert

    • C- Position
    • - 50-70% der GEsamtzahl
    • - 5-10% des Wertes
    • - stochastische Bedarfsermittlung
    • - Gefahr: Bedarfsermittlung evtl. teurer als Produkt selbst
  13. Welche weiteren Einsatzfelder/Funktionen der ABC- Analyse gibt es noch?
    • - Bemessung von Sicherheitsbeständen
    • - Einkauf
    • - Inventur (in der Produktion)
    • - Hilfsmittel in der Wertanalyse
    • -> für Ermittlung der Materialposition deren konstruktive Verbesserung am aussichtsreichsten ist
    • => für Auswahl des Bedarfsermittlungsverfahren und deren Beschaffungsart, ist NICHT Einteilung der Lagerposition in Werklassen, sondern auch Einteilung nach zeitl. Verlauf des Verbrauchs von Bedeutung
  14. Was bedeutet XYZ- Analyse?
    • X- Teile
    • = haben konstanten Verbrauch
    • - Vorhersagegenauigkeit hoch

    • Y- Teile
    • = trendmäßiger steigender/ fallender Verbrauch, unterliegt saisonalen Schwankungen
    • - mittlere Vorhersagegenauigkeit

    • Z- Teile
    • = unregelmäßiger Verbrauch
    • - geringe Vorhersagegenauigkeit
  15. Was führt zur Kombo von ABS und XYZ Analyse?
    - führt zu Entscheidungsschema für Wahl der Bedarfsermittlungsverfahren

    [...]
  16. Wozu dient der Sicherheits- bzw. Mindestbestand?
    • - zur Absicherung der Produktions- bzw. Lieferfähigkeit
    • - zur Abdeckung ungeplanter Bedarfe, wie:
    • -> Bestandsabweichungen
    • -> Verbrauchsabweichungen
    • -> Lieferterminalabweichungen
    • -> Liefermengenabweichungen
    • -> Qualitätsprobleme der Lieferanten

    => mit Sicherheitsbestand: erkaufte Sicherheit zu Lasten hoher Bestände+ hat Auswirkungen auf Aussagekraft bzw- Qualität von Logistikzahlen in der Produktion
  17. Def. Beschaffungs-, Wiederbeschaffungs- oder Vorlaufzeit?
    • - Zeitraum zw. Bedarfserkennung bis Verfügbarkeit bestellten Materials
    • - besteht aus:

    • innerbetrieblichen Aspekten (immer)
    • - Bedarfserkennung/- erstellung/-meldung
    • - Bestellbearbeitung
    • - Wareneingangsprüfung
    • - Einlagerung

    • externen Faktoren (nur bei Fremdbezug)
    • - Auftragsübermittlung
    • - eigentliche Fertigung
    • - Lieferung
    • - Transport

    => zur Prozessvereinfachung Definition eines Bestellauslösebestands sinnvoll
  18. Def. Durchschnittsbestand?
    • - Erfassung des Lagerbestands zu bestimmten Zeitpunkt (z.B. jew. am Monatsende)
    • - aus Einzelwerten arithmetischer Mittelwert (z.B. eines Jahres) ermittelt
  19. Def. Lagerreichweite?
    - wie lange vorhandener Bestand bei vorgegebener Entnahme bzw. erwarteten Verbrauch ausreicht

    Reichweite R= vorhandener Bestand/vorauss. Verbrauch [Tage]
  20. Def. Umschlagshäufigkeit?
    Umschlagshäufigk. U= Gesamtverbrauch einer Periode / Durchschnttl. Bestand [1/Periode]
  21. Def. Verweildauer?
    Verweildauer V= 360 Tage/ Umschlagshäufigkeit [Tage]
  22. Def. Servicegrad?
    Servicegrad S=  Anzahl sofort befriedigten Nachfrage je Zeiteinheit/ Gesamtzahl der sofort befriedigten Nachfrage je Zeiteinheit * 100

    => [%]
  23. Lagerkennzahlen + Begriffe?
    Image Upload 1
  24. Aufgaben der Beschaffung?
    • - die im Bedarfsplan festgelegten Materialien in den erforderlichen Menge zum richtigen Zeitpunkt zu den günstigsten Kosten auf dem Beschaffungsmarkt einzukaufen
    • =< 6-R- Logistik
  25. Unterscheidung Beschaffungsprinzipien?
    • 1. Vorratshaltung
    • 2. Einzelbeschaffung im Bedarfsfalle
    • 3. Einsatzsynchrone Anlieferung
  26. Welche Vorteile hat Vorratshaltung?
    • + unempfindlich gegen. Störungen (z.B. Streiks, etc.)
    • + Mengenrabatte beim Einkauf
  27. Welche Nachteile hat Vorratshaltung?
    • - hohe Kapitalbindungskosten
    • - Lagerkosten und Logistikdienstleister -> höhere Personalkosten
    • - Kosten für höheren Flächenbedarf
  28. Besonderheiten Vorratshaltung?
    • - kostenoptimale Beschaffungsmenge ermitteln
    • - Beschaffungsprozess vollziehen
    • - Beschaffungsptinzip und -weg festlegen
  29. Vorteile "Einzelbeschaffung im Bedarfsfall"?
    + geringe Kapitalbindungskosten
  30. Nachteile "Einzelbeschaffung im Bedarfsfall"?
    • - hoher Planungsaufwand (insb. bei kleinen Fertigungslosen)
    • - hoher Beschaffungsaufwand (kleine Bestellmengen)
    • - höheres Risiko für Produktionsausfall/ Terminverzug
  31. Besonderheiten " Einzelbeschaffung im Bedarfsfall"?
    • -> Trend zu kleineren Bestellmengen, aber häufigeren Bestellungen
    • - Erfolge der KEP- Dienstleister
  32. Was versteht man unter bedardfssynchroner Anlieferung?
    • Konzept
    • - verknüpft Vorteile Vorratshaltung + Einzelbeschaffung im Bedarfsfalls

    • Einsatz
    • - Großserien- und Massenfertigung (Bsp. Automobil)
    • - Vertrag zwischen Abnehmer und Lieferant über best. Jahresmenge zu bestimmten Termien und Menge zu liefern

    • Ziel
    • - minimale Vorratshaltung

    • Problem
    • - erfordert enge Abstimmung zwischen Lieferanten und Abnehmer
    • - Gefahr großer Schwankungen auf beiden Seiten (durch Streiks bspw.)
    • - Risikostreuung durch mehrere Partner
  33. Wie wird die Bestellmenge festgelegt?
    • - Orientierung an minimalen Kosten der Beschaffung /Stück
    • - EOQ- Methode (Economy Order Quantity) nach Andler
  34. Wie legt man den Bestellzeitpunkt fest?
    • 1. deterministisches Verfahren
    • - Berechnung über Stücklistenauflösung (-> Zählen/ analytische Verfahren
    • => aus geforderten Endtermin des Primärbedarfs und Vorlaufverschiebung von Primär- und Sekundärbedarf ergibt sich Bedarfverlauf für jede Materialposition auf der untersten Auflösestufe

    • 2. bei stochastischem Verfahren
    • - Bestellpunktverfahren (wenn Lagerbestand BP unterschritten, wird Bestellung mit best. Menge ausgelöst)

    - Bestellrythmusverfahren (Bestellung zu best. Zeitpunkt wird Menge für eine bestimmte Reichweite (Anzahl Perioden) ausgelöst)

    -  Bestellmengenverfahren(Bestellung zu best. Zeitpunkt; Mengen zur Auffüllung auf festgelegtem Lagerniveau)
Author
feral
ID
347839
Card Set
PPS 3.21/22 Durchlaufzeitenplanung
Description
PPS
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