PPS 2.15/16 Push and Pull in der Fertigung, KANBAN

  1. Def. Push- Prinzip im Handel?
    - Forcierung des Angebotsdrucks, d.h. verstärkter Einsatz der marketingpolitischen Instrumente (Bsp.: Onlinewerbung, Wurfsendungen, Kataloge) gegenüber dem bedürftigen Abnehmer mit dem Ziel, den Absatz zu erhöhen

    -> Bsp. Tchibo -> jede Woche eine neue Welt, Kollektionen in der Bekleidungsindustrie
  2. Def. Pull- Prinzip im Handel?
    • - Absatzstrategie von Herstellern mit mehrstufigen Absatzweg (z.B. bei Markenartikelindustrie und industriellen Grundstoff- und Teileherstellern)
    • - mittels Kommunikationspolitik besonders gegenüber dem Letztverbraucher, sowie Marken- und Markierungspolitik soll bei dem zwischengeschalteten Absatzstufen ein Nachfragesog nach den Erzeugnissen der Hersteller erzeugt werden
    • - i.d.R. mit Push- Strategie kombiniert
    • - Bsp.: iPhone
    • - Prinzip auch für nichtbeworbene Produkte + individuell vom Kunden nachgefragt (keine Marketingstrategie-> Produktbezogen eher)
    • -> Bsp.: Maßanfertigung von Kleidung und Schuhen
  3. Wie wird Push- Steuerung durchgeführt?
    • - Planung der zentralen PPS- Stelle erfolgt auf Basis von Absatzprognosen
    • - Ziel: hohe Kapazitätsauslastung o. Produktionsmittel (vgl. Zielsysteme der PPS)
    • -> große Losgrößen + lange Planungszeiten
    • -> Trennung von Planung und Durchführung der PPS
    • -> Konflikte zwischen betroffenen Realität und/oder an Kundenanforderungen vorbei gehen -> Fehlplanungen
    • -> ausführende Stellen wird die Eigenverantwortung genommen -> Auswirkungen auf die MA
  4. Def. Kanban- System?
    • - auf Karten basierendes Instrument
    • - für Steuerung des Material- und Informationsflusses auf Werkstattebene -> Fertigungssteuerung
    • - übt keine Organisationsfunktion aus
    • - um Produktionssyste nach Just- in Time- Prinzip zu erreichen
    • - nach "Holprinzip": nachgelagerter Arbeitsgang entnimmt nur so viel, wie er gerade benötigt
  5. Welche Funktion hat Kanban?
    • - bei Überschreitung des Mindestbestands -> Zulieferer (intern/extern) muss Material anliefern
    • - Aufforderung per Kanban/Karte
    • - Karte mit jedem Los transportiert, wird nach Anbruch o. Verbrauch an Lieferstufe zurück gegeben
    • - Kanban immer mit Behälter verknüpft
  6. Welche Regeln beinhaltet Kanban?
    • - es darf nur gefertigt werden, wenn Karte vorliegt
    • - NUR einwandfreie Teile
    • => Ersatz terminorientierter Steuerung durch bedarfsorientierte Steuerung
  7. Welche Motive hat Kanban?
    • - Zwang zur Rationalisierung
    • - vereinfachte Steuerung für viele Anwendungen
    • - Abhängigkeiten werden dem Zulieferer klarer gezeigt
    • - senkt Bestände <-> deckt Schwachstellen im Materialfluss auf
  8. Welche Ziele hat Kanban?
    • - reduzierte Durchlaufzeit (Zielsystem der PPS)
    • - Bestandssenkung
    • - Verminderung von Ausschuss und Abfällen (vgl. Kaizen/KVP)
    • - Vereinfachung der Organisation
    • - Steigerung Flexibilität
  9. Def. Kanban- Kreis?
    • - Teil von Kanban Elementen
    • - umfasst Kunden- Lieferantenverbindung (Abschnitt entlang Wertschöpfungskette mit allen Teilprozessen), die Material physisch durchläuft + vollständigen Infor.- Fluss
  10. Def. Kanban- Tafel?
    • - Karten werden auf Tafel (z.B. Fächer) gesteckt o. mittels Magnettaschen festgehalten
    • - Sammeln der Karten wird über Felder visualisiert
    • - sobald Karten vollzählig -> Auftrag kann gestartet werden
    • - ermöglicht Abbildung wirtschaftlicher Losgrößen durch Freigaberegel
    • - durch Freigabebereich = Glättung Produktionsaufträge/ Kapazitäten + dezentrale Feinsteuerung
    • - Teil: Kanban- Element
  11. Def. Regelkarten?
    • - darauf: alle Abweichungen vo Standard vermerkt
    • - kein realer Materialfluss identisch zu einem anderen
    • - für optimale Konfiguration -> optimaler Ablauf
    • - fördert Umsetzung des Prozess systematisch, effizient, zielorientiert
    • - Störgrößen, Sonderbedarfe, - freigaben werden dokumentiert
    • -> führen evtl. zu Änderung des Standards
  12. Def. Prioritätsfindung im Arbeitssysstem?
    • - Kanban- System grundsätzlich Entscheidungshoheit
    • - A entscheidet dezentral + selbstverantwortlich aufgrund Erreichens der Sammelmenge
    • - bei Überschneidung verschiedener Bedarfe -> MA entscheidet nach niedrigen Lagerbestand o. niedriger Bestandsreichweite
  13. Welche Kanban. Arten gibt es?
    - Material- Kanban (Bereitstellung des Materials, der nach Anbruch des Gebindes zurück gegeben wird, "Original2- Kanban)

    - Signal- Kanban (wird erst zurück gegeben, wenn best. Menge (=Sicherheitsbestand) verbraucht ist)

    - Transport- Kanban (Aufforderung bestimmtes Material von Lagerplatz auf Bereitstellungsplatz zu bringen)

    - begrenzter- Kanban (nach begrenzter Fertigungsenge ungültig)
  14. Welche Vorteile hat Kanban?
    • - verändertes Verhalten der MA -> nach Verantwortung
    • - Informationsfluss ändert sich
    • -> unwichtig, wann Zulieferer Produkt bereitstellen wird
    • -> wichtig, wann Abnehmer Produkt braucht
    • => alle Aktivitäten auf Kunden ausgerichtet
    • - Schwerpunkt der Lagerhaltung verschiebt sich vo Fertigprodukt auf Rohmaterial/ Rohstoff
Author
feral
ID
347760
Card Set
PPS 2.15/16 Push and Pull in der Fertigung, KANBAN
Description
PPS
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