Psychologie Ma.Ed.

  1. Wann lebte Jean Piaget?
    1896-1980
  2. Piagets Hauptinteresse
    Erkenntnisgewinnung
  3. Piagets Grundposition
    Konstruktivismus -> Individuum konstruiert aktiv seine subjektive Realität, aufbauend auf handelnder Erfahrung
  4. Piagets Definition von Schema
    Handlungsschema welches übertragbar, genrealisierbar oder differenzierter ist
  5. Piagets Definition von Struktur
    geordnete, organisierte, koordinierte Verbindungen verschiedener Schemata
  6. Piagets Definition von Inhalt
    Gegenstände, auf die die Schemata angewendet werden können
  7. Entwicklungsmotor Äquilibrationsprinzip
    • Herbeiführen eines Gleichgewichts zwischen
    • - Individuum & Umwelt
    • - verschiedener Schemata
    • - Schema & Struktur

    -> Veränderung, um Wiedersprüche zu beseitigen
  8. Welche Prozesse dienen der Herbeiführung des Gleichgewichts?
    • Assimilation: Subjektgeleitete Angleichung der Umweltgegebenheiten an die eigenen Handlungsmöglichkeiten
    • Akkommodation: Anpassung eines Schemas an die Wirklichkeit
  9. Die Entwicklungsstufen
    • Sensumotorisch 0-2
    • Voroperatorisch 2-7
    • Konkret-operatorisch 7-12
    • Formal-operatorisch ab 12
  10. Die Sensumotorische Stufe
    • Das Erwachen der Intelligenz 
    • Von den Reflexen zum internationalen Handeln
    • Erkennbar durch Nachahmung
  11. Die Voroperatorische Stufe
    • Unangemessene Generalisierung
    • Egozentrismus
    • Zentrierung auf einen Aspekt/Zustand
  12. Die konkret-operatorische Stufe
    • Dezentrierung
    • Erwerb des Invarianzkonzepts
    • Verständnis von Gruppierungen
  13. Die formal-operatorische Stufe
    • Abstraktion von Realität
    • Schlussfolgerndes Denken
    • Prüfen von Hypothesen
  14. Bedeutung der Entwicklungsstufe für die Schule
    • Ermöglicht Verstehen
    • Entwicklung von Schemata
    • SuS brauchen Erfahrung um Schemata zu konstruieren
    • SuS brauchen Konfrontation mit Wiedersprüchen um Gleichgewicht herzustellen
  15. Was entwickelt sich, wenn sich das Denken von Kindern entwickelt?
    Zwei grundlegende Ansätze
    • 1. Bereichsübergreifende Theorien - Globale Veränderungen im Denken, die über alle Inhaltsbereiche hinweg wirksam sind
    •    a) strukturelle qualitative Veränderungen in der Repräsentation des Wissens und im logischen Denken --> Piaget
    •    b) Zunehmende Geschwindigkeit und Effizienz der Invormationsverarbeitungsprozesse
    • 2. Bereichsspezifische Theorien
    • Qualitative Veränderungen im Verständnis wichtiger Inhaltsbereiche: Wandel intuitiver Theorien --> Susan Carvey u.A.
  16. Naive Theorien im kindlichen Denken
    Drei fundamentale Rahmentheorien
    Naive: Physik / Biologie / Psychologie
  17. Zwei grundlegende Kriterien in der naiven Physik
    • Unterscheidung von Kernbegriffen ( ZB materiell und nicht-materiell)
    • Kausale Erklärungen der Phänomene (Verständnis von Ursache und Wirkung)
  18. Naive Physik
    Eigenschaften physikalischer Objekte
    • Vier M. Säuglinge: Verstehen Bewegungen und Existenz von Objekten
    • Acht M. Säuglinge: Erwarten Schwerkraft und Trägheit von Objekten
  19. Aufbau der Materie
    • Dreijährige: Unterscheidung zwischen Materie und Nicht- Materie
    • Vorschule: Gewicht ist kein Merkmal von Materie
    • Grundschule: Keine Unterscheidung zwischen absolutem und spezifischem Gewicht des Materials
    • Zwölfjährige: Objekte können nach Gewicht und Dichte sortiert werden
  20. Bilanz zur Entwicklung naivem physikalischen Wissens
    • Basale Merkmale von Objekten und auch von kausalen Zusammenhängen werden früh erworben. Gegen Ende des Grundschulalters findet wein Theoriewandel statt.
    • Erst dann werden die Eigenschaften von Materie (Gewicht und Dichte) physikalisch richtig verstanden.
  21. Kriterien für Theorien in der Biologie
    • Unterscheidung von Kernbegriffen ( Lebendig/nicht-Lebendig, Unterschiede & Gemeinsamkeiten von Mensch, Tier, Pflanze)
    • Kausale Erklärung ( Verständnis kausaler Prozesse wie Wachstum, Verdauung, Vererbung, Fortpflanzung)
  22. Lebewesen vs. unbelebte Objekte
    • Unterscheidung von leben und tot gelingt im Säuglingsalter -> autonome Bewegung
    • Gute Kenntnisse über charakteristische Eigenschaften von leben und tot bei dreijährigen
    • In der Grundschule zum Teil keine richtige Zuordnung von Pflanzen in die Kategorie Lebewesen
  23. Kausale biologische Prozese
    • 3-4 Jahre: Spezifische Prozesse (ZB Wachstum) nur bei Lebewesen und Funktionen wie Atmung nicht willentlich kontrollierbar
    • 7 Jahre: Erst hier werden biologische Merkmale differenziert (Vererbung)
  24. Vererbung
    3 Mechanismen
    • Externer Mechanismus:  grüne Augen weil Mutter viel im Gras spielt
    • Interner Mechanismus: grüne Augen weil es etwas von der Mutter mitbekommt
    • Internationaler Mechanismus: Grüne Augen weil sich die Mama so sehr gewünscht hat
  25. Bilanz zur Entwicklung naiven biologischen Wissens
    • Unterscheidung in Kernbegriffe beginnt früh aber ist erst im Grundschulalter abgeschlossen
    • Vererbung erst im Grundschulalter verstanden
    • Schulanfänger haben keine Differenzierung zwischen physikalischer und biologischer Naivität
  26. Kriterien in der naiven Pychologie
    • Unterscheidung von Kernbegriffen (Realität und Fiktion)
    • Kausale Erklärungen der Phänomene: Verbindung von Geist und Welt (Säuglinge präferieren Gesichter und imitieren diese)
  27. Unterscheidung zwischen Geist und Welt
    • 2 Jahre: lösen sich im Symbolspiel aus der Wirklichkeit
    • 3-4 Jahre: können Anschein und Wirklichkeit und reale Materie und mentale Fiktion unterscheiden
  28. Kausale Beziehungen zwischen Geist und Welt
    • 3 Jahre: verstehe Absichten als handlungsleitend
    • 4 Jahre: verstehen "falschen Glauben" und das Konzept der "Überzeugung", können lügen
    • 6 Jahre: beginnen verschiedene mentale Aktivitäten zu verstehen
  29. Errungenschaft des formal-operatorischen Denkens (10-12) -> Piaget & Inhelder (1972)
    • Grundschüler sind noch keine Wissenschaftler
    • können Hypothesen nicht systematisch testen
    • vernachlässigen widersprüchliche Evidenz
    • -> sie verfügen nicht über die Werkzeuge induktiven und deduktiven schlussfolgernden Denkens
  30. Theory of mind
    • Grundlagen für Verständnis des Wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses sind im Vorschulalter vorhanden
    • Wissen und Überzeugung häng von perzentueller Erfahrung ab
    • Überzeugungen können falsch sein -> false belief tasks
    • mit 6 Jahren verstehen sie das schlussfolgerndes Denken als Quelle des Denkens dient
  31. Projekt KoKo
    Differentielle Entwicklungsverläufe kognitiver Kompetenzen im Kindergartenalter (Grube & Mähler)
  32. Individuelle Vorraussetzungen erfolgreichen Lernens
    Modell guter Informationsverarbeitung (GIV) (Presley, Bokowski & Schneider 1989)
    • Gute Informationsverarbeiter 
    • sind reflexiv
    • planen ihr Lernverhalten
    • nutzen Lernstrategien
    • wissen wie und wann man diese einsetzt
    • sind motiviert sie einzusetzen und nutzen sie automatisch
    • überwachen ihre Fortschritte
    • hohe Kapazität im KZG
    • reichhaltiges Weltwissen
    • vertrauen auf Lernfähigkeit
    • wollen sich stets verbessern und stellen sich neuen Anforderungen
  33. Gedächtnis in der frühen Kindheit
    • Säuglinge:
    • gute Wiedererkennungsleistungen über Wochen bis Monate
    • Motorisches Handeln durch assoziatives Lernen -> Kontingenzlernen gelingt ( auf Aktion erfolgt Reaktion in wenigen Minuten)
    • Imitationslernen ab 9 Monaten
    • Lokationsgedächnis nimmt zwischen 9-12 Monaten zu (Verstecken/Suchen)
  34. Gedächtnis im Vorschulalter
    • implizites (unwillkürliches) Gedächtnis bedeutsamer als explizites (willentliches) Behalten
    • Reproduktionsleistungen insgesamt gerin
    • Rekognition besser als Reproduktion 
    • Lokationsgedächtnis besser als im Säuglingsalter wegen Gedächtnisstützen ( Retrieval cues)
    • Handlungswissen in Scripts erleichtern das Behalten von Ereignissen
    • Häufiges Sprechen über Ereignisse erleichtern das episodische Gedächtnis
  35. Gedächtnis zwischen 5 und 15 Jahren
    • generelle Entwicklungslinien:
    • sprachliches Gedächtnis nimmt bis zum Jugendalter zu
    • größte Steigerung zwischen 5&10 Jahren
    • weniger Zuwachs im visuell-räumlichen Gedächtnis
    • geringe Konsistenz über verschiedene Anforderungen hinweg
  36. Informationsverarbeitung
    Informationseingang -> Sensorische Register -> KZG -> Erinnerte Info / oder LZG
  37. Bedeutsamkeit des Arbeitsgedächtnis (AG)
    • AG an allen kognitiven Leistungen beteiligt
    • AG als Flaschenhals kognitiver Leistungsfähigkeit
    • AG bei jedem unterschiedlich
    • Hoher Zusammenhang zwischen AG und schulischer Leistung
  38. AG (Baddeley, 1986)
    Visuell-räumlicher Notizblock -> Zentrale Exekutive -> Phonologische Schleife (Kreislauf)
  39. Entwicklung der Phonologischen Schleife
    • phonetischer Speicher bereits früh ausgebildet (2-3 Jahre)
    • Subvokaler Rehearsalprozeß erst ab 7 Jahre
    • Innere Sprachgeschwindigkeit ist sehr wichtig
  40. Visuell-räumlicher Notizblock
    • Visual cache: passiver visueller Speicher, Entwicklung ist mit 10-11 Jahren abgeschlossen
    • Inner scribe: Aktiver räumlicher Rehearsalprozess, Entwicklung ist mit 15 Jahren abgeschlossen
  41. Zentrale Executive
    • Stellt ausgewählte Infos gezielt in den Fokus der Aufmerksamkeit
    • Aktiviert Wissen aus LZG
    • Sorgt während des Lernprozesses dafür, dass sich aufdrängende aufgabenirrelevante Handlungsimpulse unterdrückt werden
    • Ermöglicht die gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Aufgaben
    • Entwickelt sich ab 6 Jahren
  42. Messung des Arbeitsgedächtnis
    Verschiedene Items sollen später in der richtigen Reihenfolge wiedergegeben werden
  43. Aktuelle Befunde zum Arbeitsgedächtnis
    • Lernschwierigkeiten gehen mit Störung des AG einher, Hochbegabung mit Stärke
    • SuS mit LRS haben Defizite in der Phonologischen Schleife
    • SuS mit Rechenstörung haben Defizite im visuell-räumlichen Notizblock
    • AG valider für Lernerfolg als Intelligenz
  44. Gedächtnis zwischen 5-15 Jahren
    • Gedächtniskapazität
    • Gedächtnisstrategien
    • Metagedächtnis
    • Vorwissen
  45. Gedächtnisstrategien
    • Bewusste internationale kognitive Aktivitäten zur Bewältigung einer Gedächtnisaufgabe
    • Arten: Enkodierstrategien zum speichern (Memorieren(Wiederholen) Kategoriales Organisieren (Oberbegriffe), Elaborierten (Eselsbrücken)
    • Abrufstrategien zum Erinnern
  46. Wiederholungsstrategien (Rehearsal)
    • Nimmt mit dem Alter zu
    • Qualität entscheidender als Quantität
  47. Organisationsstrategien
    • typische Aufgabe: sort recall task (Kategorienbildung)
    • Zunahme im Alter
  48. Elaborationsstrategien
    • Aufbau von bildhaften oder sprachlicher Assoziationen (Eselsbrücken)
    • passiert spontan in später Kindheit
  49. Stadien des Strategieerwerbs (Flanell)
    • Mediationsdefizit (KiGa)
    • Produktionsdefizit (Schulanfänger)
    • Nuzungsineffizienz (GS)
    • Kompetenter Strategiegebrauch (Ende GS)
  50. Motivationstal der Nutzungseffinzienz
    Lernleistung nimmt nach Nutzung der alten Strategie erstmal ab bevor sie dann rapide zunimmt
  51. Zwei Bestandteile des Metagedächtnis
    • Deklaratives Metagedächtnis: (Strategiewissen)
    • Prozessuales Metagedächtnis: (Kontrolle der Aktivitäten, feeling of knowing)
  52. Vorwissen bei Experten (de Groot, Chase & Simon)
    • Schachzüge aus dem Gedächtnis abrufen
    • Wenn der Gegner aber einen anderen Zug macht verringert sich der Expertisevorteil
    • Kindliche Experten besser als Erwachsende Novizen
  53. Kann Intelligenz Vorwissen ersetzten?
    • Experiment von Schneider, Körkel & Weinert
    • Geschichte über Fußball wurde vorgelesen und mit Fehlern und Wiedersprüchen wiedergegeben
  54. Wann begünstigt Vorwissen das Lernen?
    • Wenn es vorab aktiviert wird
    • Wenn es kompatibel mit der neuen Info ist
  55. Vorwissen
    • Erleichtert die Entscheidung welche Infos relevant sind
    • Entlastet AG
  56. Erwerbsebenen der Sprache
    • Lautsystem ( Phonologie, Artikulation)
    • Bedeutungen (Semantik)
    • Wortbau (Morphologie)
    • Satzbau (Syntax)
    • Sprachfunktion ( Pragmatik)
  57. Meilensteine der pragmatischen Entwicklung
    • 8-10. Monat: Vorsprachliche Kommunikation mit Blick und Gestik
    • 16-24. Monat: Beantwortung von Fragen
    • 24. Monat: Längere Gespräche
    • 36. Monat: Anpassung an den Redepartner
    • 6. Jahre: komplexe Geschichten und Witze
  58. Entwicklung von Lexikon und Semantik
    • Kinder lernen ca. 7-14 neue Wörter am Tag
    • Entwicklungsphasen: Holophrasische Phase & Überdehnungsfehler --> Alle Tiere mit 4 Beinen sind Hunde
    • Schneller Worterwerb mit 2 Jahren
  59. Was ist die Syntax?
    Die Phrasenstrukturgrammatik: Satz besteht aus Nominalphrase und Verbalphrase
  60. Phasen der lexikalischen Entwicklung (Grimm & Weinert)
    • Ab 10 Monate: Pragmatischer Gebrauch --> Assoziation im Lernkontext
    • Benennungsexplosion: Übergeneralisierung --> Ganzheit-, Taxonomie- und Disjunktionscontraints
    • 30 Monate: Verwechslung zwischen ZB geben und nehmen --> Syntaktische Merkmale als Steigbügelhalter
  61. Einwortäußerungen
    Mit einem Jahr soll ein Wort für einen Ganzen Satz stehen
  62. Entwicklung von Morphologie
    • Verbflexion
    • Einzahl/Mehrzahl
    • Artikel
    • Kasus
  63. Sprachentwicklung
    • Mit 6 Jahren abgeschlossen
    • Kinder beherrschen dann alle Laute, Grammatik, Wortschatz, situationsangemessene Kommunikation
  64. Sprachentwicklung im Vorschulalter
    • Theory of mind: Wörter die etwas ausdrücken werden vermehrt verwendet
    • Probleme werden versprachlicht
  65. Sprachentwicklung im GS alter
    • Gebrauch von Idiomen, Metaphern und Schlüsselwörtern
    • Verwendung von Witz und Ironie
    • rascher Wortschatzaufbau

    • Metasprachliche Kompetenzen
    • Weitere Entwicklung von pragmatischer Fähigkeiten
  66. Vier Grundüberzeugungen warum Sprache erworben wird
    • Sprache ist humanspezifisch und hat biologische Basis
    • Kinder sind für Spracherwerb vorbereitet
    • Ohne sprachliche Umwelt wäre Spracherwerb nicht möglich
    • Innere Voraussetzungen des Kindes und die äußeren Faktoren müssen im Sinne einer gelungenen Passung zusammenwirken
  67. Zwei Theoriefamilien
    • "Inside-out" Theorien--> Angeborene Fähigkeit ( Tiere können nicht sprechen, gehörlose entwickeln "home signs")
    • "Outside-in" Theorie--> Spracherwerb als genereller Lernprozess ( korrelative Zusammenhänge zwischen kognitiv-konzeptueller Entwicklung und Bedeutungserwerb, Entwicklungsunterschiede)
  68. Code-Mixing
    • Mischen verschiedene. Sprachen
    • Passiert um fehlende Vokabeln auszugleichen
    • Erfordert gewisses Sprachverständnis auf Metaebene
  69. Definition Motivation
    • Handeln wird auf bestimmtes Ziel gerichtet
    • Bereitschaft sich intensiv mit etwas auseinanderzusetzen
  70. Primäres vs. Sekundäres Kontrollstreben
    • Primäres: Streben nach direkter Kontrolle (wir verändern die Welt)
    • Sekundäres: Streben nach Kontrolle der Innenwelt ( wir verändern uns selbst)
  71. Intrinsische Motivation
    • -->Handlung selbst ist das Ziel der Verhaltensweise ( gegenstandszentriert, tätigkeitszentriert
    • Gefahr der Korrumpierung durch externe Anreize: Beschädigung der intrinsischen Motivation durch extrinsische Anreize
  72. Zentrale Motive
    • Anschlussmotiv
    • Machtmotiv
    • Leistungsmotiv
  73. Risiko-Wahl-Modell (Atkinson 1957)
    Motivation hängt ab von der Erfolgswahrscheinlichkeit und von dem Erfolgsanreiz
  74. Individuelle Unterschiede im Leistungsmotiv
    • Erfolgsmotiviertheit vs. Misserfolgsängstlichkeit
    • Attributionsstile
    • Lernrelevante Selbstkonzepte
  75. Lernt-Und Leistungsmotivsystem
    relativ zeitstabiles Personenmerkmal, das durch Einschätzung der eigenen Fähigkeiten nach Erfolg und Misserfolg durch Zielsetzung und damit verbundenen emotionalen Empfindungen näher charakterisiert ist
  76. Extrinsische Motivation
    Anreize
  77. Soziale Bezugsnorm
    Soziale Gruppe dient als Vergleich -> Klassendurchschnitt
  78. Individuelle Bezugsnorm
    Leistungen der SuS in der Vergangenheit dient als Vergleich
  79. Sachliche Bezugsnorm
    KC dient als Vergleich -> Idealnorm
  80. Was ist Identität
    • Individuelle Persönlichkeit --> Gesamtheit der Eigenschaften eines Menschen
    • Das Selbst
  81. Zwei Komponenten des Selbstkonzeptes
    • Affektive Komponente: Selbstvertrauen
    • Kognitive Komponente: Selbstwahrnehmung
  82. Meilensteine der Selbstentwicklung in der Kindheit
    • Selbstempfinden
    • Fähigkeit zur Perspektivübernahme
    • Theory of mind
  83. Psychosoziale Entwicklung nach Erik Erikson --> Lebensthema: Identitätsfindung
    • Entwicklung über 8 Stufen:
    • Urvertrauen vs. Urmisstrauen: pessimistische ggü. Zukunft der Menschen
    • Autonomie vs. Scham und Zweifel: wenn mir jemand nicht passt, sage ich es ihm
    • Initiative vs. Schamgefühl: schlechtes gewissen wenn ich mich wohlfühle
    • Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl: Ich nutze meine Fähigkeiten aus
    • Identität vs. Identitätsdiffusion: Ich weiss, was ich aus meinem Leben machen will
    • Intimität und Solidarität vs. Isolierung: Private Gedanken teile ich mit niemanden
    • Generativität vs. Selbstabsorbtion: Ich erbringe Leistungen von bleibendem Wert
    • Integrität vs. Verzweiflung: Im Rückblick auf mein Leben will ich verlorene Zeit nachholen
  84. Erklärung von LuL über schlechte Leistungen der SuS
    • Begabung: kann nicht
    • Motivation: will nicht
    • Mangel an Unterstützung: Schwieriges soziales Umfeld
  85. Unterschiede in Lernschwächen
    • Allgemeine, bereichsübergreifende Lernschwäche -> Mindestleistung, niedrige Intelligenz
    • Spezifische Lernschwäche / Lernstörung -> LRS oder Rechenschwäche
  86. Lernbehinderung
    • Schwerwiegend
    • umfänglich
    • langandauernd
    • Defizite der allgemeinen Intelligenz
  87. IQ
    • 55 dumm
    • 70-85 Lernbehinderung
    • 85-115 durchschnittlich
    • 115-130 überdurchschnittlich
    • 130-145 Hochbegabung
    • 145+ Höchstbegabung
  88. Arten von Intelligenztests
    • Raven-Matritzentests (CPM, SPM, APM) --> Sprachfrei
    • Culture Fair Test von Cattrall (CFT 1-R, CFT 20-R) --> Würfelbilder
  89. Merkmale des Lernverhaltens
    Nach Grünke 2004
    • Leitmerkmale: langsames lernen, vergessen schnelle, weniger Transfer, lernen weniger
    • Wortschatz unzureichend, kaum Lernstrategien, häufiger Misserfolg, geringe Leistungsmotivation
  90. Lernförderung
    • Lernstrategien
    • Orientierung an individueller Bezugsnorm
    • Komplexitätsreduktion
    • Vermittlung verbaler Selbstinstruktion
  91. Inklusion
    • "weite" Begriff: Inklusive bemüht sich alle Dimensionen von Heterogenität zu betrachten
    • "enge" Begriff: Chancengleichheit von Menschen mit Behinderung
  92. Geschichtliche Entwicklung (Etappenmodell)  Sander 2003
    • Exklusion
    • Segregation: Förderung sollte in speziellen. Schulen stattfinden
    • Integration: Separate Förderung bleibt, Ausgrenzung geht
    • Inklusion: "Schule für Alle"
    • Allgemeine Pädagogik
  93. Woran kann Qualität inkl. Bildung gemessen werden?
    • Anwesenheit
    • Akzeptanz
    • Teilhabe
    • Lernerfolg
  94. Diagnostik von Inklusiven Kindern
    • Eingangsdiagnose: Benötigt das Kind Förderung?
    • Förderdiagnose: Welcher Bereich muss gefördert werden?
    • Prozessdiagnose: Welche Probleme/Fortschritte macht das Kind?
    • Fortschreibungsdiagnose: Wie lief die Förderung/ muss etwas geändert werden?
  95. Multimodales Vorgehen (Schmidt-Atzert & Amelang 2012)
    • Verschiedene Erhebungsdimensionen
    • Verschiedene Funktionsbereiche
    • Verschiedene Datenquelle
    • Verschiedene Untersuchungsmethoden: Lernstandsfeststellung, Verhaltensbeobachtungen, Psych. Testverfahren
  96. Unterrichtsentwicklung
    • Maßnahmen der Differenzierung
    • Veränderte Didaktik
    • Peergestütztes Lernen
    • Klassenklima und Klassenführung
    • Kooperation mit den Eltern
    • Response to Intervention - Ansatz
  97. Was tun für gutes Klassenklima?
    • keine Unterrichtsplanung ohne soziale Lernziele
    • Phasen der Gruppenentwicklung unterstützen
    • Kooperative Lernformen einführen
    • Rückmeldeverhalten kontrollieren
  98. Wege zum professionellen Umgang
    • Situation: bewusst wahrnehmen, auf Erfahrung berufen, Kompetenzdefizite einsehen
    • den "unbeliebten" Schüler: besser kennenlernen, Verhalten verstehen, Absprachen treffen
  99. Definition LRS
    • Hauptmerkmal: Eindeutige Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten -> Leistungen des Schülers liegen unter dem zu erwartendem Niveau 
    • Rechenstörung gehen oft mit LRS einher
  100. Diagnosekriterien von LRS
    • IQ höher als 70
    • Leistung beim Lesen und Schreiben unterdurchnittlich
    • Diskrepanz zwischen Intelligenz und Schulleistung
  101. Symptome LRS
    • Bereits früh erkennbar
    • Auslassen oder Verdrehen von Wörtern
    • Niedrige Lesegeschwindigkeit
    • Schlechtes Lesen
  102. 3 Komponenten der Phonologischen Informationsverarbeitung bei der LRS
    • Phonologische Bewusstheit
    • Phonetisches Dekodieren um AG
    • Abruf phonologischer Codes aus dem LZG
  103. Spezifische Förderung von LRS im Schulalter
    • Funktionelle Behandlung des Lesens und Schreibens
    • Unterstützung bei der psychischen Bewältigung der bestehenden LRS
    • Behandlung der begleitenden psychischen Symptome
  104. Was können Eltern bei LRS tun?
    • Aufklärung
    • Zeit und Geduld aufbringen
    • ggf. Hausaufgaben professionell betreuen lassen
    • Selbstbewusstsein des Kindes stärken
    • Regelmäßige Absprache zwischen Schule und Eltern
  105. Was kann die Schule bei LRS tun?
    • Förderkurse anbieten
    • Mehr Zeit geben
    • Rechtschreibung nicht bewerten
    • Notenaussetzung
    • Versetzung sollte nicht davon abhängig gemacht werden
  106. Rechenstörung (Dyskalkulie)
    Beeinträchtigung von Rechenfertigkeit
  107. Rechenstörung
    5 implizierte Zählprinzipien
    • Eins zu eins zuordnung
    • stabile Reihenfolge
    • Kardinalität
    • Abstraktion
    • Reihenfolge/ Beliebigkeit
  108. Lokalisation der Probleme
    • Zahlenverständnis
    • Zählverständnis
    • Nutzung basaler arithmetischer Strategien
  109. Triple-code Model (Dehaene 1992)
    • Beim Rechnen Rückgriff auf 3 Repräsentationsformen in der Wissensbasis
    • Analoge Größen-Repräsentation <->Auditiv-verbale Repräsentation <-> Visuell-arabische Repräsentation <->
  110. Begriffe der Aufmerksamkeitsstörungen
    • Hyperkinetische Störung (HKS)
    • Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS)
    • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)
  111. 3 Kernsymptome der Aufmerksamkeitsstörungen
    • Unaufmerksamkeit: Bringt nichts zu Ende, leicht abzulenken, Flüchtigkeitsfehler
    • Hyperaktivität: Ruhelosigkeit, Zappeln, Herumlaufen
    • Impulsivität: unüberlegtes Verhalten, andere Stören, viel Reden
  112. Begleitmerkmale von Aufmerksamkeitsstörungen
    • Aggressivität 
    • Leistungsprobleme in der Schule
    • Mangelndes Selbstbewusstsein
    • Ablehnung von Gleichaltrigen
  113. HKS & ADHS sind...
    dimensional (wie Übergewicht) --> man kann mehr oder weniger davon haben
  114. Wann treten die Aufmerksamkeitsstörungen auf?
    • wenn längere Ausdauer erwartet wird
    • bei kognitiver Anstrengung
    • Langeweile

    Selten wenn: Kinder mit einer Person zusammen sind, neue Umgebung, Lieblingsbeschäftigung
  115. Ursachen von Aufmerksamkeitsstörungen
    • Multifaktorielles Geschen der Genese der Störung liegt zugrunde
    • Biologische und konstitutionelle Merkmale spielen eine Rolle
    • Psychosoziale Faktoren beeinflussen den Verlauf der Störung
  116. Problembereiche bei Aumfmerksamkeitsstörungen
    • Famile
    • Schule
    • Kind
  117. Psychostimulanzien - Vorurteile & Fehleinschätzungen
    • wirken aktivierend
    • nicht körperlich abhängig -> können bei Missbrauch aber Nebenwirkungen verursachen
    • Vermindern Symptome nur vorübergehend und n
    • bauen lediglich leistungsminderen Verhaltensauffälligkeiten ab
  118. Hinweise im Elternhaus auf Hochbegabung
    • Hohe Sprachsensibilität
    • Differenzierter Wortschatz
    • Frührechner/Leser
    • Gute Konzentrationsfähigkeit
    • Hohe Neugier
    • Breites Interessenspektrum
  119. Hinweise auf Hochbegabung in der Schule
    • Ablehnung von Wiederholungen
    • Kreative Lösungswege
    • Fordernder Kontakt zum Lehrer
    • Interesse jenseits des Unterrichts
    • Soziale Anschlussprobleme
  120. Hochbegabung finden
    • 1.) Gründliche Intelligenzdiagnostik:
    • Raven-Matrizen Test
    • Culture Fair Tests
    • Kaufmann Assistent Battery for children
    • Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder
    • Kognitiver Fähigkeitstest für Kinder
    • Berliner Intelligenztest für Hochbegabte
    • 2.) Schulleistungstests
    • 3.) Persönlichkeitsdiagnostik
  121. Fördermöglichkeiten hochbegabter Kinder
    • Akzeleration: Überspringen, früher einschulen...
    • Enrichment: Sonderschulen, Profilklassen, Sommerakademien...
  122. Schulschwierigkeiten trotz Hochbegabung
    • Hohe Kreativität
    • Zweifel an Traditionen und Normen
    • Leistungsdruck
    • Mobbing
  123. Underachiever
    SuS für die Hochbegabung eher ein Risiko darstellt
  124. Determinanten der Schulleistung
    • Proximale Faktoren: individuelle Lernvoraussetzungen
    • Distale Faktoren: Schulklima
  125. Meisterlehrer -> SCHOLASTIK - Studie
    • Klassenführung
    • Strukturiertheit
    • Fachl. Unterstützung
    • Variabilität
    • Klarheit
    • Motivierung
  126. Hattie Studie
    • Zentrale Lehr-Lern Komponenten:Lehr -Lernhaltung und Schülerorientierung, Strukturierung, Lernstrategien, humaner Umgang
    • Auf den Lehrer kommt es an!!!
  127. Definition Klassenmanagement nach Sklavin 2006
    • Beinhaltet alle Methoden die eingesetzt werden um die Lernaktivitäten in der Klasse zu organisieren
    • effektive Nutzung von Unterricht
    • Fröhliche und effektive Lernumgebung
    • Minimieren von Störungen
  128. Unterrichtsstiele
    • Autoritärer Unterrichtsstil: erzwing Disziplin
    • Autoritativer Unterrichtsstil: feste Regeln und Normen

    --> Unterrichtsstörungen sind die Folge eines unzureichenden Klassenmanagement
  129. Verhaltensregeln und -routinen
    • Routinen: spezifische. Verhaltensmuster für wiederkehrende Situationen
    • Regeln: allg. Standards des Verhaltens, Schrift. festgehalten
  130. Prinzipien effizienter Klassenführung
    -> beruht auf dem Prinzip der Prävention
  131. 4 präventive Prinzipen nach Kounin (1970)
    • Allgegenwärtigkeit der Lehrkraft
    • Reibungslosigkeit im Unterrichtsablauf
    • Aufrechterhaltung des Gruppenfokus
    • Überdrussvermeidung
  132. Allgegenwärtigkeit der Klassenführung
    • Zwei Kompetenzen der LuL:
    • Präsenz: alles im Blick haben, Störungen nicht übersehen
    • Überlappung: Vieles gleichzeitig tun
  133. Reibungsloser Unterrichtsablauf
    • Vermeidung von Verzögerungen im Unterrihtsfluss
    • Zwei Merkmale: Schwung ( Keine Unterbrechungen) & Geschmeidigkeit(Vermeiden thematischer Sprünge und Inkohärenz
  134. Aufrechterhaltung des Gruppenfokus
    • stets viele SuS aktivieren
    • Zwei Aspekte: Stimulierung einer breiten Aufmerksamkeit in der Klasse & Zuweisung der Leistungsverantwortlichkeit auf die ganze Klasse
  135. Überdrussvermeidung
    • Durch Abwechslung und Herausforderung 
    • ZB Variation der Aufgabenschwierigkeit, Wechsel von Inhalten und geforderten Aktivitäten
  136. Wunschbild eines idealen Lehrerverhaltens von SuS (Schwer, 1997)
    • Persönliche Zuwendung: private Anliegen der SuS
    • Fachliche Kompetenz und Hilfe: Wissensvermittlung, gerechte Bewertung
    • Respekt: Achtung des Schülers als Person
    • Zugänglichkeit: Offenheit und Zeit für die Belange der SuS
    • Aufrichtigkeit: Authentizität gegenüber den SuS
  137. Arten des Sprechens
    Stimmstörung, Sprechstörung, Schluckstörung, Sprachstörung, Redeflussstörung
  138. Was bedeutet Mehrsprachigkeit?
    • Zustand mit mehr als einer Sprache
    • Existenz mehrerer Sprachen nebeneinander (Bilingual - 2) (Multilingual 2+)
    • simultaner Spracherwerb: gleichzeitig
    • sukzessiver Spracherwerb: eine nach der anderen
  139. 3 Arten von Mehrsprachigkeit
    • Balancierte Mehrsprachigkeit: gleiche Kompetenz in den Sprachen
    • Dominante Mehrsprachigkeit: Kompetenz in einer Sprache dominanter
    • Additive Mehrsprachigkeit: Gewinnbringende Sprachbeherrschung für die kognitive Entwicklung
  140. Mütterliche Sprechziele
    • Ammensprache
    • Stützende Sprache
    • Lehrende Sprache
  141. Determinanten der Gedächtnisleistungen
    • Gedächtniskapazität
    • Gedächtnisstrategien
    • Metagedächtnis
    • Gedächtnisvorgänge
  142. Auf was beziehen sich megakognitive Strategien?
    • Steuerung und Kontrolle kognitiver Strategien
    • Planung
    • Überwachung
    • Bewertung
  143. Welche Reize beeinflussen das sensorische Register?
    • Visuelle
    • Akustische
  144. Was treibt die Entwicklung voran?
    • Epigenetische System
    • --> Auflösung der Phasensind endogen angelegt und die Bearbeitung von Konflikten, Aufgabe des aktiven Individuum ist.
  145. Begleitstörungen LRS
    • Psychosomatische (Schulangst, Bauchweh)
    • Störung im Sozialverhalten
    • Konzentrationsschwierigkeiten
    • emotionale
  146. Erfolgreiches Lernen nach Hasselhorn und Gold
    • kognitive Aspekte
    • motivational-volitionale Aspekte
  147. Was bedeutet Klassenklima?
    Verhältnis zwischen LuL und SuS und das Verhältnis der SuS untereinander
  148. Beratungsablauf
    • Orientierung
    • Problemanalyse
    • Sammeln von Alternativen
    • Planung
    • Durchführung 
    • Evaluation
Author
lisaPisa
ID
345170
Card Set
Psychologie Ma.Ed.
Description
Zusammenfassung der VL
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