DIE GESCHICHTE MÜNCHENS

  1. Wie kann man etwas über die Vergangenheit erfahren?
    Verschiedene Quellen erzählen etwas von der Vergangenheit:

    • 1. GEMÄLDE und ZEICHNUNGEN: Lange bevor es Fotos gab, wurden Personen, Gebäude und Orte gemalt und gezeichnet.
    • 2. FOTOS: Es ist spannend, alte Fotos mit der Wirklichkeit heute zu vergleichen.
    • 3. GEBRAUCHSGEGENSTÄNDE: Manchmal findet man noch alte Werkzeuge oder ähnliche Fundstücke, die über die Vergangenheit erzählen.
    • 4. SCHRIFTSTÜCKE: Auch alte Briefe oder Urkunden erzählen uns von der Vergangenheit.
    • 5. ZEITZEUGEN: Ältere Menschen haben schon viel erlebt. Die Befragung von Zeitzeugen gibt eine Vorstellung vom Leben unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern.
    • 6. DENKMÄLER: Statuen sollen an berühmte Personen erinnern. Auch Gebäude können Denkmäler sein.
  2. Warum teilt man die (Zeit-)Geschichte in Zeitabschnitte, die sog. Epochen ein?
    Man teilt die Zeitgeschichte in einzelne Zeitabschnitte, damit man die vielen Daten und Ereignissen besser ordnen kann.
  3. In welche Zeitabschnitte / Epochen wird die Zeit gewöhnlich eingeteilt?
    Unsere Zeitrechnung beginnt mit der Geburt Christus. Alles was davor geschah, gibt man mit vor Christus an und alles, was danach geschah mit nach Christus. Meistens wird die Zeitgeschichte in vier große Zeitabschnitte eingeteilt:

    • 1. Vor- oder Urgeschichte
    • 2. Altertum oder Antike
    • 3. Mittelalter
    • 4. Neuzeit
  4. Was war das Besondere in den vier einzelnen Epochen?
    • 1. Alles, was man über die Vor- oder Urzeit weiß, hat man über Fundstücken wie Knochen, Werkzeuge und Höhlenmalereien herausgefunden.
    • 2. Das Altertum / die Antike begann etwa 3000 v. Christus und endet 500 n. Christus. In dieser Zeit entwickelte sich z.B. die Schrift.
    • 3. Im Mittelalter bestimmte das Christentum das Leben in Europa. In dieser Zeit wurden viele Erfindungen und Entdeckungen gemacht, wie z.B. der Buchdruck.
    • 4. Die Neuzeit begann mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus im Jahr 1492. Die neuere Geschichte (etwa ab dem 2. Weltkrieg) wird auch Zeitgeschichte genannt.
  5. Wer waren die ersten Bewohner unserer Gegend (Südbayern)?
    • Die ersten Bewohner unserer Gegend waren 400 v. Chr. die keltischen Vindeliker und danach (ab Christi Geburt) die Römer.
    • Nach den Römern wanderten 520 n. Chr. die Bajuwaren in unsere Gegend ein.
  6. Wie lebten die Bajuwaren?
    • Die Bajuwaren lebten in Sippen (Großfamilien) auf einem Gehöft zusammen. Eine Sippe bestand aus mindestens 24 Personen.
    • Ihre Siedlungen wurden nach den Sippenältesten benannt.
    • Die alten Siedlungen sind viel älter als die Stadt München selbst.
    • Heute sind die alten Siedlungen einzelne Stadtteile von München. Das erkennt man an der Endung -ing.
    • z.B. Schwabing = swapo / Pasing = paso / Giesing = kyso
  7. Wie sah so ein Gehöft der Bajuwaren aus?
    Die Häuser wurden aus Stroh und Holz gebaut. Der Boden bestand aus festgetrampeltem Lehm.

    • Im Wohnhaus gab es einen großen Raum und eine nahegelegene offene Feuerstelle. Aus diesem Grund sind auch immer wieder Häuser abgebrannt! In einem sehr kalten Winter wurden Kühe und Ziegen in den Wohnbereich geholt um die Bewohner zu wärmen.
    • Im Grubenhaus wurden Vorräte aufbewahrt, die kühl gelagert werden mussten. Hierzu wurde ein Haus über eine Grube gebaut.
    • Im Speicher und der Scheune waren die Hühner untergebracht. Das Haus wurde auf Stelzen gebaut um die Tiere vor z.B. Füchsen zu schützen.
    • Im Stall wurden die größeren Tiere wie Kühe und Ziegen untergebracht. Manchmal (wenn es sehr kalt war), war der obere Teil der Schlafplatz der Familie.
  8. Die Gesellschaft war zur Zeit der Bajuwaren in sogenannte Stände eingeteilt. Welche waren das?
    Folgende Stände gab es:

    • Kaiser (aber nicht in München)
    • Herzog ("hoher" Adliger, wenn er in den Krieg ziehen wollte, mussten alle Knechte mit)
    • Adlige
    • "normale" Freie
    • die Halbfreien
    • "Freigelassene" (früher Knechte)
    • "unfreie" Knechte

    Den Stand konnte man sich nicht ausssuchen, sondern man wurde "hineingeboren".
  9. Wie waren die Bajuwaren gekleidet und was sagt die Kleidung aus?
    • Die Bajuwaren waren leicht gekleidet. Je höher der Stand war, desto edler und wertvoller war ihre Kleidung.
    • Die HERZÖGE waren meist in ROT oder BLAU gekleidet. Diese Farben waren sehr schwer herzustellen und deswegen viel kostbarer als z.B. braun und weiß.
    • Hemden, Blusen, Röcke und Kleider wurden aus LEINEN gemacht und die Schuhe aus weichem LEDER.
    • Statt Strümpfen trugen sie LEINENBINDEN, die mit verzierten Schnallen befestigt waren.
    • Die Männer hatten für Messer und Feuerstein einen LEDERBEUTEL am Gürtel.
  10. Wie kam die Stadt München zu ihrem Namen?
    Eine sehr verbreitete Theorie ist folgende:

    • Vor ungefähr 1000 Jahren siedelten sich Benediktiner-Mönche am Petersbergerl an. Sie bauten hier, wo heute der Alte Peter steht, eine Kirche und ein kleines Kloster. (Die Kirche weihten sie dem Apostel Petrus.)
    • Die Mönche wollten den Bajuwaren von ihrem christlichen Glauben erzählen.
    • Die Bajuwaren nannten die Siedlung der Mönche "Apud Munichen". Das heißt "bei den Mönchen". So wurde aus Munichen im Laufe der Zeit München.
  11. Wovon ernährten sich die Mönche?
    Die Mönche ernährten sich von Fisch aus der Isar, Wild, heilsamen Kräutern, frischen Beeren und Pilzen.
  12. Wie sieht das Münchner Stadtwappen aus und was bedeutet es?
    Das Münchner Stadtwappen erinnert an die Mönche vom Petersbergerl:

    • Auf dem Münchner Stadtwappen ist das Münchner Kindl zu sehen, das eine schwarz-gelbe Mönchskutte und rote Schuhe trägt.
    • In der linken Hand hält es ein Buch. Viele Menschen glauben, das es die Bibel sein soll.
    • Die rechte Hand ist die Schwur- oder segnende Hand.
  13. Warum wurde Salz im Mittelalter "weißes Gold" genannt?
    Salz wurde im Mittelalter "weißes Gold" genannt, da es damals so wertvoll wie Gold war.
  14. Was ist eine Salzstrasse?
    • Die Straßen, auf denen das Salz transportiert wurde, hießen Salzstrassen. Eine wichtige Straße war die von Reichenhall nach Augsburg.
    • Die einzige Brücke, auf der auch schwere Salzkarren die Isar überqueren konnten, war die Föhringer Brücke. Wen ein Kaufmann eine Brücke überqueren wollte, um über die Isar zu kommen, musste er ein Silberstück Zoll bezahlen.
    • Den Brücken-Zoll der Föhringer Brücke bekam der Bischof von Freising.
    • Das Gebiet um das Dorf Munichen wurde von Heinrich dem Löwen beherrscht.
  15. Worum ging es beim Brückenstreit?
    • Weil Herzog Heinrich der Löwe neidisch auf die Zoll-Einnahmen des Bischofs von Freising war, brannte er die Brücke in Föhring nieder.
    • Von da an mussten alle Salzfuhrwerke durch Munichen über eine neu gebaute Brücke fahren und den Zoll an Heinrich den Löwen bezahlen. München wurde so ein wichtiger "Brückenort".
    • Das wollte sich der Bischof aber nicht gefallen lassen und zeigte Heinrich beim Kaiser Barbarossa an. Der entschied, dass Herzog Heinrich der Löwe ein Drittel von seinen Einnahmen an den Bischof abgeben musste. Zwei Drittel der Einnahmen durfte er aber behalten.
  16. Was wurde im "Augsburger Schied" geregelt?
    • Kaiser Barbarossa legt in der Schlichtungsurkunde die Einigung zum Brückenstreit fest.
    • Außerdem wird in dieser Urkunde erklärt, dass Munichen eine Stadt ist und welche besonderen Rechte sie als Stadt bekommt.
  17. Welche besonderen Rechte hat Munichen als Stadt? Was bedeuten sie? Erkläre genau.
    1. Das MARKTRECHT

    • Das Marktrecht war im Mittelalter das Recht einer Stadt, einen ständigen Markt, einen Wochenmarkt oder einen Jahrmarkt abzuhalten.
    • Die Bürger von Munichen dürfen jetzt einen Markt abhalten um ihre Waren zu verkaufen und so Geld zu verdienen.

    2. Das ZOLLRECHT

    • Das Zollrecht war im Mittelalter das Recht, von Reisenden und Händlern einen Zoll oder eine Maut zu verlangen.
    • Munichen darf jetzt offiziell Zoll für seine Brücke kassieren und kann so Geld einnehmen.
    • Die Zolleinnahme waren lange Zeit die Haupteinnahmequelle vieler Adliger (und Monarchen).

    3. Das MÜNZRECHT

    Die Bürger von Munichen dürfen jetzt selbst Münzen herstellen.

    4. Das Recht der GERICHTSBARKEIT

    • Das Recht der Gerichtsbarkeit ist das Recht der Rechtssprechung.
    • Munichen darf Verbrecher nun selbst verurteilen und bestrafen.
  18. Wie versuchte Herzog Heinrich der Löwe Munichen zu schützen?
    • Um die Stadt Munichen zu schützen, baute Herzog Heinrich der Löwe eine starke Mauer um die Stadt.
    • Die Stadt war zusätzlich durch einen Wassergraben geschützt der außen um die Stadtmauer herum ging.
  19. Welche fünf Türme und Tore waren Teil der 1. Stadtmauer?
    • Das Tor am Blau-Ententurm (wurde wegen seiner bunten Fassadenbemalung so genannt)
    • Das Tor am Kufringerturm (auch Schöner Turm genannt - Goldschmied-Sage)
    • Das Tor am Schäfflerturm
    • Das Tor am Krümleinsturm (nach seinen Bewohnern bennant)
    • Das Tor am Talbruckturm

    Die Tore wurden nachts und bei Gefahr geschlossen um die Bürger zu schützen.

    Die erste Münchner Stadtmauer reichte ca. 100 Jahre bis es eng wurde und eine größere gebaut werden musste.
Author
Lilli
ID
344665
Card Set
DIE GESCHICHTE MÜNCHENS
Description
HSU, 4. Klasse, Thema "Die Geschichte Münchens"
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