PPS Skript 3 Bedarfsprognosen

  1. Was versteht man unter einer Prognos?
    = ist eine Aussage über die Zukunft, die sich auf Daten aus der Vergangenheit abstützt

    Annahme: zukünftige Entwicklung folgt (annähernd) dem zurückliegenden Trend

    • generell gilt:
    • - Prognosen sind stets "falsch"=> Vorhersagefehler
    • - Prognosen ändern sich laufend; je weiter in die Zukunft eine Prognose reicht, desto unsicherer ist sie
    • - aggregierte Prognosen sind genauer als Einzelprognosen
  2. Welche Varianten gibt es bei Prognosen?
    - langfristiger Bedarf(~5 Jahre)(Einschätzungen von Experten/Managern; Kundenbefragungen/ Marktbeobachtung; Vergleich mit ähnlichen Produkten; historische Daten (wenn verfügbar)

    - mittelfristiger Bedarf(~12-24 Monate)(Mischung Einschätzung von Experten und statistischen Methoden)

    - kurzfristiger Bedarf(~1-12 Wochen)(statistische Methoden und Modelle)
  3. Was ist eine Nachfrageprognose?
    • - Prognosen können oswohl subjektiv aufgrund von persönlichen Erfahrungen als auch mit Hilfe spezielle Prognoseverfahren erstellt werden
    • - zur Nachfrageprognose eignen sich insbesondere quantitative Prognoseverfahren
  4. Welche Arten von Nachfrageprognosen gibt es?
    • - aggregierte mehrperiodige Nachfrageprognosen
    • - disaggregierte kurzfristige Prognosen
  5. Was versteht man unter einer aggregierten mehrperiodigen Nachfrageprognose?
    • - für Produktgruppen werden als Vorstufe der Beschäftigungsglättung in enger Abstimmung mit dem Marketingbereich durchgeführt
    • - hier kommen Prognosemodelle zum einsatz, mit denen die mittel- und langfristige Entwicklung einer Zeitreihe vorhergesagt werden kann
  6. Was versteht man unter disaggregierter kurzfristiger Prognose?
    • - für einzelne Produkte
    • - werden vorwiegend zu Beginn der Hauptproduktionsprogrammplanung und im Bereich der stochastischen Materialbedarfsermittlung eingesetzt
  7. Wie sieht die Zeitstruktur für Prognosesysteme aus?
    Image Upload 1
  8. Wie sieht die Vorgehensweise bei Nachfrageprognosen aus?
    - Ausgangspunkt bildet die in der Vergangenheit auftretende Nachfrage nach einem Produkttyp oder einem einzelnen Produkt

    • 1. Analyse dieser empirischen Daten (Zeitreihenanalyse)
    • 2. Gewinn von Erkenntnissen über die Struktur der wichtigsten Einflussfaktoren
    • 3. Extrapolation der Ergebnisse auf die Zukunft
  9. Welche Einflussfaktoren gibt es bei Bedarfsprognosen?
    • interne Faktoren:
    • - Verkaufs Budget
    • - Werbung
    • - Sonderpreisangebote
    • - Produkteigenschaften
    • - Nachlasspolitik

    • externe Faktoren:
    • - Konjunktur
    • - Konkurrenz
    • - Konsumverhalten
    • - weltweite Ereignisse
    • - staatliche Eingriffe
    • - Produktlebenszyklus
  10. Welche Arten der Prognoserechnung gibt eS?
    • - deterministisch (Formel aus bestimmenden Faktoren)
    • - stochastisch (basierend auf Daten aus der Vergangenheit)
  11. Welches Problem gibt es beim Prognoseverfahren?
    • - gegenläufige Forderungen
    • - Stabilität (Vorhersagen sollen nicht unsinnig fluktuieren durch zufällige Schwankungen)

    - Empfindlichkeit (Vorhersagen sollen auf sich ändernde Trends reagieren)
  12. Welche statistischen Verfahren gibt es bei der Prognoserechnung?
    • - Zeitreihenanalyse
    • - Zeitreihenextrapolation
    • - gleitender Durchschnitt
    • - exponentielle Glättung
    • - Box- Jenkins Methode
  13. Was ist bei Zeitreihenanalyse und Extrapolation zu beachten?
    • - historische Daten benutzen (z.B. der vergangenen 3 Jahre)
    • - in den Daten eine Struktur erkennen
    • --> Grafik
    • - aufteilen des Verlaufs in
    • --> Durchschnitt (=Niveau)
    • --> Trend
    • --> saisonabhängigen Teil

    - jede Komponente für sich in die Zukunft prognostiziert
  14. Wie ist die Vorgehensweise bei Einsatz quantitativer Prognoseverfahren?
    • 1. Untersuchung der charakteristischen Merkmale der Zeitreihe
    • 2. Auswahl eines geeigneten Prognosemodells
    • 3. Schätzung der Koeffizienten des Prognosemodells
    • 4. Laufende Anwendungen des Prognosemodells (Berechnung der Prognosewerte)
    • 5. Beobachtung und Analyse der Prognosegenauigkeit im Zeitablauf

    => bei der Auswahl eines Prognosemodells kann mit Hilfe der Zeitreihenanalyse das Bildungsgesetz einer Zeitreihe ermittelt werden
  15. Besonderheiten bei Zeitreihenanalysenß
    • - lassen sich in vier Komponenten zerlegen
    • -- diese sind multiplikativ oder additiv miteinander verknüpft

    • T- langfristiger Trend
    • C- mittelfristige zyklische Schwankungen
    • S- saisonale Schwankungen
    • I- unregelmäßige Schwankungen

    • => die meisten Ansätze zur Zeitreihenanalyse versuchen einzelne oder Kombinationen dieser Komponenten zu isolieren
    • => Regelmäßigkeiten zu erkennen
  16. Wie wird der einfache Durchschnitt berechnet?
    • - auch: SA
    • - Summe der gegebenen Daten durch die Gesamtzahl der Perioden
  17. Wie wird der gleitende Durchschnitt berechnet?
    • - auch:MA
    • =(Summe der Nachfrag der betrachteten Perioden)/(Anzahl der Perioden)

    • -> hier ist die Periodenlänge angegeben
    • -> nur die letzten Ergebnisse der Periode werden addiert und durch die Anzahl der Periodenlänge geteilt (bspw. insgesamt 6 Ergebnisse, aber nur die letzten drei werden verwendet; Periodenlänge =3 )
  18. Wie wird der gewichteter gleitender Durchschnitt berechnet?
    • -auch: WMA
    • - bspw wird die jüngste Vergangenheit bzw das jüngste Ergebis höher gewichtet als die vorherigen
    • - hier wird NICHT durch die Anzahl der Ergebnisse geteilt
  19. Wie wird eine exponentielle GLättung berechnet?
    chart?chf=bg,s,00000000&cht=tx&chl=Pt%2B1%3D%5Calpha*Dt%2B(1-%5Calpha)*Pt&chs=410x38

    • Pt= Prognose für Periode t+1
    • Dt= tatsächlicher Bedarf in der Periode t bzw. beobachtete Nachfrage in der Periode t
    • Pt= Prognose für Periode t

    • Parameter: Glättungskonstante bzw GLättungsprameter chart?chf=bg,s,00000000&cht=tx&chl=%5Calpha%20(0%20%5Cleq%5Calpha%20%5Cleq%201)&chs=176x38
    • alpha=0 (stabil, keine Änderung)
    • alpha=1 (folgt 1:1 dem aktuellen Bedarf)
Author
feral
ID
344536
Card Set
PPS Skript 3 Bedarfsprognosen
Description
Prozessplanung und Steuerung
Updated