Binokularsehen #

  1. Wie wird ein Reiz im Auge verarbeitet?
    • • Licht trifft auf die NH, wird in elektr. Impulse umgewandelt und über Nervenfasern bis zur Papille weitergeleitet
    • • die Impulse werden bis zum Gehirn: ins Sehhirn = visueller Cortex geleitet, wo sie dann verarbeitet werden
  2. Definiere relative Lokalisation. #
    • • Zuordnung der Objekte im Außenraum zum Fixierobjekt
    • • beschreibt das Verhältnis von Hauptsehrichtung zu Nebensehrichtung
    • = subjektiver Raumsinn
    • • ändert sich bei jeder Blickbewegung
  3. Definiere egozentrische Lokalisation. #
    • • Zuordnung der Objekte im Außenraum zum eigenen Körper
    • • wichtig für die Aufrechterhaltung der Orientierung im Raum
    • • hängt nicht von der Hauptsehrichtung/ Blickbewegung ab
  4. Definiere absolute Lokalisation. #
    • Fähigkeit des Auges bzw. der visuellen Sensorik, eine klare Vorstellung von horizontal und vertikal zu vermitteln (auch in Dunkelheit)
  5. Beschreibe das Zyklopenauge nach Helmholtz. #
    • • korrespondierende NHS liegen direkt übereinander
    • • beide Foveae bilden die HSR, haben den gleichen Raumwert , lokalisieren in dieselbe Richtung = korrespondieren
    • • alle Bilder auf korr. NHS werden als gleich weit weg wahrgenommen, haben denselben Raumwert und werden cerebral zu einem Bild verschmolzen
  6. Was sind die Vorraussetzungen für normales BES? #
    • • motorische Koordination
    • • GF müssen sich überlappen
    • • bds. foveolare Koordination
    • • normale Sensorik
    • • klare brechende Medien
    • • normale Korrespondenz
  7. Was sind die 3 Stufen des Binokularsehens?
    • • Simultansehen: gleichzeitig
    • • Fusion: Verschmelzung zweier Bildeindrücke
    • • Stereopsis: räumliches Sehen
  8. Was ist der Horopter und wie werden Objekte, die auf den Horopter treffen, gesehen? #
    • • ist eine imaginäre Fläche im Außenraum, auf der das Fixierobjekt liegt und korrespondierende NHS reizt
    • • alle Objekte auf dem Horopter werden binokular einfach gesehen, in die gleiche Richtung lokalisiert und als gleichweit vom Körper weg wie das FO wahrgenommen
    • • das FO bildet den Mittelpunkt des Horopters
    • • Vorraussetzung ist eine normale Sensorik und eine bifoveolare Fixation
  9. Welche Horopterarten gibt es und was unterscheidet sie? #
    • • geometrischer Horopter (Vieth-Müller-Kreis): wurde mathematisch errechnet und zeigt einen Kreis von Objektpunkten
    • • empirischer Horopter: aus Experimenten entwickelt und entspricht unserem subjektiven Empfinden; verläuft flacher als der geom. Horopter
    • • man nimmt an, dass der tatsächliche Abstand der korr. NHS von der Fovea in beiden Augen nicht exakt gleich ist -> der Abstand der nasalen NHS ist etwas größer als der der temporalen NHS
  10. Wie kommt es zu physiolog. Doppelbildern? #
    • • Objekte, die außerhalb des Horopters und des Panumraums liegen, werden doppelt gesehen
    • • z.B. ein Objekt in der Nähe wird fixiert: das FO liegt auf dem Horopter in der Nähe und ein Objekt in der Ferne reizt bds. nasale NHS, die jeweils nach temporal in den Außenraum lokalisieren => so kommt es in der Ferne zu homonymen physiolog. DB
    • -> je weiter ein Objekt vom Horopter entfernt ist, desto größer ist der Abstand der gereizten NHS zur eig. korr. NHS und desto weiter die DB: im tägl. Leben werden diese physiolog. supprimiert (je weiter weg, desto unschärfer - unterstützt den Suppressionsmechanismus)
  11. Was ist die klinische Bedeutung von Doppelbildern? #
    • • Pat. meinen die wären pathologisch: genaue anamnestische Abfrage
    • • diagnostischer und therapeutischer Aspekt: die Wahrnehmung von DB zeigt, dass ein Pat. beide benutzt; können auch für best. Schulungen (Perlschnur) genutzt werden
  12. Definiere den Panumraum.
    • • kleiner Bereich um den Horopter herum, indem man auch binokular einfach sieht
    • • befindet sich vor und hinter dem Horopter
    • • auf der NH als Panumareal bezeichnet
    • • ist in der Peripherie deutlich größer, als im Zentrum um die Fovea herum
  13. Definiere Querdisparation. #
    • • Objekte, die im Panumraum liegen reizen querdisparate NHS
    • • sind seitlich verschoben zur eigentlich korr. NHS
    • • dies löst aber keine physiolog. DB aus, sondern die Querdisparation wird in Tiefensehen umgesetzt (temp. Querdisparation = Tiefensehen nach vorne)
    • -> stereoskopische Wahrnehmung
  14. Erkläre den Begriff quantitative Stereopsis. #
    • Areal vor und hinter dem Panumraum, in dem zwar schon doppelt gesehen wird, aber noch eine exakte Tiefenlokalisation möglich ist
  15. Erkläre den Begriff qualitative Stereopsis. #
    • das Doppelbildpaar kann noch als näher oder ferner als das FO wahrgenommen werden, aber eine genaue Tiefenlokalisation ist nicht mehr möglich
  16. Erkläre die Dissoziationsmethode der Polarisationsbrille. Wie funktioniert der Titmus-Test? #
    • • Flächentest d.h. die Testfiguren sind bereits sichtbar, nur der räuml. Effekt muss noch wahrgenommen werden
    • • Dissoziation über Polarisationsbrille: einfallendes Licht wird so gefiltert, dass nur Licht einer best. Ausdehnungsrichtung in das Auge fällt - Testfigur ist auch polarisiert (gekreuzt)
  17. Erkläre den Random Dot Stereotest anhand des Lang- Tests. #
    • • Prinzip des Zylinderrasterverfahrens
    • • Kartenoberfläche ist nicht plan, besteht aus Bildstreifen zweier Bilder, von denen ein Bild durch Konvergenz der Augen in der Nähe nur dem rechten und ein Bild nur dem linken sichtbar ist -> Reizung querdisparater NHS, die in Tiefensehen umgesetzt wird
  18. Wie unterscheidet sich die Qualität zwischen dem Flächentest z.B. Lang-Test und einem Random-Dot-Test? #
    • Lang-Test ist höher zu bewerten, weil möglichst viele querdisparate NHS aktiv sein müssen, um das Objekt zu erkennen
  19. Welche Mechanismen können zur monokularen Stereopsis führen? bzw. warum ist es nicht schlimm, wenn Kinder kein Stereosehen entwickeln? #
    • • Bewegungsparalaxe: durch Kopfbewegung stellt der Pat. fest, welcher Gegenstand vor oder hinter einem anderen steht
    • • geometrisch perspektivische Auslegung bei bekannter Größe eines Objekts: vorne größer als hinten bei bekannter Größe eines Objekts
    • • Verteilung von Licht und Schatten: es ist zu erkennen, von wo das Licht kommt und durch den daraus resultierenden Schatten auch, was vorne oder hinten ist
  20. Erläutere den Fusionskreislauf. #
    • • Fusion übernimmt bei kleinen Stellungsabweichungen oder Blickbewegungen eine Steuerungs- und Kontrollfunktion
    • • dann gibt das motorische System (Hirnnervenkerne) Impulse an die Augenmuskeln zur Innervation, sodass sich die Sehachsen auf das Fixierobjekt ausrichten
    • • das sensorische System gibt dann Rückmeldung, ob korr. NHS gereizt wurden
    • • bei Verschiebung gibt das sensorische System im Cortex den Befehl ans motorische System usw...
  21. Welche Faktoren beeinflussen das Fusionsvermögen? #
    • • persönlicher Zustand des Patienten
    • • Beleuchtung, sonst Konturen unscharf
    • • Verhältnis zwischen Konturen und Fläche, je mehr Konturen, desto besser ist der Einschnappmechanismus (z.B. beim XTi Dekompensation auf Kirchturm)
    • • Dissoziation (je unnatürlicher geprüft wird, desto schwieriger ist Fusion
  22. In welche Richtung wird die Fusionsbreite zuerst geprüft? #
    • man beginnt mit divergenter Fusionsbreite Pr. B.i., weil die Gefahr besteht, dass bei Prüfung Pr. B.a., der konv. FB, man den Pat. „reintreibt“ und dadurch danach die divergente FB schlechter ausfällt
Author
sandrum87
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343405
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Binokularsehen #
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