Optik

  1. Welche Brechwerte haben die brechenden Medien des ausgewachsenen menschlichen Auges?
    • • Hornhaut = 43 dpt
    • • Kammerwasser = 1.3 dpt
    • • Linse = ca. 19 dpt
    • • Glaskörper = 1.3 dpt
    • -> insgesamt ca. 60 dpt
  2. Was beschreibt der Fernpunkt?
    • ist der Punkt im Außenraum, der beim nichtakkommodierten Auge scharf auf der Netzhaut abgebildet wird, d.h. der am weitesten entfernte Objektpunkt der opt. Achse, den das Auge ohne Akkommodation deutlich sehen kann
  3. Was bedeutet Akkommodation?
    • • Verstärkung der Brechkraft über Veränderung der Linsenform
    • • sie wird normalerweise für die Einstellung der Nähe gebraucht
  4. Definiere Emmetropie.
    • • ein Auge heißt emmetrop, wenn seine Baulänge so groß ist, dass der Brennpunkt gerade auf die Netzhaut fällt
    • • der Fernpunkt liegt im Unendlichen
  5. Definiere Hyperopie.
    • • die parallel einfallenden Strahlen treffen erst hinter der Retina punktförmig zusammen (Brennpunkt), das Bild wird unscharf als Zerstreuungskreis abgebildet
    • • das Auge ist im Verhältnis zur Brechkraft zu kurz (Achsenhyperopie) oder die Strahlen werden zu schwach gebrochen (Brechungshyperopie)
    • • sein Fernpunkt liegt hinter dem Auge
    • • es besteht ein positiver Dioptrienwert
  6. Wie kann der Hyperope seinen Brechungsfehler ausgleichen?
    • • durch Erhöhung der Brechkraft durch Akkommodation (Innervation über den NIII)
    • • in der Nähe muss das Auge verstärkt akkommodieren
    • • dieser Selbstausgleich ist aber keine Lösung, da es zu Beschwerden und Schielen kommen kann (durch die Kopplung von Akkommodation und Konvergenz)
    • • Lösung: Brille oder KL- Sammel-Plus-Konvexlinse, so muss in der Ferne nicht mehr akkommodiert werden und in der Nähe normal akkommodieren
  7. Definiere Myopie.
    • • die parallel einfallenden Strahlen treffen schon vor der Retina punktförmig zusammen, das Bild wird unscharf als Zerstreuungskreis abgebildet
    • • das Auge ist im Verhältnis zur Brechkraft zu lang (Achsenmyopie) oder die Strahlen werden zu stark gebrochen (Brechungsmyopie)
    • • der Fernpunkt liegt in endlicher Entfernung vor dem Auge
    • • es besteht ein negativer Dioptrienwert
  8. Kann der Myopie seinen Brechungsfehler selber korrigieren?
    • • nein
    • • das kurzsichtige Auge kann im akkommodationslosen Zustand nur solche Dinge deutlich sehen, die in einer bestimmten endlichen Entfernung vor ihm liegen, d.h. er sieht in F unscharf, der Fernpunkt ist aus dem Unendlichen ins Endliche herangerückt
    • • für eine scharfe Abbildung müssen die Strahlen divergent in das Auge eintreten, was bei dichteren Objekten der Fall wäre
    • • er sieht in der Nähe mit weniger Akkommodationseinsatz als der Emmetrope scharf
    • • der ANP liegt daher dichter als bei einem Emmetropen
    • • Lösung: Brille oder KL mit Konkav- Minus- Zerstreuungslinse
  9. Definiere Astigmatismus.
    • • die Begrenzungsflächen der HH und der Linse sind beim achsensymmetrischen Auge annähernd gleiche sphärische Flächen
    • • weichen diese von der sph. Form ab (Gestalt einer torischen Fläche), haben ihre Meridiane nicht die gleiche opt. Wirkung, die Brechkraft ist also nicht in allen Ebenen gleich
    • • aus der Vielzahl der versch. Meridiane wählt man die beiden Extremwerte aus, d.h. den Meridianschnitt mit der stärksten und den mit der geringsten Brechkraft = Hauptschnitte
    • • die Brennlinien mit dem dazwischen liegenden Kreis kleinster Verwirrung können entweder beide vor oder beide hinter der Netzhaut liegen
    • • astigmatische Augen erzeugen statt eines Bildpunktes eine Elypse
  10. Erläutere den Regelkreis zur Steuerung der Akkommodation.
    • unscharfe Netzhautabbildung in der Nähe- Netzhaut = Fühler; löst Akkommodationsinnervation aus- ZNS = Regler; Linse verändert Brechkraft und pendelt bis scharfe Netzhautabbildung erfolgt- Linse = Stellglied -> Nachlassen der Akkommodationsfähigkeit
  11. Erläutere die Akkommodationsentwicklung nach der Geburt.
    • • bis zum 6. LM hat sich die Fähigkeit zur Akkommodationsregelung beim Säugling entwickelt
    • • Studien zeigen, dass Säuglinge im 1. LM auf ca. 20 cm fokussiert sind und noch nicht auf Akkommodationsreize in anderen Entfernungen reagieren können
    • • ab dem 2. LM ist eine flexible Akkommodation möglich, ab dem 4. LM kann man ein nahezu normales, also entfernungsgenaues Fokussieren beobachten
  12. Wovon ist das Akkommodationsergebnis abhängig?
    • • Konturenreichtum: je mehr Konturen, desto genauer erfolgt die Akkommodationsregelung
    • -> daraus resultiert auch die sog. Nachtmyopie bei Normalsichtigen, ausserdem gibt es im Dunkeln ein physiol. Zentralskotom und dadurch ungeregelte Akkommodation
    • • Funktionstüchtige Fovea: bei org. bedingtem Zentralskotom oder einem funktionellen Ausfall der Fovea (Amblyopie) kommt es zu einer ungenauen oder insuffizienten Akkommodation
    • • Tätigkeit der Linse: die Linsengestalt zu ändern- Linsenkugel = Naheinstellung
    • • Tätigkeit der Zonula: als elastisches Halteband
    • • Tätigkeit des Ziliarmuskels: kontrahiert dieser, verringert sich der Abstand zwischen Linse und Muskel, Zonulafasern erschlaffen und Linse wird kugeliger, Brechkraft wird erhöht
  13. Definiere Akkommodationsnahpunkt.
    • der Punkt auf der opt. Achse, der bei max. Akkommodationsanspannung (wieder) scharf gesehen wird
Author
sandrum87
ID
343400
Card Set
Optik
Description
Grundlagen der Optik
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