spezielle Krankheitsbilder/ Syndrome #

  1. Was sind die häufigsten Ursachen bei Kombinationsparesen und welche Nerven sind meistens betroffen?
    • • in 30% Tumore (Metastasen, Meningiome, Hypophysentumore, Hirnstammgliome), meist durch direkte Schädigung, selten durch den erhöhten Hirndruck; je nach Lage auch entsprechende Begleitsymptome
    • - in 20% SHT
    • - in 12% Aneurysmen der A. carotis interna, bes. im Sinus cavernosus
  2. Was sind mögliche Ursachen des THS? #
    • ungeklärte chronische granulomatöse Gewebeentzündung im Bereich der FOS und/oder des vorderen Anteil des Sinus cavernosus
  3. Beschreibe das Erscheinungsbild des THS. #
    • • starke retrobulbäre Schmerzen (tage- bis wochenlang)
    • - isolierte Parese oder Kombinationsparese (gleichzeitig oder bis zu 2Wochen verspätet
    • - schnelles Ansprechen auf Cortisontherapie
    • - tlw. Mitbeteiligung des N. ophthalmicus
    • - am häufigsten ist der N. oculomotorius betroffen, am seltensten der N. trochlearis
    • - Pupillen-/ Akkommodationsstörungen/ Exophthalmus/ Ptosis möglich
    • - in ca. 20% der Fälle ist auch der N. opticus beteiligt, seltener noch der N. facialis
    • - es sind nur Erwachsene betroffen
  4. Was sind die DD des THS?
    • • Tumore
    • - Pseudotumor orbitae
    • - SCS
    • - Orbitaspitzensyndrom
    • - entzündliche Ursache
  5. Beschreibe die Therapiemöglichkeiten des THS. #
    • • stellt eine Ausschlussdiagnose dar:
    • - bildgebende Abklärung, MRT, ggf. Biopsie
    • - wenn Abklärung unauffällig geblieben ist oder entzündliches Gewebe dargestellt werden konnte: Cortison- hierunter schneller Rückgang der Schmerzen (innerhalb von 72 Stunden- bei Nichtbesserung kann THS ausgeschlossen werden!)
    • - auch andere Ursachen werden unter Cortison besser, z.B. ein Lymphom
    • - auch nach Abklingen der Symptome noch Kontroll-MRT empfohlen
  6. Wie ist die Prognose des THS? #
    • • in 85% der Fälle Spontanremission innerhalb weniger Wochen bis Monate
    • • ca 40% Rezidiv-Wahrscheinlichkeit (ipsi- oder kontralateral)
  7. Beschreibe das Erscheinungsbild des Pseudotumor cerebri. #
    • - starke dumpfe Cephalgien mit morgendlicher Betonung, Nackensteife
    • - Abduzensparese mit Diplopie
    • - Stauungspapille, häufig bds. durch erhöhten intrakraniellen Druck (> 25cm/H2O, physiol. 7-20 cm/H2O) bei normalem Ventrikelsystem
    • - Visusminderung
    • - GF-Ausfälle, anfangs vergrößerter blinder Fleck, dann zunehmend konzentrische Einengung oder bitemporale Hemianopsie bei Quetschung des Chiasma opticums in die Sella turcica
    • - selten: Facialislähmung, Tinnitus, Sensibilitätsstörungen der Arme
  8. Welche ist die häufigste Risikogruppe des Pseudotumor cerebri? #
    • • Ätiologie ist unklar
    • - größte Risikogruppe:
    • - Adipositas (80%), bes. schnelle Gewichtszunahme
    • - bes. übergewichtige Frauen zwischen 20 und 45 Jahren betroffen
    • - aber auch Kinder und ältere Menschen mit Übergewicht sind betroffen
    • - auch nach Behandlung mit Vitamin-A oder, Tetracyclinen (Antibiotika) beschrieben
    • - ggf. systemische Erkrankung mit einem endokrinen Ursprung
    • - erhöhte Liquorpunktion, Zirkulationsstörungen oder verminderte Resorption möglich
  9. Beschreibe die Therapiemöglichkeiten des Pseudotumor cerebri. #
    • je nach Ausprägung und Ursache:
    • - bei "lediglich" Kopfschmerzen und allenfalls gering ausgeprägter Stauungspapille ohne Sehstörung (Abduzensparese, Visusminderung, GF-Defekt) und geringer Ausprägung -> Gewichtsreduktion, Senkung des Hirndrucks medikamentös
    • - bei Kopfschmerzen mit STP, Visusminderung oder Abduzensparese (mittlere Ausprägung) -> Lumbalpunktion zur Senkung des Hirndrucks, ggf. dauerhafte Liquorableitung per Shunt, zusätzl. medikamentös, Gewichtsreduktion, ggf. auch chirurgisch
    • - bei Nichtbesserung oder dringender Gefahr eines Opticusschadens (schwere Form) -> dauerhafte Liquorableitung per Shunt, ggf. Opticusscheidenfensterung (d.h. operative Fensterung der Opticusscheide direkt hinter dem Bulbus)- das darf nicht zu spät erfolgen, da Schäden ggf. irreversibel sind
  10. Wie ist der Verlauf/ die Prognose bei Pseudotumor cerebri?
    • • abhängig vom Grad der Stauungspapille 
    • • abhängig von der Dauer der Erkrankung
    • • Verläufe häufig gutartig
    • • entscheidende Komplikation ist eine permanente Visusverschlechterung in 10- 20% der Fälle
  11. Was sind die DD des Pseudotumor cerebri?
    • • Sinus- oder Hirnvenenthrombosen
    • • endokrine Störungen
    • • Nebenwirkung bestimmter Medikamente
    • • Tumor
  12. Beschreibe das Erscheinungsbild des Miller- Fisher- Syndroms.
    • • es handelt sich hierbei um eine Störung des Immunsystems mit Polyneuritis
    • - tritt häufig im Anschluss eines Infekts auf
    • -> Symptomtrias:
    • - externe Ophthalmoplegie (auch inkomplett)
    • - Areflexie (Verlust der Reflexe der Muskulatur)
    • - Ataxie (Störung der Zielbewegungen)
    • - auch Parästhesien werden beschrieben
  13. Was ist eine okuläre Neuromyotonie?
    • • eine seltene Augenbewegungsstörung, die durch unwillkürliche Kontraktionen eines oder mehrerer äußerer AM gekennzeichnet ist
    • • es können NIII, NVI und NIV beteiligt sein
    • • Auftreten vor allem bei Pat. nach Bestrahlung oder Kompression von Hirnnerven
Author
sandrum87
ID
343308
Card Set
spezielle Krankheitsbilder/ Syndrome #
Description
spezielle Krankheitsbilder und Syndrome
Updated