Heterophorie #

  1. Sie führen eine Schielwinkelmessung im Rechts- und Linksblick durch und stellen eine Inkomitanz fest. Welche möglichen Gründe können vorliegen? #
    • • Zeichen einer geringen und/oder beginnenden Augenmuskelparese
    • • durch eine nicht ausgeglichene Hyperopie kommt es zu unterschiedlich starker Akkommodation und dadurch zu unterschiedlichen Winkeln (in allen Blickrichtungen) 
    • • durch unterschiedl. prismatische Wirkung seitenverschiedener Brillenglasbrechwerte bei Anisometropie
  2. Definiere asthenopische Beschwerden, wodurch können sie entstehen? Nennen sie Beispiele. #
    • Asthenopien sind Beschwerden, die unter visueller Belastung ausgelöst werden
    • - durch Heterophorien, un-/fehlkorrigierte Ametropien, korrigierte Anisometropie, Akkomodationsstörungen
    • • ziehender Kopf-, Stirn-, Augendruck
    • • Augenbrennen,- rötung
    • • Müdigkeitsgefühl in den Augen, bes. bei Naharbeit
    • • Blendempfindlichkeit
    • • Unschärfe beim Fokuswechsel
    • • Schwindel
    • • Diplopie
  3. Warum kann eine Akkommodations- Konvergenz- Kopplung bei Heterophorie Beschwerden verursachen? #
    • • Exophoriker geben tlw. an, in der Ferne unscharf (binokular) aber nicht doppelt zu sehen, monokular besteht ein scharfes Bild -> zum Ausgleich der Phorie wird der Mechanismus der akkommodativen Konvergenz schon in der Ferne genutzt, woraus eine Unschärfe resultiert durch Pseudomyopisierung -> (gibt man Pr. B.i. kann ggf. eine Pupillenerweiterung beobachtet werden und ein besserer Visus oder Vorgabe von Minusgläsern führt zu Visusbesserung)
    • • Esophore verzichten u.U. in der Nähe zugunsten des besseren Binokularsehens auf Akkommodation = binokularer Visus ist schlechter
    • • myop überkorr. Pat. müssen schon in der Ferne akkommodieren und in der Nähe noch mehr -> Konvergenz
  4. Erklären sie die Durchführung eines Marlow-Verbandes. Warum wird einer durchgeführt? #
    • • wenn unklar ist, ob die Beschwerden auf binokulare Ursachen zurückzuführen sind 
    • • Refraktions- und Akkommodationsstörungen müssen vorher abgeklärt werden
    • • bei schwankenden/ widersprüchlichen Befunden
    • • um den maximal möglichen Winkel zu ermitteln
    • • vorher immer Aufklärung über Dekompensationsgefahr, Diplopie, Unfallgefahr
    • • 2-3 Tage das GA durchgängig okkludieren
  5. Erläutern sie die physiologische Fixationsdisparität. #
    • • die Fixationsdisparität ist das Defizit zwischen geforderter Vergenzstrecke und tatsächlich erbrachter motorischer Fusion
    • • die Gesichtslinien schneiden sich nicht exakt in dem Fixierobjekt
    • • diese Abweichung wird durch die sensorische Fusion ausgeglichen
    • • bei Forderung großer konvergenter Leistungen stehen die Augen nicht konvergent genug, sie stehen also ein wenig zu divergent -> Exo-Disparität
    • • bei Forderung großer divergenter Leistungen stehen die Augen ein wenig zu konvergent -> Eso-Disparität
  6. Wann liegt eine pathologische Fixationsdisparität vor? #
    • • bei Personen mi patholog. Fixationsdisparität sind die Noniuslinien bereits ohne Vorschalten von Prismen schon verschoben
    • • das Zusammenspiel von motorischer und sensorischer Fusion ist gestört und lassen Rückschlüsse bzgl. der Prognose zu
  7. Beschreiben sie die Ruhedisparität bei Orthophoren und Heterophoren. #
    • • bei Orthophoren meistens um 0
    • • bei Heterophoren muss bereits ohne Prismenbelastung sensorische Fusion aufgebracht werden, um die geforderte Fusion voll leisten zu können
  8. Was ist die fakultative Fixationsdisparität? #
    • • nur unter Vorgabe von Prismen ist die Nulllage zu erreichen, d.h. mit Hilfe von Prismen wird die motorische Fusion unterstützt, sodass nicht dauerhaft sensorische Fusion aufgebracht werden muss
    • • gute Prognose für Prismenausgleich bzw. AM-OP
  9. Was ist die obligate Fixationsdisparität? #
    • • die Nulllage ist auch unter Zuhilfenahme von Prismen nicht zu erreichen, sensorische Fusion ist immer erforderlich
    • • schlechte Prognose, da ein Prismenausgleich oder eine AM-OP keine dauerhafte Verbesserung der Beschwerden bringt, ggf. jedoch eine Linderung
  10. Erläutern sie die konservative Therapiemöglichkeiten der Heterophorie. #
    • • Skia und BVO
    • • Prismen bei vorübergehenden Beschwerden, wenn keine AM-OP gewünscht ist oder bei sehr geringen Abweichungen
    • • ggf. Marlow- Verband zur Differenzierung der Asthenopien und/oder Winkelfreigabe
    • • Tragetest mit einem Probeprisma (fakultative/obligative FD?- prism. ausgleichbar?):
    • bei Exophorie 1/3 - 1/2 des Messwertes,
    • bei Esophorie 1/2 - 2/3 des Messwertes,
    • bei Vertikalphorie 4/5 des Messwertes
    • • Verordnung erst als Folie; ggf. muss im Verlauf die Prismenstärke erhöht werden- Aufklärung! später als Brille, je nachdem ob für Ferne und/oder Nähe und je nach Besserung und Toleranz
    • • Prismenaufbau unter Kontrolle des BES um größten Winkel für die OP-Indikation herauszufinden
    • • Prismentherapie als Schulung: (dann aber als erstes probieren)
    • a) Teilzeitprismen zur Entlastung der Fusion, damit wieder besser fusioniert werden kann
    • b) inverse Prismen entgegensetzt zur Stellung als Folie zur Stärkung der Fusion
    • • orthoptische Schulungsbehandlungen:
    • a) Konvergenzübungen mit Fixierobjekt, Perlschnur, Konvergenzkarte, am Synoptophor
    • b) Fusionsbreitenschulung im freien Raum mit Prismenleiste und Bagolini, oder am Synoptophor
  11. Erläutere die operativen Therapiemaßnahmen. #
    • • wenn eine konservative Therapie nicht erfolgsversprechend ist aufgrund der Winkelgröße
    • • es gelten die üblichen OP-Indikationen
    • • präoperativ Prismenaufbau
    • • bei Esophorie kann eine Überkorrektur angestrebt werden, da postoperativ häufig der Winkel nachgestellt wird und die physiolog. fusionale Konvergenz die Überkorrektur kompensiert
    • • Exophorien sollten nicht überkorrigiert werden, da die fusionale Divergenz schlechter möglich ist
  12. Patientin mit Esophorie gibt in der Nähe binokular einen schlechteren Visus an, als monokular. Woran kann das liegen? #
    Esophore verzichten u.U. in der Nähe zugunsten des besseren Binokularsehens auf Akkommodation = binokularer Visus ist schlechter
Author
sandrum87
ID
342883
Card Set
Heterophorie #
Description
Asthenopien
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