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Migräne
- Indikationen: >3 Attacken/ Monat, Migräneattacke >72h oder lang anhaltende Aura-Phänomene
- Mittel der 1. Wahl:
- Beta-Blocker (z.B. Metoprolol, Propranolol, Bisoprolol)
- Valproat
- Topiramat
- Flunarizin
- Nicht-medikamentös: Lebensstiländerung (Vermeidung von Stress), Ausdauersport (3x/Woche Schwimmen, Fahrrad fahren, Joggen), Muskelrelaxation nach Jacobson, Biofeedback-Training, Akupunktur, Neuraltherapie
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Spannungskopfschmerz
- Nur bei chronischer Form
- Ziel: Reduktion der Kopfschmerzsymptomatik
- 1. Wahl: Amitriptylin, Wirkbeginn nach 2–3 Wochen, Langsame Aufdosierung reduziert Risiko für Nebenwirkungen (insbesondere Mundtrockenheit, Müdigkeit)
- Keine Monotherapie, sondern eingebettet in Behandlungskonzept mit nicht-medikamentösen Maßnahmen
- Dosisreduktion im Verlauf anstreben
- 2. Wahl (Off-label-Therapie): Mirtazapin, Venlafaxin, Tizanidin
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Clusterkopfschmerz
- Prophylaxe praktisch immer indiziert
- Absetzversuche nach individuellem Krankheitsverlauf, i.d.R. ausschleichend
- Kurzzeitprophylaktika
- Schnellwirksame Wirkstoffe: 1. Wahl: Prednisolon, 2. Wahl: Naratriptan, Ergotamin
- Additiv als schnellwirksame Therapie zur Eindosierung einer Langzeitprophylaxe
- Monotherapie bei kurzen Clusterperioden (max. 1 Monat)
- Langzeitprophylaktika
- Wirkstoffe mit verzögertem Wirkeintritt:
- 1. Wahl: Verapamil
- 2. Wahl: Lithiumcarbonat, Topiramat
- Bei Clusterperiode mit Dauer länger als 1 Monat
- In Eindosierungsphase Ergänzung um schnellwirksamen Wirkstoff (s.o.)
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Trigeminusneuralgie
- Mittel der 1. Wahl: Carbamazepin, Oxcarbazepin
- Mittel der 2. Wahl: Baclofen, Lamotrigin, Gabapentin, Pregabalin, Phenytoin
- Akuttherapie: Carbamazepin als Suspension oder bei schweren Exazerbationen Phenytoin i.v.
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