Betriebswirtschaftliche Steuerlehre II 1

  1. Wann ist entscheidungsneutrale Besteuerung gegeben?
    • Wenn Steuern die relativen Preise auf dem Markt nicht verändern
    • Entscheidungen sollen sich nicht durch Steuern verändern
    • optimaler Markt wird verzerrt
  2. Was zeichnet entscheidungsneutrale Besteuerung aus?
    • 1. Investitionsneutralität (Investitionsneutrale Steuersysteme)
    • 2. Rechtsformneutralität (Rechtsformneutrale Besteuerung)
  3. Was ist wird unter Investitionsneutralität verstanden?
    • Die Existenz von Steuern hat keinen Einfluss auf die Beurteilung verschiedener Investitionsbrojekte
    • ⇨Steuersysteme beeinflussen betriebliche Investitionsentscheidungen nicht
  4. Wann sind Steuersysteme investitionsneutral?
    • Wenn sich die Rangfolge der Investitionsalternativen (inkl. Unterlassungsalternative) nicht verändert
    • ⇨Kapitalwert mit Steuern = Kapitalwert ohne Steuern
  5. Welche Systeme sind investitionsneutral?
    • 1. Cashflow-Steuer
    • 2. Zinsbereinigte Steuer
    • 3. Besteuerung des ökonomischen Gewinns
  6. Was ist das System der Cashflow-Steuer?
    • ⇨nur tatsächliche Zahlungen/Realinvestitionen werden besteuert
    • keine Besteuerung Finanzanlagen/Finanzinvestitionen
    • Kapitalwert mit Steuern = Kapitalwert ohne Steuern
  7. Was ist das System der Zinsbereinigte Steuer?
    • zwei Abzugsbeträge (AfA+Zinsbereinigung)
    • keine Besteuerung Finanzanlagen/Finanzinvestitionen
    • Kapitalwert mit Steuern = Kapitalwert ohne Steuern
  8. Was ist das System der Besteuerung des ökonomischen Gewinns?
    • konkretes Abschreibungsschema (Ertragswertabschreibung)
    • Kapitalwert mit Steuern = Kapitalwert ohne Steuern
  9. Was wird unter Rechtsformneutralität verstanden?
    • Die Steuerbelastung eines Unternehmens darf nicht von der Rechtsform abhängen.
    • ⇨wenn steuerliche Belastung von PersG, KapG und EinzelU gleich hoch ist
    • ⇨rechtlicher Rahmen soll nicht durch Steuern beeinflusst werden 
  10. Warum ist die Rechtsform relevant?
    • Rechtsform = abstrakter Input der Produktion
    • d.h. Entscheidungs- + Einsatzfaktor in der Produktion
    • ⇨Produktionsentscheidungen sollen aber unverzerrt sein
    • ⇨Rechtsformneutralität trägt zur Produktionseffizienz bei
  11. Warum hängen relative Güterpreise und Rechtsformen zusammen?
    • ⇨Rechtsformen werden unterschiedlich besteuert
    • einzelne Güter werden tendenziell nur durch bestimmte Rechtsformen produziert
    • Folge: relative Güterpreise werden durch eine rechtsformspezifische Besteuerung verändert
    • Zusatzlast
  12. Was ist der Zusammenhang zwischen Investitionsneutralität und Rechtsformneutralität?
    Ist ein investitionsneutrales Steuersystem gefunden, müssen alle Rechtsformen nach diesem System besteuert werden
  13. Weitere Argumente für die Rechtsformneutralität?
    • 1. Gerechtigkeit
    • 2. Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit (nicht Rechtsform)
  14. Welche unterschiedlichen Steuersysteme sind möglich?
    • 1. Teilhabersteuer
    • 2. Betriebssteuer
    • 3. Körperschaftsteuer
    • 4. Steuer ohne Namen
  15. Anlässe für die Rechtsformwahl
    • 1. Unternehmensgründung
    • ⇨strukturbestimmende Entscheidung
    • Hohe Unsicherheit: flexible Rechtsform

    • 2. Geänderte Rahmenbedingungen 
    • Zielvorstellungen der Gesellschafter (z.B. Kapitaleinsatz, Zeithorizont der Beteiligung, Bereitschaft persönliche Haftung, Mitwirkung)
    • Persönliche Eigenschaften des Gesellschafters (Qualifikationen, Einsatzfähigkeit, Beratungsfähigkeit, Finanzierungsmöglichkeiten, persönliche Sicherheiten)
    • Rechtliche Rahmenbedingungen (Rechtsformalternativen, Gestaltungsmöglichkeiten, Mitbestimmung, Steuerbelastung)
    • Marktumfeld (Finanzierungsbedarf, Haftungsrisiken, internationale Ausrichtung)
  16. Welchen Vorteil hat geringe Unsicherheit bei der Rechtsformwahl?
    • Chance für Wahl der optimalen Rechtsform ist hoch
    • ⇨evtl. Probleme bei Rechtsformwechsel (Lock-in-Effekt)
  17. Welche Rechtsformen gibt es (Rechtsformalternativen)?
    • 1. Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, KGaA, SE)
    • 2. Personengesellschaft (GbR, OHG, KG)
    • 3. Einzelunternehmen (gewerblich, freiberuflich)
    • 4. Privatvermögen (jeder trifft Investitionsentscheidungen und ist daher Unternehmer)
  18. Was sind die 10 Entscheidungskriterien für die Rechtsformwahl?
    • 1. Haftung
    • 2. Leitung und Überwachung
    • 3. Finanzierung
    • 4. Besteuerung
    • 5. Rechnungslegung, Publizität
    • 6. Mitbestimmung
    • 7. Kooperationsfähigkeit
    • 8. Sicherung des Unternehmensbestandes
    • 9. Rechtsformspezifischer Aufwand
    • 10. Flexibilität
  19. Was ist bei der "Haftung" zu berücksichtigen?
    Haftung des Gesellschafters und des Unternehmens ggü. Dritten
  20. Was ist bei "Leitung und Überwachung" zu berücksichtigen?
    • Selbstorganschaft (Leitung durch Gesellschafter)
    • Fremdorganschaft (Trennung Gesellschafterstellung und Leitung)
  21. Was ist bei "Finanzierung" zu berücksichtigen?
    • ⇨Möglichkeiten zur Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital (Kapitalmarktfähigkeit, Möglichkeit zur Aufnahme neuer Gesellschafter, Haftung)
    • Mindestkapitalausstattung
  22. Was ist bei "Besteuerung" zu berücksichtigen?
    • steuerliches Privatvermögen (Normalbesteuerung, Abgeltungsteuer)
    • Personenunternehmen (Normalbesteuerung, Thesaurierungsbegünstigung)
    • Kapitalgesellschaften
  23. Was ist bei der "Rechnungslegung, Publizität" zu berücksichtigen?
    • laufende Kosten
    • ⇨Offenlegung von Geschäftsdaten
  24. Was ist bei der "Mitbestimmung" zu berücksichtigen?
    • betriebliche Mitbestimmung (rechtsformneutral)(Betriebsrat>5 AN)
    • Unternehmerische Mitbestimmung (Aufsichtsrat)
  25. Was ist bei der "Kooperationsfähigkeit" zu berücksichtigen?
    • d.h. mit welcher Rechtsform ist die Zusammenarbeit einfacher
    • ⇨Notwendigkeit wegen Marktgegebenheiten
    • Arten: vertragliche Gestaltungen, gesellschaftsrechtliche Verbindungen, Konzernstrukturen
    • Trennungsmöglichkeiten
  26. Was ist bei "Sicherung des Unternehmensbestandes" zu berücksichtigen?
    • ⇨Sicherstellung Leitung
    • Kapitalerhaltung
    • Unternehmensnachfolge (z.B. Stiftung, Familienstiftung)
  27. Was ist bei "Rechtsformspezifischer Aufwand" zu berücksichtigen?
    • ⇨Rechts-, Informations-, Kontrollkosten
    • ⇨Notarkosten, Beratungskosten
    • ⇨Kosten Rechnungslegung
  28. Was ist bei "Flexibilität" zu berücksichtigen?
    • ⇨Anpassungsmöglichkeit an neue Rahmenbedingungen (z.B. Beziehung zw. Gesellschaftern/Gesellschaft, Kapitalbeschaffung, etc.)
    • ⇨Rechtsformwechsel
Author
Frauke
ID
338360
Card Set
Betriebswirtschaftliche Steuerlehre II 1
Description
BWL II
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