Projektmanagement Methodik

  1. "Gib mir mal schnell einen Preis rüber..."
    "Nein, der Kunde erwartet professionelle Anbieter und keine Chaoten - Projekte sind keine Produkte!"
    • Professionelle Vorbereitung (irrelevant, wenn es wegen einer Weigerung Ärger gibt. Information bestimmt nicht erst seit kurzer Zeit bekannt)
    • Seriosität (Kunde erwartet solides Angebot eines seriösen Lieferanten. Aufgabenstellung und Zusammenarbeit mit Subunternehmern sind deshalb fundiert zu durchdenken. Projektangebote auf Grundlage eines individuellen Lastenheftes kalkulieren und nicht wie standardisierte Produkte mit pauschalen Zuschlagssätzen)
    • Professionelle Tools (gut organisierte Unternehmen haben allgemein akzeptierten “Bid process”, der einzuhalten ist, aber auch so flexibel ist, dass er den Verkauf nicht unnötig behindert. Außerdem hat es Standard Leistungsbeschreibungen (“SLA”), die dem Verkauf und Kunden als Basisunterlage zur Verfügung stehen müssen. Die Bereitstellung geeigneter Tools ist Pflichtaufgabe der Operations)
    • Geschulte Projektmanager (Verfügung des Unternehmens über erfahrene Projektmanager, die Angebote wirtschaftlich erfolgreich und entsprechend der Kundenwünsche umsetzen. sonst -> Geschäft unseriös!)
  2. Erfolgsvoraussichten 10 goldene Regeln
    • realistische Planung
    • Nehmen Sie Ihr Risikomanagement sehr ernst, insbesondere bei Vertragsverhandlungen
    • Mit Menschen realisieren Sie die Chancen des Projektes und bewältigen Sie die Risiken. Kommunikation, Motivation und Führung sind existenziell für den Erfolg
    • Akzeptieren Sie keine Missstände. Greifen Sie sofort und erkennbar konsequent ein
    • Schnittstelle zum Auftraggeber sehr ernst nehmen und freundliche Distanz bewahren, damit im evtl. Konflikt auch die notwendigen Forderungen gestellt werden können
    • Konzentration auf das was am meisten bringt. Beachten Sie das Gesetz des abnehmende Grenznutzens
    • Zeit nehmen für Schriftverkehr und Dokumentationen. Im Konflikt wertvoll
    • Gehen Sie Konflikte nicht spontan, sondern immer sehr durchdacht und distanziert an
    • Nichts ist selbstverständlich. Nachfragen bei Unklarheit. Antworten können überraschen und sind wichtig
    • Nur der Projekterfolg ist Ihr Leistungsmaßstab. Auch bei Problemen die Herausforderung annehmen
  3. Ohne klare, umfassende und schriftliche Definition der Projektziele kein Projektstart (Kriterien für Projektziel)
    • Was konkret (Eigenschaften!) soll erreicht werden?
    • Wie viel soll erreicht werden?
    • Bis wann soll was erreicht werden?
    • Mit welchen Mitteln /oder Beschränkungen?
    • Warum?
    • Welche Erfolgs-Kriterien sind zu erfüllen ?
    • Wer ist verantwortlich?
  4. Deshalb systematischer Check durch W-Fragen vor dem Projektstart – Das geht nur im Team
    • Was, mit welchen Eigenschaften: Ergebnisdefinition
    • Was, Wann: Projektablauf/ -struktur
    • Wann, wer: Terminplan
    • Wer, wieviel: Kapazitätsplanung
    • Wann, wieviel: Zahlungsplan
    • Wie: Qualitätsplan
    • Wie und mit wem: Implementierungsplan
  5. Der Auftraggeber muss vor dem Start ein klares Lastenheft erarbeiten
    • Geprüfte Dienstleister mit Referenzen aus dem Fachgebiet und erfahrenen Teammitgliedern (CV´s), die für die gesamte Projektdauer verpflichtet sind
    • Unterzeichneter und juristisch geprüfter Vertrag mit klaren Haftungsregeln, Konditionen für die Projektleistung, Wartung und Migration bei Kündigung
    • Klar strukturierte Projektorganisation mit Terminplänen, ausreichenden Ressourcen, Controlling
    • Lastenheft mit abgestimmten Mengen-, Zeitgerüsten, Prozessen und SLA, ggf. definiert in einem Vorprojekt
  6. Hohe Anforderungen an die Projektvorbereitung durch den Auftragnehmer
    • Sorgfältig kalkuliertes und zwischen Vertrieb und Operations abgestimmtes Angebot (Machbarkeit, erforderliche Ressourcen, Qualitätssicherung, Chancen/Risiken, Profit)
    • Mit dem Auftraggeber sowie zwischen Vertrieb und Operations abgestimmtes Lasten-, später Pflichtenheft (machbare Mengen-, Zeitgerüste, Prozesse, SLA), ggf. definiert in mehreren unabhängig zu vergebenden Projektstufen
    • Unterzeichneter, juristisch geprüfter Vertrag mit dem Auftraggeber mit unter Risikogesichtspunkten akzeptablen Haftungsregeln und aus Renditesicht guten Konditionen
    • Geprüfte Subunternehmer (Referenzen, finanziell abgesichert, mit Auftraggeber abgestimmter Projektvertrag) Vorabregelung der späteren Leistungen durch Subunternehmer sowie Regelung der Migration bei Vertragsauflösung
    • Mit dem Auftraggeber abgestimmte Projektorganisation und Informations- sowie Unterstützungsrechte
    • Ressourcen in ausreichender Menge und Qualität
  7. Angebotserstellung - Ein paar Tipps für den Auftragnehmer
    Lieber vorher sorgfältig arbeiten als nachher Verluste realisieren:

    • Ideal ist Angebot ohne Ausschreibung an Wettbewerber
    • Oder Option auf Mitgestaltung der Ausschreibungsunterlagen
    • jede Chance nutzen um Angebotsinhalte mit Auftraggeber abzustimmen
    • jede Chance nutzen Informationen über Wettbewerber zu erhalten
    • Jedes Angebot intensiv abstimmen mit Verkauf, Operations und Sub-/ Generalunternehmer
    • Steuere die Erstellung komplexer Angebote wie ein Projekt
    • Prüfung ob Verhältnis zwischen Profit und Risiken angemessenem ist
    • Dem Auftraggeber die eigene Spezifikation als Bestandteil des Angebotes geben bei ungenauer Definition der Leistungsanforderungen
  8. Hoher Planungsaufwand zum Projektstart zur
    Sicherung der Zielerreichung
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    • Abnahme von Planungsalternativen, Kreativität und Teamarbeit
    • Zunahme von Schlüsselstellung des Teamleiters, kumulierten Gesamtkosten
  9. Planung strukturiert den Prozess, legt die Meilensteine fest, zeigt den kritischen Pfad
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  10. Ein paar Tipps aus der Systemtheorie zur Definition von sachlogischen Arbeitspaketen
    • Klare Abgrenzung des Systems (Gesamtprojektes) gegenüber der Umwelt und eindeutige Definition in seinen Wirkungen (Projektergebnis)
    • Die Subsysteme (Teilprojekte) der nächsten Ebene müssen nach gleichen Prinzipien und für die damit beauftragten Aufgabenträger hinreichend klar mit Ihren Elementen und Wirkungen beschrieben sein.
    • Hinreichende Qualifikation der Aufgabenträger, um die Module und Elemente ihres Subsystems auf der nächst tieferen Ebene inhaltlich zu definieren. Schnittstellen aufgrund notwendiger Interaktion mit anderen Subsystemen gleicher Ebene sind dabei zwingend zu berücksichtigen (ganzheitliche Prozesse).
    • Stufenweises (vertikal, horizontal) und abgestimmtes Vorgehen der Konkretisierung von Subsystemen und Schnittstellen zur Reduzierung der Komplexität
    • Minimierung der Schnittstellen zwischen den Subsystemen (modularer Aufbau) zur Bewahrung der Flexibilität bei künftigen Änderungen in dynamischen Prozessen
Author
debs94
ID
337873
Card Set
Projektmanagement Methodik
Description
Karteikarten zum Modul Projektmanagement und Innovation (Teil 1/3)
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