Fügetechnik

  1. Welche Verfahren gehören zur Gruppe der Pressschweißverfahren?
    • Reibschweißen
    • Widerstandsschweißen
    • Lichtbogenpressschweißen
    • Diffusionsschweißen
  2. Welche Verfahren gehören zur Gruppe der Schmelzschweißverfahren?
    • Gasschweißen
    • Lichtbogenschweißen
    • Lichtstrahlschweißen
    • Elektronenstrahlschweißen
    • Widerstandsschmelzschweißen
  3. Mit welchem Gasgemisch wird üblicherweise das Autogenschweißen durchgeführt?
    Acetylen / Sauerstoff
  4. Wie hoch ist in etwa die maximale Temperatur einer Acetylen/Sauerstoff-Flamme und in welchem Abstand vom Flammenkegel wird diese im Arbeitskegel erreicht?
    Bei 3200°C und etwa 20-50mm
  5. Welche Metallkombinationen können mit dem Autogenschweißen verbunden werden?
    • Stahl/Stahl
    • Cu/Cu
    • Cu/Stahl
  6. Was ist beim Autogenschweißen eine “oxidierende Flamme” und beim Schweißen welchen Materials wird diese verwendet?
    • Sauerstoffüberschuss
    • Material: Messing
  7. Was ist beim Autogenschweißen eine “reduzierende Flamme” und beim Schweißen welchen Materials wird diese verwendet?
    • Acetylenüberschuss
    • Material: Gusseisen und Aluminium
  8. Was ist der Unterschied zwischen sauer/basisch umhüllten Stabelektroden und was sollte bei der Lagerung beachtet werden?
    • sauer (A): hohe Lichtbogenstabilität, hochflüssiges Schmelzbad
    • basisch (B): instabiler Lichtbogen, dickflüssiges Schweißbad
    • zelluloseumhüllt (C)
    • rutilumhüllt (R)


    basische Elektroden sind hygroskopisch und sollten daher trocken und verpackt gelagert werden
  9. Beschreibe das Lichtbogenhandschweißen
    • Manuelles Verfahren
    • Gleich- und Wechsstrom nutzbar
    • Wärmequelle ist der Lichtbogen
    • umhüllte Stabelektrode ist geichzeitig der Zusatzwerkstoff
  10. Welche Aufgaben übernimmt die Umhüllung einer Stabelektrode beim Lichtbogenhandschweißen?
    • Schlackenbildung
    • Schutzgasausbildung
    • Stabilisierung des Lichtbogens
    • metallurgische Effekte
    • Viskositätsbeinflussung Schmelze
  11. Was bedeuten die Abkürzungen MSG, MIG, MAG und WIG bei den Schutzgasschweißverfahren?
    • MSG: Metall-Schutzgasschweißen
    • MIG: Metall-Inertgasschweißen
    • MAG: Metall-Aktivgasschweißen
    • WIG: Wolfram-Inertgasschweißen
  12. Welche Gase sind Schutzgase beim MSG-Schweißen?
    • Argon
    • Helium
    • Kohlendioxyd
    • Sauerstoff
    • Stickstoff
    • Wasserstoff
  13. Welche Schutzgase sind inert bei MSG-Schweißen?
    • Argon
    • Helium
  14. Welche der folgenden Gase sind oxidierend beim MSG-Schweißen?
    • Kohlendioxid
    • Sauerstoff
  15. Welches Gas ist reduzierend beim MSG-Schweißen?
    Wasserstoff
  16. Welche Metalle kann man mit dem WIG-Schweißen fügen und was mit dem Lichtbogen und der Elektrode?
    • Schweißen von unlegiertem Stahl, Titan-Legierungen, nichtrostenden Stählen und Al-Legierungen    
    • Lichtbogen in Inert-Gas zwischen W-Elektrode und Werkstück
    • Die Elektrode brennt nicht ab
  17. Was kann man beim MSG-Schweißen über die Elektrode, den Draht sowie den Lichtbogen sagen?
    • Elektrode brennt ab
    • Drahtvorschub konstant                            
    • Lichtbogenlänge regelt sich selbst (elektr. Widerstand)
  18. Welche Metallarten kann man mit MIG/MAG schweißen und welche Gasarten nutzen sie?
    • MAG: Aktive Gase
    • MIG: Inerte Gase
    • MAG: Unlegierte Stähle
    • MIG: Leichtmetalle
  19. Welche Materialien werden für Festkörper-LASER verwendet?
    • Al2O3 (Rubin)
    • Nd:YAG (Neodym-Yttrium-Aluminium-Granat)
    • Glas
  20. Welche Gase werden vorzugsweise für Gas-LASER verwendet?
    • Kohlendioxid
    • Helium/Neon
  21. Welche Parameter sind beim elektrischen Widerstandschweißen regelbar (3)?
    • Kraft
    • Stromverlauf
    • Nachpresskraft
  22. Nenne vier Vorteile vom Buckelschweißen
    • kurze Schweißzeit
    • automatisierbar
    • kostengünstig
    • keine Nacharbeit
  23. Beschreibe das Widerstandspunktschweißen und nenne zwei weitere Verfahren
    • Widerstandserwärmung mit Stromstärken bis 10000 A
    • zusätzliche Presskraft -> schmieden
    • Cu-Elektroden, wassergekühlt
    • Schweißlinse fest               
    • Stoffwiderstände nehmen beim Schweißen zu, Übergangswiderstände nehmen ab
    • unterschiedliche Qualität der Schweißpunkte 
    • Voll automatisierbar

    Verfahren: Rollnaht- und Buckelnahtschweißen
  24. Wie funktioniert das Reibschweißen und was sind Produkte dieses Verfahrens?
    • Werkstücke werden gegeneinander bewegt, allein durch Reibungswärme und Kraft wird gefügt
    • Schmieden und Diffusion verbinden die Teile
    • automatisiertes Verfahren, rotationssymmetrische Teile
    • alle Metallkombinationen möglich
    • Beispielsweise Getriebeteile und Bimetall-Ventile
  25. Was lässt sich zum Diffusionsschweißen sagen?
    • plane (polierte), reine Oberflächen gefordert
    • keine Oxide -> Vakuum
    • Erwärmen auf 0,5-0,7 Ts                 
    • Zusammenpressen mit ca. 10 MPa
    • Unterschied Atomgröße < 15%
    • gleiche Kristallgitter
    • keine WEZ   
    • Festkörperdiffusion über gesamte Fügefläche
    • ungleichartige Metalle und sogar Werkstoffkombinationen Metall/Nichtmetall fügbar
  26. Welche Begriffe sind in der Bezeichnung „Schweißbarkeit des Bauteils“ enthalten?
    • Schweißeignung
    • Schweißsicherheit
    • Schweißmöglichkeit
  27. Was bedeutet WEZ?
    Wärmeinflusszone
  28. Durch welchen Quotienten ist die Streckenenergie E beim Schweißen definiert?
    Engergie durch Schweißgeschwindigkeit
  29. Wie hängen WEZ und Streckenenergie E zusammen und wie lautet die Formel?
    • E groß -> WEZ groß
    • E klein -> WEZ klein

    E= Q/Vs (Q: eingebrachte Energie, Vs: Schweißeschwindigkeit)
  30. Was bedeutet die Abkürzung Ms in einem ZTU-Schaubild?
    Martensit-Start-Temperatur
  31. Was bedeutet die Abkürzung Mf in einem ZTU-Schaubild?
    Martensit-finish-Temperatur
  32. Was bedeutet t8/5-Zeit?
    Abkühlzeit von 800°C auf 500°C
  33. Wie ist die Löttemperatur bezüglich der Solidustemperatur des Lotes sowie des Grundwerkstoffes?
    • Höher als die Solidustemperatur des Lotwerkstoffes
    • Niedriger als die Solidustemperatur des Grundwerkstoffes
  34. Welcher Kontaktwinkel darf sich maximal einstellen, damit sich das flüssige Lot ausbreiten kann?
    30°
  35. Wozu dienen Flussmittel beim Lötprozess?
    • Benetzung der Grundwerkstoffs mit Lot
    • Beseitung von Oxiden
    • Verhinderung einer Oxidation der Oberflächen
  36. Welche Form muss ein Lötspalt aufweisen, um einen kapillaren Fülldruck aufzubauen?
    Eine, von der Lotzufuhrstelle aus sich verringernde Spaltbreite
  37. Welche Lötung ist optisch besser zu kontrollieren bezüglich der kompletten Füllung des Lötspaltes mit Lot?
    eingelegtes Lot
  38. Was ist die ideale Spaltbreite beim industriellen Spaltlöten?
    0,05-2 mm
  39. Welches ist die nächsteutektische Lotlegierung laut nachfolgendem Zustandsschaubild?

    Image Upload 1
    L-Sn63Pb
  40. Welche Löttemperatur ist für Silber- bzw. Kupferhartlote mindestens erforderlich und welche Zugefestigkeit der Lötverbindung ist dabei mindestens zu erwarten?
    • Silber: Löttemperatur > 590°C                 
    • Kupfer: Löttemperatur > 820 °C
    • Silber: Zugfestigkeit > 600 MPa
    • Kupfer: Zugfestigkeit > 500 MPa
  41. Eine Klebeschicht besteht aus Adhäsions- und Kohäsionsschichten. Welche Schicht hat die höhere Festigkeit?
    Adhäsionsschicht
  42. Was sind Ziele der Oberflächenvorbereitung beim Kleben von Metallen?
    • Sicherstellen einer guten Adhäsion
    • Entfernen von Oberflächenbelägen
    • Herstellung einer definierten Rauhheit
  43. Warum muss eine Metalloberfläche vor dem Kleben aufgerauht werden?
    um mechanische Adhäsion zu erzeugen
  44. In welchem Bereich der Rauhigkeit (Angabe in µm) liegt eine gut präparierte Metalloberfläche vor dem Kleben?
    50-100
  45. Was passiert atomar gesehen und was ist das Ziel beim Schweißen?
    • atomar: Austausch von Valenzelektronen
    • Ziel: Form-/Kraft-/ Stoffschluss
  46. Wie kann man die gängigen Schweißverfahren einteilen und was sind die Vor- und Nachteile?
    • Autogen und WIG: manuell, langsam, Vs klein -> E groß -> WEZ groß
    • Lichtbogen und MIG/MAG: teilautomatisiert, Vs hoch -> E klein -> WEZ klein
  47. Wie werden Bleche unterschieden?
    • Feinbleche t < 3mm
    • Grobbleche t > 3mm
  48. Was ist die Aufgabe der Streuflamme beim Autogenschweißen?
    Oxidationsschutz
  49. Was bedeutet S235 JR?
    • S: Stahlbau (schweißbar)
    • Re > 235 MPa
    • J: KBA mind. 27 J
    • R: KBA bei Raumtemperatur (20°C)
  50. Was bedeutet E360C
    • E: Maschinenbau
    • Re > 360 MPa
    • C: kalt gut umformbar
  51. Welche Kürzel für die Temperatur gibt es, bei der der Kerbschlagbiegeversuch ausgeführt wird?
    • R: 20°C
    • 0: 0°C
    • 2: -20°C
  52. Welche Kürzel für die Kerbschlagbiegearbeit gibt es und welche Werte verbergen sich dahinter?
    • J: mind. 27J
    • K: mind. 40J
    • L: mind. 60J
  53. Was bedeuten folgende Zusätze hinter einem Stahlnamen: C, L, N und Q?

    Beispiel: S235JR N
    • C: gut kaltumformbar
    • L: für tiefe Temperaturen
    • N: Normalgeglüht
    • Q: vergütet
  54. Was bedeuten folgende Zusätze hinter einem Stahlnamen: +F, +S und +U?

    Beispiel: S235JR+S
    • +F: Feinkornstahl
    • +S: Feuerverzinkt
    • +U: unbehandelt
  55. Welche Faktoren benötigt man für welche Metalle um den prozentualen Anteil auszurechnen?
    • Faktor 4: Cr, Mn, Ni, Si
    • Faktor 10: Al, Cu, Mo, Pb
    • Faktor 100: N, S, C
  56. Welchen Chromgehalt haben nichtrostende Stähle mindestens?
    10%
  57. Wie werden die Laserschweißverfahren unterschieden und was sind die Vor-/Nachteile?
    • Nd;YAG: über Glasfaser, mobil, niedrigere Wellenlänge und Leistung -> geringere Kosten
    • CO2: über Spiegel, nicht mobil, höhere Wellenlänge und Leistung -> hohe Kosten

    Schweißgeschwindigkeit Vs ist bei beiden hoch, daher WEZ niedrig
  58. Wie erfolgt die Vorbereitung des Kunststoffschweißens?
    durch Abziehen der Oberflächen (angelagerte H- und O2-Atome entfernen)
  59. Was ist eine wichtige Komponente von Kunststoffen?
    Naphtha
  60. Wie werden Kunststoffe unterschieden und wie kann man sie fügen?
    • Thermoplaste -> schweißbar (artgleich!)
    • Duroplaste/Elastomere -> klebbar
  61. Wie ist Schweißen definiert?
    Vereinigen von Werkstoffen unter Verwendung von Wärme und/oder Kraft mit/ohne Schweißzusatz
  62. Was bedeutet ZTU und was beschreibt es?
    ZTU: Zeit-Temperatur-Umwandlungsschaubild

    Beschreibt den Zerfall eines Stoffes und das daraus entstehende Gefüge
  63. Was beschreiben Schweiß-ZTU und was sind die Unterschiede zum normalen ZTU?
    • erlaubt eine Abschätzung der kritischen Abkühltemperaturen
    • Unterschiede: höhere Austenitisierungstemperatur, höhere Abkühlgeschwindigkeiten, gelten nur für die WEZ
  64. Warum wird vorgewärmt?
    Image Upload 2
    • Im roten Bereich entstehen aufgrund schneller Wärmeleitung Härtegefüge, Spannungen führen dann zu Rissbildung.
    • Durch Vorwärmen ensteht ein Wärmestau der die Abkühlgeschw. verringert.
  65. Wie wird die Vorwärmtemperatur bestimmt und was beeinflusst diese?
    • über das Kohlenstoffequivalent
    • Beeinflussung durch Blechdicke und Elektrodendurchmesser
  66. Nenne vier Oberflächenschweißfehler
    • Riss
    • zu große Nahtüberhöhung
    • Wurzelkerbe
    • Einbrandkerbe
  67. Nenne drei innere unregelmäßigkeiten beim Schweißen
    • Bindefehler
    • Poren/Gaskanal
    • fester Einschluss
  68. Welche Schweißnahtarten gibt es?
    • Kehlnaht
    • Stumpfnaht
  69. Welche Schweißpositionen gibt es und welche Kürzel haben sie?
    • waagerechtes Schweißen = PA
    • horizontales Schweißen = PB
    • Querschweißen = PC
    • horizontal überkopf = PD
    • überkopf = PE
    • Steigposition = PF
    • Fallposition = PG
  70. In welche Bereiche wird eine Flamme von der DÜse ausgehend eingeteilt?
    • Flammenkern
    • Flammenkegel
    • Arbeitszone
    • Streuflamme
  71. Welche Schweißrichtungen gibt es beim Gasschweißen, was sind die Anwendungsgebiete und Eigenschaften?
    • Nach-Links: Schweißstab vor der Flamme, dünne Bleche, geringe Wärmekonzentraton
    • Nach-Rechts: Schweißstab hinter der Flamme, dickere Bleche, hohe Wärmekonzentration
  72. Was ist der grundlegende Unterschied zwischen MSG und WSG?
    • MSG: abschmelzende Elektrode
    • WSG: nichtabschmelzende Elektrode
  73. Nenne je ein Metallbeispiel für die Kristallarten
    • KRZ: Stahl
    • KFZ: Kupfer
    • HDP: Titan
  74. Welches ist das optimalste Schweißverfahren?
    Diffusionsschweißen
  75. Welche Bezeichnung hat Edelstahl V2A?
    X5CrNi 18-10
  76. Was gibt die Güteklasse eiens Stahls an?
    • hohe GK -> geringer Sauerstoffgehalt
    • niedrige GK -> hoher Sauerstoffgehalt
  77. Welche Metalle bilden eine Oxidschicht, die vor dem Schweißen entfernt werden muss?
    • Aluminium
    • nichtrostende Stähle
  78. Welcher Elektrodenabstand zum Werkstück sollte beim MSG eingehalten werden und welche Gasmenge wird eingestellt?
    • 10mal Elektrodendurchmesser
    • 10mal E-Durchmesser in mm = liter/min
  79. Was ist eine Rekombination und was ist das Problem dabei?
    • H+H = H2
    • Das Volumen der Moleküle vergrößert sich -> Rissbildung verstärkt sich
  80. Was bedeutet WPS?
    Welding Procedure Specification (Schweißanweisung)
  81. Wie berechnet sich die Schweißnahtdicke bei der Kehlnaht?
    • amax = 0,7*tmin
    • amin = Wurzel(tmax)*0,5
  82. Warum ist die Wulst beim Pressverbindungsschweißen (Reibschweißen) erwünscht?
    Um Fremdkörper/-stoffe aus der Verbindungszone zu drücken
  83. Wie lautet das Diffusions-Gesetz?
    D = D0*e^(Q/R*T)
  84. Wie lautet die Young'sche Gleichung?
    γs = γl*cos(Θ)+γls
  85. Was sind Vor- und Nachteile des Löten gegenüber Schmelzschweißen?
    • Vorteile: WEZ gering, Verzug gering, untersch. Metalle fügen
    • Nachteile: keine Durchmischung, kaum Diffusion -> geringere Festigkeit
  86. Ab welcher Temperatur bezeichnet man das Löten als Hartlöten?
    T > 450°C
  87. Wie kann man Klebstoffe einteilen?
    • chemisch reagierend (Industrie: 1K/2K)
    • reaktive Schmelzklebstoffe
    • physikalisch abbindend
Author
Sandra1992
ID
337842
Card Set
Fügetechnik
Description
Fügetechnik
Updated