Produktpolitik

  1. Marketing Mix Planung
    Bei der Planung des Marketing-Mix geht es um die Frage, welche Marketinginstrumente wie und mit welcher Intensität einzusetzen sind, um die Marketingziele zu erreichen.
  2. Produktpolitik Definition
    Die Produktpolitik beinhaltet alle Entscheidungstatbestände, die sich auf die marktgerechte Gestaltung aller vom Unternehmen im Absatzmarkt angebotenen Leistungen beziehen.
  3. Komponenten des Produktnutzens
    Bedürfnisbefriedigung resultiert aus den technisch-funktionalen Basiseigenschaften, den über den Grundnutzen hinausgehenden technisch-funktionalen Zusatznutzen und den ästhetischen sowie sozialen Wirkungen eines Produktes.
  4. Produktgestaltung
    alle Maßnahmen, die zur Festlegung oder Veränderung von Eigenschaften eines Produktes unter absatzwirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen werden.
  5. Entscheidungsfelder Produktbeschaffenheit
    • Produktkern: Funktionsumfang, Haltbarkeit, Material
    • Produktdesign: Form, Farbe, Logo
    • Produktumfeld: Verpackung, Produktimage, Marke
  6. abstrakte Gestaltungsmittel
    • Symbole: Markenzeichen, Umweltengel, Bio-Symol
    • Bilder: Produktabbildung, Erlebniswelten
    • Sprache: Packungsangaben zur Qualität/ Verwendungszweck
  7. konkrete Gestaltungsmittel
    • Material
    • Farben
    • Formen
    • Geschmacks-/ Duftstoff
  8. Funktionen der Verpackung
    • Schutzfunktion (Schutz vor Beschädigungen)
    • Transport- und Lagerfunktionen (Stapelbarkeit)
    • Werbefunktion (Verpackung als Träger des Markenzeichens)
    • Indentifizierungsfunktion (leichte Identifizierung einer Marke)
    • Mengenabgrenzungsfunktion (Portionierung loser, pulverförmiger oder flüssiger Stoffe)
    • Informationsfunktion (Information der Käufer über bestimmte Eigenschaften und Bestandteile des Produkts oder Träger der Gebrauchsanweisung)
  9. Markengestaltung („Branding“)
    Alle Maßnahmen zum Aufbau einer Marke, die dazu geeignet sind, ein Angebot aus der Masse gleichartiger Angebote herauszuheben, und die eine eindeutige Zuordnung von Angeboten zu einer bestimmten Marke ermöglichen.
  10. Ziele des Branding
    • Identifikation und Differenzierung
    • Vermittlung imagerelevanter Assoziationen
    • Erzeugung von Sympathie für die Marke
    • Unterstützung der Erinnerungswirkung von Marken
  11. ökonomischer Zusatznutzen einer Marke (Nutzen der Marke aus Anbietersicht)
    • Preispremium
    • Kundenbindung
    • Differenzierung
    • Profilierung
    • Wertsteigerung
    • Wettbewerbsvorteile
  12. psychologischer Zusatznutzen (Nutzen der Marke aus Konsumentensicht)
    • Orientierungshilfe
    • Informations- und Identifikationsfunktion
    • Minderung des Risikos einer Fehlentscheidung
    • Ausdruck von Gruppenzugehörigkeit
    • Qualitätssicherungsfunktion
    • Entlastungsfunktion
  13. Markenstrategien
    • Einzelmarkenstrategie: verschiedene Produkte einer Warenart werden von der Unternehmung als eigenständige Marken aufgebaut und geführt (Nutella und Duplo von Ferrero)
    • Familienmarkenstrategie: verschiedene Produkte einer Warenart werden von der Unternehmung unter einem einheitlichen Markennamen geführt (versch. Körperpflegeprodukte der Marke Nivea von Beiersdorf)
    • Dachmarkenstrategie: das gesamte Absatzprogramm wird unter dem Unternehmensnamen angeboten (Siemens)
  14. Bewertung Einzelmarkenstrategie
    • Vorteile:
    • Möglichkeit klare Profilierung eines Produktes
    • Konzentration auf definierte Zielgruppe
    • Bei Misserfolg kein negativer Imagetransfer

    • Nachteile: 
    • ein Produkt trägt gesamtes Markenbudget alleine
    • Voraussetzung ist ausreichendes Marktvolumen/ -potential
    • Markenpersönlichkeit wird nur langsam aufgebaut
  15. Bewertung Familienmarkenstrategie
    • Vorteile: 
    • mehrere Produkte tragen das Markenbudget
    • neue Produkte profitierten vom positiven Imagetransfer der Marke

    • Nachteile: 
    • Gefahr der Markenüberdehnung
    • Markenkern begrenzt Innovationsmöglichkeiten
  16. Bewertung Dachmarkenstrategie
    • Vorteile: 
    • alle Produkte tragen Markenbudget
    • leichte Einführung neuer Produkte
    • Präsenz in kleinen Teilmärkten möglich

    • Nachteile:
    • Positionierung unspezifisch
    • Bei Misserfolg negativer Imagetransfer auf die Marke und alle Produkte
    • Konzentration auf einzelne Zielgruppen kaum möglich
  17. Prinzipien der grundsätzlichen Programmausrichtung
    • Herkunftsorientierung: Das Programm wird durch die Herkunft des Materials bestimmt (Bio Produkte)
    • Bedarfs- oder Erlebnisorientierung der Abnehmer: Das Programm wird den Bedarfs- und Erlebnisbedürfnissen der Nachfrager entsprechend zusammengestellt
    • Orientierung nach Preislage: Auswahl der Produkte nach Zugehörigkeit einer bestimmten Preisklasse
    • Orientierung an Selbstverkäuflichkeit der Ware: Die Programmzusammenstellung wird von der Erklärungsbedürftigkeit der Produkte bestimmt
  18. Verbundeffekte im Programm
    • Bedarfsverbund: Die jeweiligen Güter stehen in einem komplementären Zusammenhang (Briefpapier/Briefumschläge, Farbe/Pinsel)
    • Nachfrageverbund: bestehend aus nachfragewirksamen Bedarfsverbund und weitere Produkte die zusammen nachgefragt werden (Schulheft für Kinder und Lebensmittel von Eltern)
    • Kaufverbund: wenn durch kaufwirksamen Nachfrageverbund oder durch absatzpolitische
    • Maßnahmen der gleichzeitige Einkauf mehrerer Artikel am PoS verursacht wird
  19. Programmbreite
    Anzahl der Produktlinien/ Anzahl alternativer Produktangebote
  20. Programmtiefe
    Zahl der Produkte innerhalb einer Produktlinie
  21. Produktinnovationsrate
    In den letzten Jahren ist mehrfach zu beobachten gewesen, daß Unternehmen den Umsatzanteil “neuer” Produkte ausweisen. Als “neu” gelten dabei alle Produkte, die während der jüngsten fünf, zehn oder fünfzehn Jahre in das Sortiment aufgenommen wurden. Dieser Umsatzanteil kann als Produktinnovationsrate bezeichnet werden.
  22. Reaktion auf Produktinnovationen
    • Innovatoren: probieren gerne Neues aus, sind unternehmungslustig
    • und risikofreudig 
    • Frühadoptierer: nehmen etwas Neues gerne an und betätigen sich oft als Meinungsführer.
    • frühe Mehrheit: übernehmen gerne neue Ideen, aber sie möchten nicht die Ersten sein.
    • späte Mehrheit: Skeptiker, kaufen ein Produkt erst dann, wenn die breite Mehrheit schon Erfahrungen damit gemacht hat.
    • Nachzügler: traditionsbewusst und risikoscheu. Kauf eines Produktes, wenn es bereits zum Standard gehört.
  23. Idealtypischer Verlauf der Diffusions-/ Adoptionskurve
  24. Produktlebenszyklusanalyse
  25. Kennzahlenanalyse zur Produktpolitik
    S. 68
  26. Typische Kennzahlen zur Programmanalyse
    • Umsatzrentabilität = Gewinn/ Umsatz
    • Lagerumschlagshäufigkeit = Wareneinsatz/ durchschn. Lagerbestand
    • Flächenrentabilität = Flächenleistung (Umsatz) / Quadratmeter
    • Flächenproduktivität = Umsatz / qm Verkaufsfläche
  27. Produktinnovation Definition
    Innovationen sind qualitativ neuartige Produkte oder Verfahren, die sich gegenüber dem vorangegangenen Zustand wahrnehmbar unterscheiden.
  28. Produktinnovationen
    Abnehmersicht = Neuheitsgrad der Nutzenstiftung

    • echte Innovation: originäres Produkt mit völlig neuer Nutzenstiftung
    • Quasi-Innovation: neuartiges Produkt, das an bestehende Produkte anknüpft aber eine veränderte Nutzenstiftung aufweist
    • Me too Produkt: bereits bestehenden Produkten nachempfundenes Produkt mit gleicher Nutzenstiftung
  29. Neuartigkeit von Innovationen bezieht sich auf mehrere Aspekte
    • Subjekt: für Anbieter oder Nachfrager neu?
    • Intensität: technische oder marktbezogene Neuheit?
    • Zeit: wie lange schon als neues Produkt auf dem Markt?
    • Ort: wo neu?
  30. Methode 635
    • schriftlich fixierte Problemstellung
    • sechs Mitglieder einer Gruppe formulieren jeweils drei Lösungsvorschläge
    • Lösungsblatt geht an den nächsten Teilnehmer weiter, der die Idee weiterentwickelt
    • 18 Lösungsvorschläge, die jeweils fünf mal variiert wurden
  31. Methoden zur Ideenfindung einer Innovation
    • intuitiv kreative Verfahren: Brainstorming, Methode 635, Synektik
    • diskursive/ systematisch-logische Verfahren: Problemanalyse, morphologische Methode
    • kombinierte Methoden: Methode der sechs Hüte
  32. Produktvariation
    • Grundlegender Charakter des Produkts wird beibehalten
    • Verändertes Produkt löst altes Produkt ab
    • Anzahl der Produkte bleibt gleich

    • Veränderungen:
    • an den Nutzenkomponenten des Produktes
    • bei physikalischen Eigenschaften
    • von Zusatzleistungen

    • Ausmaß der Veränderungen:
    • kontinuierliche, marginale Veränderungen (Produktpflege) 
    • umfangreiche Veränderungen (Produktrelaunch)
  33. Produktdifferenzierung
    • Einordnung in bisherige Produktgruppe bleibt erhalten
    • differenziertes Produkt wird (meist) zusätzlich zum bisherigen Produkt
    • angeboten (Anzahl an Produkten erhöht sich)
    • Produkt wird so geändert, dass Bedürfnisse neuer Zielgruppen befriedigt werden oder dass zusätzliche Bedürfnisse der alten
    • Zielgruppe befriedigt werden

    Ziel: Erschließung neuer Marktsegmente oder Befriedigung weiterer Verbraucherbedürfnisse
  34. Produktelimination
    • Das Angebot bisheriger Produkte wird eingestellt. Die Elimination kann einzelne Produktvarianten, ganze Produktgruppen oder auch Geschäftssparten betreffen.
    •  
    • Mögliche Gründe:
    • Gewinnerwartungen des Unternehmens werden nicht mehr erfüllt
    • Konzentration auf Kernkompetenzen
Author
debs94
ID
337158
Card Set
Produktpolitik
Description
Marketing 1/4
Updated