-
kleine vs. große Malformation
+ Klinik Gehöhrgangatresie
- klein = auf Mittelohr beschränkt
- groß = Mikrootie, Gehörgangsstenose o. Atresie, Mittelohrfehlbildungen
- Gehörgangatresie = Schallleitungsstörung
- (Gehörgangrekonstruktion erst ab 5. LJ)
-
Perichondritis vs Erysipel
- Perichondritis:
- Pseudomonas, selten Staph. aureus
- nach Otohämatom o. Verletzung des Knorpels!
- Rötung, Schwellung, Relief verschwunden, starke Schmerzen, Abszessbildung, Muschel schrumpft im Verlauf durch Nekrosen
- !! Ohrläppchen NICHT schmerzhaft !!
- Therapie: Ciprofloxacin, Clindamycin
- Erysipel:
- S. pyogenes (beta-hämol. der Gruppe A)
- über kutane Lymphbahnen
- Rötung, Schwellung, Schmerzen
- !! scharf begrenzter Rand !!
- ! hohes Fieber !
- Therapie: Penicillin, Clindamycin
-
Zoster oticus
- Varizellen bei Befall N. facialis u. verstibulocochlearis (7+8)
- Fazialisparese und Schwerhörigkeit (retrocochleärer Hörverlust)
- starke Ohrenschmerzen
- Diagnose: AK-Nachweis Serum o. Liquor
- Therapie:
- Stadium I = Doxycyclin o. Amoxi
- Stadium II = Ceftriaxon o. Cefotaxim
-
Lärmschwerhörigkeit
- mit 40% häufigste Berufserkrankung
- Zeitdauer und Intensität entscheidend
- langjährige Exposition von mind. 85dB über 8h
- "Rinnetest bei Lärmschwerhörigkeit i.d.R. bds. positiv" (weil Innenohrschädigung)
-
Rinne vs Weber
- Rinne:
- negativ = Schallleitungsstörung >18dB! (Mittelohr)
- positiv = Physiol. o. Schallempfindungsstörung (Innenohr)
- Weber:
- - wenn keine Lateralisation = physiol. ODER
- 1) bei Rinne pos. = symmetrische Schallempfindungsstörung
- 2) bei Rinne neg. = symmetrische Schallleitungsstörung
- wenn lat ins Rinne-negative Ohr = Schallleitungsstörung auf lat Seite
- wenn beide Ohren Rinne-pos. und lat. in ein Ohr = Schallempfindungsstörung auf kontralat Seite
- wenn lat. ins Rinne-pos. Ohr (anderes = Rinne-neg) = komb. Schwerhörigkeit kontralat. ODER Taubheit kontralat.
-
Otitis externa maligna
- = schwere nekrotisierende Form der Otitis externa (äußerer Gehörgang entzündet)
- meist durch Pseudomonas nach Infektion
- bei geschwächtem Immunsystem (Diabetes mellitus!!)
- Schmerzen, Fazialisparese, Ausfälle Hirnnerven, fötide Sekretion, stark vermind. AZ
- Lebensbedrohlich!
- Diagnose:
- Probenentnahme
- CT, MRT UND Knochenszinti
- Therapie:
- lok. (und system.) Antibiose über 6w-6m
- OP (betroffene Knochenabschnitte sanieren/ entfernen!
-
Gehörgangscholesteatome
- Läsion aus verhornenden Plattenepithelzellen
- wachsen aus Trommelfell oder Gehörgang in Schleimhaut des Mittelohrs ein
-
akute Mittelohrentzündung
- Erreger:
- 90% bakteriell (Pneumokokken, H. influenza, M. catarrhalis) -> AB: Amoxi, Cephalosporine
- 70% viral (Trommelfell außer im Anfangsstadium NICHT vorgewölbt)
- 66% gemischt
- Diagnose:
- Trommelfellvorwölbung mit vermehrter Gefäßzeichnung
- evtl Spontanperforation mit Otorrhö -> dann keine Schmerzen mehr
- Therapie:
- unkompliziert (kein Fieber, keine otogenen Probleme) = NSAR, Kontrolle nach 2-3d
- kompliziert = Antibiose sofort
- Kinder <6m
- Kinder <2j mit bilateral
- starke Schmerzen + Otorrhö + Fieber
- Risikofaktoren
- wenn keine Kontrolle möglich
-
Seromukotympanon
- Sekretansammlung in Paukenhöhle > 3 Monate
- v.a. bei Kleinkindern (bei Erwachsenen Malignomverdacht!!)
- v.a. durch physiol. Tubeninsuff. bei Kindern <7 o. Adenoide
- Schallleitungsschwerhörigkeit
- Diagnose:
- Transparenzminderung Trommelfell
- gelblich schimmerndes Trommelfell
- Einziehung Trommelfell
- Therapie:
- abschwellende Nasentropfen
- Adenotomie
- Paukenröhrchen in Trommelfell einsetzen (nach 3 Monaten!), sonst Sprachentwicklungsstörung möglich
- -> Röhrchen fällt nach 3-12m aus Ohr raus
-
Otosklerose
- Verknöcherung des Labyrinths, v.a. Steigbügel am ovalen Fenster
- -> progrediente Schallleitungsschwerhörigkeitautoimmun; dominant vererbt
- unbehandelt führt es zur Ertaubung
- Frauen 20-40 häufig betroffen
-
Cholesteatom
- Sonderform der chron. Otitis media
- verhornende Plattenepithelzellen wachsen aus Läsion von Trommelfell in Schleimhaut des Mittelohres ein
- destruiert umgebende Strukturen (Gehörknöchelchen, Labyrinth, Bogengänge)
- Symptome:
- einseitige fötide Otorrhö (riecht)
- progredienter Hörverlust - initial Schallleitung!! (Weberlateralisation ins kranke Ohr)
- über Schwindel bis Fazialisparese viel möglich
- Therapie:
- IMMER OP-INDIKATION (lebensgefährlich!)
- Exzision des Cholesteatoms
- Rekonstruktion des Schallleitungsapparates
-
Cochleaimplantat
ersetzt Funktion des Innenohres und stimuliert Hörnerv
- Indikationen:
- postlingual beidseits Ertaubte
- prälingual beidseits ertaubte (Klein-)Kinder
- KI:
- fehlende Cochlea; fehlender Hörnerv
- zentrale Taubheit
- Durchführung:
- CT, MRT, subj. + obj. Hörtests
- psychosoziale Situation muss getestet werden
- unter Narkose o. örtl. Betäubung
- Mastoidektomie
- Elektrode kommt in Scala tympani
-
Morbus Meniére
Symptome + Pathophysio
Erkrankung des Innenohres mit Flüssigkeitsvermehrung der Endolymphe (fehlende Resorption)
- typische Trias (über min-h)!!!:
- Drehschwindel
- Tinnitus
- Hörminderung
- Besonderheit:
- mit Anfallshäufigkeit nimmt Hörvermögen immer mehr ab
- bei 30% sind beide Ohren betroffen
- Frequenz der Anfälle nimmt im Alter ab
- Patho:
- durch Riss der Meissner-Membran path. erhöhte K+-Konzentration in Perilymphe -> Depolarisation afferenter Hörnervenfasern
-
Morbus Meniére
Diagnose
- Diagnose klinisch:
- evtl Horizontaler Nystagmus
- Stimmgabel -> Innenohrschädigung (Rinne bds. positiv; Weber lat. ins gesunde Ohr)
- Diagnosekriterien (2015):
- >2 spont. Schwindelattacken über mind. 20min
- Trias
- bewiesene Hörminderung
- Ausschluss anderer Ursachen
- Diagnose apparativ:
- Tieftonschwerhörigkeit
- positives Recruitment (äußere Haarzellenschädigung)
- EEG -> norm. AEP
-
Morbus Meniére
Therapie
- Symptomatisch:
- im akuten Anfall -> Bettruhe, Antivertiginosa (Dimenhydrinat)
- ggf. Glucos intratympanal
- Prophylaxe -> Histaminanaloga (Betahistin)
- Interventionell:
- Gentamicin (Applikation in Mittelohr über Schnitt in Trommelfell)
- Sakkotomie (Eröffnung im Bereich des Saccus; kritisch betrachtet)
-
Akustikusneurinom
Patho, Symp, Diagnose, Therapie, Prognose
- Schwann-Zellen des N. vestibulocochlearis wachsen im Innenohr
- dehnen sich zum Kleinhirnbrückenwinkel aus
- Druck auf Hör- und Gleichgewichtsnerv, dann können auch Nn. facialis und trigeminus betroffen sein
- Symptome:
- einseitige Schwerhörigkeit (Hochtöne)
- -> in 5% beidseits, dann Beweis für Neurofibromatose II
- Gangunsicherheit, Nystagmus, Schwindel, Hörsturz, Tinnitus
- später auch Kompression der Hirnnerven und Hirnstamm
- Diagnostik:
- Weber-lat. ins gesunde Ohr
- Hochtonschwerhörigkeit
- Negatives Recruitment
- Lumbalpunktion (Eiweiß erhöht)
- EEG (verzögerte Latenz der AEP)
- MRT (KM-Anreicherung)
- Histo (Pallisadenförmige Anordnung der Zellkerne)
- Therapie:
- auf jeden Fall anhand der Größe und Lokalisation entscheiden
- bei kleinen Tumoren abwartende Haltung (Wait-and-scan)
- Radiochirurgie <25mm
- >25mm + progr. Hörverlust und weiteren Symptomen = Tumorresektion
- Prognose:
- Gut (WHO-Grad I)
-
Recruitment
- positives Recruitment:
- mit zunehmender Lautstärke verschwindet Wahrnehmungsunterschied zwischen kranker und gesunder Seite
- -> kochleäre Hörstörung
- zB Morbus Meniére
- negatives Recruitment:
- Patient ist zum Lautstärkenausgleich unfähig
- laute Töne werden also auch leiser wahrgenommen
- -> retrocochleäre/ neuronale Störung
- zB bei Akustikusneurinom
-
Mündung in oberen, mittleren, unteren Nasengang
- oberer Gang:
- Hintere Siebbeinzellen
- Keilbeinhöhlen
- mittlerer Gang:
- Sinus frontalis
- Sinus maxillaris
- vor. und mittl. Siebbeinzellen
- unterer Gang:
- Tränennasengang
-
Sinusitis
akut vs chron., Erreger, Risikofaktoren, Therapie
- ab 12 Wochen = chronische Sinusitis
- bei Erwachsenen am häufigsten Kieferhöhle
- Erreger:
- meist Viren
- bei Bakterien v.a. Pneumokokken und Hämophilus
- Risikofaktoren:
- alle Ventilationsstörungen der Nase
- zB Polypen o. Concha bullosa (pneumatisierte mittl. Muschel, die Belüftung der Kieferhöhle behindert)
- Therapie:
- abschw. Nasentropfen
- hohe Einlagen mit getränkter Watte
- Inhalation ätherischer Öle
- bei Komorbidität o. Fieber Antibiose
- -> Amoxicillin o. Cephalosporin
-
Samter-Trias/ Morbus Widal
- ASS-Intoleranz
- Asthma
- Polyposis nasi
-
Invertiertes Papillom
Klinik, Diagnostik
benigner Tumor mit Potential zur malignen Entartung
- Klinik:
- Kopfschmerzen (Druckgefühl um Auge)
- behinderte Nasenatmung
- schleimige, nicht-blutige Rhinorrhö EINSEITIG
- Tränenträufeln
- Diagnostik:
- grau-polypöses Gewebe in Endoskopie
- Verschattung im CT
-
Mukozele
mit Schleim gefüllte NNH, die aufgrund der Sekretretention erweitert ist
- Ursache:
- Verschluss des Ostiums (meist Stirnhöhle)
- Klinik:
- Kopfschmerzen bis hin zu Doppelbildern und Visusverschlechterung
- Therapie:
- operative Sanierung mit kompletter Ausräumung
- Drainage zur Nasenhaupthöhle
-
Adenoide
Allg., Klinik, Komplis, Therapie
- Hyperplasie der Tonsilla pharyngea nach chron. Entzündungen
- v.a. bei Kindern zw. 3 und 6 -> bei Erwachsenen suspekt
- Klinik:
- Kinder atmen durch offenen Mund (Facies adenoida)
- Schnarchen (Tagesmüdigkeit)
- Laufnase
- Komplis:
- rezid. Rhinosinusitiden mit Otitis media (mangelnde Belüftung des Mittelohres)
- Schallleitungsschwerhörigkeit
- Therapie:
- bei rez. und anhaltenden Beschwerden OP
- fraktionierte Kürettage mit Beckmann-Ringmesser (Adenotomie)
- ggf Adenotonsillotomie
-
akute Tonsillitis
- Erreger:
- beta-häm. Streptokokken (S. pyogenes)
- Klinik:
- stark red. AZ
- hohes Fieber
- kloßige Sprache
- Schmerzen
- geschw. Kieferlymphknoten
- Diagnostik:
- inspektorisch hochrote vergrößerte Tonsillen
- ! gelbliche Stippchen und weißliche Fibrinbeläge !
- Therapie:
- Penicillin V o. Cefazolin
- Komplis:
- Peritonsillarabszess
- -> zw. Tonsillenkapsel und Pharynxmuskeln
- -> Kieferklemme !! Altklausur sagt als Falschaussage KieferSPERRE !!
- kann zu Mediastinitis führen
-
Indikation zur Tonsillektomie
- rez Tonsillitis (mind 5-6x pro Jahr)
- chron Tonsillitis
- Peritonsillarabszess
- Zweiterkrankungen durch Tonsillitis
- Hyperplasie (zB Schlafapnoe)
- Malignom
- cave:
- es sterben immer noch Menschen am Nachblutungsrisiko
-
TNM Hypopharynx- und Oropharynx-Ca
Therapie abhängig von N0-3
- T1 = <2cm
- T2 = 2-4cm
- T3 = >4cm + Epiglottis betroffen
- T4 = Infiltration
- N1 = LK <3cm kranial der Supraklavikulargruben
- N2 = LK 3-6cm oder mehrere <6cm oberhalb
- N3 = LK >6cm oder Befall der Supraklavikulargruben
- N0 = selektive Neck dissection nur bei T3-4
- N1+2 = selektive N.d.
- N3 = radikale Neck dissection (mit Gefäßentfernung)
-
ab wieviel dB wird Rinne negativ?
18dB
-
Diagnoseverfahren bei Neugeborenen-Hörscreenings
- TEOAE - transitorisch evozierte otoakustische Emissionen
- AABR - automated auditory breainstem responseaußerdem:
- BERA (brainstem evoked resp. audiom.; AABR gehört dazu)
- OAEs (otoakust. evo. Pot.; TEOAE gehört dazu)
- Tympanometrie (Compliance-Messung des Trommelfells)
- Ohrmikroskopie
- NICHT Tonschwellenaudiogramm
- TEOAE - transitorisch evozierte otoakustische Emissionen
- kurze Schallreize (Klicks) führen zur mech. Reaktion im Innenohr (wahrsch. äußere Haarzellen), die außen wiederum gemessen werden können
- auffällig bei Schallempfindungsstörung >30dB
- NICHT für neuronale Störung
- -> also bei gutem Ergebnis Mittel- und Innenohr okay
- AABR - automated auditory breainstem response
- nur bei auffälligem Erstergebnis o. Risikokonstellation
- höhere Spezifität (also weniger Gesunde als krank erkannt)
- dauert länger, teurer, aufwendiger
- neuronale Störungen werden aber auch erfasst
-
BPLS - welcher Bogengang am häufigsten betroffen?
- vertikaler (zu 95%?)
- dann posteriorer
- anteriorer nur ganz selten
-
Kriterien der AOM für wait and watch
- geringe Schmerzen
- Temp <39°
- Alter >6 Monate
-
Besonderheit der Otosklerose im Audiogramm
- Carhart Senke
- durch herabgesetzte Schwingung der Ossikel
-
ototoxische Medikamente
- Aminoglykoside
- Cisplatin
- Furosemid
- ASS
-
Besonderheit Epidemiologie Angiofibrome
NUR bei (meist jungen) Männern
-
TNM Larynxkarzinom
- T1 = normale Stimmlippenbeweglichkeit
- T2 = eingeschränkte Beweglichkeit
- T3 = fixierte Stimmlippen
-
einzige Indikation für Rö des Gesichtes bei Frakturen?
- V.a. Nasenbeinfraktur
- sonst immer CT
|
|