Miss Sophies Erbe 1. Akt

  1. 1. Szene

    kommt durch mittlere Türe
    E Blamage! E ab-so-lu-ti Blamage! I ha mi in Grund und Bode gschämt! En Affront, mich mit eme so primitive Gfährt am Flughafe ahhole zloh!
  2. G: Herrgott, es isch en VW-Bus gsi...was hend sie denn erwartet? Dass sie do u eme indische Elefant chön iirite?
    • geht auf und ab
    • Mer holt en Star nöd eifach mit eme Bus ab! Das isch e Zuemuetig... en klimatisierte Rolls Royce wär jo wohl s'Mindeste gsi!
  3. G: Mached sie sich kei falschi Hoffnige. Die einzig schwarz Limousine, wo me ihne no schickt, die holt sie im Ligge ab.
    Und wieso hend mir üs i die antike Klamotte müess schmeisse?
  4. G: Wills eso die Testamentsiladig gstande isch.
    Guet, für sie machts kein Unterschied, sie laufet immer eso verstaubt ume und jetz gend sie mir entli mini Medizin. Ich gspüre, dass min Bluetdruck wieder sinkt.
  5. G: Sie meinet sicher ihre Pegel.
    • So öppis Pienlichs isch mir i mim ganze Läbe no nie passert.
    • nimmt einen kräftigen Schluck aus dem Flachmann
  6. G: Jetz höred sie aber uf. Oder muess ich sie dra erinnere, wie sie letscht Johr während de Asproch vom spanische Abgeordnete stockbsofe is chalte Buffet gheit sind?
    setzt den Flachmann ab

    Ich?
  7. G: Allerdings
    Det bini usgrutscht.
  8. G:Usgrutscht? Das isch jo lächerlich. Sie sind i dem Feschtsaal umetorklet wie en Matros uf Hochsee und das bi Windstärki 12.
    I ha mir vorher zäme mit de russische Diplomate e chlini alkoholischi Erfrischig gönnt!
  9. G: Sie hend die russische Diplomate mit Wodka unter de Tisch gsoffe und dodebi di ganz Hotelbar troche gleit.
    geht wieder auf und ab

    Jetzt übertriebet sie aber masslos.
  10. G: Sie sind besser tankt gsi als d'Apolle 19. Es gfundes Fresse für Präss. 'Alternde Opertten-Diva sturzbetrunken aus Buffet getorkelt' sBild unter de Schlagziele stoht jetz no igrahmt uf mim Nachttischli.
    • Blickt auf das Bild
    • Jo guet, öppis muess jo schliesslich uf ihrem Nachttischli stoh, und grahmti Bilder vo rassige Manne hend jo nie de Weg de ane gfunde.
  11. 2. Szene


    G: Zum guete Glück bin i nöd so e männerverschlingendi Sirene wie Sie.
    • Stimmt! Sie sind jo meh de Typ Mauerblümchen.
    • streckt Hand aus
    • Puder!
  12. G; Immer no besser als so dämlich selbstverliebt.
    Wie chönd sie nur so blöd si, ihrne junge Liebhaber luxuriös Lebensstil zfinanziere. Dene hend sies zverdanke, dass sie jetzt pleite sind und dur Dörfer müend tingle.
    • pudert ihr Gesicht etwas
    • Das isch völlige Blödsinn! Das hett mit dem nüt, aber au gar nüt z'tue.
    • schliesst die Dose
    • Ich bin mim Publikum e Abschiedsturnee schuldig.
  13. G: Zum siebte Mol?
    I ha ebe e speziell treui Ahängerschaft.
  14. G: J, eso treu, dass de Werbepartner vo ihrere Tournee es Bestattigsunternehme isch. Luege sie de Tatsache is Aug! Döt wo sie uftrettet sind d'Parkplätz überfüllt...mit Rollatore...Zmindscht hett das altersschwachi Publikum i einer Hinsicht Glück. Wenn sie uftretet mit ihrem Gejaule afanget, stellt sofort d Hörgrätli ab.
    • aufbrausend
    • Es Langet! Sie schinet z'vergesse, dass ich mit dene Konzert auf ihre Lohne mitverdiene.
  15. G: Lohn. Ha. Wie cha me die schäbige Almose als Lohn bezeichne.
    • hochnäsig
    • Isch es öppe mini Schuld, dass sie nüt Vernünftigs glernt  und au kei anderi Talent hend? sie hettet sich nöd dörfe druff verloh, Erbin vom Schloss Knopsheim z'werde. Oder dass sie en hürotwüetige Adlige findet! Wer hetti sie denn au sölle neh? He jo! s'Aug hürotet jo schliessli au mit.
  16. 3. Szene


    H: Entschuldiget Sie gnädigi Frua, dass ich sie warte loh ha, aber es isch mir erst grad usgrichtet worde, dass sie bereits itroffe sind. Herzlich willkomme uf em Ansitz Kübelstein.
    • erwidert das Händeschütteln nicht
    • Mir schient, i dem Hushalt isch nöd nur de Transfer vom Flughafe desaströs organisiert...aber do muess me sich nöd wundere, bi dere ehemolige Vorbesitzerin. Sie chönd jetz s'Gepäck uf üsi Zimmer bringe!
  17. H: Die gnädige Frau underliet do emene gewaltige Irrtum. Mit Verlaub, ich bin nöd de Butler.
    Sondern?
  18. H: Tschuldigung i ha vergässe mich vorzstelle. Min Name isch Dr. Harry Ross. I bin de Notar und Erblassverwalter vo de Miss Sophie.
    • Ah, so!? Das trifft sich jo guet.
    • setzt sich
    • Denn chönd sie mir jetzt s'Testament vo dere falsche Schlange vorläse und mir chönd sofort wieder abreise.
  19. H: Wie meined sie das?
    He jo, es wird sowieso alles mir ghöre, was das geldgierige Lueder hinderloh hett. Ussedem isch das do s'Huus vo mim Vatter, em Admiral Schneider. Wer suscht, ussert mir, söll das erbe?
  20. H: Ich bedure, gnädigi Frau, aber i cha ihre Wunsch nöd erülle. D'Testamentseröffnig wird ersch morn stattfinde.
    Ersch morn? Was söll denn jetz de Blödsinn. I bi jo klar die einzig Erbin und somit cha me mir sofort das blödsinnigi Testament vorläse. Schliesslich bin ich Künstlerin und zmitzt inere Tournee, wo ich extra wege dem unterbroche ha. Mis Publikum wartet uf mich!
  21. 4. Szene


    G:
    H:
    G:
    H: Tatsächlich?
    G: Stelled sie sich vor, d'Stroganoff i de Operette die keusche Baronin! Das passt zäme wie Beate Uhse und d'Zauberflöte.
    Losed sie nöd uf die Gift-Drossle.
  22. G: Ihne hett me e passenderi Rolle müesse geh, so öppis wie die lüsterne Fürstin oder die versoffene Gräfin
    Mini Assistentin stammt vomene alte Adelsgschlecht ab. Ihre Vatter isch sehr aktiv gsi und hett s'ganze Vermögde vo de Famile mit chostspielige Amüsierdame durebrocht!
  23. G: Ich cha mir nöd vorstelle, dass de Dr. Ross mini familiäre Problem interessieret.
    Sie müend d'Knopel entschuldige, Herr Ross, aber sie hett vo Kunst und Musig so viel Ahning, wie e Chueh vonere Hüpfburg.
  24. H: Aber mini Dame, i ha sGfühl, dass mir hüt Zobe bim Dinner no gnueg Ziet hend, üs und die Andere besser kenne zlerne.
    G: die Andere?
    Welli Andere?
  25. H: Die andere wo  im Testament no erwähnt sind, sie werdet im Lauf vom Obig do itreffe und am Dinner teilneh.
    Dinner? Was für es Dinner? Als, wenn das en Witz söll sie....
  26. 5. Szene


    H: Das Dinner isch vo de Miss Sophie testamentarisch festgleit worde. Es wird de gliech Ablauf ha, wie ja jedem Geburtstag. Jetz wird de Butler Paul emol sGepäck uf ihri Zimmer bringe. Vlt möchtet sich die Dame bis zum Dinner echli usruebe...oder frisch mache.
    G: Frisch mache? Gsehn i öppe eso us, als hett i s'nötig mi frisch zmache?
    Entstaube isch bi de Knorpel die treffenderi Wortwahl.
  27. G: E Unverschämtheit. das muess i mir nöd büte loh. Und i glaube, dass au d'Frau Stroganoff nöd länger nöcht do bliebe.
    • geht in Richtung mittlerer Tür
    • Unter gar keine Umständ wird i do au nur ei einzigi Nacht....
  28. P: Sie hend glütet, Dr. Ross?
    • beäugt Paul interessiert
    • ...früehner abreise als nötig.
    • zieht Paul mit den Augen aus
    • Ich denke, e chlini Usziet vo minere strapziöse Tournee wird mim gschundene Körper guet tue. De schreit förmlich noch Entspannig und Fürsorg.
  29. P: Ich werde mich selbstverständlich drum bemüehe, de Ufenthalt vo de gnädige Frau zu ihrere vollste Zufriedeheit z'gestalte.
    G: De jung Herr wird sich sicher Müeh geh, aber ich fürchte, die vollst Zfriedeheit vo de gnädige Frau überstiegt bi wietem sini Manneschraft.
    • stellt sich in die Tür zu Paul
    • Loset sie nöd uf die alt Chrüzspinne. S'einzig männlich i ihrem Lebe isch nume ihre Damebart.
    • geht durch die Türe nach links ab, ruft von dort
    • Paul, s'Gepäck bitte.
Author
Lonici
ID
333461
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Miss Sophies Erbe 1. Akt
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1. Akt
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