V27. Denkstörungen am Beispiel der Schizophrenie

  1. was ist denken?
    alle vorgänge verstanden, die aus einer aktiven inneren beschäftigung mit vorstellungen, erinnerungen und begriffen eine erkenntnis zu formen suchen. höhere hirnfunktion, die auf einer tieferen basiert. ist die tiefere gestört, kann man das denken nicht beurteilen, zb bei komatösen patienten.
  2. denkstörung
    inhaltliche oder formale (syntax, der vorgang selbst)
  3. inhaltliche denkstörungen
    • störung des inhalts und der inhaltlichen realitätkontrolle. psychopathologisches symptom: zwangsgedanken (kann nicht steuern, was er denkt), überwertige idee (inhalt selbst nicht realitätskonform), wahn (kontinuum von überwertigen ideen zu wahn).
    • wahn ein indirektes phänomen, auch wenn das gefühl verschwunden ist, verschwindet nicht direkt der wahn. kann sich ja erinnern, dass er diese erklärung aus einem grund gebildet hat und hat die erinnerungen noch. verblasst mit der zeit und wird weniger relevant. hengt der behandlung nach.
  4. wahn
    • unkorrigierbare extreme fehlbeurteilung der realität, welche trotz gegenteiliger erfahrung als gewissheit vertreten wird. überwertige idee noch korrigierbar.
    • vorkommen ua bei folgenden krankheiten: schizophrenie und andere psychosen, affektive störungen (depression (nur in schweren fällen), manien), demenzen (fehlinformationen liegen vor, formal auch gestört -> immer eine mischform)
  5. pathogenese von Wahn
    die grunderkrankung führt zu einer veränderung der reizwahrnehmung, reizverarbeitung, gefühlserleben. dies führt zu einem konflikt mit der realität. wahrnehmung und gefühle nicht mit der realität in einklang bringen. macht noch mehr angst, wenn man es nicht erklären kann. dies führt zu stress -> bildung einer passenden erklärung. einfügen des krankhaften erlebens in die realität. eine erklärung führt zu einer erleichterung. dann kann man sich schützen und etwas unternehmen. ursprünglich kranke gefühl umgehen. anhaltet und auch die erklärung anhält -> kommt in den wahn. die erleichterung führt zu einer verstärkung der idee. was für eine erklärung ist meist zeitlich bestimmt. früher eher übernatürliches, heute eher technisch. wird das gefühl immer wieder kommen, wird sich die erklärung festigen
  6. wahnthemen der schizophrenie
    50% beeinträchtigungswahn und 26% beziehungswahn. -> also ¾ in interaktion mit anderen. dann grössen-, hypochondrischer wahn, etc.
  7. formale denkstörungen
    störungen in der geschwindigkeit, der zielgerichtetheit und deren willkürlichen steuerung sowie des zusammenhangs im denkablauf.
  8. psychopathologie der formalen denkstörung nach AMDP - fremdwahrnehmung
    • denkverlangsamung
    • ideenflucht (eine kommt nach der anderen, kann nicht fertig denken)
    • gesperrtes denken (verschwindet plötzlich, nicht mehr zugreifbar)
    • eingeengtes denken (nur ein bestimmtes thema oder themengruppe möglich)
    • grübeln (immer wieder dasselbe problem)
    • perseverationen (die gleichen gedanken wiederholen sich immer)
    • vorbeireden (nicht total daneben, aber vorbei)
    • inkohärentes / zerfahrenes denken (umweltverständnis ist auch zerhakt)
    • neologismen (worte neu bilden)
  9. psychopathologie der formalen denkstörung nach AMDP – patientenwahrnehmung
    • denkhemmung (denkhemmung)
    • gedankendrängen (gedankendrängen)
    • gedankenabreissen (gesperrtes denken)
    • -> nur die minderheit nimmt es selber wahr
  10. zerfarenheit / inkoährenz
    schrift und sprache = wortsalat. auch das verständnis von aussen ist gleich. der patinent kann einen nicht verstehen aber auch gegestände vielleicht nicht mehr erkennen.
  11. welche neurobiologische ursachen hat zerfahrenheit / inkohärenz?
    • bsp neurobiologische veränderungen bei FDS:
    • 1. ruhedurchblutungserhöhung in der broca- und wernicke-region (wie nach revaskulierung, übererregung. umgebende areale mitbetroffen. umso stärker je stärker die denkstörung ausgeprägt ist.)
    • 2. verlust der funktionellen konnektivität zw broca- und wernicke region sehr hoch konnektiv normalerweise. verbindung scheint abzubrechen.
    • 3. volumenverminderung der grauen substanz um die wernicke region (kann nicht sagen was schrumpft aufgrund des mr, wahrscheinlich neurone)
  12. semantisches gedächtniss
    hat viele sachen zu einem gegenstand gespeichert, wie form, farbe, geschmack, geruch, wo zu finden, wort, anwendung, was man damit tun kann. -> hat die komplette bedeutung abgelegt.
  13. semantische assoziation
    • erregungsausbreitung durch glutamaterge neurone, begrenzung durch gaba-interneurone.
    • semantische netzwerke steuerung wichtig. schaltung der abgelegten muster. assoziation: es kommt immer zu einer weiteren ausbreitung. wichtig ist auch eine fokussierung, bringt nichts wenn es immer weiter läuft. braucht gaba (benzodiazepine) binden aber nicht an gabaerge rezepte in diesem bereich. interneurone von frontal gesteuert, hemmt diese assoziationen, damit es auf das relevante einschränken kann. diese steuerung geht kapput. massive zunahme der glutamargen erregung und hemmende interneurone verschwinden. zerfahren. freie assoziation in diesen riesen netzwerken. nicht nur output auch verständnis, was machen. eigentlich weiss er was machen mit einem schreiber, aber dann assoziation und pat ertrinkt in infos. kann nicht in diese systeme mit einem medikament eingreifen. gezielte feine steuerung die von frontal kommt nötig. kann nicht mit medikamenten die ganze assoziation hemmen -> ist immer noch nicht gezielt. einfach grunderkrankung behandeln. schizophrenie: dopaminerge regulieren, kommt dann auch hier zu einer beruhigung
Author
catfood
ID
331438
Card Set
V27. Denkstörungen am Beispiel der Schizophrenie
Description
schizophrenie
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