erstes Semester

  1. Krisenbegriff nach ...? (Historiker)
    R. Vierhaus (2002)
  2. Wann liegt nach Vierhaus eine Krise vor?
    • Prozess (vs. Ereignis)
    • Anfang, Höhepunkt, Ende datierbar
    • Zustandsauflösung (stabile, funktionierende Zustände brechen zusammen)
    • nicht mit traditionellen Mitteln überwindbar → Reform, Revolution notwendig
    • objektives Krisenbewusstsein (kollektives oder subjektives nur als Indiz, aber kein Beweis)
    • im Verlauf gibt es Alternativen (Situationen, in denen sich entscheidet, ob Krise überwinden)
    • KEINE KRISE: Niedergangs-, Auflösungs-, Zerfallsprozesse
    • Naturkatastrophen sind keine Krisen, können aber Krisen auslösen
  3. "Trends für Zusammenbrüche von Staaten" nach...?
    • Jack A. Goldstone (1991)
    • -> Ursachen für Revolutionen
  4. Ursachen für Revolutionen
    • 1. wachsende Verschuldung, Bankrott: 
    •     -Inflation unterhöhlt Staatseinnahmen
    •     -Bevölkerungswachstum erhöht Realausgaben
    • 2. Konflikte zwischen den Eliten:
    •     -Status erhalten (trotz Inflation)
    •     -Aufstieg anderer Familien (Bevölkerungswachstum und steigende Preise)
    •     -finanzielle Schwäche d. Staates -> Verschiebungen in den Elitehierarchien
    • 3. Unruhen in der Bevölkerung:
    •     -Konkurrenz um Boden
    •     -Landflucht
    •     -übersättigte Arbeitsmärkte
    •     -abnehmendes Realeinkommen
    •     -Anstieg d. Anteils der jugendlichen Bevölkerung 
    •     ⇒ Potential zu Massenmobilisierung
    • ⇛Hungeraufstände, Angriffe auf Landbesitzer, Land- & Nahrungsbeschlagnahmung
    • 4. Die Bedeutung d. Ideologien nahm zu
  5. Die 4 wesentlichen Ebenen einer Revolution nach...
    Peter Wende
  6. Erste Ebene der Revolution
    Austausch der Machthaber (personelle Umwälzung)

    • die alten werden gesürzt, die neuen legitimiert
    • darf sich aber nicht nur darauf beschränken
  7. Zweite Ebene d. Rev.
    Veränderung politischer Organisationsfragen / radikaler Umbruch politischer Organisationsform

    • z.B. Verfassung erneuert
    • politische Revolution
  8. Dritte Ebene d. Rev.
    Totalumwälzung d. Gesellschaft

    Veränderung d. Eigentumsverhältnisse
  9. Vierte Ebene d. Rev.
    Neues Denken / Neue Ideologie

    • Veränderung d. sozialen & politischen Legitimationsideologie
    • neue Normen und Ideale
  10. Peter Wende: "Was ist eine Revolution?"
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  11. Reform (nach P. Wende)
    • (radikaler) Wandel
    • im Rahmen bestehender Ordnung/an Normen und Verfassung orientiert
    • reformiert wird "von oben"
    • durch bestehende Regierung
    • kann schnell gehen
    • Minderung der Symptome
  12. Revolution (nach P. Wende)
    • Gewalt "von unten" (des Volkes gg. Herrschenden)
    • (radikaler, rascher) Wandel
    • längerer Prozess
    • Gewaltanwendung
    • zwischen rechtlich nicht gleichgestellten Parteien
    • Bürgerkrieg kann höchste Stufe werden
    • "friedliche Revolutionen", z.B. DDR
  13. Bewältigungsversuche einer Krise
    • 1.Revolution (ggf. friedlich, Krieg, Militärputsch)
    • Gewalt, Totalumwälzung
    • 2.Reform
    • graduelle Minderung der Symptome
    • 3.Restauration
    • Rückkehr zum Status quo ante
    • 4.Stagnation
    • gar nichts machen
  14. Die Gesellschaft des Mittelalters nach Erasmus Alber
    • Ständeordnung 
    • Welt von Gott geordnet
  15. Erster Stand
    Priesterschaft / Klerus

    ⇒sollen LEHREN
  16. Zweiter Stand
    • Bauernschaft
    • ⇒soll ERNÄHREN
  17. Dritter Stand
    • Obrigkeit / Adel
    • ⇒ soll beschützen, herrschen, Feinde bekämpfen, Land verteidigen
  18. Die Drei Stände
    • Verachten sich gegenseitig
    • VON GOTT GESCHAFFEN -> unveränderlich
    • alle gleich wichtig, alle sollen sich an IHRE Aufgabenbereiche halten
    • Jenseits als zentraler Lebensinhalt
  19. Elementare Pfeiler d. mittelalterlichen Gesellschaftsverständnisses
    • ⇛Blick, Sehnsucht nach dem Jenseits
    • ⇛gottgegebene unveränderliche Ordnung
  20. Neuer Stand
    Bürger 

    • Bau neuer Städte -> Bürger- & Marktfreiheit
    • Rechtsschutz für Kaufleute
    • feste Steuern
    • frei entscheiden über Besitz, Vererbung, Heirat, Beruf
    • nicht Lehensherren unterworfen
    • schlossen Adel aus, bildeten Gemeinde
    • Herren, Richter, Pfarrer wählen
    • Stadt mit einer Mauer schützen
    • Geld als Sicherung ihrer Existenz (weder durch Waffen, noch durch großen Namen schützen)
    • handwerkliche Spezialisierung, Produktionsteilung -> Geldwirtschaft wächst
  21. Traditionelles Todeszeremoniell (zur Zeit der Pest)
    • Frauen im Totenhaus: Totenklage / Aufbahrung
    • Männer (Angehörige, Nachbarn, ggf. Geistlichkeit) tragen Toten zur Kirche
    • Leichenprozession (a.d.Schultern) m. Schmuck, Kerzen, Gesängen zur Kirche -> Leichengepränge
    • Gottesdienst, ggf. erneute Aufbahrung i.d. Kirche, Bestattung 
    • Ketzern, Selbstmördern usw. wurde diese Tradition verweigert
  22. Die PEST
    1347-1352
  23. Erklärungsansätze für die Pest
    • Gottes Strafe (muss besänftigt werden durch geißeln, fasten etc.)
    • Von Überlebenden aus dem Osten, Kaufleuten übertragen (verseuchte Luft, tödlicher Regen im Osten)
    • "Giftmischerei der Juden" (Juden als Sündenböcke, Folter & Mord an Juden)
  24. Einstellung d. Menschen gegenüber der Pest / Erklärungsansätze
    • suchen nach Gründen
    • suchen nach Schuldigem
    • Medizinische Phänomene werden als Gottes Strafe angesehen
    • ⇨ "vernünftigste" Erklärungen
  25. Die Pest - Der schwarze Tod
    • Erreger: Bakterien
    • Übertragung: Biss von verseuchten Insekten, Tröpfcheninfektion
    • Symptome: Bläschen, Hautausschlag, Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Blau-schwarze Beulen
    • Verbreitung: zwischen Ratten, Flöhe beißen Menschen, durch Schiffverkehr
  26. Zusammenhang Hunger & Pest
    • Hunger:
    • Wirtschaftswachstum endet
    • demografisches Wachstum überholt produktives Wachstum
    • Rückgang d. bebauten Felder
    • fehlendes Angebot & Überteuerung
    • ⇨Ausbruch schwerster Hungersnöte
    • ⇨Fehlernährung, falsche Lebensweise (Hygiene, Wohnverhältnisse etc.)
    • ⇨körperliche Schwäche, geschwächtes Immunsystem
    • ⇨höhere Ansteckungsrate
  27. Folgen der Pestepidemie
    • Psychisch: Verzweiflung, Belastung durch allgegenwärtigen Tod
    • Physisch: Tod
    • Strukturell: Zerfall der Führungsebene
    • Zerfall d. Gesundheitssystems (Ärzteflucht)
    • jede Strukturebene war betroffen
    • keine Rechtsprechung vorhanden
    • Anarchie
  28. Folgen für die ländliche Bevölkerung
    • Missernten, Teuerungen
    • Arbeitskräftemangel
    • Entvölkerung, Siedlungsverlust
    • erhöhte Abgaben & Dienstleistungen
    • ⇨Bauernaufstände
  29. Folgen für den Adel
    • wirtschaftliche Einbußen
    • senken Löhne und erhöhen Abgaben
    • Konfrontation mit Bauernaufständen
  30. Folgen für die Städte
    • Teuerung
    • Arbeitskräftemangel
    • Veränderung der Wirtschaftsräume
    • Aufstieg der Zünfte
    • ⇛konnten Folgen der Pest eher überwinden (Zuzug vom Land)
  31. Judenverfolgung im Spätmittelalter
    • ab dem 11. Jahrhundert
    • Gründe: Sündenböcke, angebliche Ritualmorde, Geldleihe (durch Ermordung der Juden von Schulden befreit)
    • Folgen: Morde, Identifizierung (andere Kleidung als Christen), aus bestimmten Berufen verdrängt, Pogrome /Übergriff auf Eigentum, Kammerknechte, Flucht
  32. Die Pest eine Krise?
    • vorher bestehende Zustände aufgelöst (Vermischung der Stände, gesells. Ordnungen zerbrachen, z.B. die Rechtsprechung)
    • nicht mit traditionellen Mitteln überwindbar (führte fast ausschließlich zum Tod)
    • kein genauer Anfangs- & Endpunkt datierbar (Rückgang in einem langsamen Prozess)
    • keine Revolution oder Reform
    • keine Alternativen zur Überwindung
    • Krisenbewusstsein? - eher Panik
  33. Bevölkerungsentwicklung (1340-1440)
    • "Kleine Eiszeit" -> Klimatische Veränderungen
    • Pest
    • Kriege
    • Naturkatastrophen
    • Hungerkrisen 
    • Existenzängste
    • Allgegenwart d. Todes
    • Nachdenken über das Jenseits
    • Keine optimistische Lebenseinstellung
    • ⇨erhöhte Religiösität im Alltag / Aberglaube
    • alltägliche Herausforderungen als Gottes Strafe für das menschliche Fehlverhalten
    • Misstrauen untereinander
    • Suche nach Verantwortlichen / Sündenbock
  34. Agrarkrise
    • Klimatische Veränderungen (Kleine Eiszeit, ca. 1310-Ende 18.Jh.)
    • ⇒ lange, kalte Winter und kurze, nasse Sommer 
    • ⇒Ernteausfälle, Rückgang der Viehbestände
    • ⇒Hungersnöte, Teuerungen
    • ⇒Bevölkerungszahl sinkt
    • Wüstungen (wg. Landflucht: Städte versprechen besseres Leben, höhere Löhne, Arbeitskräftemangel)
    • Sinkende Getreidenachfragen: Lohn-Preis-Schere wird größer (Arbeitskräftemangel -> höhere Löhne | zu viele Waren für weniger Menschen -> fallende Preise)
  35. "Die Krisen des 14. Jh. scheinen die STÄDTE insgesamt weniger stark getroffen zu haben und in ihrer Entwicklung gehemmt zu haben als das Land" - WARUM?
    • Landflucht: Menschen ziehen i.d. Städte (keine Abhängigkeit mehr, Freiheit), Bevölkerung erholt sich 
    • Arbeitsplätze: werden schneller wieder belegt, höherer Lohn -> höherer Lebensstandard
    • Städte moderner, Reicher: besser zu Krisenabwehr
    • Wirtschaftsaufschwung: Textilgewerbe, Bergbau, HANSE ->breitere Bevölkerung kann sich besser versorgen
    • neue wirtsch. Systeme: z.B. Verlagswesen
  36. Gesellschaftsaufbau in der mittelalterlichen Stadt: Wie ist die Gesellschaft aufgeteilt und wie kann man die Schicht wechseln?
    • Oberschicht
    • Mittelschicht
    • Unterschicht
    • Auf- oder Abstieg durch Reichtum oder Verarmung
    • Nur Ober- und Mittelschicht haben das Bürgerrecht
  37. Oberschicht i. d. m.a. Stadt
    PATRIZIAT

    • (gesellschaftliche, politische Führungsschicht)
    • alleiniges Stadtregiment
    • reiche Kaufmannsfamilien, verselbstständigende Ministerialen (Burggraf, Schultheiß (Gemeindevorsteher) usw.), zugezogene Landadelige
    • Grundlage der Macht: Reichtum, Prestige
    • Sitz und Stimme im Rat -> Entscheiden über innere u. äußere Politik der Stadt
  38. Mittelschicht i.d. m.a. Stadt
    • Kleinhändler, Fuhrleute, wohlhabende Ackerbürger, HANDWERKER 
    • -> ZÜNFTE: (Lebensgemeinschaft, Zusammenschluss d. Handwerksmeister eines Gewerbes) 
    • gemeinsame Regelung v. Herstellung und Absatz ihrer Produkte
    • einzelnes Zunftmitglied -> ausreichendes Einkommen
    • Qualitätskontrolle
    • Unterbietung der Konkurrenz verhindern
  39. Unterschicht i.d. m.a. Stadt
    • Ohne Teilhabe am Bürgerrecht (persönlich frei, politisch rechtlos)
    • unselbstständige Lohnempfänger: Gehilfen, Knechte, Gesellen, Tagelöhner, Mägde
    • "Stadtarmut": Kranke, Arme, Bettler (unverheiratete Frauen) -> Auf Hilfe angewiesen
    • "unehrliche" Berufe: Henker, Prostituierte, Abdecker, umherziehende Gaukler u. Schausteller
  40. Was sind die Probleme der Herrschaft der Patrizier?
    • Patrizier (Minderheit) regierten nach ihren Vorstellungen
    • Einräumung v. Privilegien für sich selbst
    • Unzufriedenheit bei Mittel- und Unterschicht
    • wenig Interesse an Belangen der unteren Schichten
    • keine Möglichkeiten der Kritik für Mittel-&Unters.
    • wenig Veränderung i. d. Regierung der Stadt
  41. Peter Schuster kritisiert die Charakterisierung des 14. Jh. als Krisenzeit
    • zwar krisenhafte Situationen
    • aber durch Bezeichnung "Krisenzeit" werde genauere Untersuchung verhindert
    • Wort "Krise" verliere durch häufigen und leichtfertigen Gebrauch an Bedeutung und Aussage
  42. Wie veränderte sich die Regierung in den Städten?
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    • ab 13./14.Jh.: neuer Stand - Bürgertum (Bürger- & Marktfreiheit)
  43. Kennzeichen einer modernen Gesellschaft
    • veränderbar, Fortschrittlichkeit
    • Kommunikationsformen / schnelle Informationsvermittlung
    • Freiheit
    • Bildung
    • Toleranz
    • Emanzipation / Gleichberechtigung (der Frau)
    • Glaubensfreiheit
    • Demokratie
    • Menschenrechte
  44. "Modernisierungstheorie als Denkanstoß" (Flemming)
    • befassen sich mit dem kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Wandel während der industriellen und demokratischen Revolution (18.Jh.)
    • es geht um: fortschrittliche Veränderungen, technische Entwicklung, neue Werte, Änderung von Gesellschaftsformen usw.
    • so vielschichtig, widersprüchlich und ungeordnet, dass Theorien nur als Denkanstöße gelten könnten
    • man soll auf Einzelpunkte gucken
  45. Kriterien für eine Modernisierung und Bezug auf Spätmittelalter
    • 1. gesellschaftliche Veränderungen (Auflösung der Status-Bindung)
    • Heranbildung des Bürgertums i.d. Städten -> Differenzierung  im Laufe ds. Spät-M.A.
    • 2. Differenzierung staatlicher Bereiche (z.B. Rechtsprechung, Gesetzesentwicklung etc.)
    • Einrichtung d. Reichskammergerichts (Überwachung des "Ewigen Landfriedens")
    • 3. Religion (Differenzierung der Religion / Toleranz)
    • neue Bedeutung d. Wissenschaft -> Einwirkung auf die Kirche; Aufkommen von Kirchenkritik, Handlungsweise der Kirche wird hinterfragt
    • 4. politische Partizipation
    • ansatzweise Partizipationsbewegung in den Städten
  46. Was ist Frühkapitalismus?
    • Anhäufung von Kapital im Produktionsbereich
    • erwerbswirtschaftliche Einstellung - Wirtschaftsgesinnung
    • Gewinnmaximierung: als höchstes Ziel
  47. Was war entscheidend für den Frühkapitalismus im Spätmittelalter bzw. im Beginn der frühen Neuzeit?
    • Ausbildung der Stadtwirtschaft
    • Arbeitsteilung
    • Produktionsverhältnisse ermöglichen kapitalintensive Wirtschaftsweise
    • Sammlung des Kapitals durch Fernkaufleute, Großunternehmer
    • Beschäftigung Kapitalarmer 
    • ⇛wichtige Voraussetzung zur Weiterentwicklung d. Wirtschaft
    • "Früh", da vor dem Beginn des eigentlichen Kapitalismus mit Industrialisierung und staatlichen Reformen um 1800
  48. Wie war die Wirtschaft im Spätmittelalter orientiert?
    Größtenteils Landwirtschaft
  49. Wie wurde die Landwirtschaft geregelt?
    • feste dörfliche Strukturen
    • Dreifelderwirtschaft (zwei Jahre Getreide, ein Jahr Brache)
    • Erträge stiegen im Laufe der Jh.
    • kein freier Markt: Abgaben, Dienste, Leibeigenschaft (Arbeit ohne Lohn)
    • stellt Ernährung sicher
  50. Wie wird die städtische Wirtschaft geregelt?
    • Produktion zum Verkauf an alle
    • Zunftordnungen: regeln Produktion, Menge und Preise
    • selbstbewusste "bürgerliche" Mentalität: Mgl., über eigene Arbeitskraft zu verfügen & eigene Verantwortung für den Markt
  51. Was veränderte sich in der frühen Neuzeit?
    Verbreitung von Handwerk und Gewerbe auf dem Land
  52. Was für Vorteile brachte die Verlegung der Wirtschaft (Handwerk&Gewerbe) auf das Land?
    • städtische Kaufleute hofften auf Profit
    • orientierten sich an überregionalen Märkten (anders als Zunfthandwerker)
    • Ziel: große Mengen preiswerter Waren
    • umgingen somit Qualitätsnormen und Lohnforderungen der Zünfte
    • Kleinbauern, Söldner, Tagelöhner konnten sonst ihre Familie nicht ernähren
  53. Welcher Herausforderung mussten sich die Städte stellen und wie?
    • Zuzug vom Land bewältigen 
    • Großstadtbewohner versorgen 
    • -> Fernhandel und Massenfertigung
  54. Welche Gefahren barg der Handel?
    • Räuber
    • wenig befestigte Wald- und Feldwege
    • Transport zu Wasser bei kleinen Mengen nicht lohnend
    • Zahlungsverkehr - Kaufmann muss Münzen bei sich tragen oder komplizierter Tauschhandel
  55. Was entwickelte sich neu, um der expandierenden Wirtschaft zu antworten?
    • das Bankwesen
    • bargeldlose Zahlungsmittel
    • professionelle Geldwechsler
    • Kreditgeschäfte (z.B. Medici in Florenz)
  56. Was trieb die Entwicklung von Kreditinstitutionen an?
    • Ablasshandel der Kirche 
    • ständig erhöhende Bedarf der Mächtigen an Abgaben (in Form von Steuern)
  57. Warum betrieb man Fernhandel?
    Preisdifferenzen zwischen den Regionen versprach mehr Gewinn
  58. Was forderte die modernisierte Wirtschaft?
    • Modernisierung der Verrechnung
    • Modernisierung der Bezahlung
    • Veränderung / Angleichung von: Geschäftsmethoden, Organisationsformen, Dimension wirtschaftlicher Unternehmungen
  59. Welche Methoden wurden zur Veränderung des Geschäftslebens entwickelt?
    • Gebrauch arabischer Ziffern (statt römischen Zahlen)
    • doppelte Buchführung: Gewinn- und Verlustkalkulationen, "Reichmacherkunst" (Fugger)
    • Wechsel(-briefe): Zahlungsverkehr ohne Münztransfer (Schuldner versprechen, einen bestimmten Betrag zu zahlen)
  60. Wie arbeiteten große Kaufleute häufig?
    • vom Schreibtisch aus
    • Handelsniederlassungen und Produktionsstätten in ganz Europa
    • Vereinigungen und Organisationen, um Investitionen und Risiken tragen zu können
  61. Was sind Handelshäuser und wie arbeiten sie?
    • (neue Stufe der Organisation)
    • entstanden um 1500 aus Firmen von Großkaufleuten
    • 1-mehrere Personen schlossen Vereinbarungen über 
    • Kapitaleinlagen
    • Geschäftsführung, Haftung
    • Gesellschaften (bürgerlichen Rechts): verknüpften Fernhandel, Massenfertigung und Geldverleih
    • z.B. Fugger, die in Entdeckungsreisen und Sklavenhandel investieren, in Südamerika aktiv sind
  62. Wie konnte Massenware produziert werden?
    durch das Verlagswesen, das die Finanzierung übernimmt (Handelshaus)
  63. Wie arbeitete das Verlagswesen
    • 1. Rohstoffe oder unfertige Produkte einkaufen (Markt, Messe, Bergwerke)
    • 2.Heimarbeiter stellen Fertigprodukte her
    • 3.Verkauf der Fertigwaren auf Märkten, Messen
    • förderten Arbeitsteilung
    • verliehen erforderliche Arbeitsmittel an Heimarbeiter
  64. Wie funktionierte die Arbeit mit dem Bergbau (Handelshäuser)
    • Abbauchrechte / Lizenzen vom Herrscher erwerben 
    • durch Kredite
  65. Welchen Vorteil hatten Monopole?
    • trieben Gewinn in die Höhe
    • Fugger z.B. besaß großteil der Minen
    • -> konnte Preise diktieren
    • "Kapitalismusakkumulation"
  66. Was geschah mit dem Geld der Handelshäuser?
    • floss in erneute Investitionen, z.B. Überseehandel
    • als Kredite an Herrscherhäuser (im Gegenzug Lizenzen, Monopole, politische Vorteile)
  67. Was war das Verhängnis der Handelshäuser?
    • KREDITE
    • Herrscherhäuser zahlten wg. Überschuldung nur zum Teil zurück -> Handelshäuser in Konkurs
    • veränderte Mentalität der Kaufherren:
    • um 1600 weniger Ehrgeiz
    • Interesse an humanistischen Studien
    • Kunstwerke
    • erwarben Adelstitel & -güter
  68. Was ist Finanzkapitalismus?
    Form des Frühkapitalismus, die sich auf Kapitaleinsatz konzentriert


    • Zur Risikoabsicherung wurde von verschiedenen Seiten finanziert (auf mehreren Schultern verteilt)
    • Risiken: Totalverluste durch Seeräuber, Stürme
  69. Was ist Handelskapitalismus?
    • (Handels-)kompanien schlossen sich zusammen 
    • entsprachen heutigen Aktiengesellschaften
    • z.B. Ostindienkompanie
    • mit staatlichen Rechten: eigene Verwaltung, selbstständig Verträge schließen, Krieg führen, erhielten Handelsmonopol
    • Ziel: Gewinn durch Handel erwirtschaften
    • ⇛begründete Weltwirtschaftssystem der Neuzeit
  70. Was ist mit der Medienrevolution um 1500 gemeint und was bringt sie mit sich?
    Erfindung des Buchdrucks im 15.Jh.

    • Informations- & Nachrichtentechnologie
    • zu ideologischen, politischen und religiösen Zwecken
    • "Massenmedien"
    • schnelle Verbreitung von Informationen, Zielen, Propaganda
    • gleichmäßiges, sauberes Schriftbild
    • Bevölkerung forderte, sich an dem neuen System anzuschließen
    • ermöglicht Siegeszug des Renaissance-Humanismus
    • ->öffentlicher Raum entsteht: Raum der öffentlichen Kommunikation
  71. Was versteht man unter Renaissance-Humanismus?
    • Bildungsbewegung der Renaissance
    • Interesse an der Antike
    • "Studien in menschlich bildenden Fächer" (studia humanitatis)
    • strebten nach moralischer Besserung, Vervollkommnung des Menschen
  72. Was waren die Ziele der Humanisten?
    • Gelehrsamkeit
    • richtige Lebensführung
    • Sprache macht den Menschen aus 
    • Fächer: Grammatik, Rhetorik, Ethik, Poetik, Historia
    • Erkenntnisse veröffentlichen
    • an Schüler weitergeben
  73. Was ist der Unterschied zwischen Humanisten, Künstlern und Naturforschern?
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    • -> Studieren antike Texte zu unterschiedlichen Zielen
  74. Was ist die Wissensgemeinschaft "Gelehrtenrepublik"?
    • Naturforscher, Künstler, Gelehrte
    • gegenseitig Wissen, Neuentdeckungen weitergeben
    • Ständeordnung verlassen
    • Schwerpunkt auf Entdecken und Verbreiten von Wissen
  75. Was war wichtig? (Humanismus)
    distanzierte, kritische und damit wissenschaftliche Überprüfung der Texte
  76. Was sind wichtige Neuentdeckungen?
    • Erde dreht sich um die eigene Achse 
    • Erde nicht Mittelpunkt des Kosmos
    • -> widerlegt geozentrisches Weltbild der Antike
    • ->widerspricht Bibel, rückt Menschen an den Rand der Schöpfung
  77. Was ist im Humanismus besonders wichtig?
    Lehre vom richtigen Verhalten
  78. Wer war der "Lehrmeister" für das richtige Verhalten des Menschen und was waren seine Überzeugungen?
    • Erasmus von Rotterdam (nach 1500)
    • biblisch-christliche Überlieferungen - Überzeugung, dass Mensch von Natur aus gut
    • Toleranz
    • Frauen Anspruch auf Bildung
    • maßvolles Verhalten sei Spiegel der Seele
  79. Wodurch rückten die Eliten Europas näher zusammen?
    • gemeinsame Weltsicht wird gelehrt: an Gymnasien und Universitäten "Studia" in Europa und röm. Reich
    • Renaissance und Humanismus erhielten Einzug am Hof
    • ->gemeinsamer Werte- und Wissenshorizont der Eliten
  80. Was folgte auf das Zusammenrücken der europ. Eliten?
    • Unterschiede traten hervor
    • Beschäftigung mit eigener Geschichte & Kultur
    • Gefühl nationaler Zugehörigkeit
    • Pflege der landesspezifischen Sprache und Literatur
  81. Was waren die drei Medienrevolutionen in der Menschheitsgeschichte?
    • 1.Erfindung der Schrift
    • in der Neuzeit: 
    • 2.Efindung des Buchdrucks
    • 3.WorldWideWeb 1993
  82. Was sind die Methoden zur Wissenserweiterung in der Renaissance?
    • Sinneswahrnehmung (beobachtend beschreiben)
    • Sammeln
    • Ordnen
    • unter logischen und systematischen Gesichtspunkten
  83. Wie veränderten sich die Methoden zur Wissenserweiterung am Ende der Renaissance?
    • Mathematik
    • Experimentieren (nach Galileo Galilei)
    • -> unter sorgfältig kontrollierten Bedingungen gezielte Beobachtungen machen, kontrolliert von Experten
  84. Kirchenschisma:
    Was?
    Wann?
    Warum?
    Folgen?
    • Kirchenspaltung 
    • 1309-1377
    • Streit zwischen französischem König und Papst über die Besteuerung des Klerus 
    • (als Lehnsherr verlangt der König Steuern von den Äbten, als Oberhaupt der Kirche verlangt der Papst)
    • Sitz d. röm. Papstes wird nach Avignon verlegt (da überwiegend frz. Kardinäle den Papst gewählt haben -> Unabhängigkeit)
    • Autorität der Kirche?
    • 1378: Karndinalskollegium konnte sich nicht auf einen Papst einigen -> ein frz. und ein röm. Papst
  85. Folgen für die Autorität der Kirche
    • frz. König lehnt sich gegen Kirche auf -> Unsicherheit i.d. Bevölkerung
    • man wendet sich ggf. von der Institution Kirche ab
    • Konflikte zw. den unterschiedlichen kulturellen Vertretern (frz./röm.)
    • Autorität d. Kirche stark untergraben
  86. Folgen für die Kirche nach Einbüßung ihrer Autorität
    • erhebliche Geldeinbußen
    • Suche nach neuen Geldeinnahmequellen: Ablassbriefe, Ämterverkauf
  87. John Wycliff (Theologe, Pfarrer, Berater d. engl. Königshauses)
    • einflussreicher Kritiker
    • fordert Reform der Kirche
    • Verwerfung kirchlicher Abgaben, Ablass, Fegefeuer
    • nur die Bibel ist von allem die Grundlage (übersetzte sie 1382 ins Englische)
    • "sola scriptura" (Luther) - nur Bibel ist Autorität
    • verfolgt als Ketzer
  88. Wycliffs Kritik am Papst
    • arbeite gg. Lehre Christi
    • päpstl. Schriften widersprächen Schriften d. Apostel
    • widerspräche Jesus Christus (freundlich, sanft, sorge und kümmere sich um die Seelen d. Menschen)
    • Papst sei rachsüchtig, hochmütig, nutze seine Macht, damit Menschen ihn an seinen Feinden rächten
    • könne Papst & Klerus nur so weit trauen, wie ihre Worte mit der Bibel übereinstimmen
  89. Kirchenschisma eine Krise?
    • Zustandsauflösung: Autorität der Kirche erschüttert (vorher sehr mächtig), Kirchenoberhaupt sei Antichrist
    • Reform: Kirchenspaltung
    • keine traditionellen Mittel: Papst konnte nicht einfach seine Macht ausüben
    • Krisenbewusstsein: Verunsicherung d. Bevölkerung durch Kirchenspaltung und Streit innerhalb d. vorher unanfechtbaren Kirche
    • Alternativen: Kirchenspaltung? nicht auf eigenem Recht bestehen
  90. Kirche und Menschen - Konflikt?
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  91. Konzil in Konstanz 
    Wann?
    Ziele?
    Ergebnisse?
    • 1415
    • Ziele: Beilegung des Schismas, Überwindung d. Ketzerei, Reform der Kirche
    • Konzil sollte von nun an Kirche anführen (Schwäche des Papstes ausnutzend)
    • Konziliarismus misslang jedoch
    • Orientierung an Jan Hus
  92. Jan Hus (Böhmen)
    • (beeinflusst von Wycliff, Priester, Predigtverbot, zusammen mit seinen Lehren verbrannt)
    • 1417: Alle Päpste werden abgesetzt, ein neuer Papst gewählt
    • Kirche gewährt Landesherren Kontrolle über kirchliches Vermögen in ihren Gebieten
  93. Situation der Kirche im 14. Jh.
    • Kirchenspaltung/-schisma
    • Geldeinbußen (->Ablasshandel, Ämterverkauf)
    • Autoritätsverlust
    • Päpste in Avignon
    • Luxus- & Prachtbauten
    • mangelnde Bescheidenheit
    • Verschwendung von Geldern
    • Konzile -> Versuche, Änderungen vorzunehmen (scheiterten)
    • Bischöfe als weltliche Herrscher
    • eingebildete Pfarrer / Mönche
    • Papstwahlen scheiterten
    • Klöster sorgten für eigenen Wohlstand
    • ⇛wendet sich finanziellen & machtpolitischen Vorteilen zu
    • ⇛entfernt sich von eigentlicher Aufgabe (christl. Lehre vermitteln)
  94. Was bedeutet "unstillbarer Hunger nach Gott"? Bzw. Was zieht er nach sich?
    • Antworten auf Glaubensfragen
    • Angst vor dem strafenden Gott
    • Angst vor dem Jenseits
    • Rechtfertigung d. Sünde vor Gott
    • Armut, Not, Tod, Hunger -> entbehrungsreiches Leben
    • Wunderglaube
    • Ehrfurcht vor Gott
  95. Geißelpraktiken: Wie und warum?
    • Buße tun
    • Zweierreihen zum Feld
    • Glocken läuten
    • in Kreis legen (Lage zeigt die SÜnde)
    • "Brüder schlagen den Liegenden und sich selbst auf den Rücken
    • Geißeln aus Riemen, Knoten mit Spitze am Ende
    • nach Bußakt: Anerkennung der Stadt (großzügig, eingeladen, wertgeschätzt, Geld für Fahnen und Kerzen)
    • 2x täglich
  96. Wie hieß Deutschland im Mittelalter?
    Heiliges Römisches Reich deutscher Nation
  97. Situation des "Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation" im Spätmittelalter
    • Seit ausgehendem 15.Jh. unter Führung von Königen bzw. Kaisern
    • Kaiser = vom Papst gesalbter König
  98. Was ist die Aufgabe vom König / Kaiser?
    • für Frieden und Recht sorgen
    • Kirche schützen
    • Einheit des Christentums wahren
  99. Wie wird der König gewählt?
    • Kurfürsten wählten den König
    • wählten häufig "schwachen" König, um eigene Macht zu erhalten)
    • König ist von Landesherren unterstützt
  100. Probleme mit dem König
    • Bereicherte sich (Hausgut= sein eigenes Vermögen) an Reichsgut
    • -> seine Macht sinkt, die Macht der Landesherren wächst
  101. Gescheiterter Versuch 1356: "Goldene Bulle"
    • machte 7 Kurfürsten zu "Säulen des Reiches"
    • regelte die Rechte und Pflichten
    • sollte "Unregelmäßigkeiten" bei Wahlen beheben
  102. gescheiterter Versuch Mitte 15. Jh.
    • Kaiser/König erlässt Landfrieden 
    • -> scheiterte, da Landesherren sich nicht unterordnen wollen
  103. Bewältigungsversuch der Krise der Herrschaft
    Reichsreform 1495

    • auf Reichstag in Worms
    • Kompromiss zwischen König/Kaiser und Landesherren:
    • regelmäßige, jährliche Treffen
    • Reichskammergericht (soll einzig den "ewigen Landfrieden" wahren) -> alleiniges Gewaltmonopol zur Durchsetzung von Recht und Frieden  soll dem König gesichert sein ->scheitert, weil der König kein Reichsheer besitzt
    • Steuer für teure Außenpolitik -> scheitert
    • allerdings Selbstjustiz nicht aufgehoben und keine Veränderung von Korruption bei z.B. Wahlen
  104. Reichsreform 1495
    • regelmäßige Reichstage unter Vorsitz des Königs, jährlich -> löst nicht
    • Reichstag: Oberste rechtliche und populistische Institution
    • Reichsstände: Stände vertreten (3. Stand verm. nicht vertreten)
    • "Ewiger Landfrieden": alleiniges Gewaltmonopol zur Anschiebung von Recht und Frieden
    • Reichskammergericht: Einhaltung des Landfriedens überwachen, Kontrollinstanz, Selbstjustiz, Fehdewesen
    • allgemeine Reichssteuer "gemeiner Pfennig": Finanzierung d. militärischen Unternehmungen, Reichstags, Reichskammergericht -> Kosten gedeckt (SCHEITERTE)
  105. Albrecht v. Brandenburg
    • jüngerer Bruder v. Joachim (Kurfürst)
    • wollte zum Erzbischof gewählt werden (-> Primas d. Kirche, Erzkanzler Heil. Röm. Reich)
    • "Wahlbestätigungsgelder" durch Petersablass
    • Kredit Fugger
    • Ablasshandel
    • wurde Erzbischof Albrecht von Mainz
  106. Fugger
    reiches Handelshaus
  107. Martin Luther
    • Kritik am Ablasshandel
    • Seelsorger
    • akademischer Lehrer
    • Brief an A.v. Mainz: Korrektur d. Praxis u. akademischer Disputation
    • 95 Thesen
    • für akademische Auseinandersetzung
    • verfasste Artikel vervielfältigt und verbreitet
    • deutsche Übersetzung
    • Predigt "Sermon von Ablass und Gnade" -> Diskussion über innerkirchliche Reformen
  108. Johann Tetzel
    • Dominikanermönch
    • Ablassprediger
    • "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt"
  109. Ablasshandel
    • Ablassbriefe kaufen, um:
    • Sünden vergeben
    • Seele aus dem Fegefeuer retten
  110. Ämterhäufung
    • jemand verfügt über mehrere Ämter
    • z.B. A.v. Mainz (Erzbischof, Administrator)
  111. 95 Thesen
    öffentlichkeitswirksame Bekanntmachung am Portal d. Wittenberger Schlosskirche (nicht sicher)
  112. Luthers Lehre
    • von den Sünden befreien nur durch den Glauben und die Gnade Gottes
    • strafender Gott ⇆ gnädiger Gott (Erbarmen)
    • nicht Papst, sondern Bibel als einzig wahres Wort Gottes
    • verwirft Kirchenpraktiken (z.B.Wallfahrten) und Latein als Gottesdienstsprache
    • Gottesdienste in der Volkssprache
    • Freiheit des Christen: jeder Christ nach Taufe zum Verküner Gottes Wort
    • keine Priester mehr nötig
    • "Priestertum aller Gläubigen": Gemeinde erreichte Bedeutung (Prediger selbst wählen)
  113. Luthers Theologie
    • Image Upload 5
    • Gottesdienste in Volkssprache
    • Reduktion der Sakramente: Taufe, Abendmahl (weil in der Bibel)
    • gegen Kirchenhierarchie, Mönchtum, Wallfahrten, Reliquienverehrung
    • fordert direkte Verbindung zu Gott
    • Sündenvergebung und Buße nur durch Zwiegespräch mit Gott
  114. Wann schlug Luther die 95 Thesen an?
    31.10.1517
  115. 95 Thesen = Brief an Albrecht v. Brandenburg
    Wie argumentiert Luther?
    (Ablasskritik über Tetzel, sehr schnell vervielfältigt)

    • die Lebenden leben in Buße, die Toten sind davon befreit -> nur die vom Papst auferlegten Strafen sollten nach dem Tod erlassen werden
    • Ablasshandel -> Betrug und somit falsch
    • Strafen können nicht von weltlichen Mächten / durch weltl. Mittel erlassen werden
    • Strafe und Schuld erlassen durch aufrichtiges Bereuen
    • Satt Kauf von Ablassbriefen -> Armen helfen
    • Glaube an päpstlichen Ablass sei Wahnsinn

    ⇨Papst wird noch nicht direkt beschimpft / verurteilt, nur diejenigen, die an Ablasshandel glauben -> kein Fehler von Papst
  116. "Die Reformation begann mit den Hammerschlägen Luthers, welche die Kirchenkritik förderte" - Wirklich?
    • bereits Kirchenkritik: Kirchen streben weltliche Macht an
    • begann mit Aufmerksamkeit d. politischen Machthabers
    • kritische Betrachtung d. religiösen / kirchlichen Praktiken
    • Geldgier: Finanzierung d. Luxus-/Prachtbauten durch Ablasshandel
    • neue wissenschaftliche Erkenntnisse (durch Renaissance, Humanismus)
    • ->Kirche passt sich nicht der moderner werdenden Gesellschaft an
    • Jan Hus und Wyclif kritisieren auch schon VOR Luther die Praktiken der Kirche
Author
nelema
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331402
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erstes Semester
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