2. Semester: DP, Integrationsmythos, NACH DEM KRIEG

  1. Was sind DIsplaced Persons? In welcher Situation lebten sie?
    • Während des 2. Weltkriegs aus Herkunftsländern vertrieben oder zu Zwangsarbeit deportiert
    • Befreiung durch die Alliierten
    • Unterstanden Führsorge der Besatzungszonen
  2. Wie verhielten sich die Deutschen ggü. den DPs?
    • Vorurteile
    • Ablehnung (NS-Ideologie über die „Untermenschen“)
    • Angst -> Gerüchte von Plünderungen und gewalttätigen Ausschreitungen der DPs.
    • DPs als „Privilegierte unter der Obhut der Alliierten“ (der dt. Polizeihoheit enthoben)
    • Verdrängen und Verschweigen der Schicksale der DPs
  3. Wie wurde später in Deutschland über die Integration von Flüchtlingen nach dem 2.WK gedacht?
    • BDR "gelungene Integration"
    • Helmut Kohl: "Wir können stolz sein"
  4. Wie sah die Realität für Flüchtlinge und Vertriebene nach 1945 aus?
    • Vorurteile
    • Demütigung
    • Unverständnis
    • nicht willkommen
  5. Wo landeten die Flüchtlinge?
    • Bedingungen auf dem Land nach Krieg besser als in der Stadt -> Flüchtlingstrecks zogen dorthin
    • Einheimische nicht bereit, Unterkunft zu teilen
    • Auffang-, Flüchtlingslager oder provisorische Unterkünfte (viele auf engem Raum)
    • Lebensbedingungen: primitiv, menschenunwürdig
    • Hunger
  6. Haltung der Deutschen zu den Flüchtlingen
    • billigten schlechte Bedingungen wg. Ablehnung oder Gleichgültigkeit
    • nur wenige hilfsbereit
    • teilweise Isolation am Stadtrand
    • Ausschluss aus Kirchengottesdiensten
  7. Was verbesserte die Lage der Flüchtlinge?
    • Wirtschaftswunder d. 1950er und 60er Jahre
    • Geflüchtete und Vertriebene als qualifizierte Arbeitskräfte gebraucht
  8. Die Integration gilt als...
    • einer der Gründungsmythen der Bundesrepublik
    • Zwar wahrer Kern, aber beschönigt und vieles außer Acht gelassen
  9. Warum wurden Minderheiten verschoben?
    • Homogene Bevölkerung
    • Minderheitskonflikten entgehen
    • Herrschaft in eroberten Gebieten sichern & stabilisieren 
    • Politische Eliten: Machtverschiebung am Kriegsende als Chance
  10. Welche Folgen hatte der Krieg für Polen?
    • ca. 3 Mio. Juden (fast die ganze jüdische Bevölkerung) ermordet
    • 3 Mio. Soldaten & Zivilisten 
    • -> Opfer der Kampfhandlungen
    • Ca. 3,5 Mio. Zwangsarbeitskräfte, KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene
    • Verschiebung von Polen 200km nach Westen
  11. Was entschied die Potsdamer Konferenz in Bezug auf Polen?
    • UdSSR soll Ostgebiete Polens bekommen
    • Polen soll nach Westen verschoben werden
    • Deutsche sollen aus Polen vertrieben werden
    • Polen gewinnt im Westen Deutsches Territorium
    • dennoch 80.000 km2 Gebietsverlust
    • neue polnische Regierung v. UdSSR abhängig
    • Polen kommunistisch
    • "Satellitenstaat" -> Pufferzone
  12. Welche Humanitäre Bedeutung hatte die Verschiebung?
    • Umsiedlung -> Zwangsmigration
    • Vertreibung, Deportation -> Zwangsmigration
    • Zwangsarbeit -> Zwangsmigration
    • Heimkehr nach 1945 -> Folge der Zwangsmigration, evtl. nicht mehr Heimat
    • Repatriierung -> Zwangsmigration
  13. "Verschiebebahnhof Europa" Welche Verschiebungen?
    • 1939/40 viele aus sowj., ostpoln. Gebieten vertrieben
    • seit 1944 - 2 Mio. Polen ziehen nach Westen durch Verträge der UdSSR
    • (dt. Bevölkerung gerade geflohen o. vertrieben)
    • Ukrainer, Weißrussen, Litauer -> UdSSR
    • konfisziertes Land schnell besiedelt (1947 mehr als 5 Mio.)
  14. Probleme der Verschiebung für die Bevölkerung
    • Infrastruktur größtenteils zerstört
    • Umsiedlungen -> Transportkapazitäten gering
    • Lebensmittelversorgung prekär
    • Organisation häufig unklar
    • Plötzliche Verschiebungen: Besitz zurücklassen, ungewisses Ziel
    • Wochen, Monate Wartezeit für Umsiedler
  15. Was für einen Zwangscharakter hatte die Verschiebung / Umsiedlung?
    • Steuerlasten
    • Plünderungen
    • Inhaftierungen, polizeilicher Druck
    • Abgabe des Eigentums
  16. Tschechoslowakei nach dem Krieg
    • „Bevölkerungsaustausch“: Slowaken, Tschechen aus Rumänien, Ungarn, UdSSR usw. in die Tschechoslowakei und Ukrainer in die UdSSR
    • Ansiedlung im Sudetenland (Dt. vertrieben) im Herbst 1945: vom Staat organisiert (Verteilung des Besitzes)
    • Qualifikationen für Landwirtschaft fehlte häufig -> zogen in die Städte
    • Bevölkerungszuwachs
  17. Was bewirkt der "Verschiebebahnhof" auf Europa?
    • Bevölkerungszusammensetzung in Europa ändert sich
    • ->Nähert sich dem Grad der ethnischen Homogenität (geplant)
    • Minderheiten haben nur noch ein geringeres Gewicht in Bezug auf die Gesamtbevölkerung,
    • z.B. in Polen von einem Anteil von ca. 33% zu 3% der Gesamtbevölkerung
  18. "Repatrianten"
    • 1945-1947
    • Umsiedler
    • Polen in neuen Westgebieten angesiedelt
  19. Remigranten
    Heimkehrer

    von Zwangsarbeit, Kriegsgefangenschaft
  20. "re"
    • =zurück, wieder
    • problematisch, da sie nicht zurückkehrten, sondern in neuen Gebieten lebten
Author
nelema
ID
331316
Card Set
2. Semester: DP, Integrationsmythos, NACH DEM KRIEG
Description
Displaced Persons, Integrationsmythos Nach dem Krieg
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