2. Semester: Flucht und Vertreibung d. Deutschen (1945-1949)

  1. Worin muss man bei Flucht und Vertreibung der Deutschen (1945-1949) unterscheiden?
    • Flucht vor der Roten Armee: Flüchtlinge verlassen Heimat, Flucht vor nahendem Feind, suchen selbst ihren Weg
    • "Überführung deutscher Bevölkerungsteile" nach Deutschland: Vertriebene werden von der (neuen) Staatsmacht ausgewiesen
  2. Was war die Aufgabe der Behörden auf der Flucht?
    Organisation der Gegenwehr und Flucht
  3. Wer ist das Beispiel für die Flucht vor der Roten Armee?
    • Gräfin Dönhoff, Januar 1945
    • ostpreußische Heimat
  4. Was erlebte Gräfin Dönhoff?
    • versuchte mehrfach, Evakuierung d. Stadt zu planen 
    • -> von Behörden verboten (Spitzel deckten auf)
    • alle Männer dem Volkssturm anschließen (die noch nicht Teil der Wehrmacht waren) 
    • Telefonanruf plötzlich: Kreisstadt muss doch evakuiert werden
    • Örtliche Behörden versprechen, dass sie sich um alles kümmern
    • Dönhoff nimmt die Evakuierung selbst in die Hand 
    • kümmert sich um weitere Abläufe
  5. Ein Beispiel für Vertreibung?
    Familie Lange aus Neumark bei Breslau in Schlesien (heute Polen), Beginn Juni 1945
  6. Was erlebte Familie Lange?
    • (Familie besteht aus sieben Mitgliedern, Mutter führt Tagebuch)
    • 26.06.1945 um 5 Uhr räumen die Polen Neumark
    • Familie will in die Nähe von STuttgart
    • furchtbare physische Umstände
    • Grauenhafte hygienische Umstände
    • schlechtes, unregelmäßiges Essen
    • überfüllte Unterkünfte 
    • ->Entkräftung und Verwahrlosung
    • Ziellosigkeit, Enttäuschungen
    • Angst, einander zu verlieren
    • Angst vorm Bestohlenwerden
    • Siegermächte als hindernd empfunden (schlecht organisiert, abwertend)
    • kaum Hilfe von Seiten der Deutschen
    • erreichten am 28.7.1945 ihre Angehörigen
  7. Was erlebten Vertriebene häufig?
    • Schutzlosigkeit
    • den Besatzungsmitgliedern ausgeliefert
    • Ziellosigkeit
    • wissen nicht, was mit Angehörigen passiert
    • FIndet man die Angehörigen wieder?
  8. Was war das typische NS-Verständnis der Frau?
    • gehört nach Hause (Hausfrau)
    • -> Erziehung, Haushalt
    • Nachwuchs
    • nicht erwerbstätig
    • als Arbeitskraft in Wirtschaft entbehrlich
    • Abhängigkeit vom Ehemann
    • Mann untergeordnet
    • -> Passive Rolle
  9. Was war das typische NS-Verständnis des Mannes?
    • Versorger / Ernährer
    • Entscheider (Übergeordnete Position)
    • übernimmt Verantwortung
    • Beschützer
  10. Wie verändert sich die Frauenrolle in Kriegs- und Fluchtsituation?
    • Verantwortung übernehmen
    • Organisation der Flucht
    • "leisten Übermenschliches"
    • führend
    • -> aktive Rolle
  11. Wie verändert sich die Männerrolle in Kriegs- und Fluchtsituation?
    • abwesend -> bedeutungslos
    • können nicht helfen
    • gescheitert als Ernährer, Beschützer
    • schwach, hilflos
  12. Wie fühlen sich Frauen im Krieg?
    • OPFERROLLE
    • (Frauen Opfer männlicher Gewalt)
    • überfordert
    • ausgeliefert
    • schutzlos
    • machtlos
    • unterlegen, schwach, wehrlos
  13. Was bilden Männer häufig für Frauen im Krieg?
    • Hauptbedrohung
    • machthabend
    • brutal
    • rücksichtslos
  14. Welche FUnktionen hatten Vergewaltigungen als Kriegsführungsmethode?
    • Ausübung von Macht & Dominanz
    • Schüren von Angst vor dem Feind
    • Rache
    • Individ. Befriedigung
    • Entehrung & Demütigung (der indiv. Frau & des Feindes)
    • Zerstörung des „Wir-Gefühls“ des Feindes
  15. Was erwartete vergewaltigte Frauen nach dem Krieg?
    • Keine Entschädigung/ kein Mitgefühl
    • Keine Anerkennung als Kriegsgeschädigte
    • Heimgekehrte Ehemänner - keine Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Frau – Reaktion mit Zorn
    • Auch Wehrmachtssoldaten haben vergewaltigt -> kein Schuldeingeständnis
    • Isolation & gesamter Ausschluss der Opfer
    • Keine Auseinandersetzung / Verschweigen des Themas
  16. Was sind Vertreibungserfahrungen von Frauen?
    • Veränderung der Geschlechterverhältnisse
    • Aktiv Handelnde
    • Wehrlosigkeit von Männern sexuell ausgenutzt
    • Vergewaltigung, Schutzlosigkeit, Demütigung, Ohnmacht, Traumatisierung
  17. Was sind Vertreibungserfahrungen von Kindern?
    • Zeit vor der Flucht beschönigt (in der Rekapitulation)
    • Meist keine Kenntnisse von Kriegs- und Vertreibungssituation
    • Überfordert, überrascht
    • Gewalterfahrungen und Todesangst
    • Ende der Kindheit
    • Einschneidende, traumatisierende Erfahrungen
  18. Was sind Vertreibungserfahrungen von Findelkindern / Wolfskindern?
    • Eigenverantwortung und Aufgaben übernehmen
    • Keine Rücksicht (Ängste, Bedürfnisse unbeachtet)
    • Konkurrenten um Güter und Rettungsmöglichkeiten
    • 33.000 Findelkinder (jeder 4. Dt. auf der Suche)
    • 5.000 müssen alleine überleben oder in Gruppen
    • Litauische Familien nehmen „Wolfskinder“ auf:
    • Arbeiten auf Bauernhöfen
    • Betteln
    • Bleiben oder kehren zurück
    • -> Flucht und Vertreibung veränderte und prägte das Leben
Author
nelema
ID
331313
Card Set
2. Semester: Flucht und Vertreibung d. Deutschen (1945-1949)
Description
Flucht und Vertreibung, Vertreibungssituationen, usw. Alle hier behandelten Fakten und Meinungen sind NICHT meine Meinung, es handelt sich lediglich um das vom Unterricht zusammengetragene WIssen, dass wir in Bezug auf den Nationalsozialismus im Rahmen des Kernkurrikulums bearbeitet haben. Ich bin vollkommen gegen Nazis
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