1. Semester: Krisen und Umbrüche Gesellschaft im Mittelalter Pest und Krise

  1. Die Gesellschaft des Mittelalters nach Erasmus Alber
    • Ständeordnung 
    • Welt von Gott geordnet
  2. Erster Stand
    Priesterschaft / Klerus

    ⇒sollen LEHREN
  3. Zweiter Stand
    • Bauernschaft
    • ⇒soll ERNÄHREN
  4. Dritter Stand
    • Obrigkeit / Adel
    • ⇒ soll beschützen, herrschen, Feinde bekämpfen, Land verteidigen
  5. Die Drei Stände
    • Verachten sich gegenseitig
    • VON GOTT GESCHAFFEN -> unveränderlich
    • alle gleich wichtig, alle sollen sich an IHRE Aufgabenbereiche halten
    • Jenseits als zentraler Lebensinhalt
  6. Elementare Pfeiler d. mittelalterlichen Gesellschaftsverständnisses
    • ⇛Blick, Sehnsucht nach dem Jenseits
    • ⇛gottgegebene unveränderliche Ordnung
  7. Neuer Stand
    Bürger 

    • Bau neuer Städte -> Bürger- & Marktfreiheit
    • Rechtsschutz für Kaufleute
    • feste Steuern
    • frei entscheiden über Besitz, Vererbung, Heirat, Beruf
    • nicht Lehensherren unterworfen
    • schlossen Adel aus, bildeten Gemeinde
    • Herren, Richter, Pfarrer wählen
    • Stadt mit einer Mauer schützen
    • Geld als Sicherung ihrer Existenz (weder durch Waffen, noch durch großen Namen schützen)
    • handwerkliche Spezialisierung, Produktionsteilung -> Geldwirtschaft wächst
  8. Traditionelles Todeszeremoniell (zur Zeit der Pest)
    • Frauen im Totenhaus: Totenklage / Aufbahrung
    • Männer (Angehörige, Nachbarn, ggf. Geistlichkeit) tragen Toten zur Kirche
    • Leichenprozession (a.d.Schultern) m. Schmuck, Kerzen, Gesängen zur Kirche -> Leichengepränge
    • Gottesdienst, ggf. erneute Aufbahrung i.d. Kirche, Bestattung 
    • Ketzern, Selbstmördern usw. wurde diese Tradition verweigert
  9. Die PEST
    1347-1352
  10. Erklärungsansätze für die Pest
    • Gottes Strafe (muss besänftigt werden durch geißeln, fasten etc.)
    • Von Überlebenden aus dem Osten, Kaufleuten übertragen (verseuchte Luft, tödlicher Regen im Osten)
    • "Giftmischerei der Juden" (Juden als Sündenböcke, Folter & Mord an Juden)
  11. Einstellung d. Menschen gegenüber der Pest / Erklärungsansätze
    • suchen nach Gründen
    • suchen nach Schuldigem
    • Medizinische Phänomene werden als Gottes Strafe angesehen
    • ⇨ "vernünftigste" Erklärungen
  12. Die Pest - Der schwarze Tod
    • Erreger: Bakterien
    • Übertragung: Biss von verseuchten Insekten, Tröpfcheninfektion
    • Symptome: Bläschen, Hautausschlag, Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Blau-schwarze Beulen
    • Verbreitung: zwischen Ratten, Flöhe beißen Menschen, durch Schiffverkehr
  13. Zusammenhang Hunger & Pest
    • Hunger:
    • Wirtschaftswachstum endet
    • demografisches Wachstum überholt produktives Wachstum
    • Rückgang d. bebauten Felder
    • fehlendes Angebot & Überteuerung
    • ⇨Ausbruch schwerster Hungersnöte
    • ⇨Fehlernährung, falsche Lebensweise (Hygiene, Wohnverhältnisse etc.)
    • ⇨körperliche Schwäche, geschwächtes Immunsystem
    • ⇨höhere Ansteckungsrate
  14. Folgen der Pestepidemie
    • Psychisch: Verzweiflung, Belastung durch allgegenwärtigen Tod
    • Physisch: Tod
    • Strukturell: Zerfall der Führungsebene
    • Zerfall d. Gesundheitssystems (Ärzteflucht)
    • jede Strukturebene war betroffen
    • keine Rechtsprechung vorhanden
    • Anarchie
  15. Folgen für die ländliche Bevölkerung
    • Missernten, Teuerungen
    • Arbeitskräftemangel
    • Entvölkerung, Siedlungsverlust
    • erhöhte Abgaben & Dienstleistungen
    • ⇨Bauernaufstände
  16. Folgen für den Adel
    • wirtschaftliche Einbußen
    • senken Löhne und erhöhen Abgaben
    • Konfrontation mit Bauernaufständen
  17. Folgen für die Städte
    • Teuerung
    • Arbeitskräftemangel
    • Veränderung der Wirtschaftsräume
    • Aufstieg der Zünfte
    • ⇛konnten Folgen der Pest eher überwinden (Zuzug vom Land)
  18. Judenverfolgung im Spätmittelalter
    • ab dem 11. Jahrhundert
    • Gründe: Sündenböcke, angebliche Ritualmorde, Geldleihe (durch Ermordung der Juden von Schulden befreit)
    • Folgen: Morde, Identifizierung (andere Kleidung als Christen), aus bestimmten Berufen verdrängt, Pogrome /Übergriff auf Eigentum, Kammerknechte, Flucht
  19. Die Pest eine Krise?
    • vorher bestehende Zustände aufgelöst (Vermischung der Stände, gesells. Ordnungen zerbrachen, z.B. die Rechtsprechung)
    • nicht mit traditionellen Mitteln überwindbar (führte fast ausschließlich zum Tod)
    • kein genauer Anfangs- & Endpunkt datierbar (Rückgang in einem langsamen Prozess)
    • keine Revolution oder Reform
    • keine Alternativen zur Überwindung
    • Krisenbewusstsein? - eher Panik
  20. Bevölkerungsentwicklung (1340-1440)
    • "Kleine Eiszeit" -> Klimatische Veränderungen
    • Pest
    • Kriege
    • Naturkatastrophen
    • Hungerkrisen 
    • Existenzängste
    • Allgegenwart d. Todes
    • Nachdenken über das Jenseits
    • Keine optimistische Lebenseinstellung
    • ⇨erhöhte Religiösität im Alltag / Aberglaube
    • alltägliche Herausforderungen als Gottes Strafe für das menschliche Fehlverhalten
    • Misstrauen untereinander
    • Suche nach Verantwortlichen / Sündenbock
  21. Agrarkrise
    • Klimatische Veränderungen (Kleine Eiszeit, ca. 1310-Ende 18.Jh.)
    • ⇒ lange, kalte Winter und kurze, nasse Sommer 
    • ⇒Ernteausfälle, Rückgang der Viehbestände
    • ⇒Hungersnöte, Teuerungen
    • ⇒Bevölkerungszahl sinkt
    • Wüstungen (wg. Landflucht: Städte versprechen besseres Leben, höhere Löhne, Arbeitskräftemangel)
    • Sinkende Getreidenachfragen: Lohn-Preis-Schere wird größer (Arbeitskräftemangel -> höhere Löhne | zu viele Waren für weniger Menschen -> fallende Preise)
  22. "Die Krisen des 14. Jh. scheinen die STÄDTE insgesamt weniger stark getroffen zu haben und in ihrer Entwicklung gehemmt zu haben als das Land" - WARUM?
    • Landflucht: Menschen ziehen i.d. Städte (keine Abhängigkeit mehr, Freiheit), Bevölkerung erholt sich 
    • Arbeitsplätze: werden schneller wieder belegt, höherer Lohn -> höherer Lebensstandard
    • Städte moderner, Reicher: besser zu Krisenabwehr
    • Wirtschaftsaufschwung: Textilgewerbe, Bergbau, HANSE ->breitere Bevölkerung kann sich besser versorgen
    • neue wirtsch. Systeme: z.B. Verlagswesen
  23. Gesellschaftsaufbau in der mittelalterlichen Stadt: Wie ist die Gesellschaft aufgeteilt und wie kann man die Schicht wechseln?
    • Oberschicht
    • Mittelschicht
    • Unterschicht
    • Auf- oder Abstieg durch Reichtum oder Verarmung
    • Nur Ober- und Mittelschicht haben das Bürgerrecht
  24. Oberschicht i. d. m.a. Stadt
    PATRIZIAT

    • (gesellschaftliche, politische Führungsschicht)
    • alleiniges Stadtregiment
    • reiche Kaufmannsfamilien, verselbstständigende Ministerialen (Burggraf, Schultheiß (Gemeindevorsteher) usw.), zugezogene Landadelige
    • Grundlage der Macht: Reichtum, Prestige
    • Sitz und Stimme im Rat -> Entscheiden über innere u. äußere Politik der Stadt
  25. Mittelschicht i.d. m.a. Stadt
    • Kleinhändler, Fuhrleute, wohlhabende Ackerbürger, HANDWERKER 
    • -> ZÜNFTE: (Lebensgemeinschaft, Zusammenschluss d. Handwerksmeister eines Gewerbes) 
    • gemeinsame Regelung v. Herstellung und Absatz ihrer Produkte
    • einzelnes Zunftmitglied -> ausreichendes Einkommen
    • Qualitätskontrolle
    • Unterbietung der Konkurrenz verhindern
  26. Unterschicht i.d. m.a. Stadt
    • Ohne Teilhabe am Bürgerrecht (persönlich frei, politisch rechtlos)
    • unselbstständige Lohnempfänger: Gehilfen, Knechte, Gesellen, Tagelöhner, Mägde
    • "Stadtarmut": Kranke, Arme, Bettler (unverheiratete Frauen) -> Auf Hilfe angewiesen
    • "unehrliche" Berufe: Henker, Prostituierte, Abdecker, umherziehende Gaukler u. Schausteller
  27. Was sind die Probleme der Herrschaft der Patrizier?
    • Patrizier (Minderheit) regierten nach ihren Vorstellungen
    • Einräumung v. Privilegien für sich selbst
    • Unzufriedenheit bei Mittel- und Unterschicht
    • wenig Interesse an Belangen der unteren Schichten
    • keine Möglichkeiten der Kritik für Mittel-&Unters.
    • wenig Veränderung i. d. Regierung der Stadt
  28. Peter Schuster kritisiert die Charakterisierung des 14. Jh. als Krisenzeit
    • zwar krisenhafte Situationen
    • aber durch Bezeichnung "Krisenzeit" werde genauere Untersuchung verhindert
    • Wort "Krise" verliere durch häufigen und leichtfertigen Gebrauch an Bedeutung und Aussage
  29. Wie veränderte sich die Regierung in den Städten?
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    • ab 13./14.Jh.: neuer Stand - Bürgertum (Bürger- & Marktfreiheit)
Author
nelema
ID
331261
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1. Semester: Krisen und Umbrüche Gesellschaft im Mittelalter Pest und Krise
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Gesellschaftsordnung, Einstellung, Krise und Pest im Mittelalter
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