Liquor cerebrospinalis

  1. Was versteht man unter Liquordiagnostik?
    Verfahren zur labortechnischen Untersuchung der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit =Liquor cereprospinalis
  2. Welche Hauptfunktionen hat Liquor?
    • umspült das ZNS mit Nährstoffen
    • Polsterung des Gehirns und Rückenmarks
  3. Weshalb ist Liquor ein besonders kostbares UM?
    • Umgang & Planung erfordern große Aufmerksamkeit
    • -> Gefahr einer Rückenmarksverletzung
    • -> für Patienten äußerst unangenehm und mit eventuellen Risiken verbunden
  4. Welche grundlegenden pathologischen Veränderungen können durch die Liquordiagnostik erfasst werden?
    • Störungen der Blut-Liquorschranke (Permeabilitätsstörungen)
    • Entzündungen des Gehirngewebes oder der Hirnhäute
    • Blutungen
    • Gehirntumore
    • Unterbrechung Liquortumore
  5. Welche "Schranken" wurden ihnen im Unterricht vorgestellt? Was wird hier voneinander "getrennt"?
    Blut-Liquorschranke = Barriere zwischen Blutkreislauf & Liquorsystem des Gehirns

    Blut-Gehirnschranke = Barriere zwischen Blutkreislauf und ZNS
  6. Welche Eigenschaften haben die Liquorschranken?
    • erschwerte Passage von MO und toxischen Stoffwechselprodukten
    • wesentlich geringere Proteinkonzentrationen im Liquor langsame Diffusion in den Liquor
  7. Wie wird Liquor gewonnen?
    meist: Lumbalpunktion

    • Punktion des Dursalsacks zwischen 3. und 4. / 4. und 5. Lendenwirbel
    • -> keine Gefahr der Rückenmuskulatur
    • 5-10ml
  8. Was kennzeichnet Labordiagnostisch den Liquor eines gesunden  Erwachsenen?
    • weniger als 3 Zellen/μl
    • wasserklar & farblos
    • Gesamtprotein: ca 1/200 der Blut-Proteinkonzentration
    • Glucose: 60-80% des Blutclucosegehalts
    • Laktat: 1,2-2 mmol/l
  9. Weshalb ist die "Drei-Gläser-Probe" ein wichtiges diagnostisches Hilfsmittel?
    Unterscheidung zwischen artifiziell blutigem Liquor (abnehmend blutig, durch Puntion verursacht) und Subarachnoidalblutung (gleichbleibend blutig, Blutung in Liquor)
  10. Was wird beim Liquorstatus durchgeführt?
    • makroskopische Beurteilung vor und nach Zentrifugation
    • Qualitativer NW Erys & Leukos mittels Teststreifen
    • Zellzählung: Leukos & Erys
    • Quantitative Bestimmungen: Proteine, Glucose, Laktat
  11. Weshalb ist die Glucose- und Laktat-Bestimmung im Liquor wichtig?
    • O2-Versorgung OK? 
    • Laktat wird beim Glucoseabbau unter O2-Mangel gebildet
  12. Welche Zellkammer wird bei der Zellzählung verwendet? Weshalb?
    Fuchs-Rosenthal-Zählkammer

    geeignet für geringe Zellzahlen (größeres Volumen)
  13. Wie geht man bei der Leuko-Zählung vor?
    (Vorbereitung, Ziel, Zählung)

    • Vorbereitung:
    • a) Liquor + Eisessig
    • im Verhltnis 9 + 1 mischen
    • -> Lyse der Erys & Fixierung der Leukos
  14. b) Liquor + 0,2%ige Kristallviolettlsg. (enthält Essigsäure)
    -> Lyse der Erys, Fixierung der Leukos &  Anfärbung der Kerne
  15. Zählung:
    • alle Quadrate (16 Großquadrate) der Kammer auszählen
    • Verdünnung + Volumen = n/3 Zellen
  16. Welche medizinische Bedeutung hat das Reiber-Schema?
    • Beurteilung der Schrankenfunktion:
    • Störung der Blut-Liquorschranke
    • Intrathekale IgG-Synthese
    • -> Entzündungen des ZNS
  17. Reiber Schema: Was bedeuten die Zahlenwerte auf den Achsen und die 5 Bereiche?
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Author
Sarah105
ID
328291
Card Set
Liquor cerebrospinalis
Description
Liquordiagnostik, Reiber-Schema
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