Allg Psychologie 2

  1. Denken – Merkmale als vermittelnder und verallgemeinernder Erkenntnisprozess
    Denken = kognitiver, informationsverarbeitender und erkenntnisschaffender Prozess

    • Wesensmerkmale:
    • 1. Erkenntnisgewinnung entdecken
    • 2. Geht über sinnlich-anschauliche Merkmale hinaus (in 3-facher Weise - Abstrakte, Relationen, Gesetzmäßigkeiten) 3.Vermittelnder Prozess (bedient sich intellektueller Operationen, Repräsentationen, Symbolsystemen, vorhandenem Wissen)
    • 4. Denken ist ein verallgemeiner Erkenntnisprozess
    • 5.zielgerichtete Tätigkeit
    • 6. Unterschied - Prozess und Resultat
    • 7. Endprodukt (onto-) genetischer Interiorisation (Verinnerlichung)
  2. Einordnung: Sprache (language) vs Sprachtätigkeit (speech)
    • Unterscheiden zwischen Tätigkeit (Produktion) und Sprache (Grammatik, ...)
    • Regulationsfunktion (volitiv wille)

    Semantische Tripelrelation: Wort = Träger der begrifflichen Repräsentation (Wort kann wechseln, Bedeutung ist invariant)
  3. Sprachinstrumentalismus vs. Sprachdeterminismus
    Prokrustes Bett: engt uns die Sprache ein oder nicht?

    bildhaft, begrifflich konkret oder abstrakt

    Instrumentalisten:

    • Sprache keine Rolle für Denkprozesse (Würzburgerschule)
    • Invarianzprobleme: Denkleistung wird nicht durch Begriffstraining beeinflusst (schwer überprüfbar)
    • Experiment von Ach - Assoziationsexperiment: Reizworte und 2. Wort dazu sagen --> keine anschaulichen oder sprachlichen Ableitungen (Kritik: keine Denkleistung beobachtbar, automatisiert)

    Sprachdeterminismus:

    • Sprache bestimmt Denken (Vertreter - Whorf, Luria, Wygotsky)
    • Beispiele: mentale Rotation (mit lauterSprachunterstützung leichtere Lösung), Turm von Hanoi
    • Sprache ordnet Gedanken und organisiert Ablauf
    • Whorf-Hypothese: Inhalt und Struktur der Sprache determiniert Denken z.B. Schicht-Sprachen-Argument (wenn undifferenzierte Sprache durch geringen Sprachgebrauch negativen Einfluss auf Grundintelligenz)
    • Sprache mehr als Wortschatz
    • Gegenbeleg: gehörlose und stumme - keine intellektuelle Benachteiligung

    heute: kein Fazit, Sprache ist keine Begrenzung des Denkens, kann aber Denkhilfe sein; Sprache hat vermittelnde und denkunterstützende Funktion, ist aber nicht mit Denkfähigkeit gleichzusetzen
  4. Funktionen der Sprache
    • Stützfunktion:
    • a) Zuwendungsunterstützung
    • b) Sensibilisierung
    • c) Benennen kann Denkoperationen erleichtern (aussondern, Beziehungserfassung, Gewichtung, Umgruppierung)
    • d) Ideen und Inhalte fixieren durch Sprache

    • Regulationsfunktion:
    • e) ermöglicht bewusste Steuerung
    • f) Strukturierung komplexer Probleme
    • g) abstrahierendes operieren
  5. Denkformen im Überblick
    • 1. Begriffsbildung - Denken als abstraktes Klassifizieren
    • 2. Regressives Denken - deduktives Schließen
    • 3. Progressives Denken - induktives Schließen
    • 4. Schöpferisches Denken - analoges Schließen
    • 5. Algorithmisches Denken - denken als Aufgabenbearbeiten
    • 6. Strategisches Denken - denken als Lösen von geschlossenen Problemen
    • 7. dialektisch-strategisches Denken - lösen offener/ komplexer Probleme
  6. Funktionen des Denkens
    • 1. Aufgaben- und Problementwicklung: Hauptziel in Teilziele zerlegen (Otto Selz - 2 Strategien: Zielanalyse & Konfliktanalyse)
    • 2. Lösungsentwicklung: 3 wiederkehrende Ziele/ Entwicklungen (?F Grund unbekannt, Folge bekannt; G? Grund bekannt, Folge unbekannt; G?F Grund & Folge bekannt, kein Wissen warum G zu F führt)
    • 3. Umstrukturierung: neue Ordnung im Kopf
    • 4. Ordnen bzw. zuordnen: Beziehungen herstellen
  7. Schnittstelle von prozess- und eigenschaftszentrierter Analyse: Denken vs Intelligenz & Kreativität
    • allgemeinpsychologischer Prozess: wie denken Menschen im Allgemeinen
    • differentialpsychologischer Ansatz: Eigenschaften = traits, wie unterscheiden sie sich?
    • Kreativität = differentialpsychologisch

    • Intelligenz = relativ, stabile Befähigung beim Bewältigen von neuen Aufgaben
    • heute: Kreativität ist Persönlichkeitseigenschaft in Zusammenhang mit Motivation, Emotion
  8. Begriff und Begriffsbildung
    • Semantisches Netz: Begriff wird von uns gelernt mit Erfahrung, wir bilden logische und abstrakte Klassen --> führt zu Begriffsstruktur und semantische Netz (ganzes Geflecht von Beziehungen = kognitives Schema)
    • ist und hat Relationen
    • Eigenschaftsbegriff: (Tisch, Stuhl) willkürlich, mindestens eine Eigenschaft gemeinsam. (konjunktiv - 2 oder mehr Merkmale kennzeichne zusammen, diskonjunktiv - das eine oder andere Merkmal charakterisiert Begriff)
    • Erklärungsbegriff: Gebrauch setzt Gesetzmäßigkeiten voraus
    • künstlicher Begriffserwerb wird untersucht
  9. (Induktives) Denken als Bilden logischer Begriffe: Untersuchung zur Bildung künstlicher Begriffe
    Erlernen konjunktiver (mind. 2 Eigenschaften) Eigenschaftsbegriffe

    • Grundlagen und Vorgehen: eigene Strategien spielen Rolle
    • Denken als Bilder logischer Begriffe (wir lernen Regeln, bilden Hypothesen, Begriffsstruktur wird abstrakte Klasse, in der neues eingeordnet wird; Merkmalserweiterung aufgrund von Begriffserweiterung; Begriffsbedeutung - menschliches Verhalten wird gesteuert Bps. Hund)

    Lernstrategien konjunktiver Eigenschaftsbegriffe

    • Selektionsstrategie
    • 1. des konservativen Generalisierens
    • 2. des sukzessiven Hypothesenprüfens (trial & error)
    • 3. Gewagtes Generalisierens (Glückspielstrategie)
    • 4. Simultane Hypothesenbildung

    • Rezeptionsstrategien
    • 1. Fokusstrategie
    • 2. Sukzessive Hypothesen-Prüfung (man hält zu lange an Teilhypothese fest)

    Erlernen disjunktiver (einander ausschließend) Begriffe

    1. Strategie des negativen Fokussierens


    • erstes negatives Bsp wird herausgegriffen, als Ausgangspunkt genommen und nur ein Merkmal variiert
    • Merken: verschieden Strategien mit unterschiedlicher Ausprägung, die bei künstlichen Begriffsbildung Rolle spielen


  10. Grenzen des Erkenntniswerts der Erforschung künstlicher Begriffsbildung
    • alltägliche kann nicht adäquat erklärt werden, da wir uns auf Prototypen beziehen (klassentypische Vertreter reduzieren Merkmale) und wir unscharfe Begriffe nutzen
    • wir nutzen selektive Strategien
  11. Natürlicher Begriffserwerb: Ablauf, Bedingungen, Schwierigkeiten
    • 1. Grundlage --> anschauliche Wahrnehmung
    • 2. vom anschaulichen zum abstrakten (ganzheitliche Wahrnehmung in Merkmale zergliedert, Merkmale verknüpfen = Begriff mit Wort etikettieren)
    • 3. wahrnehmungsinterne Umstrukturierung nach logischen Merkmalen
    • 4. natürliche Begriffsbildung ist hypothesengeleitet
    • 5. aktives Explorieren an Umwelt (für hypothesengeleitetes Vorgehen)
    • 6. Orientierung auf abstrakten, logischen Merkmalen
    • 7. Weg = als etappenweise Ausbildung in sich verkürzendem und interiorisierendem Handeln (natürlicher Begriffserwerb Galperin - müssen Dinge be-greifen, dann Worte ohne materielle Handlung, laute sprechen verkürzt zu innerlichem sprechen - dann intellektuelles Klassifizieren)
    • 8. Ansetzen an Basisbegriffen (besondere = mittlerer Verallgemeinerungsgrad, funktional hergestellte Merkmalsverknüpfungen Bsp. Möbel - Stuhl - Sessel)
  12. Schlussfolgerndes Denken: Einordnung
    aus etwas gegebenen zu neuem kommen (mit logischen Regeln beschreibbar, Bsp. Aristoteles = Syllogismus)

    Formen: deduktiv = regressiv, induktiv = progressiv, analog
  13. Schlussfolgern durch Deduktion: Regressives Denken
    • aus Prämissen (vorgegeben) - neue Aussage (Konklusion)
    • Konklusion nur auf Grund des Schlusses, nicht der Prämisse
    • ! Prämissen können affirmativ (positiv) oder negativ sein & universell oder partikulär
    • ! objektiv wird kein neues Wissen geschaffen, da alles Wissen schon vorgegeben ist

    Arten Deduktion

    1. Quantorenlogische (kategorische) Syllogismen

    • alles, einige = Quantoren, diese können aus universell/ partikulären Prämissen zusammengesetzt werden
    • Logik in Form von VENN-Diagrammen dargestellt
    • Wissensanteil, der nicht in Prämissen, geht verloren --> regressiv

    2. Syllogismen der Reihenbildung (Seriationen) - Beziehung zwischen 2 oder mehr Sachverhalten

    3. Konditionale Syllogismen oder Implikationen (bedingtes Schließen) - z.b. wenn-dann, sehr feherbehaftet

    • Modus Ponens (Vorwärtsschluss): A impliziert B und A ist gegeben, dann folgt daraus B
    • Modus Tollens (Rückwärtsschluss): Große Fehlerquelle! A impliziert B und B ist falsch, dann ist A nicht gleich falsch (mit Zunahme Abstraktheit steigt Fehlerquote)
  14. Ablauf des natürlichen Schließens: Logik vs Psycho-Logik
    • Kompetenz der Psycho-Logik
    • Wason : Selektionsaufgabe: Hinweis auf Modus Tollens (Vokale und Zahlen)
    • Beleg für Kontextabhängigkeit: Briefumschlagexperiment
  15. Theorie des natürlichen Schließens
    anschauliches vs begrifflich-abstraktes (propositionales Schließen)

    • Theorie der Anhängelogik/ Vorstellungstheorie: Huttenlocher
    • Menschen versuchen anschauliche Repräsentationen zu machen
    • Seriationen: Bsp. A kleiner als B, ... schneller bei räumlich-anschaulicher

    • Markierungstheorie/ linguistische Theorie des Schließens: Clark
    • Repräsentation mittels knappen Markierung im Gedächtnis (Maßstab)
    • heute: teils-teils, hängt von Aufgabe ab

    logische Regel vs Psychologiken: Atmosphärenhypothese

    • wir bevorzugen nicht logische-Regeln --> richtige Schlüsse und Fehler
    • lassen uns von Atmosphäre der Prämissen entführen, deswegen schnell falsche Schlüsse akzeptieren

    • Regelhaftigkeiten bei Fehlern: 
    • 1 Prämisse positiv - negativ
    • bevorzugen von K ja bei P ja
    • K nein P nein
    • P gemischt K nein
    • 2 Prämisse universell - partikulär
    • bevorzugen uK bei uP
    • pK bei pP
    • gemischt P pK
    • durch Erfassen der Hauptrichtung können Fehler vorhergesagt werden

    • Warum Atmosphäre? weil wir heuristisch vorgehen, Denkerleichterung
    • Heuristiken als Hilfsmittel und Fehlerquelle: Schlüsselwortheuristik, Konversionsheuristik (Ersetzungshypothese), Erzeugung einer semantischen Mikrowelt, probabilistische Heuristik
    • Warum Heuristik? Problem Schlussproblem im Kopf zu repräsentieren
  16. Schlussfolgern durch Induktion: progressives oder verallgemeinerndes Denken
    • von Teilmenge auf Klasse, oder Gesamtklassen, oder innerhalb Gesamtklasse von einer Teilklasse auf andere
    • Schwierigkeiten: Hypothesenbildung (Merkmale finden, Regeln, etc.) & Hypothesenprüfung - Wahrscheinlichkeitsaussagen

    • Ablauf als stufenweises Entdecken: qualitative Anreicherung der Kategorie mit neuen Merkmalen & Veränderung der Merkmale
    • Text von Anderson lesen!!!

    Wahrscheinlichkeitstheoretisches Induzieren vs tatsächliches induzieren

    3 Arten von Wahrscheinlichkeiten: a priori, bedingt & a posteriori - kombinieren um zu guten Wahrscheinlichkeitsergebnis zu kommen

    nutzen es selten, eher Heuristiken: Verfügbarkeits-, Repräsentativitäts-, Anker- und Anpassungsheuristik
  17. Analoges Schließen als Quelle schöpferischen Denkens
    • Thermenstrukturen samt Beziehung - Identität der Analogie
    • Merkmalsbeschreibung ist semantische Distanz

    Objektbegriffe - innerbegriffliche Relationen (Merkmalsmengen): Ober- und Unterklasse-, Kontrast-, Komparationsrelationen (werden bei Bedarf im Gedächtnis abgeleitet)

    Ereignisbegriffe - zwischenbegriffliche Relationen (Beziehungen zwischen Sachverhalten): Aktor-, Objekt-Aktor-, Orts, Finalitäts-, Kausalitätsrelation, Instrument

    • Theorie der räumlichen Repräsentation: wir schaffen uns Dimensionen, wo wir räumliche Repräsentationen erschließen, Distanz in psychischen mehrdimensionalen Raum für Art der Analogie verantwortlich
    • analoges Denken entscheidend für Schöpferische, kreatives Denken mit analogen verwandt
  18. Algorithmisches Denken: Begriff
    Algorithmen = Sequenzen von Regeln, die kognitive Operationen festlegen, deren korrekte Anwendung mit Sicherheit zum richtigen Ergebnis führen
  19. Verhältnis Denken und Wissen
    • Vorwissen und Denken verhalten sich komplementär
    • Konsequenzen: 1. Prinzip kognitive Multivalenz (für gleiche Aufgabe einmal denken), 2. Automatisierung, 3. Kontinuum Vorwissen, Denken, 4. Wissensaktivierung = Denkprozess
    • 5. Gegensätzlichkeit
  20. Denken als wissensgestütztes Aufgabenbearbeiten
    • klassische Kulturleistungen
    • 1. Regeln aktivieren, 2. trade off (Konkurrenzsituation), 3. Ergebnisse behalten und Repräsentieren
    • trotzdem Fehler: Regelwissen impliziert nicht Nutzung bzw. richtige, bzw. Lösung kann verloren gehen
    • a) Lösungszeitmodell
    • b) Wahrscheinlichkeitsmodell der Lösungsrichtigkeit (Fehlerwahrscheinlichkeit schaukelt sich auf)
    • c) Modell der Analyse falscher Lösungen
  21. Denken als Problemlösen: Begriffe
    eine der komplexesten Formen des menschlichen Denkens

    Spezifika von Problemen

    • verlangen komplexes Denken
    • zielgerichtetes internes Handeln
    • bei gedanklichen Repräsentation (=Problemraum) fehlen Lösungsvorraussetzungen
    • Lücke im Problemraum stellt sich als Barriere zum Zielzustand dar
    • Suchprozess erfolgt als Auswahl von Lösungs-/ Transformationsprozessen

    ad. 4 Lücken: Was kann auf unterschiedlichen Ebenen nicht bekannt sein?
  22. Grundstruktur von Problemlösen
    • interne Datenbasis aufbauen (epistemischer Prozess)
    • Datenauswertung (heuristischer Prozess)
    • Tintenfisch-Hypothese: wir merken uns Zustände und Veränderungsmöglichkeiten, abtastend zur Problemlösung - Suchraumeinengung bzw - Erweiterung

    Schritte des Problemlösens: Problemraum aufbauen

    • 1. mentale Repräsentation, Diskrepanzen feststellen, Ausgangs- und Sollzustand
    • 2. Problemort: subjektiv und individuell
    • 3. gedankliches Handeln
    • 4. aus Verbindung Problemraum und Lösungsmöglichkeiten (=Operatoren) entsteht Suchrau
    • 5. Problemraum durchsuchen
    • 6. Suchraumerweiterung --> neun Punkte Problem
    • 7. Lösungsmöglichkeiten erschöpft --> Dekomposition und Rekomposition

    Lösung wenn gelingt komplexen Problemraum auf objektiven Suchraum zu begrenzen
  23. Problemklassen: Ordnung nach Lücken im Problemraum
    2 Problemklassen: unscharfe & wohldefinierte

    • Lücken im Problemraum: Sequenz fehlt - Sequenzprobleme, Neuordnungsprobleme, Induktionsprobleme, Syntheseprobleme, Kompositions- und Klassifikationsprobleme
    • Vorwissenseinfluss

    Einordnen von Alltagsproblemen: Interpolationsbarriere, Synthesebarriere, dialektische Barriere, synthetische und dialektisch Barriere
  24. Aufbau des subjektiven Problem- bzw Suchraums
    • Problemraum ist dynamisch (modifizierbar), muss aufgebaut werden
    • interindividuelle Repräsentation des Problems in Kopf
    • unterschiedliches Wissen über Operatoren
    • unterschiedliche Bereitschaft zusätzliche Informationen beschaffen
  25. Strategien des Lösens "geschlossener" Probleme
    • konnektionistische Modell der Informationsverarbeitung:
    • neuronales System ist parallell, hoch vernetzt und interaktiv, und verarbeitet ständig Informationen
    • bei häufiger Nutzung wird Netz dichter

    determinierende Tendenz (identifizieren) - umstrukturieren - Einsicht

    • Koordinierende Programme: Strategien (gerichtetes handeln)
    • Lücke im Problemraum dann durch Heuristiken oder Algorithmen nutzen

    • Strategien:
    • 1. Trial-error
    • 2. Einschritt Verfahren: Methode der Unterschiedsreduktion (hill- climbing- method) - Verbesserung mehrere Schritte zu Gruppe - Problem Nebengipfel, für Lösung tw von Ziel entfernen, Bsp. Kannibalen-Missionare-Problem

    • Mehrschritt-Planungen (heuristische)
    • 4 Formen:
    • a) Heuristische Diagnoseprozesse (Duncker): Konflikt-, Situations-, Material-, Zielanalyse
    • b) Mittel-Ziel-Analyse: GPS (general-problem-solving) 1: Ziel, 2: Unterschiede Ist- & Soll-Zustand, 3: Operatoren zur Unterschiedsreduzierung suchen 4. Mitteleinsatz - Operatorenanwendung

    Bsp. Dunckers Bestrahlungsaufgabe
  26. Objektive & subjektive Behinderungen des Lösens geschlossener Probleme
    • Mängel an Operatorwahl oder beim Aufbau des Problemraums
    • funktionale Gebundenheit: kognitive Hysteres z.B. 2 Seile Problem oder Kerzen/ Schachtelproblem
    • inflexibles Beharren: Routine
    • Einstellungs- und Inkubationseffekte: Lösung - Neuanfang & Metakognition
  27. Lösen komplexer offener Probleme: Umgang mit Unbestimmtheit
    • Computer-Szenarios: durch hohe Komplexität viele Fehler
    • Komplexe Probleme: Komplexität, Vernetztheit, Dynamik, Intransparenz, Polytelie

    Fehlerquellen: mangelhaftes Berücksichtigen zeitlicher & exponentieller Veränderungen, Neben- und Fernwirkungen, Eigendynamik, Übersteuerung

    Mängel: thematisches Vagabundieren, Verkapselung, sinkende Entscheidungs- und Verantwortungsbereitschaft (Delegations- und Exkulpations-/Rechtfertigungstendenz)

    bei intellektuellen Notfallreaktionen: oft vorschnelles Handeln und dadurch Senkung des intellektuellen Niveaus und deformierte Hypothesenbildung

    Hilfen zur Bewältigung komplexer Probleme

    • Heuristiken für Informationssammlung
    • für Zielausarbeitung (Soll-Ist-Diskrepanz)
    • für Maßnahmensuche und - Auswahl
    • für Selbstreflexion

    • A) Generelle Hilfen: heuristische Fragesysteme
    • B) spezielle: materialisierende (externalisierende) Techniken (Sortiertechniken, ...)
  28. Problemlösen, Intelligenz, Persönlichkeit
    • haben relativ stabile kognitive Handlungs- und Denkstile und motivationales Einstellungsverhalten
    • keine Bindung zwischen komplexen Problemlösen und Intelligenztests (nur bei geschlossenen Aufgaben)
    • Schneiderwerkstatt-Szenario
    • Berliner-Intelligenz-Test nach Jäger: je höher mentale Verarbeitungskapazität, umso besser im Lösen komplexer Probleme

    Persönlichkeitsmerkmale, die besser fürs Problemlösen sind

    • Extraversion
    • Selbstsicherheit
    • flexible Zielanpassung und hartnäckige Zielverfolgung
  29. Schöpferisches Denken: Begriffe & kreativer Prozess
    Prozess des Denkens, der zu neuen Lösungswegen führt (neue Lösungsschritte, Fülle von Vorwissen, neue Prinzipien)

    flexibel Wissen neu organisieren, Wissen neu kombinieren, alte Fixierungen vermeiden (produktives Vergessen)
  30. Theorien
    Bisoziationstheorien von Koestler: geniale Einfälle in Inkubationsphase (schöpferischer Pause), unbewusste Neuverknüpfungen, weniger Kontrollprozesse

    4-Phasen Modell von Wales: 1. Vorbereitungsphase (Auseinandersetzung mit Gegenstand), 2. Inkubationsphase (unbewusste Weiterverarbeitung), 3. Illuminationsphase (plötzliche Erleuchtung), 4. Verifikationsphase (Denkarbeit und Ausarbeitung)
  31. Entscheiden im Aufgabenbearbeiten und Problemlösen: Merkmale und Komponenten
    Wahlmöglichkeit in Handlungsphasen

    Entscheidung: zielgerichteter, nach Regeln optimierender Prozess, Wahl zwischen Optionen, bei der eine vorgezogen wird (rational, nativistisch, normativ)

    Einflussfaktoren: Alternativenanzahl und -wert, Konsequenzen & Eintretenswahrscheinlichkeit der Folgen

    Einteilen von Entscheidungen nach Kriterien

    • A) Verhältnis Valenz & Wahrscheinlichkeit: 1. valenzbedingte - 2. chancenbedingte - 3. lagebedingte Entscheidungen
    • B)Sicherheit bestimmter Handlungsabläufe/ - vorgänge: 1. sicher - 2. Risiko - 3. unsichere Entscheidungen
    • C) Gegenspieler der Entscheidung: 1. Zufall - 2. eigene Fähigkeiten - 3. andere Menschen

    Axiom in der Denkpsycholgie: Produkt aus Nutzen und Realisierungswahrscheinlichkeit maximieren Bsp. Kopf oder Zahl, 5 Euro
  32. Entscheidungsmodelle
    gehen auf W. Edwards zurück

    • statistische Modelle: einmalige Entscheidung, Menschen nicht konsistent im entscheiden
    • Voraussetzungen: stets Maximalwert wählen - meist subjektive Wahrscheinlichkeit und subjektiver Nutzen (SEV - oo, SEV so, Eu os, SEU ss)
  33. Defizite im natürlichen Entscheiden
    • 1. vage Zielformulierungen
    • 2. zu wenig Alternativen berücksichtigen
    • 3. unzureichende Differenzierung der Entscheidungsprobleme
    • 4. unzweckmäßiger Einsatz von Entscheidungsstrategien
    • Alternativ-Attribut-Matrix
Author
voglbeer
ID
321255
Card Set
Allg Psychologie 2
Description
Kognitive Psychologie
Updated