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1. Welche Torsionsfälle sind elementar mit Hilfe der ETT lösbar ? Was sind die Voraussetzungen für die ETT ?
- ETT= Elementare Torsions Theorie
- Lösbar sind:
- ● dünnwandige geschlossene (Stab-) Hohlprofile
- ● Wellen mit Kreis und Kreisringquerschnitt (dickwandig)
- ● näherungsweise: dünnwandige offene Querschnitte
- Voraussetzungen
- ● Gerade Stabachse
- ● keine Biege-Torsions-Kopplung (Torsion in stabachse)
- ● keine Querschnittsverformungen (starre Rippe)
- ● Verformungen klein (geometrische Linearität) und
- ● Werkstoffe mit linearem Elastizitätsgesetz also Superpositionsprinzip anwendbar
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6. Was versteht man unter Verwölbung ?
- Verformung eines Profilquerschnittes so dass Querschnittspunkte aus der ursprünglichen Querschnittsebene heraustreten und zwar so, dass keine Ebene mehr aufspannbar ist
- -> Bernoulli Hypothese vom Ebenbleiben der Querschnitte ist dann nicht mehr gültig
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7. Wie unterscheiden sich Saint Venant´sche und Wölbkrafttorsion ?
- 1. Saint Venantsche Torsion aka reine/primäre Torison,
- ● Zwangsfreie Drillung
- ● Verwölbung (kann sich frei einstellen) unbehindert => keine Längsspannungen
- 2. Wölbkrafttorsion
- ● Verwölbung geometrisch behindert
- ● Längsspannungen (sog. Wölbspannungen) treten auf
- ● allgeinerer Fall, schließt 1 ein
- beide gehören zur ETT. Deren Voraussetzungen siehe 2
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8. Was stellt die I. Bredtsche Formel mechanisch gesehen dar ?
- Eine Momentenäquivalenz aus äusserem Moment und den Schubflüssen (in einer Schnittfläche)
- MT = 2 Am*nxs
- Herleitung:
- Kräftegleichgewicht am infinitesimalen Wandelement
- Schubspannungen in der Schnittfläche nur in Umfangsrichtung wurde angenommen
- => Schubfluss über den Umfang konstant
- Integration über den Umfang => I. Bredtsche Formel
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9. Wie ist die Spannungsverteilung nach I. Bredtscher Formel ?
- Der Schubfluss nxs ist Konstant über den Querschnitt
- daraus folgt: maximale Schubspannung an Stellen mit mimimaler Wandstärke
- τ(s)= nxs /t(s)
- vgl. Hydrodynamische Analogon
- In einem Rinkanal ist die Strömungsgeschwindigkeit bei kleinster Breite am größten.
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10. Welche in Längsrichtung leicht veränderliche Querschnitte sind mit der I. Bredtschen Formel berechenbar ?
- Geschlossene dünnwandige Stäbe deren Mantelflächen konisch zulaufen und sich in einem Punkt schneiden.
- Also Kegel / Kegelstumpf ja aber Keil mit Rechteckquerschnitt nicht
- Bei anderen Profilen trifft Annahme der Wölbfreiheit und des konstanten Schubflusses nicht zu
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11. Definition der Verdrehung, Definition der Drillung ?
- Verdrehung: Winkeländerung eines Querschnitts (Bezeichnung υ=Theta)
- Verdrillung = Verwindung: Änderung des Verdrehwinkels über eine Stablängeneinheit
- Ableitung von Theta nach Stablängskoordinate x
- also eine bezogene geometrieabhängige Verformungsgröße ähnlich der Dehnung
- wenn υ'=const dann ist υ(x) = υ'*x
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12. Wie ist die Spannungsverteilung über einen tordierten Kreisquerschnitt ?
- Achtung: Kreisquerschnitt nicht dünnwandiger Kreisring
- Linear mit dem Radius nach außen zunehmend τ(r)= k*r
- Maximale Spannung tritt also am Rand auf.
- Konstante k kann aus I. Bredscher Formel (Momentenäquivalenz) berechnet werden.
- (Aus linearer Verformungshypothese: Punkte die auf einer Gerade in Profillängsrichtung lagen sollen auch in verformten Zustand auf einer Geraden liegen.)
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Woraus entwickelt sich die Wölbfunktion?klären
- bei beliebigen Profilen (außer kreis) entsteht unter Torsion Verschiebungen u in x Richtung aka Wölbung
- Entwicklung aus Verschiebungen und Verzerrungen des infinitesimale Flächenelement
- \delta v / \delta x +\delta u / \delta s
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13. Welches Ergebnis liefert die I. Bredtsche Formel, welches Ergebnis die II. Bredtsche Formel ?
- I. Bredt´sche Formel liefert Zusammenhang zwischen konstanten Schubfluss über einen Querschnitt und dem äusseren Moment
- MT = 2 Am*nxs
- II. Bredt´sche Formel liefert Zusammenhang zwischen Verdrillung und Moment
- mit G (schubmodul = konst)
- kommt aus Wölbfunktion und der Bedingung
- dass der Querschnitt nicht auseinanderklaffen darf
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14. Was versteht man unter Torsionsteifigkeit ?
- Den Widerstand den ein Profil der Torsion entgegensetzt
- Verhältniszahl zwischen Moment und Verdrillung
- Nenner der II Bredtschen Formel
- G*I_T Produkt aus Schubmodul G und Torsionsmoment
- Flächenträgheitmoment aka Flächenträgheitsmoment 2.Ordnung
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15. Welche Parameter Beeinflussen die Torsionssteifigkeit
- Geometrie des Bauteils und Werkstoff
- Geometrie umschlossene Fläche geht quadratisch, die Wanddicken linear in T ein
- Der Schubmodul geht linear ein.
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16. Welche Profilquerschnitte verwölben sich nicht unter Torsion ? welche Parameter beeinflussen die Torisonssteifigkeit?
- Bei den geschlossenen Profilen
- ● Kreis
- ● Quadrat
- ● alle Dreieck
- ● Polygone mit innerem Tangentenkreis
- ● spezielle Rechtecke mit ta/tb=b/a (kurze seite dickwandig, lange dünnwandig)
- von den offenen Profilen
- ● X T L Profil
- da sie jeweils nur zwei Geraden enthalten die immer eine Ebene aufspannen => definitionsgemäß keine Verwölbung möglich.
- UZI haben 3 geraden => besitzen Wölbwiederstand (Z am höchsten)
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17. Welchen Ansatz macht man um dünnwandige offene Rechteck-Querschnitte näherungsweise zu berechnen ?
- Das Profil wird als Zusammensetzung aus dünnwandigen geschlossenen Profilen gedacht
- (Zwiebelschalenprinzip :-) )
- die dünnwandigen Rechteckprofile werden in ineinanderstehende geschlossenne Profile zerlegt
- Alle müssen gleiche Drillung erfahren (Kompatibilitätsbedingung)
- => lineare Spannungsverteilung über den Querschnitt
- Das Torsionsflächenmoment des dünnwandigen offenen Querschnitts ist von der Geometrie unabhängig !
- Bestimmend ist der Querschnitt, der sich einfach als Summe der Gesamtquerschnitte ergibt.
- IT= l*t³/3
- Maximale Schubspannungen treten aussen an den Stellen mit größter Wanddicke auf.
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18. Wie ergibt sich das Torsionsflächenmoment aus für ein aus mehreren Rechteckprofilen zusammengesetztes Profil ?
- Durch aufsummieren der einzelnen Torsionsflächenmomente und die Verwendung von Korrekturfaktoren für die Profilform.
- Die Korrekturfaktoren repräsentieren dabei die Verformungsbehinderungen an den Verzweigungen und Ecken des Querschnitts
- Sie haben Werte von 0,99 für L-Profil bis 1,3 für I-Profil
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Erläutern Sie den Rechenweg bei der Schubflussermittlung eines mehrzelligen geschlossenen Profils und tragen Sie die Schubflussverteilung über dem Profilquerschnitt auf.
- bei Torisonsbelastung:
- 1. Momentengleichgewicht (=Statik) (1.BretscheFormel summe)
- summe aller Momente
- 2. Gleichgewichtsbedingungen:
- \vartheta'_1 = \vartheta'_2=...
- (dirk braucht das nicht)3.Werkstoffgesetze:
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19. Vergleichen sie ein offenes und ein geschlossenes Profil bezüglich des Torsionsflächenmomentes und bezüglich der Höhe der Torsionsspannungen.
- Offenes Profil
- ● Torsionsspannung viel größer
- ● Querschnittsfläche bestimmt Torsionssteifigkeit
- ● Lineare Spannungsverteilung über Dicke der Wandung
- ● größte Spannungen aussen an dickwandigster Stelle
- Geschlossenes Profil
- ● Torsionsspannungen geringer
- ● Umschlossene Fläche bestimmt Torsionssteifigkeit
- ● Größte Schubspannung an dünnster Stelle
- ● konstante Schubspannung über die Wandstärke
- ● Für Torsion verwenden !
- ● Aber Vorsicht: Gefahr bei Fügungsversagen => Profilöffnung=> Totalversagen der Struktur
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20. Welchen Ansatz macht man zur Berechnung von tordierten Rechteck-Vollquerschnitten ?
- Berechnung für dünnwandige schlanke Rechteck-Querschnitte wird verwendet
- und mit Korrekturfaktor versehen
- Korrekturfaktor hängt von h/b ab
- beliebige Vollquerschnitte werden mit Abschätzformel nach Saint-Venant gerechnet
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21. Welche Einschränkungen hat die Abschätzformel nach Saint-Venant ?
- Sie gilt nicht für:
- ● Hohlquerschnitte
- ● Profile mit konkav brandeten Querschnitten (keine einfallende Ecke)
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22. Welche Analogien zur Beschreibung des Schubflusses bzw. der Schubspannungen in tordierten Profilen gibt es? Welche Erkenntnisse lassen sich daraus ziehen ?
- Hydrodynamische Analogon
- ● Stationäre Rotationsströmung in einem Gefäß mit Querschnittsform wird betrachtet
- (bei Hohlquerschnitten Ringkanal)
- ● Geschwindigkeit v entspricht der Spannung
- ● Stromlinien entsprechen Linien konstanter Spannungen
- Nützlich primär zu Veranschaulichung
- Führt auf Gestaltungsregel: Ecken abrunden durch Vergleich mit Totwassergebiet an Ecken.
- Seifenhautgleichnis
- ● Ein Behälter unter Innendruck hat ein Loch in Profilform über das eine Seifenhaut gespannt ist
- ● Verschiebung der Seifenhaut proportional der Torsionsfunktion
- ● Volumen unter der Seifenhaut proportional Torsionsflächenmoment, bei zweifacher Berandung ist das Volumen unter der verschieblichen Platte mitzurechnen (siehe Bilder im Skript 3.10.2)
- ● Die Neigung der Seifenhaut entspricht der Größe Schubspannungen
- ● Die Niveaulinien geben Linien gleicher Schubspannung wieder
- Ebenfalls für Anschauung nützlich aber auch:
- Quanitative Werte erhält man, wenn sich im gleichen Gefäß – d.h. unter exakt gleichem Innendruck – eine öffnung mit einem analytisch exakt lösbaren Querschnitt befindet z.B. Kreisprofil
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23. Was sind Wölbspannungen ?
- ● Längsspannungen die bei Wolbungsbehinderungen auftreten
- ● Eigenkraftgruppen d.h. die Summe der Schnittkräfte über der Querschnitt ist 0
- ● Erklärbar als Kräfte die versuchen die freie Verwölbung einzustellen Wölbungsbehinderung kann auftreten durch
- ● Einspannung oder Krafteinleitung
- ● Querschnittsänderungen
- ● Streckentorsionsmomente
- ● Änderung des Werkstoffs
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Wie nennt man die Torsion, bei der sich Saint-Venantsche und Wölbtorsion überlagern?
eventuell Seite59
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Welchen Ansatz macht man, die Wölbspannungen zu ermitteln?
59
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24. Was versteht man unter Wölbsteifigkeit ?
- Wölbsteifigkeit = E*CW
- mit E = Elastizitätsmodul = Werkstoffabhängigkeit
- und CW Wölbwiderstand = Geometrieabhängigkeit
- Bild S. 49 Skript
- TW = - υ'''*E*CW
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25. Wovon ist die Höhe der Wölbkrafttorsion abhängig ?
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Welche Größen bestimmen das Abklingverahlten der Wölbspannungen?
Vom Verhältnis zwischen Wölbsteifigkeit E*CW und Torsionssteifigkeit G*ITGroßere Wölbsteifigkeit->größere Wölbschlankheit->Größere Wölbkrafttorsion (langsameres Abklingen über die Profillänge)An einer konkreten Stelle ist sie abhängig vom Abstand zur Einspannstelle und dem Verhältnis der Materialkennwerte E/G
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26. Welche Profilgeometrien haben keinen Wölbwiederstand ?
- Solche die keine Verwölbung zeigen
- Bei den geschlossenen Profilen
- ● Kreis
- ● Quadrat
- ● gleichseitiges Dreieck
- ● Polygone mit innerem Tangentenkreis
- ● spezielle Rechtecke mit ta/tb=b/a (kurze seite dickwandig, lange dünnwandig)
- von den offenen Profilen
- ● X
- ● T-
- ● L-Profil
- da sie jeweils nur zwei Geraden enthalten die immer eine Ebene aufspannen => definitionsgemäß keine Verwölbung möglich.(bei geschlossenen Profilen ist die Verwölbung oft vernachlässigbar da Wölbspannung rasch abklingt wegen des hohen Torsionswiderstandes)
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27. Wie geht man die Zielsetzung an torsionssteif zu bauen, wie torsionsweich ?
- Torsionssteif:
- geschlossenes Profil, optimal Kreisprofil
- sonst
- offenes Profil mit hoher Wölbsteifigkeit, optimal Z-Profil
- offenes Profil möglichst Lokal schließen: Torsionskasten, Torsionsröhrchen
- Torsionsweich:
- offenes Profil, am besten wölbfreies
- sonst
- geschlossenes Profil mit möglichst geringer umschlossener Fläche
- S.54 Skript
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Wie kann man Platten torsionsteif gestalten?
- diagonalrippen
- Kreisrohre als krafteinleitung an den Seiten
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Wie sind die Diagonalrippen bei einer tordierten Platte belastet?
zug oder druck
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28. Wie ist der Schubfluss durch Torsion in geschlossenen mehrzelligen Profilen qualitativ, wie ist der Rechenweg dazu, wo steckt dabei das Materialgesetz ?
- Schubfluss in dem einzelnen Zellen konstant, in den Stegen Differenz der Schubflüsse der einzelnen Zellen,
- Rechenweg:
- aus Statik Momentengleichgewicht Gesamtmoment= Summe der Momente der Einzelzellen
- Elastostatik: II.Bredt´sche Formel liefert jeweilige Drillung in Abhängigkeit vom Moment
- Kompatibilitätsbedingung: Drillung der Zellen muss gleich sein
- => Gleichungssystem mit n Gleichungen für n Schubflüsse = lösbar
- Materialgesetz steckt in 2. Bredt´scher Formel
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29. Welche offenen Profile sind nicht wölbfrei ?
U, Z, I Profile
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30. Wie ist die Wölbschlankheit definiert?
- Mit Zähler Wölbsteifigkeit und Nenner Torsionssteifigkeit
- Kapitel 4 Schub im dünnwandigen Balken infolge Querkraft
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