3.6 Evolutionsverfahren und genetische Algorithmen

  1. Wie funktionieren Evolutionsverfahren und genetische Algorithmen?
    • Image Upload 2 bilden Evolution im biologischen Sinne nach
    • Image Upload 4 Betrachtung einer Menge ("Population") konkurrierender Entwürfe ("Individuen")
    • "evolutionäre" Verbesserung der Population durch:
    • "Selektion", d.h. Auswahl der besseren Individuen ("Survival-of-the-Fittest"-Prinzip von Darwin)
    • "Mutationen", d.h. zufallsgesteuerte Veränderungen
    • "Rekombination", d.h. Beteiligung früherer Generationen am Entstehungsprozess neuer Generationen
  2. Worin besteht der Unterschied zwischen Evolutionsverfahren und Genetischen Algorithmen?
    • In der Beschreibung der Entwürfe/Individuen
    • Evolutionsverfahren: Beschreibung ("Kodierung") der Entwürfe durch reelwertige Entwurfsvariablenvektoren mit kontinuierlichen Entwurfsvariablen
    • Genetische Algorithmen: Beschreibung ("Kodierung") der Entwürfe/Individuen durch binärwertige Vektoren ("Chromosomen") mit diskreten 0/1-Werten, natürlich können auch reellwertige Entwurfsvariablen näherungsweise binärwertig beschrieben werden.
  3. Wie sieht ein Genetischer Algorithmus aus?
    • Image Upload 6 viele unterschiedliche Varianten, je nachdem wie Population betrachtet und behandelt wird und wie "genetische" Selektion, Mutation und Rekombination vorgesehen werden.
    • allgemeiner Genetischer Algorithmus: Image Upload 8

    • bei Selektion: typischerweise "Ranking" und Herausnehmen der weniger guten Individuen aus Population, eventuell Klonen von besonders guten Individuen
    • bei Reproduktion: eventuelles direktes Übernehmen der besten Individuen in "Nachfolge-Generation", Bildung von "Eltern-Paaren" und Bildung von Nachkommen durch "Crossover"
    • bei Mutationen: verschiedene Zufallsmechanismen und Stärke der Mutation
  4. Was sind die Vor- und Nachteile dieser Verfahren?
    • relativ leicht zu programmieren/implementieren
    • Möglichkeit aus lokalen Optima herauszufinden
    • Auffinden von Design-Alternativen
    • insbesondere auch für diskrete Probleme geeignet
    • in der Regel sehr große Anzahl von Strukturanalysen erforderlich, geringe Effizienz
Author
Thorsten662
ID
230085
Card Set
3.6 Evolutionsverfahren und genetische Algorithmen
Description
Fragen zum 3. Kapitel aus dem Skript zur Vorlesung "Strukturoptimierung" an der TU Darmstadt.
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