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Thrombotische Mikroangiopathie:
Definition
Erkrankungen, die sich durch Verschlüsse kleiner Gefäße mit Thrombozyten und Fibrin und entsprechend nachfolgenden organischen Ischämien manifestieren
primär eine Erkrankung der Arteriolen
- zwei Formen:
- 1. Hämolytisch-urämische Syndrom (Gasser-Syndrom)
- 2. thrombotisch- thrombozytopenische Purpura ( M Moschcowitz)
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Thrombotische Mikroangiopathie:
Ätiologie
- Ätiologie bekannt:
- - Infektion (EHEC, STEC-produzierende Bakterien, Pneumokokken
- - angeborene und erworbene primäre Störungen des Komplementsystems
- - angeborener oder erworbener ADAMTS13-Mangel (vWF-cleaving-Protease)
- -Störungen im Cobalamin-Stoffwechsel
- - Chinin
- Ätiologie unbekannt:
- - HIV-Infektion
- - Malignom, Chemo, ionisiernde Strahlung
- - Transplantation
- - Schwangerschaft, HELLP-Syndrom, Kontrazeptiva
- - sLE, Antiphospholipid-AK-Syndrom
- - Glomerulopathien
- familiäre Formen
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Einteilung HUS
- typischer HUS (95%):
- bei Kindern in bis zu 10% nach EHEC Infektion mit E.coli O157:H7
- atypischer HUS (5%):
- familiär, sporadisch
- i.d.R. ohne hämorrhagische Diarrhoe
- schlechtere Prognose
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Thrombotische Mikroangiopathie:
Pathogenese
primärer Auslöser der Erkrankung sind Endothelläsionen kleiner Gefäße durch Toxine oder Medis. Darauf folgt Anlagerung von Thrombozyten und Fibrin mit Thrombenbildung mit mechanischer Läsion der Erythrozyten
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Thrombotische Mikroangiopathie:
Leitsymptome
- HUS:
- Trias aus
- hämolytische Anämie
- Thrombozytopenie
- akutes Nierenversagen
- TTP:
- ... statt Nierenversagen eher ZNS-Befall!, stärkere Thrombozytopenie als bei HUS
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Thrombotische Mikroangiopathie:
Diagnose
- 1. Coombs-negative hämolytische Anämie:
- - Hb-Abfall, LDH-Erhöhung, Fragmentozyten
- 2. Thrombozytopenie:
- - rascher Abfall auf< 30000/ul
- 3. extrinsiche und intrinsische Gerinnungstests o.B.
- 4. Harnstoff und Crea erhöht u./o. GFR<80 u./o. Oligurie
- 5. Komplement C3
- 6. Bestimmung der Plasmaaktivität von ADAMTS13, der AK (vorwiegend TTP und atypische HUS)
- 7. HUS: Erregernachweis+ Nachweis von Shigatoxin oder Shigatoxingen
- 8. Sono, Dopplersono
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Thrombotische Mikroangiopathie:
Therapie
- - bei EHEC keine Antibiotika, keine Motiliätshemmer, kein Heparin; Ery-gabe nur bei massivem Hb-Abfall, Thrombogbe nur bei akuten Blutungen oder anstehenden Operationen
- - Flüssigkeitsbilanzierung ( unkontrollierte Substitution bie Diarrhoe kann bei beginnendem Nirenversagen zur Überwässerung führen)
- - Plasmapherese, Frischplasmagabe
- - bei ADAMTS-Mangel oder Ak: Immunsuppression mit Rituximab (vorwiegend TTP und atypischer HUS)
- - frühzeitige Dialyse
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Thrombotische Mikroangiopathie:
Prognose
- Letalität nach typischem HUS: ca 2%
- hohe Letalität beim atypischen HUS ( bis zu 70% entwickeln eine terminale Niereninsuffizienz), läßt sich durch rechtzeitige Plasmapherese und medikamentöse Therapie entscheidend senken
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