AllgPsych II

  1. Denken

    - Im Alltag
    - In der Psychologie
    • Denken als Merkmal der Vermittlung und Verallgemeinerung des Erkenntnisprozesses.
    • Alltag: Gedankliche Tätigkeit, Vermuten, Erinnern, Erwägen, Vorstellen.
    • Psychologie: Erweiterte Form der Erkenntnisgewinnung: Nicht Wahrnehmbares „erlangen“.
    • – Über das sinnlich-anschauliche hinweg gehend: Erfassen von abstrakten Merkmalen,Relationen und Gesetzmäßigkeiten.
    • – Vermittelter Prozess der Erkenntnisgewinnung: Bedient sich intellektueller Operationen,(Gedächtnis-)Repräsentationen (gedankliches/inneres Probehandeln), Symbolsysteme sowievorhandenen Wissens.
    • – Verallgemeinernder Erkenntnisprozess (auf das Resultat des Denkens bezogen).
    • – Zielgerichtete Tätigkeit (Probehandeln / aktiver, anstrengender Prozess).
    • – Prozessseite des Denkens ist häufig unbewusst: Ergebnisse des Denkens häufigbewusstseinspflichtig → impliziter Ablauf (d.h. schlecht verbalisierbar).
    • – (onto-)genetische Interiosation/Verinnerlichung → äußere Probehandeln (beim Kind) geht durch Erfahrung in inneres, gedankliches Probehandeln über.
  2. Denkformen im Überblick (7 Stück)
    • 1. Begriffsbildung: Denken als abstraktes Klassifizieren.
    • 2. Regressives Denken: Denken als deduktives Schließen.
    • 3. Progressives Denken: Denken als induktives Schließen.
    • 4. Schöpferisches Denken: Denken als analoges Schließen.5. Algorithmisches Denken: Denken als (zielgerichtetes) Aufgabenbearbeitung.
    • 6. Strategisches Denken: Denken als Lösen geschlossener Probleme.
    • 7. Dialektisch-strategisches Denken: Denken als Lösen offener Probleme.
    • – Nachgeordnete Denkformen schließen vorige Denkformen mit ein.
  3. Rolle der Sprache im Denken
    • – Denkprozesse funktionieren nur mit Sprache (Begriffe von Aussagen).
    • – Denken erfolgt auf verschiedenen Repräsentationsebenen (bzw. als Mischform)
    • Ebenen: Bildhaft, Begrifflich (z.B. „Schrauben drehen“), oder Abstrakt („Freiheit“)
  4. Sprache vs Sprachtätgkeit
    Image Upload 1
    Wofür?
    – Sprache ist Voraussetzung und Ergebnis der menschlichen Entwicklung.

    – Sprachtätigkeit ist wichtig für menschliche Kommunikation und inneres Sprechen.
  5. Semantische Tripelrelation
    • Image Upload 2– Repräsentation äußerer Sachverhalte durch Wort(e).
    • – Das Wort ist Träger der begrifflichen Repräsentation.
    • – Begriffe werden im Zuge des Spracherwerbs erlernt.
    • --> Wortverwendung und Begriffsbesitz sind daher nicht immerdasselbe.
  6. Wechselwirkungen zwischen Denken und Sprache
    - Sprachinstrumentalismus (Piaget, de Zwaart)

    (zwei Stichpunkte + Belege)
    • – Sprache spielt beim Denkprozess keine Rolle → Benennt bestenfalls nachträglich dasDenkergebnis (Mitteilungsfunktion)
    • – Nicht alles worüber wir nachdenken, lässt sich in Worte fassen.
    • Belege:
    • – Invarianz-Probleme
    • 2: Denken der Kinder hatte keinen Einfluss auf das Problemlösen.
    • – Assoziationsexperiment: Assoziationen zu Reizwörtern erzeugten keine anschaulichen odersprachlichen Ableitungen → Assoziation Reiz-Relation ist direkt und nicht abgeleitet.
  7. Sprachinstrumentalismus II
    Gibsons Hypothese:
    • – Sprache ist mehr als ihr Wortschatz
    • – Aus schlechter Beherrschung der Grammatik folgt keine Einschränkung des Denkens.
Author
H4llia
ID
100047
Card Set
AllgPsych II
Description
2. Semester Uni IBK - Allgemeine Psychologie Teil 2 Denken (Sprache, Denkformen), Begriffsbildung (Semantische Netze, Lernen, natürlicher Begriffserwerb), Schlussfolgern (deduktiv, induktiv, analog), Algorithmisches Denken (Aufgabe, Problem), Problemlösen (Grundstruktur, Problemklassen, Behinderung), Schöpferisches Denken (Kreativer Prozess), Entscheiden (Entscheidungsmodelle, Entscheidungshilfen, Defizite).
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